Archiv für Mai 2011

25.-28.5.2011: Grauzonenkonzerte

Auch an diesem Wochenende finden wieder Konzerte bzw. 2 größere Festivals mit hoher Beteiligung aus der rechtsoffenen Grauzone statt:

- 25.-28.5.2011: „O.F.T. und Gut-Festival“ in Niedergörsdorf (Brandenburg): Auf diesem Festival treten jede Menge Grauzonen- Bands auf. U.a. „Krawallbrüder“, „Kärbholz“, „Berliner Weisse“, „Prolligans“, „Martens Army“ (schon eher RAC), „Schusterjungs“, „Moiterei“, „Biertras“, „Betontod“ (ehemalige Punkband, die zum Deutschrockmilieu übergelaufen ist…).

- 28.5.2011: Sportplatz SG Trockau/Pegnitz in Franken (Bayern): Das Grauzonen- bis RAC-Konzert mit „Martens Army“, „Hardfive“ und „Bombecks“ musste erfreulicherweise verschoben werden, da laut Veranstalterangaben der Veranstaltungsort kurzfristig abgesprungen ist. Gut so!

- 28.5.2011: „Thav“/Hildesheim (Niedersachsen): Grauzonenkonzert mit „Riot Company“.

- 28.5.2011: „Arena“/Landshut (Bayern): „Rock an der Isar“-Festival mit diversen Grauzonenbands wie den „Krawallbrüdern“, „Kärbholz“, „Berserker“, „Engel in Zivil“ – mit dabei die ehemaligen Deutschpunker von „Normahl“ – scheinbar die nächste Band, die sich nach „Betontod“ im Dummpunk-Deutschrockmilieu einreiht…

- 28.5.2011: „Irish Inn“/Wetzlar (Hessen): „Ghostbastardz“.
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27./28.5.2011 Dijon/Frankreich: Malokafestival

Ein unterstützenswertes Festival gegen das aktuelle G8-Treffen findet an diesem Wochenende in Frankreich statt:

Infos zum Festival

The Reggae Boys with The Blenders – Mama Look

Aktueller „Rechter Rand“ erschienen…

…soeben ist die aktuelle Ausgabe der antifaschistischen Fachzeitschrift „Der Rechte Rand“ Nummer 130 (Mai/Juni 2011) erschienen. Wie immer gibt es jede Menge lesenswertes – zum Thema Rechtsrock/NSHC u.a. folgende – leider nur in der Printversion zu lesende – Artikel:

- »Brainwash«
Portrait einer Thüringer NS-Hardcore-Band
Von Jens Breuer

- NS-RAP
»Nationale Sprachgesang«- Projekte mehren sich
Von Jens Breuer

- Volksempfänger 2.0
Nazi-Radiosender im Internet
Von Jan Nowak

Das Heft könnt Ihr über die Homepage des „Rechten Rands“ beziehen.

Wiederholungstäter

An dieser Stelle veröffentlichen wir einen Gastartikel – vielen Dank an dieser Stelle an den Schreiberling!:

Auf der Internetseite von „Equinoxe Organization“ (EQ) wird für den 20.08.2011 ein Konzert mit der extrem rechten Dark-Wave-Band „Blood Axis“ (USA) in der „Theaterfabrik“ Leipzig angekündigt.

In der Vergangenheit hat EQ in Leipzig bereits schon Konzerte mit den extrem rechten Dark-Wave-Bands „Der Blutharsch“ (A) und „Genocide Organ“ (D) organisiert und war zuletzt 2010 in den Fokus von AntifaschistInnen geraten, als sie für den 19.06.2010 im Rahmen der Sommersonnwende ein Konzert mit der extrem rechten Dark-Wave-Band „Von Thronstahl“ im „Club Lagerhof“ in Leipzig angekündigt hatte. Entgegen der Ankündigung fand das Konzert jedoch nicht statt. Ob die Absage des Konzertes im Zusammenhang mit einem Bericht über die Konzertankündigung in der antifaschistischen Zeitung „Der Rechte Rand“ stand, lässt sich lediglich vermuten.

Andre Moraweck, Sänger der Metal-Core Band „Maroon“ und Inhaber der in Nordhausen ansässigen Bookingagentur „Music for Masses“, auf die die Domain der
EQ-Internetseite angemeldet ist, führt die Absage des Konzertes jedenfalls auf seine eigene Intervention zurück. Im Vorfeld eines für den 05.11.2010 im Leipziger „Conne Island“ geplanten Konzertes mit seiner Metal-Core-Band „Maroon“ behauptete er gegenüber den VeranstalterInnen, dass ihm die Organisation des Konzertes von „Von Thronstahl“ durch EQ nicht bekannt gewesen sei und es sich dabei um einen Alleingang von zwei Mitgliedern der Konzertgruppe gehandelt habe. Von dem „Von Thronstahl“-Konzert will er erst durch das Internet erfahren und die Vorbereitung des Konzertes daraufhin gestoppt haben.
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„Rettet Babelsberg Nulldrei!!“

Da wir von Leser_innen unseres Blogs gebeten wurden auf die schwierige Situation des Fußballvereins SV Babelsberg 03 zu verweisen, möchten wir an dieser Stelle diesem Wunsch nachkommen und zur Unterstütung des Vereins aufrufen! Der SV Babelsberg 03 hat eine für ostdeutsche Verhältnisse wohl fast einzigartige antifaschistische und antirassistische Fankultur. Es ist verdammt wichtig diese zu erhalten – antifaschistische Gegekulturen – wozu wir auch die Ultrasubkultur in Babelsberg zählen – sind aus unserer Sicht nach wie vor das effektivste Mittel Nazis bzw. rechte Tendenzen im Allgemeinen offensiv zurückzudrängen!

Infos zur derzeitigen Situation des SV Babelsberg 03 und den verschiedenen Unterstützungsaktionen findet Ihr u.a. hier: Facebookunterstützerseite und auf der Vereinshomepage

Am Samstag findet in Babelsberg außerdem eine große Fandemo und ein Solikonzert statt.

Arch Enemy – Yesterday Is Dead And Gone


Mal wieder eine linke Metalband zur Abwechslung…

27./28.5.2011 Rom und Bologna/Italien: The Oppressed, Reazione, Klaxon, S-Molest u.v.m.

Hier wollen Nazis feiern

„InFranken.de“ berichtet:

In Schwarzach im Landkreis Kulmbach plant die rassistische NPD eine Feier: auf dem Feld eines Privatmannes.

Auch Rassisten essen Bratwurst. Mit Senf. Den Rassisten treffen wir an der Imbissbude in Mainleus bei Kulmbach.

„Lass mir meine Ruh“, brüllt er. „Und weg mit der Kamera. Sonst tret ich sie dir kaputt.“

Mit Leuten wie uns rede er nicht, und die Kamera will er am liebsten „gleich zusammenhauen“. Hans K. ist ein wütender Mann, 54 Jahre alt. Hans K.hat sich vor Jahren erfolgreich gegen den Lärm der Kirchenglocken gewehrt, schreit Leute an, fällt auf, ist außer beim Bäcker oder eben in der Imbissbude in Gaststätten der Gemeinde nicht gern gesehen. Aber diesmal geht Hans K. zu weit: Im Juni will er die NPD auf einem seiner Felder ihren „Bayerntag“ abhalten lassen. Die rechtsradikale Partei wirbt schon im Internet mit „nationalen Liedern, Kinderbetreuung, Speis und Trank“.

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Tennors – Reggae Girl

Judoclub vertagt Entscheidung nach Nazi-Vorwurf

„Der Westen“ schreibt:

Velbert. Der Vorstand des Velberter Judo-Clubs hat sich noch nicht zu einer Entscheidung über die Zukunft seines zweiten Vorsitzenden durchringen können. Das Vorstandsmitglied selbst hatte in einer Erklärung freimütig bekannt, „nationale Lieder“ zu singen.

Der Vorstand des Velberter Judo-Clubs hat sich noch nicht zu einer Entscheidung über die Zukunft seines zweiten Vorsitzenden durchringen können. Das Vorstandsmitglied selbst hatte in einer Erklärung freimütig bekannt, „nationale Lieder“ zu singen.

Der Vorstand des Velberter Judo-Clubs (VJC) hat die Entscheidung über die Zukunft seines zweiten Vorsitzenden vertagt. Die WAZ hatte berichtet, dass der Judoka Mitglied in Bands ist, die der rechtsextremen Szene zugerechnet werden und auch aus einem Lied zitiert. Das Vorstandsmitglied selbst hatte in einer Erklärung freimütig bekannt, „nationale Lieder“ zu singen. Wohl auch wegen des öffentlichen Drucks hatte der erste Vorsitzende Niels Pivato für Montagabend zu einer Vorstandssitzung geladen. „Es sind noch einige Fragen offen“, so Pivato am Dienstag einsilbig. „Bevor wir zu einer Entscheidung für oder gegen meinen Stellvertreter kommen, sind noch Sachverhalte zu prüfen.“

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„Grauzonen“-Bands in Landshut

Das „Forum Autonomer Umtriebe Landshut“ berichtet:

Konzerte rechtslastiger „Böhse-Onkel“-Cover-Bands schießen in ganz Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Nun auch hier in Landshut, wo vom 26. bis 28. Mai 2011 in der „Sparkassen-Arena“ das „Rock an der Isar“-Festival stattfinden soll.

Unter den vielen eingeladenen Bands sind mehrere Gruppen, die der rechtsoffenen bzw. rechtslastigen „Grauzone“ zugeordnet werden. Das heißt: Bands, die in der Vergangenheit entweder mit rechter Symbolik, rechten Texten, Veröffentlichungen auf einschlägig rechten Labels, durch gemeinsame Konzerte mit rechtsoffenen, rechtsradikalen oder neonazistischen Bands oder durch persönliche Kontakte in die rechte Szene aufgefallen sind. Indem darauf gepocht wird, unpolitisch zu sein, werden antifaschistische Inhalte und Interventionen langsam verdrängt, während auf der anderen Seite rechten Bands mehr Platz eingeräumt wird und klare politische Positionen, beispielsweise Nationalismus oder patriarchaler Männerkult, als unpolitisch verkauft werden.

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28.5.2011 Nürnberg: Fight Back Festival Vol. 4

Mal wieder ein Veranstaltungstipp von der Oire Szene Redaktion:

Mehr Infos

2./4.6.2011 Göttingen: Antifa Solikonzerte: Movement, Talco, Feine Sahne Fischfilet, No Te Va Gustar, …..

Niedersachsens „most significant left-wing extremist concert organizer“ (for the second year in a row, says the Verfassungschutz!) Fire and Flames presents you two evenings of musically diverse entertainment, and all for the good cause of supporting those faced with state repression in the aftermath of some very successful anti-Nazi activities of the recent months.

This is also why we took the very mature decision of not organizing a concert on the night of the 3rd, so that you can all get a good nights rest before heading to Braunschweig and handing the Nazis their next fiasco. After that, we again celebrate in Göttingen!


Quelle

The Upsttemians – I Need You Baby

Der NPD-Schiedsrichter aus der Kreisliga

Die „Zeit“ berichtet:

Stephan Haase ist Schiedsrichter des DFB und möchte „den Ausländeranteil in Deutschland Richtung null fahren“. Aus dem Buch „Angriff von Rechtsaußen“ von R. Blaschke

Stephan Haase hat einen Auftrag erhalten. Am Dienstag hatte er eine E-Mail in seinem Postfach. Adresse, Uhrzeit, Spielansetzung. Nun, am Sonntagmorgen, führt ihn sein Hobby nach Rönsahl, eine Gemeinde mit wenigen hundert Einwohnern, gleich hinter Kierspe, 30 Kilometer von Lüdenscheid entfernt. Haase, groß gewachsen, schlank, Brille, mustert den Hof der örtlichen Schule. Junge Männer in grünen Trikots trotten ihm entgegen, lustlos, verschlafen. „Guten Morgen“, ruft Haase. „Wo kann ich mich umziehen?“ Ihm wird ein kleiner Raum zugewiesen, in dem sich sonst Kinder auf die Sportstunde vorbereiten. Haase streift sich ein schwarzes Trikot über, schlüpft in weiße Schuhe, prüft seine Utensilien: Gelbe Karte, Rote Karte, Pfeife, Notizblock. Er nimmt sich Zeit, geht gewissenhaft vor. Dann macht er sich auf den Weg zum Fußballplatz. „Guten Morgen“, „Wie geht’s?“, „Alles gut?“ Haase ist freundlich, doch sein Name bleibt unerwähnt, sein Beruf sowieso. Keine seiner Unterhaltungen wird länger als zwei Minuten dauern. Er ist nicht hier, um zu reden.

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Weitere Nazikonzerte am 21.5.2011…

… am vergangenen Wochenende fanden in Deutschland mindestens 2 weitere Nazikonzerte statt:

- 21.5.2011: NRW: NS-Konzert mit „NSS“ („n‘Socialist Soundsystem“), „Wiege des Schicksals“, „Path of Resistance“ und „Libertin“.

- 21.5.2011: Franken (Bayern): NS-Konzert mit den Bands „Vargr I Veum“, „White Resistance“ und „Confident of Victory“.

Erode – Auf wiedersehen

Partystimmung mit rechten Tönen: Fußball als rechte Erlebniswelt

Das „Netz gegen Nazis“ berichtet:

Im Halbfinale des Berliner Pilsner-Pokals trafen am 18. Mai der BFC Dynamo und Türkiyemspor aufeinander. Ein Derby zwischen Ost- und Westberlin, zwischen einem Club aus Kreuzberg und einem Verein, der lange für seine rechtsextremen Fans und Hooligans berüchtigt war. Alles blieb dabei friedlich. Und trotzdem bot der Besuch im Stadion auch einen Einblick in die rechte Erlebniswelt Fußball. Beobachtungen.

„Während ganz Europa aus der Atomkraft aussteigen will, bauen die Polen auf UNSEREM Gebiet neue Atomkraftwerke“. Es ist ein sonniger Mittwochabend und in der Tram zum Sportforum Hohenschönhausen unterhalten sich drei Fans des BFC Dynamo über Atomkraft. Dann sprechen sie über ein anderes Thema: über die gescheiterte rechtsextreme Demonstration am Samstag in Berlin-Kreuzberg. Sie unterhalten sich darüber, dass „natürlich wieder die bösen Nazis an allem Schuld“ waren, und darüber, dass „wir unser Demonstrationsrecht“ dort hätten durchsetzen müssen. Während des Gesprächs schwärmt einer der drei seinen Kameraden von einem Video aus Schweden vor, das er im Internet gesehen hat. Dort hätten Neonazis mit Fahnenstangen und Knüppeln auf „Zecken“ eingeprügelt und so ihr Demonstrationsrecht „durchgesetzt“. „So müssen wir dass das nächste Mal auch machen!“, sagt der Dynamo-Fan gleich zweimal begeistert.

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Buchpremiere bei GOAL: »Angriff von Rechtsaußen«

Ein Veranstaltungstipp:

Buchpremiere mit dem Autor Ronny Blaschke
»Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen«

Am Mittwoch, den 25. Mai 2011
um 20 Uhr bei GOAL in der Ritterstr. 12-14, 10969 Berlin
Eintritt frei!

Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.

Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung zu selten bewusst ist.

Quelle