Über das „Backstage“, vermeintliche Naziaussteiger_Innen und die Grauzone

An dieser Stelle widmet sich die Oire Szene Redaktion etwas ausführlicher dem ehemals linksalternativen „Backstage“ in München, seiner Konzertpolitik und dem Umgang mit vermeintlichen Ex-Nazis.

Das „Backstage“ und seine Konzertpolitik in den vergangenen Monaten

Der in München Neuhausen an der S-Bahnhaltestelle „Friedenheimer Brücke“ gelegene Laden „Backstage“ besteht seit mittlerweile rund 20 Jahren und gehört wohl in der bayerischen Landeshauptstadt zum etabliertesten Laden in Hinsicht auf alle Spielarten „alternativer“ Jugendkulturen.

Insbesondere in den 90er Jahren war das „Backstage“ durchaus noch als ein politisch „links“ stehender Laden zu bezeichnen, in welchem regelmäßig antifaschistische Bands, linke Festivals (von Antifa bis Antira) und auch entsprechende inhaltliche Veranstaltungen und sogar Solipartys stattfanden. Leider hat das „Backstage“ jedoch seinen politischen Anspruch schon seit einigen Jahren zugunsten des Kommerzes bzw. der Geschäftemacherei aufgegeben. Sicherlich war der Kampf um einen festen Standort, die zahlreichen Auseinandersetzungen mit der Deutschen Bahn bzw. den städtischen Behörden etc. kein einfacher. Aber letztendlich erhielt das „Backstage“ immer politische und in manchen Fällen sogar finanzielle Unterstützung seitens verschiedener Parteien, ihrer dazugehörigen Jugendorganisationen und von den Bezirksausschüssen, dem Kreisjugendring, dem Stadtrat etc. Mittlerweile stellt sich bei einer genaueren Betrachtung der aktuellen Konzertpolitik des „Backstage“ jedoch die Frage, wieso eigentlich ausgerechnet dieser Laden jahrelang soviel Unterstützung bekam. Nicht nur, dass es sich mittlerweile um einen ganz normalen kommerziellen Konzertschuppen inklusive Großraumdisko handelt, nein, es wird sogar mittlerweile regelmäßig Kohle mit rechtsoffenen Bands aus der Grauzone oder auch homophoben und zum Mord aufrufenden Reggaekünstlern gemacht – u.a. seit November 2009:

10.11.2009: „Freiwild“ u.a. im Backstage – Video vom Konzert:
www.youtube.com/watch?v=IJJygnvPuVk
http://www.youtube.com/watch?v=rI65KxPB03k

20.11.2009: „Stomper 98“, „The Last Resort“, „Bovver Boys“ und „Urban Rejects“ spielten im „Backstage“. Um “Stomper 98” gab es bekanntermaßen in den vergangenen Jahren diverse Diskussionen wegen ihrer Rechtsoffenheit. Beim Konzert im „Backstage“ trug das „Stomper 98“-Bandmitglied „Tommy Toxpack“ (ebenfalls Mitglied der Berliner Band „Toxpack“) ein T-Shirt der spanischen Oi!-Band „Ultimo Assalto“ http://oireszene.blogsport.de/2009/10/19/ultimo-asalto-spanien-when-something-smells-like-a-pig-and-behaves-like-a-pig-its-a-pig-it-is-not-bird/, welche keine Berührungsängste zur rechten Szene hat und sogar mit Nazis abhängt, welche Solidaritäts-T-Shirts für den Mörder des Madrider Antifaschisten Carlos tragen.

Siehe auch http://oithegreyzone.wordpress.com/2008/11/01/rotes-hetzpamphlet-auf-die-schnelle/

25.11.2009: Ein im „Backstage“ geplantes Konzert mit den „Krawallbrüdern“ http://oireszene.blogsport.de/2009/10/19/krawallbrueder/, „Goldblade“, „Prolligans“ http://oireszene.blogsport.de/2009/10/19/neugruendung-der-band-prollingans/ und „Staatsroiber“ wurde kurzfristig in die „Garage Deluxe“ (www.garagedeluxe.de) verlegt – nicht weil das „Backstage“ ein inhaltliches/politisches Problem mit den Bands hatte, sondern weil den „Krawallbrüdern“ die Mietkosten des „Backstage“ schlicht und einfach zu hoch waren…

27.11.2009: „Sizzla“ http://smashhomophobia.blogsport.de im „Backstage“. Die Münchner Behörden drohten zurecht mit einem Konzertverbot für den jamaikanischen Reggae-Sänger „Sizzla“, falls er sich nicht von den schwulenfeindlichen Äußerungen distanzieren würde. (…) Der 33-Jährige ruft in mehreren Liedern offen zum Mord an Homosexuellen auf – gemeinsam mit anderen Reggae-Sängern wie „Elephant Man“ oder „Buju Banton“. Menschenrechtsorganisationen zufolge heizen diese Lieder die Stimmung in Jamaika auf und liefern die Rechtfertigung zu Lynchattacken auf Schwule. Das Auswärtige Amt hat daher Anfang des Jahres eine Reisewarnung für Jamaika herausgegeben.

Das Konzert konnte trotzdem im „Backstage“ stattfinden – wir zitieren hier kurz aus der unglaublich verharmlosenden Stellungnahme des „Backstage“:

„So erklärte Hans Georg Stocker, Chef des geplanten Münchener Austragungsorts „Backstage“: „Der Songtext wurde falsch übersetzt, in Wirklichkeit heißt es nicht ,verbrennt die Schwulen‘ sondern so viel wie: ,Schande über die Schwulen‘.“

Zudem sprach Stocker im Gegenzug von einer «Hetzkampagne» der Homoszene und mahnte Fairness an. Die Vorwürfe grenzten an Rufmord.

Alles klar…

15./16.1.10: Pogorauschfestival unter dem absurden Motto „Fuck off Grauzone“:
u.a. mit Bands wie „Evil Conduct“ und „Perkele“, welche selber nach wie vor keine Berührungsängste in die rechtsoffene Grauzone bzw. im Falle von „Evil Conduct“ sogar zu Bands aus der Naziszene haben (Nachzulesen im unteren Teil des Artikels).

Der „Pogorausch“-Konzertveranstalter „Master Brille“ ist ein ehemaliger führender Naziaktivist der verbotenen „Skinheads Allgäu e.V.“ (siehe ebenfalls Artikel weiter unten) und hat seinen Ausstieg nie glaubhaft belegen können. Zudem veranstaltet er seit geraumer Zeit rechtsoffene Grauzonenkonzerte – u.a. im Backstage am 4.8.2009 mit „Arglistige Toischung“ und „The Corps“ www.myspace.com/thecorps – wurde nur Krankheit bedingt abgesagt.

30.1.10: “Balls´n´Boobs” (ex-“Arglistige Toischung”) im Backstage. Die Sängerin – auf welche wir weiter unten noch mal ausführlich eingehen werden – war die Stellvertreterin des „Kameradschaft Süd“-Anführers Martin Wiese, welcher u.a. versuchte die mittlerweile fertig gestellte Münchner Synagoge in die Luft zu sprengen. Jessica Fasel war zudem aktives Mitglied des paramilitärischen Arms der „Kameradschaft Süd“, der „Schutzgruppe“. Bereits mit ihrer vorherigen Band „Arglistige Toischung“ sollte „fasel“ als Vorband von den „Casualities“ bzw. von der ebenfalls rechtslastigen Band „The Corps“ im „Backstage“ spielen. Dieses Konzert fand aber scheinbar aus uns unbekannten Gründen nicht statt.

Diese Auflistung allein der fragwürdigen Bands und Veranstaltungen die in den vergangenen zweieinhalb Monaten im „Backstage“ auftreten bzw. stattfinden konnten und aufgrund ihrer politischen bzw. weltanschaulichen Ansichten normalerweise nirgendwo in München eine Chance für einen Auftritt hätten, zeigt, dass das Backstage sich zum Einfallstor für regressive Jugendkulturen und den damit verbundenen Ideologiefragmenten von Homophobie über übersteigerten Patriotismus bzw. Nationalismus und einer Offenheit für rechte Meinungen im Allgemeinen entwickelt hat.

„Brille“, „Jessica Fasel“ und „Bernd Peruch“ – Alles glaubwürdige Naziausteiger_Innen?

An dieser Stelle soll es darum gehen, noch mal etwas ausführlicher zu begründen, warum ein „Ausstieg“ aus der Naziszene nicht immer glaubwürdig ist und was in den folgenden drei Beispielen alles schief gelaufen ist. Um einen Ausstieg glaubwürdig zu machen, gehört mehr dazu, als mal kurz die Subkultur oder sogar oberflächlich betrachtet das politische Lager zu wechseln. Gerade bei ehemals so führenden Naziaktivist_Innen wie hier – „Brille“ (u.a. ex-Kassenwart der verbotenen militanten Nazigruppierung „Skinheads Allgäu e.V.“), „Bernd Peruch“ (jahrelang führender süddeutscher Naziaktivist und „Blood & Honour“-Kader, zudem Sänger der militanten Naziband „Hate Society“ – die übrigens ganz nebenbei eine der ersten Bands waren, die hierzulande den Hatecore bzw. NS-Hardcore in der Naziszene bekannt gemacht haben) oder eben „Jessica Fasel“ (ehemalige Stellvertreterin der militanten Münchner „Kameradschaft Süd“ um Martin Wiese und zwischenzeitlich Kopf der paramilitärischen Wehsportgruppe „Schutzgruppe“ welche u.a. mehrer Anschläge in München plante), stellt sich dann doch die Frage, inwieweit hier Ausstiegsprozesse in einer glaubhaften Form stattgefunden haben bzw. inwieweit es aus antifaschistischer Sicht überhaupt akzeptabel erscheint, dass sich solche ehemaligen Führungsaktivist_Innen der Naziszene in der linken Szene bzw. in eher links stehenden Subkulturen ungestört breit machen können. Noch dazu kommt, dass alle drei genannten Personen nach kurzer Zeit bereits wieder als Bandmitglieder bzw. Konzertveranstalter in Erscheinung traten.

Ein richtiger „Ausstieg“ sieht aus der Sicht der Oire Szene Redaktion aber vollkommen anders aus – wir beziehen uns da auf die vom Antifaschistischen Infoblatt vor einigen Jahren aufgestellten Ausstiegskriterien:

„Ein Ausstieg muss davon gekennzeichnet sein, dass die betroffene Person von sich aus ihre Ideologie als in allen Punkten falsch, menschenverachtend und nicht mehr länger vertretbar erkennt. Die ideologische Grundeinstellung muss als Hauptproblem angesehen werden, nicht deren Ausdruck, Glaubwürdigkeit oder Aktionsform. Es sollte davon ausgegangen werden, dass AussteigerInnen nicht von heute auf morgen ihre gesamten Überzeugungen über Bord werfen können. Ein Ausstieg bedeutet also, einen langen und schwierigen Prozess einer ideologischen Entwicklung durchzumachen, an dessen Ende nur die Konsequenz bleibt, sich selbstverständlich und konsequent gegen seine ehemaligen »Kameraden« zu stellen. Hierzu zählt auch offen Position gegen die extreme Rechte zu beziehen, eine Auseinandersetzung über begangene Taten zu suchen und Wissen über die Neonazi-Szene antifaschistischen Initiativen zur Verfügung zu stellen.“

Und: Nötige Grundsätze

Gerade bei einem »Ausstieg« von Neonazis über die linke Szene müssen bestimmte Grundsätze klar und garantiert sein. Hierzu zählen die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Ausstiegsgründe, die Notwendigkeit des Begreifens um der vormals vertretenen Ideologie und die nachvollziehbare Veränderung dieser, sowie das Verbauen des Rückwegs, zum Beispiel durch das Offenlegen neonazistischer Strukturen an antifaschistische Projekte, die in der Lage sind entsprechende Angaben einzuschätzen. Auch für die beteiligten Personen gelten hierbei bestimmte Rahmenbedingungen, welche das Antifaschistische Infoblatt bereits 1997 einforderte: »Die Person(en), die einen Aussteiger direkt betreuen, müssen bereit sein, sich dabei kontrollieren zu lassen; sie sollten sich mit einem größeren Zusammenhang koordinieren und kurzschließen und sich dabei auch zugestehen können, daß über einen persönlichen Kontakt zu dem Aussteiger/der Aussteigerin die notwendige Distanz verloren geht. Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt den Charakter einer Freundschaft annimmt. Solange ein Aussteiger/eine Aussteigerin nicht öffentlich und unumkehrbar mit seinen/ihren Nazizusammenhängen und mit der entsprechenden Ideologie gebrochen hat, kann es keine Gründe für persönliche Freundschaften geben (…) Wenn Unsicherheit über den richtigen Umgang mit einem Aussteiger/einer Aussteigerin besteht, ist es in jedem Fall besser, sich an Menschen und Zusammenhänge mit Erfahrungen in diesem Bereich zu wenden, als spontan und unüberlegt draufloszumachen«.1

Keine falsche Eile

Am Ende eines langen Prozesses steht wohlmöglich ein Ausstieg – ein Freifahrtschein, um in antifaschistischen Strukturen mit mischen zu können ist für den Aussteiger damit noch nicht automatisch erreicht. Wenn sich ein Aussteiger von einem Moment zum nächsten als geläuterter Antifaschist präsentiert, ist in jedem Fall Mißtrauen angebracht. Hier sollte in jedem Fall doppellt genau nach der Glaubwürdigkeit des Ausstieges und der offengelegten Legende geschaut werden. Für einen Sinneswandel vom Faschisten zum Antifaschisten ist ein wesentlich längerer Zeitraum und ein erhebliches Maß an Selbstreflektion als Maßstab anzulegen. Bei einer Anfrage nach einer direkten Aufnahme in antifaschistische Zusammenhänge ist allergrößte Sorgfalt geboten. Bedacht werden sollte hierbei auch, daß ein scheinbar einfacherer und problemloser Wechsel in kürzester Zeit von »ganz Rechts« nach »ganz Links« eine fatale Auswirkung auf die politische Glaubwürdigkeit der antifaschistischen Bewegungen haben könnte. Außerdem bieten solche Übertritte natürlich auch den konservativen und rechten Vertretern der Totalitarismustheorie und der sogenannten »Hufeisentheorie«2 neue Argumente.

Quelle und kompletter Text: www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/74/30.php

Die hier genannten Ausstiegskriterien wollen wir nun exemplarisch auf die in München lebenden und nach wie vor in den Subkulturen aktiven „ex“-Nazis „Fasel“ und „Brille“ anwenden. Auf „Bernd Peruch“ gehen wir nur noch am Rande ein, da soll sich mal jede_r
selbst eine Meinung dazu bilden:

„Jessica Fasel“, „Arglistige Toischung“ und das Nachfolgeprojekt „Balls´n´Boobs“

An dieser Stelle noch mal ein paar Fakten zu „Jessica Fasels“ Naziaktivitäten innerhalb der ehemaligen „Kameradschaft Süd“ (heute: „Kameradschaft München“), welche eindeutig belegen, dass es sich bei „Fasel“ nicht um eine Mitläuferin, sondern um eine der Führungskräfte dieser militanten Nazigruppierung handelte:

– Sie war bei dem geplanten Anschlag auf das jüdische Zentrum beteiligt
- Sie war bei der Planung eines Selbstmordattentats auf dem Marienplatz mit dabei
- Und fertigte zusammen mit anderen Nazis eine Todesliste von linken Personen an

„Mittwochs findet ein regelmäßiger „Nachwuchsstammtisch“ im Keller von Matthias „Baffo“ Bauerfeind (damals München, heute in den Kreisen der Kameradschaft „White Rebells Franken“ aktiv) statt, um Jugendliche (im Alter von 15 bis 18 Jahren) an die „Kameradschaft Süd“ heranzuführen. Organisiert und geleitet wird diese Runde zuerst von Hayo Klettenhofer. Als dieser zum österreichischen Bundesheer eingezogen wird, bestimmt Wiese Jessica Fasel als Nachfolgerin, unterstützt durch David Schulz. Auch Diedering und Dreher hätten gern die
Nachfolge von Klettenhofer angetreten.“

„Ab Herbst 2002 bilden Martin Wiese, Monika Stillger, Jessica Fasel, David Schulz, Karl-Heinz Statzberger und Ramona Schenk die elitäre „Schutzgruppe (SG)“. Dieser innere Kreis aus engen Gefolgsleuten von Wiese und Mitgliedern des „Aktionsbüros“ soll zum einen Führungsaufgaben im Aktionsbüro Süddeutschland übernehmen und für „Ordnung“ in-
nerhalb der Kameradschaft sorgen, zum anderen soll militant für ein nationalsozialistisches System gekämpft werden.“

„Auch nach Aussagen in den späteren Prozessen sollte es tatsächlich darum gehen, für den späteren Einsatz mit richtigen Waffen zu trainieren.Wiese leitet die Schutzgruppe, beim
Wehrsport im Wald soll ihn im Verhinderungsfall Jessica Fasel vertreten.“

„Im Frühjahr 2003 löst Alexander Maetzing auf Geheiß Wieses Jessica Fasel als Stellvertreterin in der Kameradschaft und in der SG ab. Dies trifft Fasel schwer. Zweiter Stellvertreter wird David Schulz. In der Schutzgruppe werden Decknamen eingeführt: Alexander Maetzing = „Sepp“, Martin Wiese =„Arvik“, Maik Pohl = „Jens“, Didier Magnien = „Nathan“, Jessica Fasel = „Anna“, Karl-Heinz Statzberger = „Rudi“, David Schulz = „Harald“, Ramona Schenk = „Kerstin“, Thomas Schatt = „Hans“.“

„Am 5. April 2005 werden die Urteile verkündet: Monika Stillger wird wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Ramona Schenk wird wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppierung und unerlaubtem Umgang mit explosiven Stoffen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und 10 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Jessica Fasel erhält für
die gleichen Vorwürfe eine Strafe von einem Jahr und 6 Monaten auf Bewährung, Thomas Schatt ein Jahr und 4 Monate auf Bewährung.Andreas Joachim wird wegen Beihilfe zum Erwerb von Schusswaffen, Beihilfe zum Umgang mit explosiven Stoffen und Überlassung einer Schusswaffe zu einer Strafe von einem Jahr und 6 Monaten auf Bewährung verurteilt.“
„Jessica Fasel“ gründete – soweit uns bekannt – noch während des gegen sie laufenden Prozesses, bei welchem sie ausführliche Aussagen vor Gericht bzw. sogar in Karlruhe bei der Bundesanwaltschaft machte – die Münchner Streetpunkband „Arglistige Toischung“. Alleine beim gewählten Namen dieser Band – deren Sängerin „Fasel“ von Anbeginn wurde – stellt sich die Frage nach der Ernsthaftigkeit Ihrer Aussagen gegen ihre eigenen Kamerad_Innen vor Gericht. Ging es da nicht eindeutig in erster Linie darum um jeden Preis den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen…?

Fakt ist auf jeden Fall, dass es da zu keinem Zeitpunkt einen uns bekannten und vor allem nachvollziehbaren bzw. öffentlichen Ausstieg von „Jessica Fasel“ gab. Es war wohl vielmehr der Versuch möglichst unauffällig und mit möglichst wenig Stress das subkulturelle (nicht das politische!) Lager zu wechseln. So tauchte „Fasel“ plötzlich in verschiedenen subkulturell geprägten Locations auf und zunächst wussten wohl auch die wenigsten Leute etwas über ihre Nazivergangenheit.

Auf der Bandhomepage von „Arglistige Toischung“ waren dann auch äußerst bedenkliche Links aufzufinden – u.a. zu der eindeutigen Nazigruppierung „Kraken München“ (http://freenet-homepage.de/Kraken-Muenchen/ – auf der Homepage befanden sich einschlägige Links u.a. zum „Blood & Honour“-Laden „De Kastelein“ in Belgien oder zum Querfrontprojekt „Keine Haare“). In dieser Gruppe befanden sich auch zu diesem Zeitpunkt langjährig bekannte Nazischläger aus der Münchner Naziszene (vornehmlich Exil-Sachsen). Aber nicht nur, dass diese Nazitruppe verlinkt war – „Fasel“ hatte auch privat reichlich Kontakt zu diesen Leuten – u.a. tauchte sie immer wieder mit diesen Leuten (wie z.B. an ihrem 25. Geburtstag) im Schwabinger „Tumult“ auf (wo sich übrigens auch viele Linke aufhalten).

Bei der Betrachtung Ihres Myspaceprofils (mittlerweile auf privat gestellt) war es kein Problem mit 2 Klicks weiterhin bei Profilen von führenden Naziaktivisten wie Norman Bordin zu landen.

Mit ihrer Band „Arglistige Toischung“ spielte „Fasel“ in den vergangenen 3 Jahren übrigens diverse Konzerte – dabei immer wieder zusammen mit rechtsoffenen Grauzonenbands aus dem Oi!-Bereich wie u.a. den „Schusterjungs“ (und obwohl es bei einem Konzert am 13.1.2007 zu Vorfällen mit eindeutigen Nazis (u.a. Sieg Heil Rufe) kam, änderte auch das nichts an der weiteren Konzertpolitik der Band – Zitat „Fasel“ zu diesen Vorfällen: „Vor oder nachm Konz?? Naja von den Loitz her fand i den Gig eigentli scho ganz cool… bis auf die Pisser die – da geb i den Roten ma Recht – definitiv mehr als nur rechtsoffen waren! Deppen! Brauch i echt net sowas!“).

Bei einigen Konzerten wo „Arglistige Toischung“ in der Vergangenheit spielen wollten bzw. spielten wurden sie selbst oder andere Bands wegen ihrer Verstrickungen in die rechtsoffene Grauzone wieder ausgeladen (z.B. die „Spy Kids“ bei einem Konzert am 14.10.2006 im „rechtsoffenen „Bierroiber“ – als Ersatz spielten paradoxer Weise „Arglistige Toischung“, welche dann auch umgehend gegen „Oxo 86“ hetzten, da diese nicht mit den „Spy Kids“ spielen wollten – AT aber wiederum schon…) bzw. andere Bands weigerten sich mit Ihnen zu spielen (u.a. „Cut My Skin“ aus Berlin am 9.12.2006 oder zuletzt „Missbrauch“ bei einem Konzert in Regensburg http://oireszene.blogsport.de/2009/11/11/301009-regensburg-grauzonenkonzert-mit-unantastbar-prolligans-lammkotze-ua/)

4.8.2008: Konzert mit „Arglistige Toischung“ und der weit rechtsoffenen Band „The Corps“ aus Australien im Münchner Backstage – es wurde von „Master Brille“ organisiert, jedoch wegen Erkrankung des Konzertveranstalters abgesagt.

Am 11.11.2008 spielten „Arglistige Toischung“ zusammen mit „Stomper98“, „Lokalmatadoren“ & „Roughnecks“ in der „Froxium Arena“ in Magdeburg.

Am 11.4.2009 traten „Arglistige Toischung“ auf dem Festival des rechtsoffenen Labels „Bandworm Records“ (dort veröffentlichten sie auch ihren Longplayer) in Magdeburg auf. Dort spielten u.a. auch die patriotischen und rechtsoffenen Oi-Bands „Perkele“ und „Schusterjungs

Stark patriotisch bis nationalistisch angehaucht dürfte „Fasel“ prinzipiell auch immer noch sein – immerhin tätowierte sie sich das Ergebnis des Freundschaftsspieles Deutschland gegen England am 25.10.2006 im Damenfußball auf ihren Körper…?

Übrigens: Die „APPD“ bewies mit Ihrer Aufnahme von „Jessica Fasel“ einmal mehr, dass sie es mit der Trennung der verschiedenen politischen Lager nicht so ernst nimmt – berechtigte Querfrontvorwürfe gab es da in der Vergangenheit ja schon des Öfteren: http://munich.appd.de/artikel/jessica_fasel.html

Eine weitere Aktivistin – „Ramona Schenk“ – aus Wieses Terrorkameradschaft und gute Bekannte von Jessica Fasel treibt sich übrigens laut Aussagen diverser Münchner Szenekenner_Innen seit einiger Zeit ungestört im Schwabinger „Tumult“ herum. Diese Frau ist weiterhin eindeutig der rechten Szene zuzuordnen.
Die im Frühsommer 2006 gegründete Band „Arglistige Toischung“ benannte sich übrigens im Jahre 2009 in „Balls´n´Boobs“ um und versucht sich nun musikalisch vor allem im Horrorpunkmilieu. Am 30.1.2010 soll die Band u.a. im Münchner „Backstage“ auftreten…

Die Oire Szene Redaktion kommt zu dem Fazit, dass es sich bei der Person „Fasel“ weiterhin um eine äußerst unglaubwürdige Erscheinung handelt, die einen „Ausstieg“ in keinerlei Hinsicht bisher glaubwürdig nachvollziehbar machen konnte (siehe die oben erwähnten Ausstiegskriterien). Warum solche Leute in der Münchner Szene ungestört Ihr Unwesen treiben können, bleibt der Oire Szene Redaktion an dieser Stelle ein Rätsel. Neben den nachgewiesenen, immer noch vorhandenen Kontakten in die rechte Szene bzw. in den rechten Grauzonensumpf, besteht zudem die Gefahr, dass es sich unter Umständen um eine gezielte Unterwanderungsstrategie vermeintlicher Aussteiger_Innen und Grauzonenois von ehemals links besetzten (oder zumindest apolitischen) Teilen der Subkultur handelt. Es würde ja auch nur allzu gut in das politische Konzept der Autonomen Nationalist_Innen passen. Wo der Style mehr zählt, als die Inhalte, da können rechte Aktivisten von „links“ im Sinne des nationalrevolutionären Strasser-Flügels ungestört Ihre Querfrontkonzepte umsetzen und die linken Teile der Subkulturen weiterhin in ihrem Sinne vereinnahmen…

An dieser Stelle noch ein diskussionswürdiges Zitat aus einem Subkulturforum:

Dass die „linke Szene“, oder die „Punkszene“ mit der „rechten Szene“ subkulturell und ideologisch viele Schnittmengen teilt ist wohlbekannt. Nicht umsonst wechseln die Leute, gerade in jungen Jahren, vielmals hin und her. Erst ist er Punk, dann ist er Skin, dann ist er bei den „Rechten“, dann findet er die „Rechten“ blöd, dann ist er wieder bei den „Linken“ und letztendlich irgendwo.

Die „Linke Szene“ sollte sich fragen, warum sie der „Rechten Szene“ ideologisch so nahe ist, was da falsch läuft, was die ideologischen Analogien sind, die es möglich machen, so beliebig hin und her zu wechseln, sich von beidem angezogen zu fühlen. In der Präsentation einer „Schuldigen“, die nur das tut, was eben nahe liegend ist, sehe ich nicht die Lösung des Problemes. Sie ist, im Gegenteil, ein guter Hinweis. Die Lösung ist die Linke zukünftig so zu gestalten, dass sie derlei Personen gar nicht mehr anzieht, weil sie, die Linke, nicht zu solchen Leuten passt – sprich unattraktiv ist. Die Kritik sollte vielmehr eine Selbstkritik sein, als Personengebunden. Wer immer die Frau ist, sie interessiert mich überhaupt nicht.“
„Master Brille“: „ex“-Nazi und „Pogorausch“-Konzertveranstalter

Ein weiteres Beispiel für den problematischen Umgang mit (vermeintlich) ausgestiegenen ehemaligen Führungskräften der Naziszene, stellt der in München unter dem Pseudonym „Master Brille“ bekannte und unter dem „Pogorausch“-Label firmierende Konzertveranstalter dar.

“Master Brille”, welcher auch aktiver Teilhaber des „Pogorausch Bieres“ ist, bewegte sich mindestens von 1992 -1997 im Umfeld der mittlerweile verbotenen “Skinheads Allgäu e.V.” und der bis heute aktiven Neonaziband „Faustrecht“. „Brille“ war sogar Kassenwart bzw. der erste Vorstand (des Konzertvereins) der „Skinheads Allgäu e.V.“, wo er wohl sein Handwerk im Bezug auf Konzerte veranstalten erlernte. Die “Skinheads Allgäu e.V.“ bzw. „Faustrecht“ standen bzw. stehen dem in Deutschland ebenfalls seit 2000 verbotenem militanten Nazimusiknetzwerk „Blood & Honour“ sehr nahe.
Außerdem war „Brille“ auch Herausgeber des eindeutigen Nazi-Fanzines “Superskin”.

„Brille“ stammt ursprünglich aus Ostdeutschland (Freiberg in Sachsen – soll dort bereits den rechten Jugendclub „Würfel“ mit aufgezogen haben) und zog nach der „Wende“ in den Westen, wo er sich den „Skinheads-Allgäu e.V.“ anschloss.
Interessante Rechercheanmerkung bezüglich der Nachfolgeprojekte aus dem Umfeld der „Skinheads Allgäu e.V.“:
„Die „Kameradschaft White Power Schwaben“ aus Krumbach und Mindelheim, die auf den verbotenen Verein „Skinheads Allgäu 88 e.V.“ und dessen Nachfolgeorganisation „Skinheads Schwaben“ zurückgeht, verfügt in Mindelzell über eine größere Immobilie, in der es zu regelmäßigen Konzertveranstaltungen kommt. Größere unorganisiertere Szenen gibt es daneben im Raum Weilheim/Obb. und in Dillingen, wo auch der dreifache Mörder Leonhard Schmidt (Heidenheim) Ende 2003 unterkriechen konnte.

Zu den wenigen aktiven RechtsRock-Formationen gehören neben der Band „Faustrecht“ um Norbert „Nogge“ Lecheier (Mindelheim), „Edelweiss“ / „Sturmflagge“ / „Blutweihe“ (alles Projekte um Christian Gross, Riemerling bei München), der „Liedermacher“ Michael Müller (mittlerweile verstorben) sowie Josef Klumb („Von Thronstahl“, München).“

Als „Master Brille“ im Jahre 2000 plötzlich in München auftauchte, behauptete er aus der Naziszene ausgestiegen zu sein. Inwieweit dieser „Ausstieg“ ausgesehen haben soll, wurde unseres Wissens nach nie genauer überprüft. U.a. war wohl wie sooft die staatliche Repression ein Ausschlag gebender Grund. Seine ehemaligen Kameraden meinten aber, dass sie ihn rausgeschmissen hätten, da er als Kassenwart Geld unterschlagen haben soll („Brille“ soll auch in München bereits andere Leute um Kohle geprellt haben). .Noch dazu hat er gegen seine damaligen Kameraden nicht ausgesagt, da er die meisten nach Eigenaussage unabhängig von der Politik menschlich sehr in Ordnung fand (!).

Warum „Master Brille“ seit einiger Zeit aktiver Teilhaber des „Pogorausch“ Bieres (Zitat „Pogorausch: „Die Pogorausch-Konzerte veranstaltet Brille, wie X ein später Flexhead. Er hat nicht nur den typischen Pogorausch-Bauch, sondern auch Connections zu vielen guten Bands.“) sein darf und auf seiner Lederjacke („Master Brille“ macht schon seit einiger Zeit auf „Punk“ – soll ja auch schon vor und während seiner Nazizeit seine zweite Subkultur gewesen sein) sogar den Aufdruck „Flexhead“ trägt – das war eine einzigartige Truppe Münchner Punks, die in den 80er München mehr oder weniger gewaltsam von Naziglatzen frei hielt und einen strikten Anti-Skinheadkurs fuhr – das bleibt uns ein Mysterium…

Erschreckend ist es auf jeden Fall allemal, wie unkritisch mit ehemaligen führenden Naziaktivisten und ihren vermeintlichen „Ausstiegen“ immer wieder umgegangen wird – auch in diesem Fall. Nichts gegen einen glaubwürdigen und nachvollziehbaren „Ausstieg“ – aber nur die Subkultur zu wechseln und sich dann als „Konzertveranstalter“ in der vermeintlich „linken“ Szene Lorbeeren verdienen zu wollen, dass ist schon ziemlich dreist und auch politisch mehr als problematisch: dadurch, dass „Master Brille“ in den letzten Jahren für zahlreiche Punk- und Oi!-Konzerte verantwortlich war – die nicht selten aus dem Bereich der rechtsoffenen Grauzone kamen – prägt(e) er die subkulturelle Entwicklung der Münchner Szene nachhaltig mit. Durch seinen unkritischen Umgang mit Bands aus der Grauzone öffnet er auch in München – insbesondere im „Backstage“ dem rechtsoffenen und sogar rechten Publikum stillschweigend Tor und Tür. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis es im Umfeld einer solchen Veranstaltung auch mal zu schwerwiegenderen Auseinandersetzungen mit der aus ganz Bayern (und darüber hinaus) versammelten Grau- bis Braunzone aus den ländlichen Regionen kommt.

Da macht es sein – unter Umständen sogar ernst bzw. gut gemeintes „Fuck off Grauzone“-Festival im Januar im „Backstage“ nicht besser. Auch dort werden Bands wie „Evil Conduct“ und „Perkele“ spielen, die nach wie vor kein Problem haben auf allen Hochzeiten von alternativ über unpolitisch bis rechtsoffen oder sogar rechts zu spielen. Eine klare Distanzierung von problematischen Bands sieht anders aus. Unglaubwürdig auch, solange „Master Brille“ sich nach angeblich fast 10 Jahren „Ausstieg“ immer noch nicht alle Nazi-Tätowierungen hat vollkommen überstechen lassen.

Im Rahmen des im „Backstage“ für den 15./16.1.2010 geplanten Festivals noch ein paar Worte zu den vermeintlich so politisch korrekten Bands „Evil Conduct“ und „Perkele“ und und zu den an der Festivalunterstützung beteiligten Labels wie „Bandworm Records“ bzw. „Contra Records“:

Die holländischen “Evil Conduct“ spielen schon seit geraumer Zeit Oi! im klassisch britischen Stil. Sie haben zwar immer wieder Wert darauf gelegt unpolitisch zu sein (es gibt einen totalitären Song, der gleichermaßen gegen „Rechts“ und „Links“ ist), aber in der Realität sah das dann doch immer wieder ein bisschen anders aus. Im Jahre 2000 spielten „Evil Conduct“ z.B. im ganz unpolitischen „Blood & Honour“-Laden „De Kastelein“: http://www.youtube.com/watch?v=svbxGKHf35U

“Zwischen 2000 und 2009 spielten sie immer wieder mal mit mehr oder weniger unappettitlichen rechtsoffenen Kapellen zusammen, mal von der aktuellen Single auf dem rechtsoffenen Label Randale Records mit B&H-Dutzfreund, Weltverschwörungstheoretiker Thor’s Hammer-Heini Franky Flame, der bisher schon in allen relevanten B&H-Kneipen (De Kastelein, Moloko-bar, Skinhouse Menfis, etc.) gespielt hat.

Ausgerechnet so eine Kapelle, die direkte Kontakte zum Umfeld und Personen von Blood & Honour Belgien = Live & Loud Crew Belgien/Moloko-Bar/The Pride/Headcase/Kill! Baby Kill! hat, soll auf einem Festival “fuck off grauzone” auftreten? Hallo aufwachen!!!“

An dieser Stelle ein weiteres Zitat, welches belegt, dass “Evil Conduct” null Probleme haben sogar mit eindeutigen Nazibands auf einem Festival zu spielen:

„Evil Conduct haben Anfang Oktober 2009 nicht am gleichen Wochenende des Voice of She Streets-Festival mit The Pride (02.10.2009) gespielt. Sie spielen jedoch für den gleichen Veranstalter, Kenny von Trouble Ahead aus Belgien, und zwar am 07.11.09 mit The Agitators u.a.. The Pride und Evil Conduct werden auf dem gleichen Flyer beworben. Den Flyer findet man auf der myscheiss-seite von Kenny, dem Organisator: http://www.myspace.com/kennyantwerpen

Trouble Ahead gehören zum näheren Umfeld der Oi!/RAC-B&H-Kneipe Moloko-bar, sie sollten dort am 06.09.2008 auftreten, der Gig wurde jedoch gecancelt, ebenso wurde der Gig in der Moonlight-Bar in Göttingen am 30.08.2008 gecancelt. Ob das an den “stalinistischen Methoden der Linksfaschisten” lag oder ob da eine Pumpgun mit Molotovcocktails von Kameraden dazwischen kam, werden sie wohl besser wissen (einfach mal “Moonlight Bar Nazi” googeln …;-)

Laut ihrer Myspace-Seite sind sie am 13.03.2009 mit der unpolitischen B&H-Band Headcase in Eindhoven aufgetreten (siehe past shows: http://www.myspace.com/troubleaheadantwerp ). Ein kurzer Blick auf die beiden Myspace-Profile vom netten Kenny und seiner Band verdeutlicht recht schnell, mit welchen Nazis man dicke ist.

Für die gehirnamputierten neiter-red-nor-racist-Oi!-Vollpfosten, die mitlesen aber intellektuell (Achtung Fremdwort, Ihr Berufs-Legastheniker) nicht in der Lage sind, die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen: Evil Conduct spielen für einen rechten Konzertveranstalter im November 2009 und haben scheinbar kein Problem damit, Mitte Januar 2009 auf dem Fuck off Grauzone-Festival von Pogorausch in München zu spielen. Man(n) tanzt halt mal auf jeder Hochzeit mit, Fahne im Wind, so wie das Gros ihrer Fans, verwunderlich ist das nicht. Ich denke, dass das erstmal an hard facts ausreichend ist, mit welchem rechten Gesocks die Holländer keinerlei Berührungsängste haben. Solange niemand im Hakenkroitz-T-Hemd auf der Bühne siegheilt und das alles im schönen stylischen 80-er Oi!/RAC-Skinhead-Style daherkommt ist für sie alles geschmeidig-schleimig und alles ist Friede, Froide und Unity-Eierkuchen. Alle haben sich lieb, nicht muss, alles kann, die “PC-Linksfaschisten der Antifa sind genauso schlimm wie die Nazis, blablabla…(obwohl man mit diesen “Nazis” und rechtsoffenen Oi!-Heinis zusammen säuft und gemeinsam Konzerte veranstaltet). Noch vor 10 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass der Flexhead-Orden/Pogorauschgeschäftsführer Zander so eine Oi!-Scheisse veranstaltet (watt ist jetzt hier mit Anti-Skinhead Liga?!). das zeigt einmal mehr, dass sich diese ganzen rechtsoffenen Oi!-Spacken sich in der Punk-Szene wohl fühlen, weil keine klaren Grenzen gezogen werden. Die bösen Nazis stehen außerhalb der Szene und heißen wahlweise Kill!Baby Kill!, NPD, freie Kameradschaften & An’s. Das immer mehr Armloichter die Szene fluten scheint niemanden zu stören, die Szene-macher (Zines, Bands, Veranstalter) froien sich drüber, solange der Rubel rollt. Nee, da sind mir irgendwelche DIY-Crusties und ihre Strukturen wesentlich sympathischer, auch wenn ich die Mucke nicht sonderlich abkann. Die haben jedenfalls keine Probleme mit Unterwanderung von rechtsoffenem Gesocks, da sie als “Zecken” verschrien sind.“
Übrigens: die besagten „The Pride“ mit denen „Evil Conduct“ erst dieses Jahr zusammen auf einem Festival spielten, traten erst am 19.4.2008 in Belgien auf einem Konzert mit der „Blood & Honour“ bzw. den „Hammerskins“ nahe stehenden Band „Kill Baby Kill“ auf (da wurde ab 00.00 Uhr sicher ordentlich auf den Adolf angestoßen).

Am 27.6.2009 spielten „The Pride“ wiederum im thüringschen Nazischuppen „Skinhouse Menfis“.
„The Pride“ sollen übrigens sogar „Blood & Honour“ Belgien angehören, von denen einige aus der Band auch bei „Kill Baby Kill“, „Les Vilains“ und „Headcase“ spiel(t)en)

Weitere Konzerte von „Evil Conduct“ zusammen mit Bands aus der Grauzone:

31.1.09: Konzert auf dem „This is Oi!“-Festival u.a. zusammen mit den „Schusterjungs“
24.10.09: Konzert zusammen mit „Superyob“ – welche immer wieder gerne im Naziladen „De Kastelein“ bzw. jetzt „Moloko Bar“ in Belgien auftreten
28.11.09: Auftritt auf dem Grauzonenfestival „Oi For You“ in Magdeburg http://oireszene.blogsport.de/category/veranstaltungen-der-grauzone/

Zu „Contra Records“ (zu „Bandworm Records“, welche ebenfalls Mitveranstalter des Festivals sind, sagen wir mal nichts mehr – sie haben ja durch die Organisation diverser Grauzonekonzerte bereits in der Vergangenheit oft genug gezeigt, wo sie stehen.):

Der Label-Chef „Hechti“ hat seit einiger Zeit „Stomper 98“ als seine neuen Zöglinge mit an Bord. Wir zitieren hier ein paar Aussagen von einer anderen subkulturellen Plattform: „Contra Records“ und sein Umfeld haben ja bislang einen antifaschistischen Anspruch, der bei der Veröffentlichung von „Stomper 98“ einen etwas schalen Beigeschmack erfährt. Nicht das „Stomper 98“ rechts wären oder gar Nazis, nein, sie haben aber auch wie „Evil Conduct“ keinerlei Berührungsängste mit angebräuntem Gesocks und promoten einen Wischi-Waschi-way-of-life.“

Contra Records: www.horror-punk.com/showthread.php?t=3436

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Plattenbesprechung aus der “Plastic Bomb”, wo „Contra Records als Label mit rechtsoffenem Mailorder bezeichnet, bei dem Zeug von Rebellion Records, u.a. Gerbenok, Lammkotze, Best Defense, etc. erhätllich ist“ bezeichnet wird:

Nur ist Contra Records nun ja bekanntlich der große Oi- und Straßenpunk-Papa von Contra Light wo The Fright und die Crimson Ghosts sind.

Artikel
V.A. ALLE GEGEN ALLE – A TRIBUTE TO SLIME DoCD
(Sunny Bastards/ Broken Silence)

“Nachdem SUNNY BASTARDS vor einiger Zeit bereits dem DEUTSCHEN W(ORTAKROBATEN) und seiner CDU-Truppe einen Tribut-Sampler gewidmet hat, ist nun, wohl der politischen Ausgewogenheit zu liebe, die linke Seite der Szene dran. Den Anstoß zu diesem verdammt umfangreichen Unterfangen hat, so steht´s jedenfalls im Booklet, der Uwe von KERNKRAFTRITTER gegeben, der mit seinem OHL-Fan-Projekt dann auch passenderweise gleich mal „Iran“ covert, also den mit Abstand dümmsten SLIME-Song, der sich aber, Überraschung, auch ganz prima von – sagen wir – „konservativer“ Seite vereinnahmen lässt. „Koran, Koran, Bibel für Faschisten“ heißt es da, eine Zeile, die vom christdemokratischen Rechtsaußen bis hin zum antideutschen THEO VAN GOGH-Jünger vermutlich jeder unterschreiben wird, der bereit ist grundsätzlich alle Muslime als Fundamentalisten zu brandmarken. Dass „Fundamentalisten“ und „Faschisten“ jetzt auch nicht zwangsläufig dasselbe sind, lassen wir an dieser Stelle mal außen vor, fängt ja beides mit „F“ an und hört mit „isten“ auf (woraus man übrigens wiederum ein viel vergnüglicheres Wort bilden könnte…). Dass „unseren“ Faschisten allerdings schon die Bezugnahme auf das heilige Buch der Christen vielfach völlig genügt hat, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben…
Doch wollen wir hier nicht zu lange verweilen, denn die Beliebigkeit regiert auf diesem Tonträger auch noch in anderer Hinsicht. So stellt sich z.B. die Frage warum Bands, die bisher kaum eine Gelegenheit auslassen sich als gänzlich „unpolitische“ Durchschnittsdeutsche zu gebärden, nun einer dezidiert politischen Kultkapelle der Linken Tribut zollen müssen? Wären SLIME für die Sozialisation von VOLXSTURM und den VERLORENEN JUNGS tatsächlich derart wichtig gewesen, hätte ihnen die Grenzziehung zum, ich formuliere es freundlich, „patriotischen“ Lager in der Vergangenheit eigentlich deutlich leichter fallen müssen. Erstere veröffentlichen aber noch heute auf einem Label, zu dem ein mindestens rechtsoffener Mailorder gehört (CONTRA-Records verkauft u.a. Zeux von Rebellion Records, GERBENOK, LAMMKOTZE, BEST DEFENSE usw.). Haben sie sich vermutlich nicht so genau angeschaut, wie immer… So bleibt der fade Beigeschmack, dass es hier weniger um eine hübsch bunte, möglichst viele Teile der Szene integrierende Zusammenstellung geht (was ich, etwa die STAGE BOTTLES, BRIGADE S oder die EIGHT BALLS betreffend, durchaus okay finden würde), sondern ein weiteres mal um das kleine Grenzenverwischen am Rande, das inzwischen auch im Großen immer üblere Folgen zeitigt. Dass man sich darüber hinaus entschlossen hat, den auch schon damals reichlich plumpen Anti-Amerikanismus der Hamburger in Zeiten wie diesen gleich mehrfach zu würdigen, lässt sich aus meiner Sicht im besten Fall als „unpassend“ beschreiben, aber wenden wir uns, die nicht eben liebevolle Aufmachung des Booklets nur kurz streifend, nun der Musik zu, denn tatsächlich gibt es auf beiden CDs eine gute Hand voll Bands, die ihre Sache gar nicht so schlecht machen. Zu nennen wären da unter anderem KREATOR feat. Nagel und der Unsympath (Thees Uhlmann), die recht druckvoll „Alle gegen alle“ covern. Auch die TOTEN HOSEN setzen „Viva la muerte“, wie zu erwarten war, respektvoll und gekonnt um und dass RASTAKNAST, die sich „Störtebecker“ vornehmen, ihr Handwerk verstehen, ist eh klar. Positiv fallen auf CD1 außerdem noch BRIGADE S. („(Ihr ruft) Bullenschweine“) und die STAGE BOTTLES („Robot Age“) auf. Das war´s. Die ROCKFORMATION DISKOKUGEL und die OHRBOOTEN („Legal, Illegal, Scheißegal“) sind verschissene Hippies, DRITTE WAHL („Yankees raus“) hätten meinetwegen auch nach ihrer dritten LP aufhören können und die ALARMSIGNAL-Version von „Wind“ ist um Längen schlechter als die von KOMMANDO KAP HOORN auf CD Nr.2. Nix gut, nee nee. EL GORDO („Deutschland“) bemühen sich redlich, aber man weiß ja was dieser Satz in einem Arbeitszeugnis bedeutet und was COR dem großartigen „Zu kalt“ antun, hätte um jeden Preis verhindert werden müssen. Insgesamt 5 von 26, keine üppige Ausbeute will ich meinen. CD Nr.2 beginnt sehr gut und kann dann bis zur Mitte sogar beinahe ein korrektes „befriedigend“ verteidigen. So mixt HERR SCHWERS auf brillante Weise PINK FLOYDS „Another brick in the wall“ mit dem allen bekannten, leider immer noch zensierten SLIME-Klassiker und JOHNNIE ROOK und seine FREUNDE liefern eine solide Version von „Gegen die Zeit“. Die MIMMIS hingegen beweisen erneut, dass sie es besser bei drei Songs, sprich einer 7″, belassen hätten. Allerdings folgen dann sogleich PÖBEL & GESOCKS und deren „Keine Führer“ ist echt genauso klasse wie die BECK´S PISTOLS-LP. Zwei Tracks weiter gibt´s jedoch sogleich wieder einen Tiefschlag: SHEARER, deren Sänger mal lieber arbeiten gehen sollte, versauen meinen Lieblingssong von SLIME, „Zweifel“, und zwar derart, dass mich meine Frau nur durch ganz liebes Bitten davon abhalten konnte den CD-Player einzutreten. HULA PUNK (noch mal „Yankees raus!“) sind nicht lustig, aber TOTENMOND („Kauf oder stirb“) dafür schön aggressiv. SS-KALIERT covern genau das was man von ihnen erwarten konnte, „Linke Spießer“, und sollten vielleicht einfach mal eine Abendschule oder wenigstens den einen oder anderen VHS-Kurs besuchen. Dagegen ist die bayrische Ska-Version von „Deutschland“, welche die unfassbar bezaubernden POLKAHONTAS beisteuern, ohne Frage Gott. Als gute Brote erweisen sich die JESUS SKINS, GOTTKAISER und, wie gesagt, KOMMANDO KAP HOORN. Ein letztes mal Spaß macht der Sampler schließlich mit Track 15, sprich den EIGHT BALLS („1,7 Promille Blues“), danach kann man sich gerade noch hin und wieder zu einem unglaubwürdigen „Das war jetzt aber nicht ganz so Scheiße…“ durchringen. Macht fünf sehr gute und vier, na ja, gute Beiträge. Von 28. Alles in allem würde ich da als Fazit ziehen: Besorgt Euch lieber die Originale und wenn Ihr die schon habt, dann eben alles von GHOST MICE. Und jede Menge Bier. Wer aber schon immer der Meinung war, dass er aus seiner Position in der goldenen Mitte heraus SLIME und OHL gleichermaßen gut finden kann, der halte sich bitte, was die Getränkeauswahl betrifft, an Brennspiritus oder Parfümersatz aus dem Bahnhofsverkauf. Ich wüsste übrigens gerne was der SLIME-Kopf und -Drummer Mahler von der ganzen Angelegenheit hält, im Booklet äußert sich lediglich der, sagen wir, nicht ganz fitte Metal-Gitarrist…“

Quelle: Plastic Bomb

„Perkele“:

„Zu Perkele lässt sich sagen, dass sie früher in jedem Fall zur Grauzone gerechnet werden konnten: Gemeinsame Veröffentlichungen mit den schwedischen Rechtsrockern Headhunters/Ultima Thule, diverse Konzerte für mit rechtsoffenen Bands und für rechte Veranstalter in Belgien. Mittlerweile haben sie sich davon glaubhaft distanziert. Nichts desto trotz ziehen sie nach wie vor ein grauzoniges Publikum.

brainusers welcome + kick stupidity out of the scene!“

Anmerkung Oire Szene Redaktion: Das stimmt leider nicht ganz, da „Perkele“ trotz Ihres angeblichen Gesinnungswandels weiterhin regelmäßig mit allen Bands, die in der rechtsoffenen Grauzone Rang und Namen haben auftreten.
Alle Zitate von der „Pogoradio“-Homepage

Der Dritte im Bunde: Nazi“aussteiger“ „Bernd Peruch“

Auch wenn „Bernd Peruch“ nicht im Zusammenhang mit der Konzertpolitik des „Backstage“ bzw. dem „Fuck Off Grauzone“-Festival steht, so zeigt auch dieses Beispiel sehr gut auf, dass mit der „linken“ Szene einiges im Argen liegt, wenn solch führende Vertreter des militant-terroristischen Neonazismus so problemlos und unhinterfragt die Subkultur/Szene wechseln können. „Bernd Peruch“ war u.a. Kopf der „Blood & Honour“-Band „Hate Society“ aus Franken, war sogar selbst einer der führenden deutschen „Blood & Honour“-Aktivisten – u.a. Kopf der fränkischen Sektion – und unterhielt gute Kontakte zur englischen Terror-Combo „Combat 18“. Sein Schlagzeugkollege Matthias Fischer von „Hate Society“ war Kader bei der mittlerweile verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“, welche bundesweit zu den aktivsten Kameradschaften zählte. Einer der Führungskader der hierarchisch organisierten FAF ist „Matthias Fischer“, ehemals Schlagzeuger der Blood & Honour-Band „Hate Society“. „Fischer“ ist auch heute noch einer der umtriebigsten militanten Nazis in Franken und auch weiterhin in den verschiedenen rechtsextremen Musiknetzwerken tätig. Quelle: www.klick-nach-rechts.de/ticker/2003/10/muenchen.htm

„Hate Society“ zählten bereits vor einigen Jahren zu den Pionieren des rechtsextremen Hatecore bzw. des NSHC – „Bernd Peruch“ kam ursprünglich wie „Master Brille“ auch aus dem Punkrockbereich:

„Während sich ein Teil der Szene zum Behüter der deutschen Sprache erklärt, aus Homepages „Heimatseiten“ und aus Laptops „Schoßrechner“ macht, werden hier gerne Anglizismen hochgehalten: Boots statt Stiefel, Base-Caps statt schnöde Schirmmützen. Die dazu gelieferten Bilder sind bunt, verspielt und häufig verschlüsselt. So lässt sich aus dem aus Spielkarten und Billardkugeln zusammengebastelten Schriftzug „H8 Society“ sowohl der Code für „Heil Hitler“ (H8) herauslesen wie auch – englisch ausgesprochen – der Bandname Hate Society. Die aus dem Fränkischen kommende Musikgruppe ist führende deutsche Vertreterin eines neonazistischen Hatecores. Was Anfang der 80er Jahre als Brachial-Auslegung des damals überwiegend linken Hardcores entstand, erfährt eine zunehmende Adaption von Rechtsaußen. Mit der „neuen“ Musik fanden auch neue Stilelemente Einzug in die Szene. Das mittlerweile verkaufte Label Shoot-down Records, ebenfalls ein eingetragener Markenname, war einer der ersten Versände, der sich auf diese Musik spezialisierte und die dazugehörige Symbolik lieferte. Sein Betreiber, der ‡Hate Society-Frontmann Bernd Peruch, war niemals ein Denker oder gar Stratege, der einen „Übergriff“ auf einen „anderen“ Musikstil initiierte. Er bewegte sich über Jahre in der Skater- und Hardcoreszene, wurde Neonazi und nahm „seinen“ Stil und „seine“ Symbolik zu den Kameraden mit. Auch die gefeierten Stars der neonazistischen Hatecores, die amerikanischen Blue Eyed Devils, stellen sich in Interviews als Personen vor, die aus dem Hardcore kommen und sie verstehen sich nach wie vor als Teil dessen. Mit ihnen hielten auch „neue“ Einstellungsmuster bei den Neonazis Einzug: Sie trinken kaum Alkohol, zwei der Bandmitglieder sind Vegetarier.

Quelle: http://web8.hotel580.server4you.de/index.php?nr=186

„Bernd Peruch“ konnte nach seinem angeblichen Ausstieg vor ein paar Jahren relativ schnell und ungestört die Subkultur wechseln und trat sogar als Konzertveranstalter auf. Inwieweit es die beschriebenen angeblichen Gespräche mit „MAD Tourbooking“ bzw. mit Antifas aus Berlin wirklich gab, können wir nicht nachvollziehen. Aus unserer Sicht ist ein solch schneller Wechsel der Subkulturen bzw. „Ausstieg“ nicht glaubhaft – vor allem nicht, wenn eine Person wie „Bernd Peruch“ dermaßen tief in der militanten Szene verankert war. Alleine die menschenverachtenden und offen zum Mord an Andersdenkenden aufrufenden Texte seiner Band „Hate Society“ sprechen da Bände – nachzulesen im Naziforum „Thiazi“ – für so etwas kann es keine Entschuldigung geben – vor allem auch nicht für die mit dieser Musik zusammenhängenden und sicherlich zahlreich stattgefundenen Gewalttaten:

http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=119624
http://forum.thiazi.net/showthread.php?p=1040904#post1040904
http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=128344

An dieser Stelle zitieren wir nochmal einen Text, der im Zusammenhang mit Bernd Peruchs Konzertaktivitäten steht:
Neonazi organises „Rock My Ass Fest“

Das Rock My Ass Festival, das vom 31.08.07 bis 01.09.07 in Lichtenfels (Oberfranken) stattfindet wird von der gleichnamigen Booking Agentur und Verlagsfirma veranstaltet. Diese Agentur wird neben einer anderen Person von Bernd Peruch aus Bamberg geleitet. Blood&Honour-Kader Peruch war Gründer der Naziband „Hate Society“ und des gleichnamigen Labels „Hate Society Records“.

Veranstalter des Festivals, Bernd Peruch („Pernod“) überregional bekannter Neonazi

Blood & Honour (B&H)-Kader Bernd „Pernod“ Peruch aus Bamberg warStammmitglied von Hate Society. Hate Society war die deutsche B&H-Vorzeigeband. Peruch gründete die Band im September 1996.Mittlerweile wurde die Band wieder aufgelöst. Zeitweilig war auch der Nürnberger Fränkische Aktionsfront-Kader Matthias Fischer (vgl: http://aida.open-lab.org ) der Schlagzeuger der Band. Den Musik-Stil beschreiben die Mitglieder alsMischung aus Oi!-Punk und Melodic-Core. Ihren ersten Auftritt hattedie Band auf einem Nachwuchsbandfestival in Bamberg. Es folgten Auftritte u.a. bei vielen größeren B&H-Konzerten im In- und Ausland. Hate Society veröffentlichte zwei CDs, wobei „Sounds of Racial Hatred“(1999) im Februar 2001 indiziert wurde. Zu kontaktieren war die Band über das Postfach des Bamberger Fanzines Der Lokalpatriot. Die beiden Hate Society-Musiker Matthias G. und Bernd Peruch veröffentlichten 2001 mit dem Sänger der englischen Neonazi-Band Razors Edge unter dem Namen Strength thru Blood eine CD mit „offen nationalsozialistischen Texten“. Matthias „Mattze“ G. spielte u.a. auch bei den Bands The New Dawn, Soldiers of Freedom und Kraftschlag(!).

Auf TurnItDown.de findet sich folgende Information über das frühere Label des überregionale bekannten Neonazis:

„Hate Society Records: Das Label des ehemaligen Blood & Honour-Kaders Bernd Peruch wurde 1998 gegründet, um Cds der eigenen, gleichnamigen Band, bei der Peruch auch sang, zu vermarkten. Darüber hinaus wurden auf dem Label auch internationale, teilweise offen neonazistische Bands verlegt, alte vergriffene Tonträger neu aufgelegt und auf Lizenz internationale „Kultscheiben“ als LP neu veröffentlicht. Seit 2000 inaktiv.“

Inaktiv ist relativ. Weiter ist zu lesen:

„Show-down Records: Das Label wurde 2001 von Bernd Peruch unter dem Namen Show-down Records gegründet und veröffentlichte hauptsächlich Lizenzveröffentlichungen international bekannter Bands sowie Neuauflagen von Cds als limitierte LP-Versionen. Bis Sommer 2002 sind außerdem zwei Eigenproduktionen erschienen. Nach einem Rechtsstreit mit dem gleichnamigen HipHop-Label wurde Show-Down Records 2002 in Shoot-Down Records umbenannt.

Bernd Peruch ist eine der zwei Personen, die die Booking-Agentur und Verlagsfirma „Rock My Ass“ leiten und am 31.8. bis 1.9. das gleichnamige Festival in Lichtenfels/Oberfranken mit Punkgrößen wie The Toy Dolls, Ignite, The Bones, The Exploited etc. veranstalten.

Ob die Bands und der Großteil der Besucher über die Vorgeschichte ihres Veranstalters bescheid wissen ist stark zu bezweifeln.

Wie gesagt – wir möchten diesen und andere etwaige „Ausstiege“ gar nicht unbedingt bezweifeln – es geht nur viel mehr um die Art und Weise, wie solche Ausstiegsszenarien von statten laufen und ab wann ein solcher Ausstieg auch glaubhaft ist. Vor allem kann es aber bei führenden Naziaktivisten aus unserer Sicht nicht sein, dass Leute wie „Fasel“, „Master Brille“ oder „Peruch“ ungestört ihre Geschäfte in anderen Subkulturen fortsetzen und darüber hinaus auch weiterhin entweder nachweisbare Kontakte in das zumindest rechtsoffene Lager der Grauzone pflegen oder politisch fragwürdige Bands organisieren bzw. auf entsprechenden Konzerten spielen.

Noch ein Zitat zum Thema Rock´n`Roll/Psychobilly-Szene, da es ganz gut wiedergibt, dass es auch in dieser Subkultur genügend Probleme mit Rechten bzw. den entsprechenden Einstellungsmustern gibt:

„Dennoch halte ich es für eine Illusion zu denken, dass unsere Szene unpolitisch oder pc ist. Klar, mit Rock´n`Roll/Psychobilly verbindet man nicht automatisch pauschal eine bestimmte politische Ausrichtung, wie z.B. Anarchismus mit Punk (obwohl es genauso auch Nazi-Punks gab) oder Rechtradikalismus mit Skinheads (obwohl es bekannterweise genauso linke Redskins gibt und kein Skinhead, der die History und Musik der 69er-Bewegung berücksichtigt, jemals Nazi sein wird) – und man bleibt somit innerhalb unserer Szene freier in der Wahl seiner politischen Ausrichtung.

Aber es gab gerade in der Rock´n`Roll-Szene durchaus schon immer eine latente unterschwellige Duldung von rechtem Gedankengut bis hin zu offenem Negerhass, angelehnt an gewisse Südstaaten-orientierte Ideologien alter Tage. Erinnere mich gut an lange Diskussionen mit Leuten, die inbrünstig in der Dachluke Songs mit klar Schwarzenfeindlichen Texten mitsangen, während ich mir mit Daniel und Neger-Boris (beide „Farbige“) das Ganze damals ziemlich irritiert reinzog.

Politik wird bei uns zwar nicht in den Vordergrund gestellt, ist damit aber nicht automatisch non-existent. Habe mir mit den Jahren einfach abgewöhnt, in dieser Szene über politische Gesinnungen zu reden, dabei erhitzen sich leider allzu leicht die Gemüter, aber starte mal `ne Umfrage – wirst Dich glaube ich über´s Ergebnis ganz schön wundern, sofern die Leute bezüglich ihrer eigenen politischen Ausrichtung ehrlich antworten…

PS: Zudem ist aber auch gerade eine vordergründig politisch neutrale Szene äußerst attraktiv für eine Unterwanderung von Rechts, ist doch schließlich mit vermeintlich weitaus weniger „Gegenwehr“ und Abgrenzung zu rechnen… in diesem Sinne nochmals thanx für diesen Thread.“

Bedenkenswert ist übrigens auch im Fall Pernod, dass sich dieser schon vor seiner Nazizeit
Der Punkrock- und Skaterecke zugehörig gefühlt hat. U.a. hörte er da Bands wie „Dead Kennedys“, „MDC“, „RKL“, „Minor Threat“, „Angry Samoans“ etc.

Dann zum extremen Neonazi zu werden ist schon bedenklich:

“We believe in National Socialism. We believe in white supremacy. We believe we’ll smash zions occupation. We believe in European destiny. We fly the red, the white and black. We fly the swastika for Europe. We fly the red, the white and black. We’re gonna take our nation back. We believe in blood and honour. We believe in race and national pride” – mit diesen Worten bekennt sich das aus Mitgliedern der deutschen Band „Hate Society“ und der britischen Band „Razors Edge“ bestehende Bandprojekt im Song “We Believe” unverhohlen zum Nationalsozialismus. Die extreme Botschaft des Songtextes spiegelt sich auch im Artwork des Albums wider, auf dessen Cover diverse neonazistische Symbole abgebildet sind.“

Was Peruchs frühe Nähe zum Punk und die entsprechenden Aussagen in einem frühen Interview noch bedenklicher macht:

„Ihr habt ja auch einen Punker in der Gruppe. Seid ihr die deutschen MIDGARD SÖNER?

Musikalisch leider (noch) nicht, unser Punk ist aber sehr korrekt eingestellt. Ich würde auch gar nicht mit ihm zusammenspielen, wenn er eine Zecke wäre!

Du hast ja im letzten Jahr hier in Franken eine Menge Konzerte veranstaltet. Welches war warum das Beste, welches das Schlechteste?

Von den Bands her war jedes Konzert genial, das Beste in jeder Hinsicht war auf jeden Fall das ULTIMA THULE (aufgrund des Kartenverkaufs weiß ich, das 1700(!) und nicht 1000 oder gar 200-300 Leute anwesend waren, wie in diversen Fanzines geschrieben wurde). Dieses Konzert war sowohl organisatorisch (Dankeschön an UHL!) als auch von der Stimmung her das Beste!! Das Schlechteste war das Konzert am 25.10. in Sand am Main mit TRIEBTÄTER, NORDWIND und CENTAURUS(sehr geile LANDSER-Cover), da nur 150 Leute anwesend waren (durch das Engagement der Bands war trotzdem gute Stimmung)!

. Hast Du eine ‚‘ewige'‘ Band- Top- Ten?

SKREWDRIVER ENDSTUFE
4- SKINS NOFX
MIDGARDS SÖNER ULTIMA THULE
BRUTAL ATTACK LEGION 88
MOTORHEAD NORDIC THUNDER

NDW: Stehen Veröffentlichungen von Oich an?

HS: Wir bringen in etwa drei Monaten beim Uhl eine Vier Track – EP auf Vinyl raus. Wir haben darauf bestanden, weil wir das viel besser finden als dieses Cd Zeug.“

Im Zusammenhang mit dem Querfront-Uhl eine auch nicht uninteressante Aussage von Peruch selbst:

„der uhl hat bis vor 4-5 jahren drauf bestanden unpolitisch zu sein jedoch patriot , als er merkte dass er da nicht mehr auf allen hochzeiten tanzen konnte und sich die lage zuspitzte entschied er sich für die rechte seite da a) die andere ihn nicht haben wollte ( er muss ja auch über strohmänner seine cds/lps von knockout , people like you , coretex etc besorgen lassen )
und b) weil auf der rechten seite einfach weniger konkurenz gibt und das geld leichter zu machen is für ihn“

Quelle: www.horror-punk.com/showthread.php?t=274

Diese Aussagen belegen aus unserer Sicht in aller Deutlichkeit, dass die Vermischung von vermeintlich „linken“, „unpolitischen“ und „rechten“ Subkulturen sich bereits wie ein roter Faden seit den 80er Jahren bis heute durchzieht. Und deshalb ist es für die Naziszene auch ein leichtes – bei all dieser Unity-, Grauzonen- und Querfrontscheiße – in immer mehr subkulturelle Bereiche vorzudringen (Die antifaschistischen Teile der Szene können bei diesem Vereinnahmungs- und Unterwanderungsspiel übrigens nur verlieren). Der Kulturkampf ist da schon lange im Gange – es bleibt sogar unter Umständen zu befürchten, dass da gezielte Strategien von einzelnen Kadern mit dahinter stehen – und dadurch, dass solange geschwiegen wurde, ist das Problem mittlerweile entsprechend groß geworden, so dass eigentlich nur noch ein Rundumschlag bzw. ein schnelles Umdenken in den fortschrittlichen Teilen der Szene zu einer Verbesserung führen kann. Auf jeden Fall ist es dringend geboten, die Diskussionen um die Problematik in den verschiedenen Subkulturszenen fortzuführen.

Quellen: www.myspace.com/ballsnboobs
www.subdays.de/forum/comments.php?DiscussionID=16771&page=1
www.subdays.de/forum/comments.php?DiscussionID=7268
Darf Sizzla in München Hass verbreiten?
www.queer.de/detail.php?article_id=11307
Jessica Fasel – eine Münchner Oi!-Kariere
http://bkpnk089.blogsport.de/2007/11/19/jessica-fasel-eine-muenchner-oi-kariere/
Zur Wahrnehmung von Fascho-aktivistinnen
http://bkpnk089.blogsport.de/2007/12/20/zur-wahrnehmung-von-fascho-aktivistinnen/
www.rockin-wildcat.com/de/include.php?path=forum/showthread.php&threadid=3120&entries=0
Notizen aus der Parallelwelt
Jessica F. redet wie jemand, der gerade aus einem Albtraum erwacht. Sie steht wegen Planung eines rechtsradikalen Anschlags vor Gericht
www.tagesspiegel.de/dritte-seite/archiv/07.10.2004/1405019.asp

Braune Mädchen, Bomben und ein V-Mann
www.trend.infopartisan.net/trd1004/t261004.html
Aussteiger, Rückzieher, Aufhörer, Austreter…
www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/74/30.php
„Arglistige Toischung“ auf Youtube: www.youtube.com/watch?v=FNBnCrwReas
www.youtube.com/watch?v=hZluF9g8KdE&feature=related
www.youtube.com/watch?v=kMMUbYMaF8c&feature=related
www.youtube.com/watch?v=buM-DS5r6ig&feature=related

http://munich.appd.de/artikel/jessica_fasel.html
www.aida-archiv.de/index.php?Itemid=213&id=492&option=com_content&task=view
www.aida-archiv.de/index.php?option=com_remository&Itemid=1258&func=download&id=8&chk=244c8e820e0da1d5d1bafc5cd4bde0e2&no_html=1

Master Brille

www.pogorausch.de/
Fanzine „Superskin“: www.aryan88.com/fanzines/superskin1.htm und www.aryan88.com/fanzines/superskin2_3.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Faustrecht_(Band)

Zur Diskussion um Bernd Peruch:
www.partyausfall.com/forum/viewtopic.php?t=5883
www.straight-edge.net/forums.php?m=posts&q=1111
www.subdays.de/forum/comments.php?DiscussionID=7258
www.linksnet.de/de/artikel/25122
www.crustpunk.de/viewtopic.php?f=10&t=979
Stage Bottles Olaf und Peruch selbst zum Thema

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF