Der Mitarbeiter

An dieser Stelle dokumentieren wir einen schon etwas älteren, aber immer noch sehr lesenswerten Artikel vom „Netz gegen Nazis“ zum Thema Nazis und Zusammenarbeit mit dem Verfassungschutz und wie dieser wiederum mit diesen Informationen umgeht:

Eine Begegnung mit einem Rechtsextremisten, der in der NPD aktiv ist, die Partei für den hessischen Verfassungsschutz bespitzelt, Kontakte zur militanten Neonazi-Schlägertruppe „Combat 18″ hat und heimlich Informationen über Neonazis an eine antifaschistische Initiative gibt.

Von Peter Jülich

Nennen wir ihn Frank. Alles an ihm erscheint auf dem ersten Blick normal. Er ist Mitte 20, seine Haare sind modisch kurz geschnitten, er kleidet sich unauffällig. Man mag sich kaum einen Ort vorstellen, an dem Frank auffallen könnte, schon gar nicht in der Region nördlich von Frankfurt, im Wetteraukreis, der durch herausgeputzte Kleinstädte geprägt ist, in denen alles den normalen Gang geht. Frank hat einen kaufmännischen Beruf erlernt, sein Einkommen liegt im Rahmen dessen, was er nach der Ausbildung erwarten konnte. Noch ein Anruf bei seiner Freundin, dann beginnt er zu reden.

In der Neonazi-Szene, seit er 14 war

Es gibt in Franks Leben noch eine andere Welt. Sie ist in seine Haut eintätowiert: Symbole der SS, szenetypische Zeichen und Zahlencodes, die sich Außenstehenden nicht erschließen, aber unter Neonazis wichtige Erkennungszeichen sind. Frank ist Neonazi, seit er 14 war. Nach einem Fußballspiel wurde er von „Türken“ verprügelt, er erzählt, dass ihm damals die „Rechten“ zur Hilfe gekommen seien. Das fand er toll, er fing an, sich für Hitler zu interessieren, zog mit seinen neuen Kameraden durch die Gegend, besuchte Rechtsrock-Konzerte, feierte Partys. Und es gibt einiges, worüber er heute nicht mehr reden will, Erlebnisse, die er vergessen möchte.

Er spricht über die Kameradschaft, die Anerkennung, die er in der Neonazi-Szene gefunden hat. Frank ist mit der Verehrung für Adolf Hitler erwachsen geworden. Wenn er darüber spricht, dass ein Staat von einem starken Mann gelenkt werden sollte, leuchten seine Augen ein wenig.

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