„Abartige Musik“ im Netz verbreitet

Die „Nürnberger Zeitung“ berichtet:

Nürnberg – Er ist adlig, 29 Jahre alt und Frührentner. In seiner Freizeit hört er „abartige Musik“, so der Staatsanwalt, oder „Schrott“, wie es die Richterin nennt. Die ausländerfeindlichen Texte der rechtsradikalen Musikgruppe „Herrenrasse“ stacheln laut Anklage zum Hass gegen Teile der Bevölkerung auf, aber auch zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen gegen Minderheiten und verstoßen damit gegen die Menschenwürde. Wer solche Texte verbreitet, macht sich wegen Volksverhetzung strafbar.

Und weil der 29-Jährige diesen „Schrott“ auf einer Internet-Tauschbörse zum Herunterladen angeboten hatte – wovon auch 239 Nutzer Gebrauch machten – stand er gestern vor dem Amtsgericht. Der Staatsanwalt hatte zunächst die unangenehme Aufgabe, sämtliche Strophen der CD vorzulesen. Wenn er dies höre, sei es ihm „peinlich“, versicherte der Angeklagte reumütig. Er habe die CD aus Dummheit und Unüberlegtheit heruntergeladen. Das Geschreie der Band habe er zum Teil nicht einmal verstanden. „Ich kenne keinen einzigen Nazi und habe keinen Hass gegen Ausländer“, so der Frührentner.

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