Gerbenok

Die harten Kerle von Gerbenok gündeten sich nach eigener Aussage 2003 an einem „netten Abend ohne Weiber dafür mit Bier und Gesang.“ Spätestens seit ihrem Album „Wer zuletzt lacht …“ scheinen sich die Jungs auch einen Namen in der OI-Szene gemacht zu haben. Bei musikalischen Kunststücken wie

„…Doch als Bonze, da hast du ein Problem/Denn dein kleiner Freund will nur bei hübschen Männern stehn/ Reich und Schwul – so wie’s jeder kennt/ Reich und Schwul – das die Rosette brennt/ Reich und Schwul – und in den Arsch gefickt/Reich und Schwul – den Puller abgeknickt“,

im „genialen“ Song Reich und Schwul, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich.

Inhaltlich geht es den Recken fast immer um Stolz (auf die Heimat und die Szene), Werte (wobei diese nicht weiter erläutert werden) und das harte und einsame Leben als Skin.

Mit „Sachsen-Anhalt“ gelang den Zonenhanseln dann auch gleich ein ganz besonderes Schmankerl, den ich hier nicht unerwähnt lassen möchte:

“Sachsen – Anhalt, du bist mein Land und hier komm ich her/ Von der Geburt an schon dir zu zugewandt/Steh ich auch heut noch stolz zu dir/ Und bin ich einmal weg, ist meine Sehnsucht wirklich groß/ Komm ich zurück an diesen Fleck/ Anhalt, was wär ich ohne dich bloß.“

Die zweite Strophe ist noch besser:

„Kein andres Land ist so schön wie du/ klare Flüsse saubre Luft/Ist in der Zone auch viel Dreck passiert/ erhallt heut durch uns dein Ruf Sachsen – Anhalt Oi! Oi! Oi!/ verstecken musst du dich nicht/ Ihr andren seid zwar auch nicht schlecht, doch nur aus dir erstrahlt das Licht.“

Genial – jetzt noch was emo- mäßiges mit Gefühl:

“Man muss fühlen wo man herkommt/ fühlen, dass man in Anhalt lebt/ Dann dringt der Stolz bis durch die Marten´s und der Asphalt drunter bebt/ Jetzt weißt du wo du bist sei deinem eignen Lande treu/ Heb den Kopf und schreie laut: Sachsen – Anhalt Oi! Oi! Oi!

Mir kommen die Tränen. Endlich eine Band die die Wahrheit sagt und das, „ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen“.

Mit Abschaum der Szene wird dann noch über Loikäemie hergezogen, da der Sänger Gerbenocks sich als Flatträger wohl vom Loikaemies Meisterstück Rock’n Roller Jonny angegriffen fühlt. Mein herzliches Beileid.

Zu erwähnen bleibt, das Stoibi, Schlagzeiger der Band, früher in der Neonazikneipe Skinhouse Menfis ein und ausgegangen ist, bevor diese dicht gemacht hat. Dort hatten Gerbenock auch Auftritte. Im Egoistfanzine No. 11 gibt Stoibi auf die Frage, was bei ihm alles im Plattenschrank steht, an:“bei mir ist es eher vermischt. Vom Punkrock bis zum Rock against ist vieles dabei…“ Was mit „Rock against“ gemeint ist, muss ich hoffentlich nicht weiter ausführen. Weiterhin war Stoibi Herausgeber des Streetwear Fanzine, etwas für die eher rechte Kundschaft und schreibt nun beim Stolz und Still Zine mit. Letzteres macht auch mal gerne Interviews mit der zur Blood and Honour-Szene zugehörigen belgischen Gruppe “Les Vilains”, der Rechtsrockband Strumtrupp, Endstufe, Brachial und und und. .

Musikalisch sind die Anhalter aus Sachsen auch nicht gerade Überzeugungstäter, weshalb ich mir ihren plötzlichen Erfolg gar nicht so richtig erklären kann. Vielleicht sind es ja doch die Texte, die den ein oder anderen überzeugen. So etwas soll es ja geben.

Ich empfehle: Finger weg von dem Scheiß! Tut den Ohren weh und Brandenburg ist eh viel schöner ;-)

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