Leipzig: Viel los am letzten Wochenende

„Indymedia“ berichtet:

Viel gibt es zu berichten vom vergangenen Wochenende in Leipzig: “Push It To The Limit”, „Kategorie C“ Konzert, Naziübergriffe und weitere Aktionen.
Push It To The Limit

Etwa 700 Menschen haben am Sonnabend, 21. Mai, die Kundgebung “Push It To The Limit” auf dem Karl-Heine-Platz im Leipziger Stadtteil Lindenau besucht. Die Veranstaltung richtete sich gegen das Nazi-Zentrum in der nahe gelegenen Odermannstraße und wurde organisiert von MitstreiterInnen der Kampagne “Fence Off”, die sich gegen das so genannte “Bürgerbüro” der NPD einsetzt.

Die Kundgebung begann 13 Uhr und dauerte mehr als acht Stunden. Währenddessen gab es Redebeiträge, Workshops und einen alternativen Stadtteilrundgang. Außerdem traten auf einer Open-Air-Bühne sieben Musikgruppen verschiedener Stilrichtungen auf.

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Nächster Termin ist die Nachttanz-Demo “Beats Up & Shut Down!” jetzt am Samstag (den 28. Mai). Start ist 20.30 Uhr an der Angerbrücke.

„Kategorie C“ Konzert

Wieder einmal gab es in Leipzig ein Konzert der neonazistischen Hooliganband-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“, diesmal unter dem Tournee-Motto „Deutsche Jungs Tour 2011″. Etwa 300 Besucher fanden sich im „Club Lagerhof“ unweit des Hauptbahnhofes ein. Augenzeug_innen berichten, dass etliche organisierte Neonazis aus dem Leipziger Umland das Konzert besuchten.

Als Support trat an diesem konspirativ organisierten Konzertabend – der Veranstaltungsort wurde vorab nicht bekanntgegeben – die Leipziger Onkelz-Coverband „J.H.P.B.“ auf. Sie gilt als „Haus- und Hofband“ des Leipziger Chapter (lokaler Ableger) des Rockerclubs „Underdogs MC“. Dieser hatte bereits 2010 ein Konzert mit „Kategorie C“ veranstaltet. Im „Club Lagerhof“ trat „Kategorie C“ auch 2009 schon auf.

Auf Anfrage von chronik.LE teilte die Pressestelle der Leipziger Polizei später mit, dass die Konzertbesucher „sehr aggressiv“ gewesen seien. Schon am frühen Abend wurden auf dem Konzertgelände rund „30 Personen aus dem Rocker- und Hooliganmilieu“ durch die Polizei festgestellt. Diese waren mit zwei Baseballschlägern und einem Elektroschocker ausgestattet. Gegen sie wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Es habe aber von seiten der Polizei aus zu keinem Zeitpunkt ein Grund dafür bestanden, das Konzert vorzeitig zu beenden. Auch das hinzugezogene Ordnungsamt hatte offenbar nichts zu beanstanden. Trotzdem endete das Konzert zum Ärger der Besucher bereits gegen 23 Uhr. Da hatte „Kategorie C“ erst eine Stunde gespielt. Vermutlich wegen technischer Unfähigkeit und der Unlust der Band beendeten die Musiker ihren Auftritt vorzeitig. Nach Ende des Konzerts musste die Polizei einem „Zusammentreffen“ der Konzertbesucher mit Teilnehmer_innen einer antifaschistischen Veranstaltung in Lindenau, die sich gegen das Nazi-Zentrum in der Odermannstraße richtete, vorbeugen.

Nazis beim FC Sachsen

Mit der Auflösung des Vereins FC Sachsen Leipzig endet ein Stück Leipziger Fußballgeschichte. Vielen Fans war das letzte Spiel des Vereins Anlass genug, vermeintliche Fußballtraditionen wieder aufleben zu lassen: Während des Spiels sangen außergewöhnliche viele Anhänger des Vereins das sogenannte „U-Bahnlied“ („Eine U-Bahn bauen wir – von xy bis nach Auschwitz“).

Mit dem U-Bahn-Lied wird eindeutig ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus vollzogen. Das als Vernichtungslager errichtete Auschwitz-Birkenau war der größte deutsche Lagerkomplex im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Mit dem Lied wird der dort aktiv betriebene Massenmord an über einer Million Menschen begrüßt. In diesem Kontext wird das sogenannte „U-Bahnlied“ insbesondere im Fußball häufig in Richtung der gegnerischen Fans gesungen.

Ebenfalls wurde bei dem Spiel des öfteren Lautstark aus dem Publikum verkündet, dass nur ein „Leutzscher ein Deutscher“ sei. Auf der Internetseite einer neonazistischen Fangruppierung wird erfreut über die rassistischen und antisemitischen Ausbrüche berichtet: „wir fanden es schön mal wieder solchen Old School Support zu sehen und zu hören!“

Das Spiel musste mehrmals unterbrochen werden, jedoch nicht wegen der eindeutigen Fangesänge, sondern wegen Feuerwerkskörpern und Personen, die in den Innenbereich drängten. Nach Ende des Spiels wurde die Geschäftsstelle des Vereins sowie Einsatzkräfte der Polizei attackiert.

Auch zu diesen Angriffen gibt es von der Polizei keine Stellungnahme. Dem FC Sachsen soll wohl nicht weiter geschadet werden.

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