Veranstalter bei Hooligan-Konzert in Bönningstedt getäuscht?

Wir dokumentieren:

Für Aufregung sorgte in Bönningstedt jetzt ein Konzert einer Band, die der Neonazi-Szene zugerechnet wird.

Für Aufregung sorgte in Bönningstedt jetzt ein Konzert einer Band, die der Neonazi-Szene zugerechnet wird.

BÖNNINGSTEDT. Sie spielte in einer angemieteten Halle in der Goosmoortwiete vor etwa 250 Leuten. 60 Polizeibeamte waren bis
Mitternacht im Einsatz. Zwischenfälle gab es aber nicht, teilte die Polizei mit, die erst kurz vor Beginn der Veranstaltung am Sonnabend
informiert worden sei. „Die Band ist nicht verboten und ihre Auftritte auch nicht automatisch mit Straftaten verbunden.“ Gleichwohl würden die Ordnungskräfte die Auftritte begleiten.

Ralf Reitenbach, Betreiber des Indoor-Spieleparks „Kids & Play“, vermietet seit einem Jahr die angrenzende Fußball-Halle für
Konzertveranstaltungen. In diesem Fall wollten nach seiner Aussage Fußballfans des HSV ein Fußballspiel mit anschließendem Live-Konzert dort veranstalten. Das Motto des Abends lautete: „Abschlag für den HSV“.
Allerdings sei die ihm angekündigte Band, für die die Halle gebucht worden sei, gar nicht aufgetreten, so Reitenbach. Stattdessen hätte
offenbar „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ aus Bremen gespielt, die der rechten Szene angehören soll. Er habe davon im Vorhinein nichts gewusst und wolle natürlich nicht in schlechten Ruf geraten, versichert Reitenbach. Darum hat er nun Konsequenzen gezogen. So müsse sich jeder Musikveranstalter, der eine dieser Hallen mieten wolle, vorher verpflichten, dass die vereinbarten Bands dort auch spielen und nicht plötzlich ganz andere auftreten könnten. „Das wird in Zukunft jeder
unterschreiben müssen, sonst platzt das Konzert“, sagt Reitenbach. Er selber sei nicht vor Ort gewesen und habe erst am nächsten Tag von dem Bandwechsel gehört.

Die Band „Kategorie C“ gilt als „Hooligan-Band“ in Anlehnung an die Aufteilung der Fußball-Szene in friedlich, gewaltbereit und gewaltsuchend. Als letztere würden Kategorie C-Fans bezeichnet. Der Bruder eines der Musiker, der in Bönningstedt aufgetreten sein soll, ist Aktivist der NPD. Ein Sprecher der antifaschistischen Initiative im Kreis Pinneberg hält es für „beängstigend“, dass diese Band „so einfach im Kreis Pinneberg vor 250 bis 300 Zuschauern“ spielen konnte.(bf)

Quelle

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