In letzter Minute den Ausstieg geschafft

Der „Weser Kurier“ berichtet über einen Naziaussteiger und die Relevanz von neonazistischer Musik für den Einstieg in die Szene:

Bremen. Plötzlich kamen sie, diese Gefühle. Wut, Aggression, Hass. Sie kamen, als Frederic* die Straße entlang ging und ein Mädchen sah, das ein Kopftuch trug. Sie kamen einfach so – und mit der Zeit wurden sie immer stärker. Frederic ballte dann eine Faust und steigerte sich in seine Aggression.

Am Anfang konnte Frederic die Gefühle und Gedanken schnell wieder verdrängen, „Scheiß-Ausländer“. Am Ende ballte er die Faust so fest, dass ihm die Hand weh tat. Und er stand, wie er später sagen wird, kurz davor, tatsächlich zuzuschlagen. Obwohl ihm keiner etwas getan hatte. Nicht das Mädchen mit dem Kopftuch, das auf der anderen Straßenseite ging und ihn nicht einmal gesehen hatte. Nicht die anderen Muslime, gegen die sich Frederics Wut richtete.

Während Frederic die Faust ballte und diese Gedanken hatte, dröhnte die Musik in seinen Ohren. „Heil, Heil, Heil. Die BRD ist uns egal und völlig gleich, denn unsere Heimat ist das Deutsche Reich. Germania“, schrie die Band „Sturmwehr“ durch die Ohrstöpsel. Später wird Frederic sagen, dass es die rechtsextreme Musik war, die ihn so aggressiv gemacht hat.

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