Kommando Freisler

„Kommando Freisler“ ist eine Rechtsrock-Band aus dem Raum Kassel, die durch ihre offen den Nationalsozialismus und den Holocaust verherrlichende Texte auffiel und Gegenstand mehrerer Ermittlungsverfahren war.

Der Name bezieht sich auf Roland Freisler, den Präsidenten des „Volksgerichtshofs“, des höchsten Gerichts des nationalsozialistischen deutschen Staates für politische Strafsachen. Freisler war als Richter verantwortlich für tausende Todesurteile in den von ihm geführten Verhandlungen der letzten drei Jahre des NS-Regimes. Im Jahr 2003 wurde die mittlerweile indizierte CD „Geheime Reichssache“ erstmals produziert und seit dem Frühjahr 2004 in der neonazistischen Szene verbreitet. Das Booklet zeigt ein Porträt von Freisler mit einer Darstellung der Justitia sowie im Hintergrund einen Ausriss aus einem Todesurteil Freislers und einen erhängten NS-Gegner, der durch angebrachte Schilder noch über den Tod hinaus diffamiert wird. Als Intro der CD dient das Todesurteil Freislers für den Priester Herman Behrle.

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Am 2. November wurden vor dem Amtsgericht Herzberg Oliver Keudel (32) und Sebastian „Basti“ Kramm (30) zu Geldstrafen von 3.600 Euro und 3.000 Euro wegen Volksverhetzung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide die 2003 veröffentlichte Debut-CD „Geheime Reichssache“ unter dem Namen „Kommando Freisler“ eingespielt hatten. Keudel betreibt in Herzberg den Tattooladen „Zettel am Zeh“ und ist Sänger der Band „Agitator“. Ausgang des Prozesses waren Ermittlungen, die ihren Ursprung finden in der Strafverfolgung des internationalen Handels mit neonazistischer Musik [oireszene.blogsport.de berichtete, Anm. d. Red.] (…). Abgetrennt ohne Termin wurde unterdessen das Verfahren gegen den dritten Angeklagten, Alexander Hardt, dessen Anwalt Jürgen Rieger zwischenzeitlich verstarb. Er gehört zur Nazi-Szene Schleswig Holsteins, verfügt über gute Kontakte nach Skandinavien und ist bei einem „Banditos“ Prospect Chapter in Neumünster.1

Auch das Bundesamt für Verfassungschutz hat seit längerem ein Auge auf „Kommando Freisler“ geworfen. In ihrer Broschüre „Rechtsextremistische Musik“ vom Juli 2007 wird berichtet:

Eine „judenfreie Welt“ und einen „neuen Führer“ fordert die Band „Kommando Freisler“ auf ihrer CD „Geheime Reichssache“. In den Liedern „Judenschwein“ und „Im Wagen vor mir“ finden sich folgende Textpassagen:
„Jude, dich verkennt man nicht. Du solltest besser fliehen (…). Denn in Deutschland weiß ein jedes Kind, dass Juden nur zum Heizen sind. (…)“
„Und gibt es auf der Welt dann keine Juden mehr, wird unser Deutschland endlich wieder frei. (…) Und die SS ist wieder mit dabei. Es wird dann einen neuen Führer geben, der macht das Leben wieder lebenswert.“2

  1. Der Rechte Rand: Kommando Freisler, in: Der Rechte Rand Nr. 121, Nov./Dez. 2009, S. 5. [zurück]
  2. Bundesamt für Verfassungsschutz: Rechtextremistische Musik, 2007, S. 13. [zurück]

Quellen: Bundesamt für Verfassungschutz: Rechtsextremistische Musik, 2007.
Der Rechte Rand Nr. 121.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kommando_Freisler, abgerufen am 14.12.2009.

Weitere Infos zu Kommando Freisler findet Ihr hier, hier und hier .

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