Schusterjungs

Im Frühling 1998 gegründet und nach dem Warzeichen ihrer Heimatstadt Weißenfels benannt. Schusterjungs sind bei Bandworm Records unter Vertrag.
Mit ihrem Namen wollen die Schusterjungs ihre „starke Bindung zu (ihrer) Heimatstadt symbolisieren, und zeigen das (sie) mit Stolz ein Teil der Arbeiterjugend sind.“(Zitat: http://schusterjungs.de/template.html – unter der Rubrick „über uns“) Eine ordentliche Portion Lokalpatriotismus scheinen die Jungs also auf alle Fälle abbekommen zu haben. Die Texte der Jungs spiegeln die üblichen Klischees vom männlichen Skinhead in den besten Jahren wieder. Größtenteils handeln sie vom harten Leben auf der Straßen (in Weißenfels dürfte dieses Leben besonders hart sein), vom Kampf gegen die Anderen (wer die anderen sind, ist nie so richtig klar), vom „Way of life“, davon, dass sie nichts bereuen und immer schon so waren, von Frauen und Bier.

Zwar meinen sie selbst, sie wären „für keine Politik bereit zum untergehen“ (aus dem Song „Unser Herz schlägt…“), insgesamt bewegen sie sich jedoch stark in der rechten Grauzone. Auch der alte Internetauftritt der Band, größtenteils gehalten in altdeutscher Schrift, stimmt nachdenklich. Mittlerweile ist die Seite jedoch überholt worden und zeigt sich nun deutlichen moderner. Mit Links verweist die Band dennoch auf zumindest fragwürdige Seiten, wie dem Rechtsrockportal „United Skins“ und dem Grauzonen-Fanzine „Schinkengriller“.

In immer wiederkehrender Regelmäßigkeit treten Schusterjungs zusammen mit weit rechtsoffenen Bands (von Bombecks über Frei.wild bis Brachial) auf.
Auch in dem offen rechtsradikalen Läden „Skinhouse Menfis“ spielten sie bereits.

Erst kürzlich sagten the „The Acting Apes“ einen Auftritt auf einem Grauzonenfestival in Halle aufgrund der Teilnahme der Schusterjungs ab (siehe hier).

Darauf reagierten die Schusterjungs mit folgendem Standartstatement:

„Nazivorwürfe gegen uns – Unser offizielles Statement:
Aus gegebenem Anlass möchten wir uns nochmals ausdrücklich von jeglichen politischen Extremen distanzieren, seien sie nun links, rechts, oder sonst was für Scheiß! Wir spielen keine rechte Musik und wir spielen auch nicht mit rechten Bands. Wir könnten uns auch kaum vorstellen dass hochkarätige Bands wie „Loikaemie“ mit uns auf der Bühne gestanden hätten, wenn wir in irgendeiner Form rechts wären.
Leider gibt es immer wieder Leute die entweder falsch über uns informiert sind oder uns absichtlich versuchen in die rechte Ecke zu drängen und uns irgendwelche Kontakte zur rechten Szene andichten.
So auch erst kürzlich wieder geschehen, im Rahmen unseres Konzertes am 11.07.2009 in Halle, anlässlich der Geburtstagsparty der „Bootbois Saschen /Anhalt“. Das Konzert ist als Benefizveranstaltung für den „KAHUZA e. V.“ (Verein gegen Gewalt und Kinderarmut) geplant .
Vor einigen Tagen erreichte die Veranstalter eine Mail von „The Acting Apes“. Darin erklärte die Band, dass sie den Auftritt nicht wahrnehmen können, da sie mit Bandboykott usw. bedroht wurden und um ihren Ruf fürchten, wenn sie den Gig mit uns spielen. Wir finden es traurig und absolut Scheiße von irgendwelchen Spinnern, die uns nicht kennen und rein garnix über uns wissen, dass Sie andere Bands unter Druck gesetzt oder bedroht und deren Ruf geziehlt geschädigt wird, falls sie mit uns spielen!
Wir wünschen den „Acting Apes“ trotzdem noch alles Gute für die Band, lasst Euch nicht von irgendwelchen Spinnern unter kriegen…..
Ansonsten bleibt uns abschließend nur noch folgendes zu sagen:….
Haltet die Politik aus der Szene raus! Lasst Euch nicht vor den politischen Karren von irgendwelchen Idioten spannen, geht mit Stolz Euren Weg und bleibt Euch selbst treu!….
Cheers, die Schusterjungs“

Quelle: Myspace

Neben der immer wiederkehrenden Links-Rechts-Gleichsetzung und der Forderung nach einer Szene ohne Politik, müssen diesmal auch Loikaemie herhalten, um zu beweisen, das die Schusterjung mit rechts nichts am Hut haben. Neben all den abscheulichen Auftritten, die die Schusterjungs in den letzten Jahren absolviert haben, soll also EIN Konzert mit EINER korrekten Band genügen, um eine „weiße“ Weste zu haben.

Eine kleine Auswahl bisheriger Gigs:

19.11.2004 Gerbenok , Spy Kids im Skatklause in Zeitz
07.01.2005 Schlimme Brüder , Frei.wild in Torgau im Brückenkopf
30.04.2005 Brachial , Domstadtbois in Hildesheim im Bistro Charlie
05.08.2006 Vortex , Last Resort , Spykids in Schöningen
30.06.2007 Bombecks in Eisenach im Gleiseins
07.05.2005 mit Roimungstrupp , Roit Company im Skinhaus Menfis Neustadt (Orla) (Rechtsrockkonzert!!!!!)

Die vollständige Gigliste ist hier zu finden.

Die Behauptung, sie würden nicht mit rechten Bands zusammen spielen, ist angesichts dieser Liste einfach nur absurd. Glaubwürdigkeit sieht anders aus!

Doch damit noch nicht genug.

Belegt aber nicht auf der Schusterjungshomepage aufgeführt, ist auch ein Auftritt im mitlerweile geschlossenen Neonaziladen De Kastelein in Brügge/Belgien im Jahr 2003. Dieser fand im Rahmen der Clockwork Crew/Schusterjung-Tour statt. Den Termin findet ihr bei rockoi hier.

Cut my Skin sagten aufgrund dessen ein Konzert im Mikrokosmos in Magdeburg, an dem auch die Schusterjungs teilnahmen, ab. In ihrer Stellungnahme heißt es unter anderem:

„[…] Niemand hat Kontrolle darüber, in welchen Fanzines die Platten die man veröffentlicht, besprochen werden. Man hat aber sehr wohl die Kontrolle darüber, ob man seine Tour auf der Startseite eines Internet-Zines anpreisen lässt, wo dann neben Clockwork Crew und Perkele auch Skrewdriver (und nicht nur das erste Album!) und noch ein Haufen anderer „unpolitischer“ Scheiß besprochen und abgefeiert wird. Die Clockwork Work Crew/Schusterjungs Tour wurde in dem rechten Internetfanzine keinehaare.com auf der Startseite beworben.
Desweiteren hat man auch sehr wohl Kontrolle darüber, wem man Interviews gibt und ob man im Kastelein in Brügge spielt, einer Kneipe in der schon einige R.A.C.-Bands gespielt haben und deren damaliger Besitzer Blood&Honour-Mitglied war. (R.A.C. steht für Rock Against Communism und ist eine Musikrichtung, die von Ian Stuart und Skrewdriver geprägt wurde und die nicht nur gegen Kommunismus ist, sondern auch „White Power“ propagiert.) Das kann einem vielleicht ausversehen passieren (wobei das beim Kastelein nun wirklich kein Geheimnis ist), wenn man im Interview – wie die Schusterjungs mit Outknocked – den Laden dann aber noch lobt, kann man schon ins Zweifeln kommen.[…]„

Das vollständige Statement gibt es hier.

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