Nazis veranstalten Rechtsrock-Konzert im Nordhorner Party-Treff-Blanke mit ungefähr 100 Besuchern.
Am Abend des 23.01.2010 fand in Nordhorn in den Räumlichkeiten des „Party-Treff-Blanke“ des Getränkehändlers „Getränke Scholten“ ein erneutes Rechtsrockkonzert statt. Vor etwa 100 Konzertbesucher_Innen spielten insgesamt fünf Nazibands. Die Bands „Strafmass“, „Extressiv“ sowie „Weisse Wölfe“ kamen dabei aus Nordrhein-Westfalen, die Band „Bloodline“ aus Sachsen-Anhalt und die Band „Endless Pride“ sogar aus Schweden. Die Besucher_Innen hingegen kamen u.a. aus den Landkreisen Osnabrück, Emsland und der Grafschaft Bentheim. Ebenfalls kamen auch Nazis aus Nordrhein-Westfalen. Die Polizei sicherte mit einem Großaufgebot das Konzert ab, um Ausschreitungen zu verhindern. Diese sahen sich jedoch nicht in der Lage das Konzert aufzulösen oder zu beenden. Es ist anzunehmen, dass auch verbotene Lieder vorgetragen wurden. So heißt es z.B. in dem Text „Ruhm und Ehre“ der Band „Weisse Wölfe“: „Ruhm und Ehre der Waffen SS, die besten Soldaten der Welt. Sie kämpften für die wahren Werte, nicht für Reichtum oder Geld. Ruhm und Ehre der Waffen SS, in stiller Trauer woll’n wir ihrer gedenken. Ihre Treue soll uns ein Vorbild sein bei unserm Handeln und Denken. Sieg Heil!“. Die anderen Bands waren auch keine Unbekannten im Rechtsrock. So spielten „Bloodline“, „Extressiv“ und „Endless Pride“ z.B. letztes Jahr schon beim „Ian-Stuart-Memorial“-Konzert in Belgien.
Am selben Abend soll sich auch eine größere Gruppe in der schon als Nazitreffpunkt bekannten Kneipe „Zum Turm“ eingefunden haben, um weiterhin Bier zu trinken. Auch hier war die Polizei vor Ort und „sicherte“ die Umgebung ab.
Schon am 14.04.2007 kam es in den gleichen Räumlichkeiten zu einem Rechtsrockkonzert. Damals soll es sich um eine Geburtstagsparty für den damaligen ersten Vorsitzenden des NPD Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim Stephan Riesel gehandelt haben. Vor etwa 60 Konzertbesucher_Innen sollen die Bands „Draupnir“ sowie „Cherusker“ aus Osnabrück gespielt haben. Auch damals „sicherte“ die Polizei nur diesen Bereich und griff nicht ein.
Zu beiden Konzerten gab es keinen öffentlichen Polizeibericht. Die Öffentlichkeit soll bewusst im Dunkeln gelassen werden, damit der polizeiliche Staatsschutz sowie die Polizei selber, weiterhin behaupten können, dass es keinerlei organisierte Nazikameradschaft in Nordhorn oder der Grafschaft Bentheim gibt.