Grenzdebil- Offener Brief wegen eines Grauzonen-Konzerts in der Feuerwache

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir erfahren mussten, gibt am 05. Juni 2009 die OI!-Punk-Band „Grenzdebil“ aus Berlin ein Konzert in der „Feuerwache“ Schöneweide. Diese Band ist offen sexistisch, frauenfeindlich und hetzt gegen „die“ Antifa. Ein Mitglied der Musikgruppe hegt offen Sympathien für die neonazistische Band „Sleipnir“.
„Grenzdebil“, eine seit 2004 bestehende OI!-Punk-Band, äußert sich in ihren Liedtexten sexistisch und frauenfeindlich: Darin werden u.a. auch die Vergewaltigungsphantasien der Bandmitglieder wiedergegeben, in denen Frauen kategorisch zu Lustobjekten degradiert werden. Hier der Refrain des Liedes mit dem vielsagenden Titel „Spermabonbon“: „Spermabonbon, lecker und gesund, aus unsern Eiern direkt in deinen Mund.“ Andere Songs wie der „Kacksong“ sind gespickt mit Fäkalsprache.
In einem weiteren Lied, das die Band bis vor kurzem als Hörprobe auf ihre Myspace-Seite gestellt hat, wird die antifaschistische Bewegung diffamiert. So heißt es in dem Song „Antifa“ u.a.: „Antifa ihr könnt mich mal, ich hasse euch, das ist doch klar.“ Da wir selbst im Bezirk seit Jahren antifaschistische Arbeit leisten und uns mit unseren Bündnispartner_innen gegen Neonazismus, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus engagieren, sehen wir in diesem Beitrag der Band eine klare Absage an Anti-Nazi-Arbeit.

Der Sänger der Band, der sich selbst als „OIkalyptusmann“ betitelt, gibt als eine seiner Lieblingsbands „Sleipnir“ an. Die seit 1998 in Erscheinung getretene und in Nordrhein-Westfalen ansässige Musikcombo wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ eingestuft. Einige ihrer Veröffentlichungen sind indiziert. „Sleipnir“ trat u.a. am 08. September 2007 bei dem internationalen neonazistischen Event „Fest der Völker“ in Thüringen auf und wird dem Umfeld des 2000 verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks zugerechnet.
Ein weiteres Mitglied von „Grenzdebil“, „Pony M.“, fühlt sich inspiriert von dem HipHopper „Frauenarzt“, dessen Songtexte zutiefst sexistisch und frauenverachtend sind.
Mitglieder der Band sind auch gern gesehene Gäste in der Pankower Kneipe „Neffen und Nichten“. In diesem Lokal fühlen sich neben anderen rechtsorientierten Personen stadtbekannte Schläger-Nazis wohl. Auch manche Band, die dort auftritt, macht keinen Hehl aus ihrer rechten Gesinnung.

Unsere Forderung an den Träger der „Feuerwache“, den Sprungbrett Kultur Kunst e.V., kann daher nur lauten: Keine Bühne für „Grenzdebil“ und andere sexistische und menschenverachtende Bands! Die Liedtexte sowie die Internetauftritte dieser Band sind Grund genug für einen Ausschluss. In der „Feuerwache“ verkehren auch Jugendliche und junge Erwachsene, die Sexismus und Homophobie nicht als Selbstverständlichkeit und Normalität erfahren sollten. Als eingetragner Verein hat der Träger die Verpflichtung jungen Menschen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich frei entfalten und emanzipieren können. Bands wie „Grenzdebil“ bewirken hingegen das genaue Gegenteil. Auch wenn sich derartige Bands stets von neonazistischem Gedankengut distanzieren und sexistische oder anderweitig diskriminierende Äußerungen als „Provo“ herunterspielen werden, möchten wir einer Verharmlosung der Liedtexte entgegentreten.

Da wir auch in Zukunft verhindern möchten, dass derartige Musikgruppen in der „Feuerwache“ oder anderen (Jugend-)Einrichtungen des Bezirkes Treptow-Köpenick auftreten, senden wir diesen Offenen Brief gleichzeitig an Vertreter_innen des Bezirksamtes, der Bezirksverordnetenversammlung, Jugendeinrichtungen sowie zivilgesellschaftlich engagierten Personen aus dem Bezirk.

Dabei geht es uns weniger um eine Geringschätzung der Arbeit Ihres Vereins. In den vergangenen Jahren hatten wir schließlich mehrfach die Möglichkeit unser alljährliches antifaschistisches Konzert „Le monde est à nous!“ in der „Feuerwache“ abzuhalten. Vielmehr möchten wir auf die Problematik aufmerksam, dass es auch Bands gibt, die erst auf den zweiten Blick menschenverachtendes Gedankengut transportieren. Wir stehen für einen offenen und gleichberechtigten Austausch mit allen Interessierten gerne zur Verfügung.

Für Fragen, Kritik und Anregungen stehen wir Ihnen gerne per Email ( abso@no-log.orgDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können ) sowie telefonisch (0162 – 37 44 514) zur Verfügung. Besuchen Sie auch unsere Homepage (www.abso-berlin.tk).

Mit freundlichen Grüßen

Tina Böhm
Pressesprecherin des Antifaschistischen Bündnisses Südost – Berlin (ABSO)

Quelle: http://abso.xail.net/index.php?option=c … 1&Itemid=1

Das Konzert wurde in folge dessen abgesagt und Grenzdebil konterte gekonnt:

Juni 1, 2009 – Montag

GRENZDEBIL vs. Antifa
tststs die Antifa ist immer wieder lustig aber auch verdammt nervig.
am 29.Mai 09 veröffentlich die Antifa einen Artikel über uns auf einer ihrer Homepages, in dem uns vorgeworfen wird: Grenzdebil ist frauenfeindlich, stark sexistisch und dit schärfste, RECHTS. Die einzigen radikalen seit ihr Idioten. Mit eurem Artikel wischen wir uns die Ärsche ab, alles was drin steht ist erstunken und erlogen, wir sind weder Frauenfeindlich noch Rechtsradikal. Wir sind öfters am Alexanderplatz mit den Punks rumhängen und sowas tun doch national deutsche nicht oder?
Wo sind wir Frauenfeindlich? WO!?!?

Du komische unbefriedigte Olle hast geschrieben, dass wir in unseren Texten Vergewaltigungsphantasien niederschreiben. Das sind vielleicht deine Wünsche, du bist wahrscheinlich so ein Mannsweib das nichtmal ein 50 Jähriger jungfreulicher Mann anfassen würde und lässt deinen Frust an Leuten wie uns aus, die Spaß an Sex haben und es gerne offen sagen.
Unsere Texte beleidigen niemanden, wenn wir über Sex singen dann wird nur der Akt und das Drum Rum beschrieben, aber nicht das wir jemanden dazu zwingen wollen, um Gottes Willen lass dich mal behandeln.
Es ist schon eine Schande das wir uns hier rechtfertigen müssen, aber dass müssen wir dank dir und deiner Organisation, schließlich steht unser Ruf auf dem Spiel.

Euch ist das scheiß egal was wir eigentlich singen, ihr macht uns nur nieder weil wir einen Song über euch geschrieben haben und deshalb sind wir böse Nazis, HALLO man ist nicht gleich rechts weil man einen Affenzyrkus wie euch scheiße findet.
Wir haben nie was gegen den Grundgedanken der Antifa gesagt, nämlich, dass wir es schlecht finden würden das ihr gegen Nazis kämpft. Macht dit, aber wir sind keine also stresst uns auch nicht, wir haben den Song vor einer Weile aus dem Programm genommen damit ihr nicht rumheult und gut ist. Wir werden so oder so weiter unsere Musik machen und auf euch scheißen und wenn ihr uns weiter stresst, uns beleidigt und in den Dreck zieht, werden wir anfangen ganze Alben über euch zu singen und euch lächerlich zu machen.

In diesem Land herrscht sowas wie Künstlerische Freiheit, ihr seit doch so für Toleranz also zeigt gefälligst auch welche. Wir sind keine Freunde der Nazis, aber eure sind wir erst recht nicht. Ihr ekelt uns an, ihr macht einen Appel an die Betreiber der Freuerwache indem ihr sagt, dass sie die Jugend vor uns schützen müssen.
Sie müssen einen scheißdreck, sie müssen die Jugend höchstens vor euch Idioten schützen! Wir ermutigen keine Kinder Steine auf Polizisten zu schmeißen und aus Neid, Autos an zu zünden statt zu sagen, geht mal arbeiten dann könnt ihr euch auch so einen leisten, NEIN stattdessen alles zersötren und alles was nicht in euer Konzept passt vernichten. Ihr stellt euch hier hin als wärt ihr das Symbol der Gerechtigkeit und Vernunft. Wir hoffen der Staat macht sich mal nützlich und verbietet euch zusammen mit der NPD und anderen grausamen Organisationen.

Wenn die Clubs auf euch hören und Bands die euch nicht passen, nicht auftreten lassen, dann nicht weil sie sagen, dass ihr Recht habt, sondern weil sie vermeiden wollen das ihr euch in ganzen Horden vor der Veranstaltung versammelt und randaliert, ihr könnt nämlich nix anderes! Wir hoffen nur das Clubs und Ämter euer Gesabbel ignorieren, denn ihr seit keine Organisation gegen Rechts, sondern gegen alles was nicht Antifa ist.

Wir haben übrigens an Neffen & Nichten, die ihr als Sammelbeken für bekannten Nazi-Schlägern und Rechtsoffene Knaipe beschimpft habt eine Mail geschickt mit dem Link zu eurem Artikel, ihr könnt vielleicht mit einer Anzeige wegen Rufschädigung rechnen, weil dass was ihr geschrieben habt der Wahrheit ganz und garnicht entspricht und ihr auch 0 Beweise dafür habt. Wär das ein Rechtsradikaler Schuppen würde er nicht mehr existieren.

Grenzdebil
POLITIK IST SCHEISSE

Quelle: http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuse … =492315320

Auch an ihre Fans richtete sich Genzdebil:

Absage 05.06 (neuer Gig schon geplant)
Liebe Grenzdebilfans,
Leider müssen wir euch mitteilen, dass wir am 05.06.09 in der Alten Feuerwache nicht spielen werden.
Wir wurden vom Veranstalter ausgeladen, aus folgenden Gründen.
Die „Antifa“ hat der Alte Feuerwache indirekt verboten Grenzdebil auf die Bühne zu lassen.
Jetzt werdet ihr euch fragen, was will die Antifa von Grenzdebil?
Sie haben einen Artikel über uns verfasst, wo uns sehr vieles vorgeworfen wird, genaueres über diesen Artikel könnt ihr euch in unserem Blog „Grenzdebil vs. Antifa“ durchlesen.
Wir machen keine Vorwürfe den Mitarbeitern der Alten Feuerwache. Die Feuerwache war und ist ein Club den wir nur empfehlen können.
Die Antifa hat die Feuerwache erpresst indem sie wie schon gesagt indirekt gedroht hat.
Hätte die Feuerwache uns spielen lassen, wären sie automatisch in der Kategorie „Feinde der Antifa, Freunde der Rechten“.
Die Antifa würde über die Feuerwache, wie auch über uns Lügen verbreiten, daher können wir es nachvollziehen, dass der Veranstalter seine Location vor diesen aggressiven, ständig unzufriedenen, randalierenden, gewalttätigen Chaoten schützen will.
Wir haben unseren Song „Antifa“ extra aus dem Programm genommen, damit diese zerstörerischen, merkwürdigen, hirntoten, Asozialen, Staats und Demokratiefeindlichen Wichte uns nicht auf die Eier gehen. Aber da die Antifa uns jetzt so ans Bein gepisst hat, uns ein gutes Konzert versaut hat, werden wir den Song „Antifa“ wieder für sie spielen und als Zusatz, werden wir die Antifa jetzt öfters in unseren Texten erwähnen und in den Dreck ziehen.
Ihr süßen Fahnenschwencker merkt euch, ihr könnt irgendwelche Faschodemos stören, den Nazis ein Bein stellen, macht das ist auch ok, ABER ihr seit nicht in der Lage Guten Musikgeschmack zu verbieten. Ihr schreibt, wir würden die Jugend lehren das Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass normal wär. So was haben wir NIE getan.
Wir machen Pornorock, singen übers ficken, ja und sind wir die einzigen oder was?!?
Ihr lebt hier nicht 1970 in der DDR ihr Wixer, also lasst die Kirche im Dorf.
Verfluchten Stasispitzel, wir leben in einem freien Land und das genießen wir auch und wir wollen mit radikalen Hunden wie euch nichts zu tun haben!
Es gibt aber auch eine positive Nachricht für Leute die uns Live sehen wollen,
die Szene Kneipe für Rockfans „Neffen & Nichten“ hat uns eingeladen bei ihnen zu spielen.
Geplant ist der Auftritt im August 09 und da könnt ihr euch sicher sein, dass niemand den Auftritt verhindern wird und wir für euch wie geplant rocken werden.
Mit freundlichen Grüßen
GRENZDEBIL

Quelle: http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuse … =492705318

Ich frag mich nur, wo die böse Antifa der Feuerwache (indirekt) gedroht hat. Das muss ja so deutlich sein, dass Genzdebil, das gleich mehrfach wiederholen mussten. Schön auch, dass das Neffen und Nichten als Ersatzort einspringt.

Von uns gibt es jedenfalls ein dickes Lob an das ABSO- Bündnis. Tausend Küsse in den Berliner SüdOsten.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF