Agitator (Göttingen)

Über die seit Januar 2004 bestehende Göttinger Rechtsrock-Band „Agitator“ berichtet das Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport 2007 wie folgt:

Agitator hat bisher zwei CDs veröffentlicht: „Deutschschwedisches Freikorps“ und „Amalek 2“. Die Texte glorifi zieren die NS-Ideologie, wobei keine strafrechtlich relevanten Äußerungen vorkommen. Darüber hinaus war Agitator mit dem Lied „Fußballrandale“ auf dem anlässlich der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 produzierten Tonträger „Zu Gast bei uns – Der Fußballsampler“ vertreten, der Hooligans und Gewalt verherrlicht. Die Staatsanwaltschaft Bremen leitete u. a. gegen Agitator ein Verfahren wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung ein.
In dem Lied „Fußballrandale“ heißt es:

„Hass und Gewalt – Fußballrandale
Alle gegen alle, dass es richtig knallt
Kategorie C heißt euer Finale
ACAB, ihr kriegt uns niemals klein.“

Agitator tritt immer wieder bei Konzerten und anderen Veranstaltungen
auf. Dazu zählten u. a. der Landesparteitag der Thüringer
NPD im Jahr 2005 und das Deutsche Stimme-Pressefest der NPD im
Jahr 2006 mit ca. 7.000 Besuchern.1

2005 spielten Agitator gemeinsam mit Lunikoff-Verschwörung Odins Law, English Rose und Gegenschlag auf dem NPD-Landesparteitag im Pößnecker Schützenhaus vor weit über 1000 Neonazis.2 Tino Schubert, ein Mitglied der Band, hatte sich im Februar 2009 den Namen „Hardcore“ beim Patentamt als Wortmarke gesichert, was in der Linken Szene für erheblich Aufrur sorgte. Zudem ist Schubert Gründungsmitglied der Neonaziband „Hauptkampflinie“ (HKL) und Inhaber des Neonaziversands „Der Versand“.3 Timo Schubert und Oliver Keudel spielten zusammen mit Hannes Ostendorf (Gründungsmitglied der Band Kategorie C) in dem Bandprojekt Kategorie C – Hungrige Wölfe (auch: KC – Hungrige Wölfe).4

Wem das alles immer noch nicht genug ist, sei auf folgende Textzeilen der Band verwiesen:

Ich bin mit Leib und Seele Nazi und ich weiß mit Sicherheit: für mich kann’s nix Schöneres geben, ich bleib Nazis für alle Zeit.(…) Da der gute alte Wiesenthal uns leider nicht mehr jagt – und der Pole beim polonisieren ständig gnadenlos versagt – komm ich fast um vor Lachen! Ich find das völlig Geil! – Dann tanze ich durch meine Bude, heb den Arm und schrei Juchhu!5

Gitarrist und Sänger Oliver Keudel tritt bei „Balladenabenden“ und Kundgebungen auch solo auf. Sein Geschäft „Zettel am Zeh“ in der Hauptstraße von Bad Lauterberg gilt als Teil eines Netzes von Immobilien, Läden, Gaststätten und stillen Geldgebern, auf das Neonazis aus der NPD und der Kameradschaftsszene in Südniedersachsen zurück greifen können.6 Zudem spielt Keudel auch in der Neonaziband „Kommande Freisler“.

Agitator spielten auch bei einer Nazi-Demonstration im Oktober 2006 für den inhaftierten Landser-Sänger Michael “Lunikoff” Regener in Berlin. Dort wurde Sänger Keudel wegen Volksverhetzung festgenommen, da die Band unter anderem das oben ztitierte Lied „Ich bleib Nazi für alle Zeit“ spielte.

  1. Niedersächsischer Ministerium für Inneres und Sport: Neonazistische Kameradschaften Rechtsextremistische Skinheads Rechtsextremistische Musik, 2007, S. 50. [zurück]
  2. http://www.turnitdown.de/378.html?&type=98 [zurück]
  3. http://de.indymedia.org/2009/02/242563.shtml [zurück]
  4. „Die Band(s) um Kategorie C1 und ihre Protagonisten haben eine wechselhafte und verwirrende Geschichte hinter sich. Der Einfachheit halber eine grobe Bandgeschichte vor ab: Die Band Kategorie C war ursprünglich ein Projekt, das von Hannes Ostendorf und Rainer Friedrichs getragen wurde. Infolge eines Zerwürfnis zwischen Ostendorf und Friedrichs ging die Band Kategorie C auseinander. Ostendorf machte daraufhin zusammen mit Timo Schubert und Oliver Keudel (beide auch bei der RechtsRock Band Agitator) das Bandprojekt Kategorie C – Hungrige Wölfe (auch: KC – Hungrige Wölfe). Friedrichs machte zusammen mit Bremer Musikern die Band Vollkontact. Beide Bands zerfielen und schließlich taten sich Ostendorf und Friedrichs wieder zusammen, um unter dem bereits etablierten Namen »Kategorie C – Hungrige Wölfe« und anknüpfend an die »alten Zeiten« ein »Kommerzprojekt« zu starten.“ Quelle: Antifaschistisches Infoblatt und Lotta Nr. 31. [zurück]
  5. Agitator: Ich bleib Nazi für alle Zeit [zurück]
  6. http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/10/24/burgerbroschure-kunftig-ohne-neonazi-werbung_1665 [zurück]

Quellen: Antifaschistisches Infoblatt
blog.zeit.de/stoerungsmelder
Niedersächsischer Ministerium für Inneres und Sport
NPD-Blog.info
TAZ
Turnitdown.de

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