Landser (Berlin)

Sie heißen Faustrecht, Oidoxie, Kommando Freisler, Rassenhass, Stahlgewitter, Spreegeschwader, Zillertaler Türkenjäger und Noie Werte. Sie machen Rechtsrock mit gewaltverherrlichenden, fremdenfeindlichen und antisemitischen Texten. Und sie schwimmen auf einer Erfolgswelle. Seit der Wiedervereinigung haben annähernd 400 derartige Gruppen weit über 1000 Tonträger auf den deutschen Markt geworfen. Mittlerweile konkurrieren über dreißig Label um dies Bands, mit denen ein gutes Geschäft zu machen ist. Und der Boom hält weiter an.

Doch bisher konnte noch keine dieser Bands auch nur annähernd den Status von Landser aus Berlin erreichen, eine Band, die 1992 zunächst unter dem Namen „Endlösung“ auftrat, zusammengesetzt aus einstigen Mitgliedern einer ostdeutschen Gruppe namens „Die Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft“. Hierbei handelte es sich um eine 1982 entstandene, kleinere Gruppe von Neonazis. Sie kleideten sich als Rocker, wodurch sie auch als „Nazi-Rocker“ bezeichnet wurden. Zu ihren Parolen gehörten „Deutschland muss arisch werden!“ oder „Rassenmischung ist Völkermord“. Als „Landser“ wurde die Band in den 90er Jahren mit ihrem Untergrundhabitus und den extremen und hasserfüllten Texten, die unverhohlen zu Gewalt aufrufen, zu einer Kultband der Neonazi-Szene. Obwohl kaum eine Landserplatte legal im Laden zu erwerben ist, schätzen Experten, dass derzeit um die 100.000 Tonträger der Band in Deutschland kursieren, größtenteils als Raubkopien. Unter regulären Bedingungen hätten sie so mindestens eine Goldene Schallplatte erhalten. Ein unvergleichbarer Erfolg, der sie in der rechtsextremen Szene zu einem Mythos gemacht hat. Aber während ihres 13-jährigen Bestehens schaffte es die Band zunehmend auch in „unpolitischen“ Kreisen hohen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Weiter: www.bpb.de

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