Archiv für Juli 2010

The Bullets – Viva Tirado

The Bullets

17.7.2010: Hammerskinkonzert in Süddeutschland

Laut Naziangaben fand am 17.7.2010 ein Rechtsrockkonzert in Süddeutschland (vermutlich in Franken) vor ca. 200 Nazis – vornehmlich Boneheads – statt. Es spielten die NS-Bands „Jungsturm“ (Saarland), „The Slapguns“ (Baden-Württemberg), „Frontalkraft“ (Cottbus/Brandenburg), „Vérzerzödés“ (Ungarn) und „Hetzjagd“ (aus dem Umfeld der „Hammerskinsektion“ Bremen). Bei den „Slapguns“ (u.a. auf dem aktuellen Hammerskinsampler „Support the nation – Signs of the revolution“ mit Bands wie „Hetzjagd“, „White Rebel Boys“ und „Brüder zur Freiheit“ vertreten – erschienen auf dem Label des fränkischen HS-Aktivisten Tony Gentsch – „Versand 100%“) soll es sich um eine „NS-Rockabilly“-Band handeln, welche früher unter dem Namen „White Voice“ fungierte. Das Konzert wurde allem Anschein nach von bayerischen Hammerskinstrukturen um Tony Gentsch und Norman Bordin organisiert. Die ungarische Band „Vérzerzödés“ widmete auf dem Konzert zudem das Stück „Brotherhood“ dem internationalen Musiknetzwerk der „Hammerskins“. Das Konzert konnte ungestört stattfinden.

„Nationale Kriegskasse“

Roda – Der NPD-Kreisverband Meißen lädt die „werten Freunde deutschen Liedgutes“ zu einem so genannten Liederabend am 10. September nach Roda, einem Ortsteil der Gemeinde Nünchritz im sächsischen Landkreis Meißen, ein.

Im dortigen Steinbruch spielt der braune Barde Frank Rennicke (Jg. 1964) auf. Neben seinen musikalischen Darbietungen wird der als „Sänger für Volk und Heimat“ angekündigte Rennicke seine neue CD vorstellen und über seine Eindrücke bei der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung am 30. Juni berichten. NPD-Mitglied Rennicke versteht sich „als musikalischer Anwalt aller deutschen Patrioten“, der den „diffamierten und ausgepressten Landsleuten Stimme und Gesicht“ sein möchte.

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Komintern 43 – RASH

Rechtsrockkonzerte international vom 17.-19.7.2010

Am bevorstehenden Wochenende finden erneut international mehrere größere Nazikonzerte statt – Teilnehmer_Innenzahlen im hohen dreistelligen bis sogar vierstelligen Bereich wird vermutlich das „Veneto Fronte Summerfest“ erlangen. Hier die geplanten Nazi- bzw. Rechtsrockveranstaltungen im Überblick:

17.7.2010: „Veneto Fronte Summerfest“ in Norditalien: Das seit bereits seit mehreren Jahren stattfindende Nazifestival wird u.a. von den „Veneto Fronte Skinheads“ bzw. den „Hammerskins Italien“ organisiert. Es werden u.a. folgende Bands angekündigt: „Sumu Brothers“, „Hobbit“, „Legitima Offessa“, „Testudo“, „Sachsonia“, „Vandal“, „Moshpit“ und „Special guest“.

17.7.2010: Festival zum 15. Geburtstag von „Superyob“ im „Bridgehouse 2″ in London (England): Das deutsche Label „Randale Records“ ist so frei und veranstaltet zu Ehren der rechtsoffenen Band „Superyob“ erneut ein Konzert mit unverschleierten RAC-Bands (Siehe bereits das Konzert mit den „4Skins“ u.a. im selben Laden am 27.6.2010: „Randale Records“ und „4 Skins“ contra „verschleierte“ RAC/OI Bands?) wie u.a.: „Pressure 28″, „Skinfull“ und „The London DieHards“. Mit von der Partie auch die angeblich „unpolitische“ holländische Oi-Band „Evil Conduct“…

17.7.2010: Für den Raum „Ostwestfalen“ wird ein Konzert der rechtsradikalen Hooliganband „Kategorie C“ angekündigt.

18.7.2010: „The Threee Tuns“ in Gateshead (England): RAC-Konzert mit „Bakers Dozen“, „Snarling Old Dogs“ (Ex „Boisterous“), „Breakout“ und „Adverse Society“.

19.7.2010: „NS Rock Weekend“ in Ungarn: Es werden die Nazibands „Vérvád“ und „Különvélemény“ angekündigt.

Roddy Moreno: Sleeping with the enemy?

Leider muss die Oire Szene Redaktion an dieser Stelle mal ein paar Worte in Richtung Roddy Moreno – Sänger der bekannten SHARP-Vorzeigecombo aus Cardiff (Wales) und Begründer von SHARP in Europa – verlieren. Für viele von uns sind The Oppressed in der Vergangenheit eine enorm wichtige Band gewesen: subkulturell, musikalisch und eben auch politisch. Umso bitterer ist es, dass wir in den vergangenen Monaten – seit der Reunion von The Oppressed – zunehmend eine Annäherung von Roddy Moreno an die rechtsoffene Grauzone wahrnehmen müssen. Dachte die Oire Szene Redaktion zunächst noch, dass es sich bei dem Konzertauftritt von The Oppressed auf dem rechtsoffenen „Punk & Disorderly“-Festival in Berlin um einen einmaligen Fehltritt handelte, so müssen wir mittlerweile leider mit Erschrecken feststellen, dass sich die Band bzw. insbesondere Roddy Moreno mittlerweile klar in die rechtsoffene Grauzone begeben (sowohl bezüglich Plattenveröffentlichung, Konzertpolitik als auch eigener Bandaussagen).

Besonders negativ stösst uns hier die aktuelle Splitveröffentlichung aus dem Hause der beiden rechtsoffenen Labels „Randale Records“ bzw. „Krawallbrüder Records“ auf. Zusammen mit der rechtsoffenen Oi-Band „7er Jungs“ aus NRW wurde die Split „7er Jungs/Oppressed, the – Split Ep, Pic-7″ soeben veröffentlicht. Bei dieser Veröffentlichung hatte u.a. auch der Herausgeber des rechtsoffenen Fanzines „Bezirk 7“ seine Finger mit im Spiel.
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Kaos urbano de madriz al infierno dedicado a Carlos

Kritik am Ruhr Reggae Summer in Mülheim/Ruhr

„Three Days of Love, Peace and Music“ versprechen die Veranstalter des „Ruhr-Reggae-Summer“ (23. bis 25.07.2010) in Mülheim an der Ruhr. Doch was hat Reggae mit „Love and Peace“ zu tun, fragen wir uns angesichts der vielen Reggae-Künstler*innen, die auf der Bühne Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass performen. Es gibt zahlreiche Reggea-und Dancehall-Sänger, die auf der Bühne zum Ermorden und Lynchen schwuler, lesbischer und queerer[1] Menschen aufrufen. Doch es geht nicht nur um diese Hassprediger, die davon singen, Schwule zu erschießen und propagieren, dass Sex nur als heterosexueller Penetrationssex[2] stattfinden darf, sondern um ein grundlegendes Problem von Reggae-Songs und Reggae-Kultur. Doch dazu später – denn einer dieser Hassprediger spielt am nächsten Wochenende auf dem Ruhr Reggae Summer: Mr. Vegas. Wie Sizzla, Capleton und andere Sänger, ruft auch Mr.Vegas zum Mord an Schwulen auf.[3]

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Gericht: Stadt durfte Nazikonzerte auflösen

Ein nicht uninteressantes Urteil für Kommunen und Städte im Umgang mit Nazikonzerten – wir dokumentieren einen Artikel aus der „Stimme“ (leider werden hier mal wieder wie so oft Nazis mit Skinheads verwechselt – das sind wenn überhaupt Boneheads!):

Mannheim – Die Stadt Geislingen hat ein Skinheadtreffen im Januar 2006 zurecht vorzeitig beendet. Die Polizei durfte die Zusammenkunft aus Gründen des Feuerschutzes auflösen, entschied der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg am Montag. Zwar seien rechtsextreme Konzerte in der Regel vom Recht auf Versammlungsfreiheit geschützt. Zum Schutz von Leben und Gesundheit der Teilnehmer könnten die Treffen jedoch aufgelöst werden. Das Gericht gab damit der Stadt Geislingen recht, die zuvor vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart unterlegen war.

Die Kommune im Kreis Göppingen hatte das Treffen der rechten Gruppierung vorzeitig beendet. Sie argumentierte, die Veranstaltung könne nach dem Polizeigesetz aufgelöst werden, wenn etwa Gefahren für die Gesundheit der Teilnehmer bestehen. Die Skinheads hatten sich auf einem alten Fabrikgelände getroffen. In einem fensterlosen Kellerraum mit einem engen Eingang sollte ein Konzert stattfinden.

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Non Servium – Imperio del mal

„Landser“-Musik im Internet verbreitet – mehr als 10.000 Euro Geldstrafe

Ein 28-jähriger Mann hat mehrere volksverhetzende Lieder aus dem Internet heruntergeladen und zum Herunterladen bereitgestellt. Nun wurde er von einem Gericht zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt. Zusätzlich wartet noch eine Strafe wegen Urheberrechtsverletzung.

Der Mann hätte einem Bericht des „Südkuriers“ zufolge Lieder der Gruppen „Zillertäler Türkenjäger“ und „Landser“, laut Bundesgerichtshof eine „kriminelle Vereinigung“, heruntergeladen. Später hätte er diese Stücle dann anderen über zwei Internet-Tauschbörsen zugänglich gemacht. Unter den Liedern hätte sich auch „Zehn kleinen Negerlein“ befunden, in dem das Töten von Farbigen verharmlost wird.

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Berlin: Durchsuchungen bei rechtsextremistischem Online-Versandhandel

Heute wurde in Berlin-Marzahn der neonazistische Versand bzw. das Label „Wearwolf Records“ gerazzt:


In einem beim Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft Berlin geführten Ermittlungsverfahren wegen Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung wurden heute in den Morgenstunden zwei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.

Die Ermittlungen richten sich gegen zwei 27- und 34-jährige Berliner, die in Marzahn einen Versandhandel über das Internet betrieben haben sollen.

Die Durchsuchungen in den Wohnungen der beiden Tatverdächtigen in der Bärensteinstraße und der Märkischen Allee führten zum Auffinden zahlreicher Beweismittel.

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Siehe auch: Razzia bei „Wearwolf“
Schlag gegen Berliner Rechtsrockszene

Oi the arrase! – No hay futuro, no hay esperanza

Dezember 2009: Versuch eines Rechtsrockkonzertes in Löcknitz endete mit Ausschreitungen

Löcknitz (ipr) Knapp sechs Monate hat die Polizei benötigt, um die Ermittlungen gegen 52 Personen aus der rechten Szene abzuschließen, die des Landfriedensbruchs beschuldigt werden. Nun prüft die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsergebnisse und wird gegebenenfalls Anklage erheben.

Bei dem Versuch der Polizei Ende Dezember vergangenen Jahres ein Rechtsrockkonzert in Löcknitz (Uecker-Randow-Kreis) zu unterbinden, hatte es Stein- und Flaschenwürfe gegen die heranrückenden Polizisten gegeben. 52 Personen hatten daraufhin die Nacht in Polizeigewahrsam verbracht. (siehe auch)

Ursprünglich als private Weihnachtsfeier bezeichnet, war die Veranstaltung, die auf dem Firmengelände einer Schrott-, Metall- und Kfz-Verwertung in Löcknitz stattfinden sollte, schon im Voraus durch eine vom Amt Löcknitz/Penkun erlassene Ordnungsverfügung untersagt worden. Am selben Ort hat bereits im August ein als private Feier getarntes rechtes Konzert stattgefunden.

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Gera: Nazis behindert – aber nicht genug

Nach 4.000 im letzten Jahr schafften es diesmal unter 1.000 RassistInnen zum Nazikonzert „Rock für Deutschland“ in Gera. Das war wohl weniger das Ergebnis der Blockaden hunderter Menschen aus Thüringen und angrenzenden Bundesländern, sondern vor allem davon, dass diese im Vorfeld öffentlich und unmissverständlich angekündigt worden waren.

Zum 8. Mal schon veranstaltete die Geraer NPD das als „politische Kundgebung“ getarnte Open-Air-Hasskonzert auf der innenstadtnah gelegenen „Spielwiese“. Nachdem es in den vergangenen Jahren kaum Widerstand dagegen gegeben hatte, hatten sich diesmal politische Gruppen verschiedener Spektren im Vorfeld auf einen gemeinsamen Aufruf unter dem Titel „Stoppen. Blockieren. Verhindern.“ geeinigt und zu Blockaden auf den Zugangswegen der Nazis aufgerufen.

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Siehe auch: Hunderte protestieren gegen Nazi-Veranstaltung
Gera mobilisiert gegen rechtes Krawallkonzert

Inadaptats – Red Skins

„Skindays“ am 3.7.2010 in Litauen

Laut Naziangaben fand am 3.7.2010 in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, ein Nazikonzert unter dem Motto „Skindays“ mit den Bands „Tiesiai Šviesiai“, „ Priorität 18“ (Dresden) und „ Baltas Triukšmas“. Zu diesem Konzert waren ca. 100 Nazis aus Litauen, Lettland, Weißrussland, Deutschland und der Schweiz angereist.

Antikapitalistische Vorabenddemo in Gera


Mehr als 250 AntifaschistInnen kamen am Vorabend des Aktionstages gegen das Nazifest „Rock für Deutschland“ zur antikapitalistischen Demonstration in Gera.

Zum Auftakt fanden AntifaschistInnen aus Südthüringen und Gera klare Worte zur politischen Beurteilung rechter Großveranstaltungen und den begrenzten Möglichkeiten, linksradikale Positionen in zivilgesellschaftlichen Bündnissen zu vertreten. Bei strahlendem Sonnenschein startete die Veranstaltung gegen 20 Uhr am Hauptbahnhof. Die gut organisierte Demo zog unter lautstarken Sprechchören und begleitet von zwei Lautsprecherwagen durch die Innenstadt.
Vereinzelte Provokationen von Nazis wurden konsequent unterbunden. Nach einer Abschlusskundgebung in der Nähe der Spielwiese, bei der mehrere DJs auflegten und es Getränke und belegte Brötchen gab, zogen die TeilnehmerInnen gegen 23 Uhr unter Sprechchören zurück in die Innenstadt. Insgesamt also ein gelungener Auftakt für die morgigen Aktionen gegen das größte Nazifest Europas.

Wir sehen uns auf den Blockaden!


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Desmond Dekker – It Miek

Rechtsrockkonzerte zwischen dem 9. und 10.7.2010 international

Am bevorstehenden Wochenende findet nicht nur das „Rock für Deutschland“ statt. Auch andeswo werden wieder Rechtsrock- bzw. Nazikonzerte und -festivals stattfinden (die es wie immer wenn möglich zu verhindern bzw. zu stören gilt):

9.7.2010: Irgendwo in Sachsen: Unter dem Motto „Democrazy???…Mosh it down“ soll ein NS-Hardcore-Konzert mit folgenden Bands stattfinden: „If We Die Tomorrow“, „Mortuary“, „Fight Tonight“ und „Death On Horizon“ (erster öffentlicher Auftritt)

9.-10.7.2010: In Ungarn soll zum zweiten Mal das neonazistische „Székely Iziget“-Festival mit zahlreichen Rechtsrockbands stattfinden – u.a.: „Eröszak“, „Titkolt Ellenállás“, „Palmetta“, „Oi-Kor“, „Moby Dick“, „A.C.A.B.“ u.a.

10.7.2010: „Rock für Deutschland“ in Gera (Thüringen): Das momentan europaweit größte Nazifestival (Neben u.a. dem „Deutsche Stimme“-Pressefest) soll mit den Rechtsrockbands „Fight Tonight“ (Ersatz für „Noie Werte“), „Frontalkraft“, „Carpe Diem“, „Projekt Vril“ und „Wiege des Schicksals“ stattfinden.

10.7.2010: Budapest (Ungarn): Die „NS-Front“ kündigt ebenfalls ein Nazifestival mit folgenden neonazistischen Bands
an: „“Ero és Megtoralás“, „Gungnir“, „Tar Had“, „Utolsó Védvonal“, „Végitélet“, „Vérszerzödés“ und „Worst Nightmare“ an.

10.7.2010: „The Sited“ in Leicester (UK): Die RAC-Combo „Skinfull“ tritt laut dem Nazilabel „Pure Impact Records“ zusammen mit den Bands „The Drastics“, „The Enthused“, „Utoxator“ und „Jezebel“ auf.

10.7.2010: „Leipzig-Stadt“: „Kategorie C“ kündigen für diesen Tag ein Konzert auf Ihrer Homepage an