Party against the System!!

An dieser Stelle verweisen wir auf einen amüsanten Artikel aus der „Phase 2″ aus dem Jahr 2007 zum Thema Partypolitics. Trifft die Problematik immer noch und zum Beginn des Wochenendes durchaus lesenswert:

Von wegen die Bewegung ist tot! Es bewegt sich so einiges und so einige und unbesiegbar zusammen und fast bis zur Erschöpfung. Auch ich bewege mich, bin getrieben von revolutionärer Sehnsucht, vom Drang niemals still zu stehen und habe mich vollkommen der großen wunderbaren Sache verschrieben. Mein ganzes Leben widme ich der Revolution und dem politischen Aktivismus, jeden Tag und mit jedem Schritt. Bei mir ist jegliche Bedürfnisbefriedigung eine avancierte Kritik an den Verhältnissen, jeder Akt des Konsums umstürzlerischer Aktivismus. Ich halte es da ganz mit Emma: ?Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!?. Und ich gehe sogar noch weiter, die Party selbst ist bereits revolutionär.

Insbesondere am Wochenende haue ich dem System dermaßen in die Fresse, dass es sich noch benebelt von den Schmerzen schon ärgert, dass es selbst dafür war, beim Zahnersatz Zuzahlungen zu verlangen. Es freut mich dann umso mehr, dass das System jetzt wohl mit Omas schlecht sitzender Prothese rumlaufen muss, die es ihr in einem ihrer vielen unachtsamen Momente mit gewohnter Skrupellosigkeit stibitzt hatte. Jetzt sieht es einfach noch beschissener aus und niemand wird es mehr ernst nehmen. Derweil das System verschüchtert in der Ecke steht und versucht durch seine falschen Zähne nicht allzu sehr zu sabbern, schlürfe ich einen Soli-Cocktail auf einer Soli-Party der Autonomen Antifa und kicke damit auch noch irgendeinem fiesen Neonazi in seinen faschistischen Arsch.

Es ist Freitagabend, es laufen angesagte Pop-Hits; keine Nazis, keine Hunde, da ist die bessere Gesellschaft ja nicht mehr weit. Während ich so gegen rechts saufe und mit jedem Schluck die Entnazifizierung voranspüle, halte ich nach meiner Bezugsgruppe Ausschau und nach vielversprechenden Jungrevoluzzern, die ich noch rekrutieren könnte. Durch die dichten Rauchschwaden erkenne ich hinten vor der liebevoll mit aufständischen Flyern dekorierten Klowand schemenhaft meine Politgruppe. Gemeinsam solidarisieren wir uns jedes Wochenende mit von Abschiebung bedrohten Flüchtlingen, Kopenhagener HausbesetzerInnen, chiapanekischen KleinbäuerInnen, spanischen Anarchafeministinnen, linken Zeitungsprojekten, queeren Electrohäschen, diversen Antifas und sonstigen revolutionären Zusammenkünften, die auch ordentlich was gegen das System haben. Unsere Solidarität ist international, antinational und nahezu grenzenlos. Manchmal hat aber auch Solidarität ihre Grenzen, meistens so ab 4 Euro Eintritt.

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