Archiv für März 2010

„Dolly D“ (Dresden/Sachsen)

Die bereits seit 1993 existierende „Punk“-Band „Dolly D“ aus Dresden (Sachsen) bewegt sich immer wieder im rechtsoffenen Grauzonensumpf (Konzerte zuletzt u.a. mit den „Krawallbrüdern“, „Goldblade“, „Gerbenok“, „Trabireiter“ u.a.) und schreckt auch nicht davor zurück mit eindeutigen Nazibands (Z.B. am 12.9.08 in der „Sackfabrik Magdeburg“ mit der niedersächsischen Rechtsrockband „Rampage“ und den „Flat Sprockets“ – einer „Krawallbrüder Records“-Labelband) zusammen zu spielen oder in rechtsradikalen Läden aufzutreten (z.B. am 21.6.08 im rechtsradikalen Szeneladen „Schwedenschanze Deesbach“ in Thüringen – zusammen mit „Combat 77″ und „Riot Company“).

Diese erwähnten Punkte reichen aus unserer Sicht aus, um zu belegen, dass es sich bei bisherigen „Bekenntnissen“ der Band gegen Rechts höchstens um Lippenbekenntnisse gehandelt hat, die aber keine konkrete Umsetzung in der Konzertpolitik bzw. im Verhalten der Band gegenüber der Grauzone zur Folge hatten.

Grauzonenkonzerte am 2./3.4.10

Nicht nur auf dem „Punk & Disorderley“-Festival spielen am ersten Aprilwochenende rechtsoffene Grauzonenbands. Folgende Konzerte sollen am kommenden Wochenende außerdem stattfinden:

2.4.10: Die „Spirit from the Streets“-Veranstalter_Innen machen mal wieder ein Konzert mit rechtsoffenen Grauzonenbands wie „Scharmützel“ und „Foidal“ (beide Bands siehe Oire Szene Bandübersicht). Das Ganze findet unter dem Motto „Teenage Warning“ in Haale/Saale (Sachsen-Anhalt) statt.

3.4.10: Einen Tag später spielen „Scharmützel“ dann zusammen mit den „Halbstarken Jungs“ und „Boikott“ im „Paswalk-Speicher“ (Mecklenburg-Vorpommern)

3.4.10: Im „Kinder- und Jugendhaus R9″ (wie passend – ist ja mal wieder eine pädagogische Glanzleistung!) in Geithain (Sachsen) findet zudem ein rechtsoffenes Grauzonenwohlfühlkonzert mit „Dolly D“ aus (Dresden), „Soifass“ (Berlin) und „Klartext“ (Eberswalde) statt.

The Pepper Pots – Time To Live

Oire Szene vs. „Punk & Disorderley“

Einige dachten sicherlich schon, wir würden uns nicht mehr zum diesjährigen „Punk & Disorderley“-Festival vom 2.-4.4.10 in Berlin äußern – da habt Ihr euch getäuscht: aus unserer Sicht ist es schon lange geboten dieses wohl mittlerweile größte regelmäßig (seit 2002 jährlich) in Deutschland (oder sogar ganz Europa) stattfindende Grauzonenfestival zu thematisieren. Immerhin besitzt dieses Festival eine große Ausstrahlungskraft auf die Skinhead- und Punkszene und somit ist es besonders problematisch, dass hier bereits seit Jahren rechte und rechtsoffene Bands vor zum Teil mehreren tausend zumeist jugendlichen Besucher_Innen eine Plattform geboten bekommen.

Es geht uns an dieser Stelle nicht darum, die Grauzonendebatte erneut von vorne zu beginnen (auf diesem Blog könnt Ihr die bisherigen Argumente warum und wieso wir die ganze Grauzone hier so vehement kritisieren bei Bedarf noch einmal durchlesen), sondern wir werden an dieser Stelle nur auf das diesjährige Lineup und rückblickend auf die Lineups der vergangenen Jahre stichpunktartig eingehen. Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen auf alle problematischen Bands die bisher auf dem „Punk & Disorderley“ gespielt haben ausführlicher einzugehen. Dies werden wir bei den bisher von uns noch nicht thematisierten Bands aber sicherlich noch in der Zukunft nachholen.
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31.3.10: NSBM-Festival in Moskau

Für den 31.3.10 wird in Moskau im „Kasta-Club“ ein NSBM-Festival unter dem Motto „Total Völkermord“-Festival mit den zum Teil neonazistischen Bands „Beyond Ye Gaave“, „Hatestorm“, „Glodm“, „Accursed Christ“, „Heresiarch Seminary“ und „Winged Goat“ angekündigt.

27.3.10: Nazikonzert in Norddeutschland

Am vergangenen Wochenende fand in Norddeutschland ein als „Hochzeitsfeier“ getarntes Nazikonzert statt. Laut Naziangaben traten folgende Rechtsrockbands auf: „SawCrossLanes“, „Thrima“, „Burn Down“, „Path of Resistance“, „Painful Awakening“ und eine unter dem Tarnnamen „Altherrenband“ uns unbekannt Gruppe.

The Valkyrians – „I Want To See Some Action“

13.3.10: Nazikonzert mit „Rebell“ in Weißenburg

Am 13.3.10 veranstalteten die „Freien Nationalisten Weißenburg“ ein Konzert mit dem Naziliedermacher „Rebell“. Laut einem Bericht der „Freien Nationalisten Nürnberg“ sollen Nazis aus Fürth, Nürnberg und Schwabach, der „Widerstand Weiden“, der „NSB“, die „Freien Nationalisten München“, der „Freundeskreis Gilching“, die „Kameradschaft Miesbach“ und die „Nationalen Sozialisten Mainfranken“ vor Ort gewesen sein.

„Scharmützel“ (Hohenlohe, BaWü)

An dieser Stelle möchte sich die Oire Szene Redaktion mal mit der baden-würrtembergischen Oi!-Band „Scharmützel“ (1995 in Hohenlohe gegründet) auseinandersetzen. Anhand dieser Band lässt sich einmal mehr hervorragend belegen, wie nah beisammen die rechtsoffene Grauzone und die eindeutig neonazistisch geprägte Rechtsrockszene hierzulande sind.

Die Band spielte bereits Konzerte zusammen mit eindeutig rechten Bands wie „Blanc Estoc“, „The Pride“, „Headcase“, „Rabauken“ u.v.m.

Eins vorneweg: wir haben nichts gegen glaubwürdige Naziaussteiger_Innen einzuwenden – wir finden es sogar äußerst begrüßenswert, wenn es ehemalige Szenezugehörige schaffen dem braunen Sumpf nachweisbar zu entkommen, aber bei einer Person wie dem Sänger „Roger“ von „Scharmützel“ ist das leider eine nicht nachvollziehbare Sache, wenn er laut seinen eigenen Statements zwar einerseits offen zugibt früher ein harter Nazi gewesen zu sein:
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20.3.10: Nazikonzert mit „Legion Condor“ und „Selektion“

Am 20.3.10 fand ein weiteres Nazikonzert in Deutschland statt (das müssten dann allein am letzten Wochenende mindestens 5 gewesen sein). Es spielten die Rechtsrockbands „Legion Condor“ (Nachwuchsband aus Stuttgart) und „Selektion“ (spielen Cover von „Landser“ über „Freikorps“ bis „Störkraft“). Laut Naziangaben konnte das Konzert ungestört stattfinden.

3.4.10: „Kategorie C/Hungrige Wölfe“-Konzert in bekannter Nazilocation!

Am 3.4.2010 findet erneut ein „Kategorie C“/“Hüngrige Wölfe“-Konzert statt. Dieses Mal soll das Konzert in Geheege in der Nazidisko/-konzertlocation „Zur Deutschen Eiche“ bei Niesky (Nähe Bautzen/Görlitz in Sachsen) stattfinden. In der selben Location fanden in der Vergangenheit bereits diverse NPD-Veranstaltungen und Rechtsrockkonzerte statt. Hiermit positioniert sich die Band einmal mehr auf der Seite der Neonaziszene. Das hat nichts mehr mit Grauzone zu tun! Bleibt nur zu hoffen, dass die antifaschistische Szene in Sachsen da endlich mal interveniert!

Quelle

Angelic Upstarts – Solidarity

Am vergangenen Wochenende live im Esperanza/Schwäbisch Gmünd beim Unity Means Power-Festival u.a. mit Brigada Flores Magon und Bayonets. Rock Against Condemned 84!

Party im Leubsdorfer Schützenhaus am 13.03.2010 – Mit (un)erwünschtem Gast?

Unter dem Motto Schüttel dein Geweih Part Two fand am 13.03.2010 im Schützenhaus Leubsdorf eine Konzertabend mit vier regionalen Newcomer-Bands statt. Neben Undenkbar (Ska-Punk), Süffilis (OI/Streetpunk) und Strassenkinder (Punk-Rock) spielte auch die Band Assfist (Death- bzw. Black-Metal) aus Falkenau bei Flöha.

Dass es sich bei Assfist um eine Band handelt, die sich auch im „rechten“ Milieu wohlfühlt oder deren einzelne Mitglieder keine Scheu davor haben mit Mensch á la „Division Stehpinkler“ Party zu feiern, geriet an diesem Abend anscheinend in den Hintergrund.

Darum eine kurze Aufklärung

Die Band Assfist besteht aus fünf Band-Mitgliedern (Band-Photo unten), die sich laut ihrer Myspace-Seite, 2008 zusammengefunden haben.1 Die hat auch seit 2009 „endlich“ einen „ordentlichen“ Proberaum in Falkenau gefunden und absolvierte seit einige größere und kleiner Auftritte. So spielten sie beispielsweise am Abend des 13.02.2010 zusammen mit der Neonazi-Band T.H.O.R aus Schneeberg im Gleis 3 in Annaberg-Buchholz, wobei der Veranstalter Björn Eichenhorn zuvor für ein „zahlreiches Erscheinen“ beim Trauermarsch in Dresden warb.2

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UpTen (F) in Prag (Tschechien)

„Die rechte Musikszene“ in Baden-Würrtemberg

Skinheads

Die Zahl der Skinheads ist laut Verfassungsschutzbericht (2008) kontinuierlich rückläufig, von 1040 Personen im Jahr 2005 auf rund 700 in 2008. Das trifft demnach auch auf die als gewaltbereit eingeschätzten Rechtsextremisten zu. Deren Zahl ging von 1080 im Jahr 2005 auf 740 in 2008 zurück.

Skinheadbands

Rückläufig ist auch die Zahl der rechtsextremen Rockbands im Land: von 17 (2007) auf 14 im Jahr 2008.

Konzerte

Deutlich sank die Zahl der Skinheadkonzerte. 2005 listete der Verfassungsschutz 26 auf, 2008 waren es nur noch neun.

Quelle

Siehe auch: Skinheadkonzert ist geplatzt

27.3.10: Erneutes Rechtsrockkonzert im „Casapound Italia“

Erneut findet im „Casapound Italia“ ein Rechtsrockkonzert statt – in Italien sind faschistische Squats in welchen regelmäßig ngestört Konzerte stattfinden können an der Tagesordnung. Davon träumt auch die deutsche Naziszene und versucht alternativ bundesweit zumindest immer mehr Objekte wie die „Erlebnisscheune“ in Thüringen als feste Konzertveranstaltungsorte zu etablieren. Für den 27.3.10 werden folgende Rechtsrockbands im „Casapound Italia“ angekündigt: „Ultima Frontiera“, „Kansas City Way“, „Blind Justice“, „The 4 Aces“ und „Ribelli d´Indastria“.

3.4.10 Italien: Rechtsrockfestival der „Veneto Fronte Skinheads“

Italien (Lonigo, Venetien) – Am 3. April soll in Nordostitalien eine große Rechtsrock-Veranstaltung steigen. Der genaue Ort wird noch geheim gehalten.

Unter anderem mit von der Partie ist die bayerische Band „Sturmtrupp“ aus Neuberg/Donau. Für das Meeting zeichnen neben den italienischen „Hammerskins“ die Gruppierung der „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS) verantwortlich. Letzteren werden Verbindungen zum „Blood&Honour“-Netzwerk nachgesagt. Seit vielen Jahren bereits stellen die VFS-Aktivisten internationale Rechtsrock-Konzerte mit mehreren tausend Besuchern über Ostern, im Sommer und im Herbst auf die Beine, bei der regelmäßig deutsche Bands spielen.

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Wölfe in Moorburg

Nachdem sie im Kreis Stade abblitzte, trat die Bremer Band „Kategorie C“ spontan in Hamburg auf. 450 Besucher feierten im Lokal eines städtischen Vermieters. Der will nun seinen Pächter loswerden

„Danke Hamburg“, so steht es auf der Website der Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“. Sichtlich zufrieden geben sich die Bremer Musiker, die sich zwischen Hooligan- und rechtsextremer Szene bewegen: „Großes Lob, geniales Konzert, super Stimmung“. In Hamburg-Moorburg hat die einschlägig bekannte Kapelle am vergangenen Samstag gespielt. „Polizei und Innenbehörde verharmlosen diese Band und ihr Konzert“, sagt nun Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Schon am frühen Abend des 20. März trafen ersten Rechtsrockanhänger am Moorburger Kirchdeich ein. Mehr als 450 Zuhörer sollten es schließlich werden, hier in der Gaststätte „Im alten Moorkathen“, wo neben „Kategorie C“ auch die Band „Nothlöser“ auf. Die Polizei hatte den Veranstaltungsort schon frühzeitig weiträumig abgeriegelt.

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Nach Nazi-Konzert kommt Kündigung

Jimmy Cliff – The Harder They Come

„Foienoord“ (Holland)

„Foienoord“ aus Rotterdam (Holland) spielen klassischen Oi!. Diese Band lehnt Ihren Namen an den gleichnamigen Rotterdamer Fußballverein an und ist zwischen Hooliganismus und Rechtsrock angesiedelt – ähnlich wie die bekannte deutsche Hooligan-Rechtsrockband „Kategorie C/Hungrige Wölfe“, mit welchen sie auch am 5.7.2007 bereits zusammen in Leipzig spielten.
Mit ihre Beteiligung an dem Sampler „Reclame The Game“ (2006) u.a. mit den Nazibands „Les Villains“, „Battle Scarred“ und „Headcase“ belegte die Band ihre Nähe zur Neonaziszene.

Auf ihrer Homepage verlinken „Foienoord“ u.a. ihre Nazikumpels von der Rechtsrockband „Short Cropped“ aus Belgien („Mates of us from Belgium. Check them out!“) und die deutsche Hooligan-/Rechtsrockband „Kategorie C/Hungrige Wölfe“ („Ha Ho He! The absolute best in hooligan rock.“)

Am 26. und 27.3.10 spielen „Foienoord“ zusammen mit der rechtslastigen italienischen Band „Brutt e Ignoranti“ in Amsterdam (Holland) und in Brügge (Belgien) in dem dortigen „Blood & Honour“-Laden „Moloko Bar“.
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