Archiv für April 2011

16.4.2011 Linkes Zentrum/Stuttgart: 1. Mai Nazifrei – Solikonzert

Solikonzert für die antifaschistische Mobilisierung nach Heilbronn aus Stuttgart im Linken Zentrum Lilo Herrmann mit „Enraged Minority“, „Wasted Youth“ und „Streets of Rage“

Streets of Rage (Antifa Oi Core – Nancy) www.myspace.com/streetsofragenancy

Enraged Minority (Streetpunkt – Südbaden) www.myspace.com/enragedminority

Wasted Youth (Steet HC Punk – Schwäbisch Gmünd) www.myspace.com/wastedyouthsghc

Einlass ab 21 Uhr

Ort: Linkes Zentrum Lilo Herrmann

Erster Mai Nazifrei – Alerta Antifascista

Street Of Rage – Au coin d‘une rue

15.4.2011: Erneut Fascho Konzert in Bozen (Italien)

Die „Antifa Meran“ berichtet folgendes:

Am Freitag den 15.04 findet in Bozen ein rechtes Konzert in der „Transilvania Bar“ in der via Piè di Virgolo statt. Es spielen die „No Prisoner“, die NSHC (national socialist hardcore) Band von Casapound Bolzano-Vorsitzender Andrea Bonazza, die „Green Arrows“ aus Bozen und die Rockband „Koverdose“.
Die beiden erstgenannten Bands standen schon mit mehreren Rechtsrockbands in Italien auf der Bühne.

Die „Green Arrows“ schimpfen sich zwar als „total unpolitisch“, haben auch keine rechten Texte, scheinbar macht es ihnen aber überhaupt nichts aus auf Faschokonzerten zu spielen, wie z.B. mit „Gesta Bellica“, einer den „Veneto Fronte Skinheads“ nahe stehenden Band.

Weiter

Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene

Ein weiterer Lestipp zu einem gerade neu erschienenem Buch:

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.
Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische »Sippen« bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

Weiter

Keeling Beckford – Groove Me

28.5.: Antifascist Youth Festival 2011

In Oberhausen wird dieses Jahr ein explizit antifaschistisches Solifestival zu gunsten der russischen Antifa stattfinden:

* Los Placebos (Ska Ruhrareastyle)
* Old Styles Best (Living Punkrockjukebox, Dortmund)
* MyTerror (Düsseldorf Hardcore)
* United Struggle (Thinking Class Oi!, Düsseldorf, Rhinish Republic)
* Punk-o-Mat (Punkrock Karaoke, Düsseldorf)

Mehr Infos

„Autonome Nationalisten –Neonazismus in Bewegung“

Wir verweisen auf einen Lesetipp von „Klarmanns Welt“:

Aachen. Neu erschienen ist das Buch „Autonome Nationalisten –Neonazismus in Bewegung“, herausgegeben von Jan Schedler und Alexander Häusler: Schwarz vermummte Jugendliche hinter bunten Transparenten, Slogans wie „Smash Capitalism!“ oder „Fight the system!“ – Mit den ,Autonomen Nationalisten’ (AN) ist eine neue Generation von Neonazis in Erscheinung getreten, die derem bisherigen Klischeebild komplett widerspricht.

Stilistisch angelehnt an jugendkulturelle Ausdrucksformen der Linken, sorgten diese ,neuen Nazis’ gleichermaßen für allgemeine Irritation wie für Sogwirkung in der extremen Rechten. Eine eingehende wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Phänomen stand bislang aus. Erstmalig werden hier umfassend Herausbildung, Entwicklung und Wirkungsmächtigkeit der AN analysiert.

Weiter

Tommy McCook & The Supersonics – Soul Movement

Aufmarsch in Bildern

Die „Berliner Zeitung“ berichtet folgendes über die ungarische Rechtsrockszene:

Vor ein paar Jahren begleitete die ungarische Soziologin Borbßla Kriza eine rechte Rock-Band durchs Land und zeichnete deren Auftritte und Interviews mit der Videokamera auf. Sie wollte erkunden, was in den Köpfen der Sänger vor sich geht, die auf der Bühne gegen Roma und Juden hetzen, die nationale Mannesehre beschwören und dubiose, reaktionäre Erlösungsfantasien zu martialischen Liedern verdichten. Als der Film „Rocking the Nation“ 2007 erstmals gezeigt wurde, galt er noch als Dokumentation eines subkulturellen Phänomens, einer Randgruppe. Heute zählt der „Nationale Rock“ in Ungarn mehr als eine Million Fans; auch dank geschickter Metamorphosen, zum Beispiel der Verwandlung von Skin-Rock in romantische Folk- und Blues-Rhythmen, dringt er in die Mitte der Gesellschaft vor und unterfüttert wirkungsvoll den Aufstieg der rechtsradikalen Jobbik-Bewegung, die im Budapester Parlament mittlerweile über 12 Prozent der Sitze verfügt.

Weiter

Bremer Naziladen „Sportsfreund“ dicht?

Laut einem Bericht der „taz“ steht der bekannte Bremer Naziladen „Sportsfreund“ anscheinend kurz vor der Schließung – Antifaschist_innen rufen für den Vorabend des 1.Mai bereits zu einer „Jubeldemo“ auf:

NPD DGB blockiert City, Ost-Rechte machen Konkurrenz. Nun soll der 1. Mai-Aufmarsch in Außenbezirke ausweichen. Der rechte Szeneladen „Sportsfreund“ schließt offenbar

Keine drei Monate ist es her, da wollte NPD-Landeswahlleiter Jens Pühse noch in die vollen gehen. „Einen Wahlkampf, wie die nationale Opposition ihn noch nie geführt hat“, kündigte er Bremen an. Gut fünf Wochen Zeit bleiben ihm dafür noch, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Die Kampagne der Rechten floppt.

Höhepunkt ihres Wahlkampfes sollte ein „Sozialkongress gegen Turbokapitalismus“ mit zweifelhaften braunen Referenten am 1. Mai auf der Bürgerweide werden. Doch die Partei vergaß offenbar, dass dort an jenem Tag bereits die Osterwiese stattfindet. „Schon deshalb kann die NPD da nicht hin“, sagte gestern der Sprecher der Innenbehörde, Rainer Gausepohl. Anschließend sollten 1.000 Neonazis durch Bremen ziehen. „Wir wollen natürlich in die Innenstadt“, sagte Pühse, als die NPD ihre Pläne vorstellte. Doch auch daraus wird nichts.

Weiter

Millie Jackson – Lovers & Girl Friends – Don‘t You Ever Stop Me Lovin‘ Me

Brandanschlag nach Gartenparty

Die „taz“ berichtet:

In der Nähe von Stuttgart sollen Rechtsextreme eine Hütte abgefackelt haben, in die Migranten aus Angst flüchteten. „Ich habe uns schon tot gesehen“, sagt ein 18-Jähriger.

BERLIN taz | Winterbach bei Schorndorf, 7.700 Einwohner, schwäbische Provinz. Hier sollen Rechtsextreme am Wochenende eine Gartenlaube abgefackelt haben, in der sich eine Gruppe junger Männer mit italienischen und türkischen Wurzeln vor den Angreifern verschanzt hatte. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung.

„Ich habe uns schon tot gesehen“, sagte eines der Opfer der taz. Der 18-Jährige Winterbacher hatte am Samstagabend mit acht Freunden vor einer Gartenhütte außerhalb des Ortes gegrillt. Ihr großes Pech: Gleich in der Nähe feierte eine Gruppe von 20 bis 30 Rechten ein Geburtstagsfest.

Die braunen Gäste kamen nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus dem Süden Baden-Württembergs und dem Saarland. Das Gartengrundstück gehört laut Ermittlern einem 35-Jährigen, der polizeibekannt sei und seit Jahren der rechten Szene angehöre. Nach taz-Informationen fand dort im vergangenen September auch ein Konzert der rechtsextremen Skinheadband „Kinderzimmerterroristen“ aus Thüringen statt.

Weiter
Siehe auch: Stuttgarter Nachrichten: RECHTSRADIKALE UMTRIEBE IM REMS-MURR-KREIS
Welt: Ausländer in Laube gehetzt und Fluchtort angezündet
Stuttgarter Nachrichten: Brandanschlag auf Partygäste
Süddeutsche Zeitung: Angriff auf Ausländer
Polizei lässt Verdächtige frei
Der braune Spuk zerstört die Idylle
Polizei wusste von Feier der Rechtsradikalen

“Widerstands-Radio”: Haftstrafen für vorbestrafte Neonazis

„NPD-Blog.Info“ berichtet:

Im Prozess um Volksverhetzung in einem Neonazi-Radiosender im Internet sind am 11. April 2011 vor dem Landgericht Koblenz die Urteile gesprochen worden: Neun der 18 Betreiber müssen mehrere Jahre in Haft, der Rest erhielt Bewährungsstrafen, berichtete der SWR. Die höchste Freiheitsstrafe, die das Landgericht in diesem Fall verhängte, liegt demnach bei drei Jahren und drei Monaten. Das Gericht folgte meist den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die 20 bis 37 Jahre alten Angeklagten aus acht Bundesländern – einer von ihnen kommt aus Mayen – wurden unter anderem auch der Bildung einer kriminellen Vereinigung für schuldig befunden.

Die meist arbeitslosen Männer hatten das “Widerstand-Radio” bis November 2010 im Internet betrieben und selbst moderiert. Ihr Ziel war es laut Anklage, die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten, eine fremdenfeindliche wie auch antisemitische Hetzpropaganda zu betreiben und über das Medium Musik Nachwuchs für die rechte Szene zu rekrutieren. Demnach waren 154 Lieder mit strafbaren Inhalten abgespielt worden. Der Vorsitzende Richter sprach dabei nur von “Titeln”, deren Texte abscheulich seien: “Es fällt mir schwer, da von Liedern zu sprechen.” Die Angeklagten seien “im Grunde alle geständig gewesen”, sagte der Richter laut SWR weiter. Dadurch habe man sich eine umfangreiche Beweisaufnahme gespart.

Weiter
Siehe auch: Presseschau: Mehrjährige Haftstrafen für Betrieb von Neonazi-Radio
Gericht schickt Webradio-Nazis ins Gefängnis

Red London – This Is England

Die “Schlesische Jugend” und ihre Kontakte zur JLO

In einem Artikel von „NPD-Blog.Info“ über die Kontakte der „Schlesischen Jugend“ in die Neonaziszene, wird mit Bezug zu unserem Blogthema Rechtsrock u.a. folgendes berichtet:

Ein halbes Jahr später lud die Landesgruppe der „Schlesischen Jugend“ aus Thüringen zusammen mit der JLO ihre Anhänger zum „Erntetanz“ ein. Da der ursprünglich geplante Veranstaltungsort kurzfristig nicht genutzt werden konnte, fand die Veranstaltung im thüringischen Kirchheim, im Hotel „Romantischer Fachwerkhof“ statt. Eine bei Neonazis beliebte Lokalität, in der nicht nur immer wieder Rechtsrock-Konzerte stattfanden, sondern auch NPD-Veranstaltungen und zuletzt im Dezember 2010 ein Parteitag der DVU.

Und:

Neonazi-Liedermacher Jürgen V.

Doch Thiemo Wolf besuchte den Kongress offenbar nicht alleine, auf Bildern ist auch der rechtsextreme Thüringer Liedermacher Jürgen Voigt mit einer Schlesien-Fahne zu sehen. Unter dem Namen „Jürgen V.“ tritt er seit Jahren auf neonazistischen Veranstaltungen auf. Im Jahr 2009, als er für die NPD-Thüringen für den Landtag kandidierte, begleitete er die „Schlesische Jugend“ auch zum Schlesier-Treffen nach Hannover.

Quelle bzw. kolpletter Artikel

Martin Wieses „Nationale Soziale Bewegung“ (NSB)

„A.I.D.A.“ München berichtet über die aktuellen Sammlungsversuche des verurteilten Münchner Naziterroristen Martin Wiese folgendes:

Martin Wiese versucht, die zersplitterte rechte Szene Münchens in einer neuen Dachorganisation namens „NSB“ („Nationale Soziale Bewegung“) zu sammeln. Wieses großspurige Planungen erfuhren jedoch einen Dämpfer: Eine neonazistische Großveranstaltung am 9. April 2011 in Erding scheiterte an der Zivilcourage der Wirtsleute.

Die Münchner Szene vereint sich hinter Martin Wiese

Um die Münchner Neonaziszene war es in der Öffentlichkeit nach dem wenig attraktiven und mäßig besuchten „Heldengedenkmarsch“ im November 2010 vermeintlich ruhiger geworden. Hinter den Kulissen hatte nach der Inhaftierung von Philipp Hasselbach, Aktivist der „Freien Nationalisten München“ (FNM) und der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“, die konkurrierende „Kameradschaft München“ wieder die „Führung“ des „Nationalen Widerstands“ in München beansprucht.

Die im neonazistischen Dachverband „Freies Netz Süd“, Nachfolgestruktur der im Jahr 2004 verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), organisierte „Kameradschaft München“ unter Karl-Heinz Statzberger und Norman Bordin profitierte seit August 2010 von der Popularität des aus der Haft entlassenen Rechtsterroristen Martin Wiese, der in den Raum Landshut gezogen war. Die Garchinger/Neubiberger Kameradschaft „Nationale Solidariät Bayern“ (NSB) löste sich im November 2010 sogar selbst auf, um zukünftig ebenfalls in der „KS München“ zu wirken.

Die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“, deren Chefredakteur der Münchner BIA-Stadtrat Karl Richter ist, zeigte sich im Februar 2011 mit einem ganzseitigen Artikel („Der Fall Wiese“) mit dem als Rechtsterrorist verurteilten Neonazi Wiese solidarisch. Und beim (gescheiterten) Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden zeigten sich die Münchner Neonazis schließlich über alle bisher geltenden Abgrenzungen und Streitereien hinweg geeint: Die Aktivist_innen der „Kameradschaft München“ um Norman Bordin (Ottobrunn), Thomas Huber (Garching) und Karl-Heinz Statzberger (Unterschleißheim ) waren mit NPD- und BIA-Funktionären (z.B. Roland Wuttke und Christian Götz) sowie Angehörigen der Kameradschaften „Kraken München“, „M-Prolls-Crew“, „Jagdstaffel Süd“ (um Wieses ehemaligen Waffenlieferant Dominik Baumann) und „Kameradschaft München Süd-Ost“ (KMSO) gemeinsam unterwegs.

Weiter
Siehe auch: Neonazi Martin W. zurück in der Szene

Eric „Monty“ Morris – Sammy Dead

Zwickau: Freiraum-Demo im Mai

Die ostdeutsche Provinz ist braun. Gründe dafür gibt es viele. Einer ist die nahezu nicht vorhandene Gegenkultur zum Nazi-Einheitsbrei. Im westsächsischen Zwickau soll sich das bald ändern. Über 100 Jugendliche haben sich im Jugendverein „Baumhaus“ organisiert und planen die Einrichtung eines Alternativen Zentrums:
Wer hält es in einem Land­strich zwi­schen Main­stream-​Dis­ko­the­ken, Al­ters­hei­men und bon­bon­far­be­nen Ein­kaufs­pas­sa­gen aus? Wer lebt gern zwi­schen deut­schen Spies­sern, igno­ran­ten Pro­vinz­bür­gern und be­trun­ke­nen Nazis? Nie­mand! Des­halb kämp­fen Ju­gend­li­che in Zwi­ckau für ein al­ter­na­ti­ves, selbst­ver­wal­te­tes Zen­trum. Für einen at­trak­ti­ven An­lauf­punkt, der das Leben in der Pro­vinz etwas le­bens­wer­ter macht.

Nach zwei müh­se­li­gen Jah­ren in­ten­si­ven Ver­han­delns hat sich je­doch nichts ge­än­dert! Als nach lan­gem Hin und Her kein Auf­ge­ben zu er­war­ten war, er­klär­te man über 100 Ju­gend­li­che im »Baum­haus« mit einer haar­sträu­ben­den Be­grün­dung kur­zer­hand zur kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung. Damit wur­den all jene vor den Kopf ge­sto­ßen, die sich für eine to­le­ran­te und al­ter­na­ti­ve Kul­tur im Pro­vinz­städt­chen Zwi­ckau ein­set­zen. Trotz eines un­über­seh­ba­ren Leer­stan­des, er­teil­te die Ober­bür­ger­meis­te­rin dem Vor­ha­ben eine Ab­sa­ge. Eine Be­le­bung der kul­tu­rell brach­lie­gen­den Stadt ist somit auf den Sankt-​Nim­mer­leins-​Tag ver­scho­ben.

Diese Zu­stän­de wer­den wir nicht ak­zep­tie­ren! Wir wer­den wei­ter für ein Al­ter­na­ti­ves Zen­trum in Zwi­ckau kämp­fen! Un­se­rer For­de­rung wer­den wir am 14. Mai mit einer lau­ten und bun­ten De­mons­tra­ti­on Aus­druck ver­lei­hen!
Stürmt das Schloss!

Quelle und weitere Infos

Hass und Gewalt

Der „blick nach rechts“ berichtet über den Naziaufmarsch in Stolberg (NRW):

Im vierten Jahr in Folge haben am Wochenende Neonazis in Stolberg (Städteregion Aachen) fremdenfeindliche Hetzmärsche abgehalten – unter den Teilnehmern waren zahlreiche „Autonome Nationalisten“ und Neonazi-Skinheads.

Die Aufmärsche firmieren rund um den Todestag eines Anfang April 2008 durch einen Migranten erstochenen 19-jährigen Berufsschülers als „Trauer- und Protestmarsch“. Die Aufmarschserie soll unterdessen jedoch „alle[n] Opfer[n] antideutscher Gewalt“ gelten. Im Gegensatz zu den Vorjahren erschienen 2011 aber weniger Neonazis als erwartet. Bei dem „Fackelmarsch“ am Freitag marschierten rund 150 Neonazis und am Samstag gut 430 Neonazis durch die Kleinstadt, im vergangenen Jahr wurden jeweils 230 und 500 Teilnehmer gezählt. Der Aufmarsch am Samstag konnte wegen Protest- und Blockade-Aktionen – etwa der Besetzung des Bahnhofes durch mehrere hundert Nazigegner – zudem erst mit dreieinhalbstündiger Verspätung beginnen.

Organisatoren der Aufmärsche sind die Neonazis Ingo Haller (Niederzier) und Axel Reitz (Pulheim), unterstützt werden sie von der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der „autonom“-nationalsozialistischen „Aktionsgruppe Rheinland“ (AGR). Zwar hatten die Organisatoren festgelegt, dass Teilnehmer auf ihrer Kleidung „szenetypische Aufschriften“ vermeiden sollten „und normal und gesittet zu erscheinen“ hätten. Man repräsentiere „immer noch ein Volk, samt Kultur und Identität, keine neuzeitlichen Subkulturen“ hatte es geheißen. Indes erschienen die meist jugendlichen Teilnehmer als zum Teil sehr stark gepiercte „Autonome Nationalisten“ (AN) oder klassische Neonazi-Skinheads in den einschlägigen Rechtsrock-T-Shirts, einige Teilnehmer trugen sogar Irokesen-Haarschnitte.

Weiter
Siehe auch: Proteste geg. die Naziaufmärsche in Stolberg
Stolberg: Wenn Neonazis “trauern”…

Dave & Ansil Collins – Monkey Spanner