Nationalanarchismus

Aufgrund der zunehmenden ideologischen Diffusität innerhalb der Subkulturen, wird sich die Oire Szene Redaktion in der Zukunft regemäßig mit neueren ideologischen Ansätzen aus der rechten Szene beschäftigen. Gerade mit dem Phänomen der „Autonomen Nationalisten“ und der zunehmenden Unterwanderung aller Subkulturen durch rechte Ideen, ist es dringend notwendig, sich mit den „Querfront“-Ansätzen bzw. Ideen wie dem „Nationalanarchismus“ oder „Nationalbolschewismus“ auseinanderzusetzen. Große Teile der Punk- und Oi!-Szene (und zunehmend auch anderer Szenen wie Hardcore, Psychobilly, Blackmetal, Gothic/Wave…) befinden sich unserer Meinung nach mittlerweile in einem derart konfusen und verwirrten politischen Zustand (die Rechts- Linksgemengenlage ist da erschreckend hoch), dass es eigentlich leider nur noch entsprechender Bands oder politischer Kader aus der Naziszene braucht, um diese Konfusion im politischen Sinne für Ihre Zwecke zu missbrauchen. Auch der Attentäter von Arizona hat sich bei seiner Tat auf eine wüste ideologische links-rechts-Mischung berufen: von den Ideen der neurechten „Tea-Party“-Bewegung über Ansätze des Rechtsanarchismus (Redemptiontheorie des „Sovereign Citizen Movement“ um David Wynn Miller) bis hin zu der Ideologie des rechtsextremen Think Tank „New Century Foundation“ (NCF) und dessen Publikation „American Renaissance“ war da wohl alles vertreten. Passend dazu soll der Attentäter dann u.a. musikalische Vorlieben für als links geltende Punkbands wie „Anti-Flag“ gehabt haben…

Zur Einführung zum Thema „Nationalanarchismus“ verweisen wir auf die recht gelungene Übersicht von Wikipedia inklusive der Literaturverweise:

Nationalanarchismus

Nationalanarchismus ist eine seit 1998 im Internet verbreitete Wortschöpfung einiger Personen, die Nationalismus und Anarchismus verbinden soll. Sie wird meist als Teil einer Querfrontstrategie im Rechtsextremismus betrachtet.

Vertreter und Position

In Deutschland propagiert Peter Töpfer seit etwa 1998 im Internet eine „nationale Anarchie“ als politisches Ziel, das den „rationalen Kern“ von Nationalismus und Anarchismus vereinen soll. Es gebe keine gemeinsame Organisationsform, jeder Nationalanarchist spreche für sich. Sie verträten eine radikale Alternative zur Globalisierung, die Multikulturalität nicht innerhalb, sondern zwischen ethnisch homogenen Völkern herstellen wolle.[1] Dieses Ziel verfolgten auch Troy Southgate in Großbritannien oder Hans Cany in Frankreich. Southgate gibt an, vorwiegend von der politischen Linken geprägt zu sein und nennt Michail Bakunin, Emma Goldman, Che Guevara und die Rote Armee Fraktion als seine Einflüsse[2], wiewohl er bereits 1984 Mitglied der rechtsextremen British National Front und 1992 Mitbegründer des English Nationalist Movement war.[3]

Töpfer ist seit 1995 als Mitherausgeber der Zeitschrift „Sleipnir“ u.a. wegen Verbreitung von Holocaustleugnung[4] und seit 1998 als regelmäßiger Teilnehmer an NPD-Demonstrationen bekannt. Sein Versuch, mit der Farbsymbolik von Anarchosyndikalisten und kommunistischen Anarchisten einen anarchistischen Flügel bei rechtsextremen Nationalisten zu propagieren, stieß dort auf Ablehnung. Seither wirbt Töpfer im Internet weiter für ein strategisches Bündnis von Rechtsextremisten mit „deutschen Anarchisten“ und unterstützt dazu aktiv rechtskräftig verurteilte Holocaustleugner wie Horst Mahler und befreundete Neonazis wie Christian Worch.[5] Er organisierte mehrere sogenannte Querfronttreffen, etwa mit Karl Nagel, ehemaliger Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands. Eins dieser Treffen im August 2001 wurde polizeilich aufgelöst, dabei wurde Töpfer verhaftet.[6] Er arbeitete mit Michael Koth vom „Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS)“ zusammen, einer neonazistischen Querfrontorganisation, die aus nationalistischer Sicht die DDR verherrlicht.[7] Gemeinsame Aktivitäten bezeichnen Töpfer und Koth als Bündnis nationale Linke im nationalen Widerstand und AG Antifaschismus im nationalen Widerstand.[8]

Weiter

Siehe auch: „Nach dem Attentat von Arizona: Die Verschwörerischen Staaten von Amerika“
Und: Aus der Spur

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