„Sturmwehr“

Bei „Sturmwehr“ handelt es sich um die 1993/94 gegründete, dreiköpfige Rechtsrockband aus Gelsenkirchen (NRW) u.a. mit den beiden Bandgründern Jens Brucherseifer und Rony Krämer. Die Band ist eine der ältesten und bekanntesten Gruppen der deutschen Rechtsrock-Szene. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands aus dieser Szene ist die Spielweise sowie die Produktion der CDs relativ professionell. Die politische Ausrichtung tendiert zwischen nationalistisch und nationalsozialistisch. Stärkster Ausdruck neonazistischer Gesinnung ist das Band-Projekt „Sturm 18″ – die Zahl 18 steht dabei als Abkürzung für Adolf Hitler – aus dem Jahre 2002, welches laut des Fanzine „Panzerbär“ unter anderem Jens Brucherseifer zuzuschreiben ist. „Sturm 18″ ruft mit Texten „Wir werden Terroristen sein, […] wir räumen hier auf, wir räuchern sie aus, macht der Rattenbande den Garaus“ offen zum Mord auf. Paradoxerweise bezeichnet sich „Sturmwehr“ in ihren Liedern als nationalistisch und distanziert sich eher vom Nazi-Image, trägt aber als „Sturm 18″ eine deutlich neonazistische Gesinnung zur Schau.

Seit 1995 veröffentlichte sie über 20 CDs, darunter ein >Balladen<-Album und zwei Best of-CDs. Jens Brucherseifer tritt auch solo auf und veröffentlichte 2001 die CD Einigkeit und Recht und Freiheit. Außerdem ist die Band auf zahlreichen Samplern der Naziszene mit Songbeiträgen vertreten und bewies ihre politische Nähe zur NPD u.a. mit einem Stück auf der Werbe-CD der NPD „Schnauze voll? Wahltag ist Zahltag!“ aus dem Jahre 2004. Brucherseifer bzw. andere Mitglieder der Band, spielen außerdem bei „Siegeszug“, „Dragon Lance“ (zusammen mit „Celtic Warrior“ und „Brutal Attack“, „Koma-Kolonne“, „Stuka Attacke“ (zusamen mit „Celtic Warrior“), „1488“ (zusammen mit „Rheinwacht“), „Ruhr-Ge-Beat“, „White Anger“ und „Sturm 18“ (Sturm Adolf Hitler). Das Soloprojekt des „Sturmwehr“-Sängers heisst „Jens B.“.

Sturmwehr war auf der ersten NPD-Schulhof-CD vertreten, zudem trat der Sänger als Liedermacher auf, auch bei NPD-Veranstaltungen. Die CD “unbelehrbar” war im NPD-”Weltnetzkaufhaus” lange zu bekommen. Erst im Juni 2009 spielte die Band „Sturmwehr“ beim “Sommerfest” von NPD und DVU in Bayern (Straubing).

In zahllosen Songtexten von „Sturmwehr“ und der anderen Bandprojekte, wird zu unverholenen Gewalttaten gegen Andersdenkende (Linke, Migrant_Innen, Schwule etc.) aufgerufen. Diese Art von brutaler Hassmusik war in der Vergangenheit immer wieder die Begleitmusik zu solchen Morden – die Oire Szene Redaktion fragt sich: wann hört dieses unendliche und unsägliche Geschrei von CSU, Schäuble und Konsorten nach härteren Gesetzen gegen jugendliche Straftäter endlich auf. Stattdessen wäre es endlich mal Aufgabe dieser „Politiker“ den riesigen Sumpf des braunen Musiknetzwerkes auszutrocknen. Wir rufen hier nicht nach mehr Repression oder Staat – aber wir müssen uns immer wieder wundern, mit welch unterschiedlichen Maß hier gemessen wird – würden Linke Bands solch militanten Texte, wie heute die deutsche Rechtsrockszene produzieren – wären die Texte schon längst verboten und die Bands als kriminelle Vereinigungen hinter Schloss und Riegel gebracht… Auf jeden Fall sollte sich die linke „Szene“ mal Gedanken machen, wie verstärkt gegen die Strukturen der Rechtsrockszene vorgegangen werden kann bzw. wie die eigene Subkultur wieder gestärkt und auch mit politischen Inhalten aufgeladen werden kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass noch mehr „Problem“jugendliche oder sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlende Heranwachsende (Zunehmendes Problem der Exklusion), zu solchen rechtsextremen Hassbands hingezogen fühlen. Auf die zunehmenden sozialen Probleme in dieser neoliberalen, kapitalistischen Gesellschaft mit emanzipatorischen Inhalten in den eigenen Subkulturen zu reagieren ist unserer Ansicht nach absolut geboten, da es sonst die regeressiven und neonazistischen Gruppen mit ihren vermeintlich einfachen „Lösungsangeboten“ machen.

Quellen:

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Einschlägige Naziforen
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Gangster-Rap, Neonazi-Songs Die Hass-Musik der Killer-Bande www.bild.de/BILD/news/2009/09/16/s-bahn-mord-solln-muenchen/killer-musik/gangster-rap-neonazimusik.html
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NPD und DVU feiern “Sommerfest” – mit “Sturmwehr”

http://npd-blog.info/2009/06/06/npd-und-dvu-feiern-sommerfest-mit-sturmwehr/
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Die U-Bahn-Attacke in München und vorschnelle Neonazis http://npd-blog.info/2009/09/16/die-u-bahn-attacke-in-munchen-und-vorschnelle-neonazis/
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http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmwehr
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www.netz-gegen-nazis.de/category/lexikon/sturmwehr

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