Archiv für Mai 2011

Die „neuen Neonazis“

Der „blick nach rechts“ berichtet:

„Autonome Nationalisten“ verkörpern die inneren Widersprüchlichkeiten der Braunszene – sie zeichnen sich durch martialisches Auftreten und rebellischen Gestus aus.

Ein Gespenst geht um in der Neonazi-Szene: „Autonome Nationalisten“ (AN) kopieren den Lifestyle der linksextremen Szene, des Punk und HipHop. Auf den ersten Blick wirken sie daher oftmals auf den Betrachter nicht zwingend wie Neonazis. Dazu stellen die Herausgeber eines ersten umfassenden Buches über das „Phänomen“ fest, jene neuen Neonazis seien ein Ausdruck „reaktionärer Modernisierung“. Die AN verkörperten einen „Generationswandel“ und zugleich einen „Generationskonflikt“ innerhalb der Braunszene.

Mit „Autonome Nationalisten – Neonazismus in Bewegung“, herausgegeben von den Sozialwissenschaftlern Jan Schedler und Alexander Häusler, liegt nun ein erstes Buch vor, das in Berichten und wissenschaftlichen Arbeiten das Auftreten und Treiben der „neuen Neonazis“ ausführlich untersucht. Hatten Jürgen Peters und Christoph Schulze in dem Bändchen „Autonome Nationalisten – Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur“ (bnr.de berichtete) noch Wert darauf gelegt, etwa Pädagogen, Jugendarbeitern, Polizisten oder ehrenamtlich Tätigen in Vereine in aller Kürze Wissenswertes über die AN zu vermitteln, ist das neue Buch eine breit angelegte Abhandlung.

Weiter

May Day 2011 in Prague and „Hardcore is More Than Music“ DVD

„Fire and Flames“ schreibt:

This year we were fortunate enough to, although in very small numbers (two of us!) spend the 1st of May a little differently….namely at the „Mayday Festival“ in Prague.

Put briefly…a very worthwhile visit which we hope to repeat in the years to come. Organized on a non-profit, befenit donation entrance basis, with somewhere in the vicinity of 10.000 people attending, on a beautiful location by the river, with two stages, culturally vary varied, lots of young people and children (with a very good childrens section), political debates and presentations well attended, and despite the amount of people no stress, fights, or problems. Again, we were very impressed and we send a big thanks to the AFA people for letting us be a (very small) part of it!

Furthermore, during our visit, we picked up some copies of this fine documentary…

More

Sookee und Tapete – Pro Homo

28.5.2011 Druckluft Oberhausen: Antifascist Youth Festival

Solidarität mit den antifaschistischen AktivistInnen in Russland!

Die rassistisch nationalistische Szene und deren Gewalttaten nehmen in Russland in den letzten Jahren stetig und zugleich massiv zu. Neofaschistische AktivistInnen und Gruppen können in Russland nahezu ungehindert in der Öffentlichkeit agieren. Im Zuge der fortschreitenden Verbreitung eines russozentristischen, nationalistischen Weltbildes finden diese Gruppen immer mehr Gehör und Beifall. Das kollektive Feindbild waren dabei bisher in erster Linie Menschen, denen eine kaukasische, zentralasiatische, asiatische oder afrikanische Herkunft zugeschrieben wird. Der politische Hintergrund rassistisch motivierter Übergriffe wird in der russischen Öffentlichkeit kaum thematisiert. Antifaschistische AktivistInnen, Menschenrechtsorganisationen und auch JournalistInnen, die sich gegen rechte Gewalt einsetzen und sich mit Kampagnen- und Projektarbeit für die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte einsetzen, werden von staatlichen Stellen in ihrer Arbeit behindert und ebenfalls von rechten Gruppen bedroht. Politisches und soziales Engagement ist in Russland also erheblich erschwert und es gibt kaum Möglichkeiten, Infrastruktur aufzubauen und zu bewahren. So ist es beispielsweise nicht möglich, einen festen Ort für Veranstaltungen und Gruppendiskussionen zu etablieren, an dem sich auch Interessierte mit Informationen versorgen können, da die Gefahr neonazistischer Überfälle auf einen solchen Ort als zu groß eingeschätzt wird. Es ist bereits schwierig, überhaupt Veranstaltungen zu organisieren, da potentielle VermieterInnen Angst vor Überfällen durch NeofaschistInnen haben. Auch von staatlicher Seite ist keine Hilfe zu erwarten. Vielmehr sind staatliche Repressionen gegen politisch und sozial engagierte Menschen an der Tagesordnung. Häufig werden sie durch willkürliche Anschuldigungen, Besuche, Verhöre und Strafen von Miliz, Staatsanwaltschaft und Geheimdienst unter Druck gesetzt, ohne rechtliche Basis verhaftet und verurteilt.

Und das Festival soll in diesem Sinne ein Soli-Konzert für diejenigen sein, die sich den rechten Strukturen in Russland zu Wehr setzen!
Wann: 28.Mai, ab 19 Uhr
Wo: Druckluft Oberhausen, Am Förderturm 27
Gruppen: Los Placebos, The Rebel Spell, Old Styles Best, My Terror, United Struggle, Punk-o-Mat
Eintritt: 8 €

Quelle

Die GLORY BOYS oder: Wie man ganz unpolitisch für die Musik von Rechtsradikalen werben, mit rechten Bands spielen, auf einem rechten Label Platten veröffentlichen und dem Bösen in der Welt einen Namen geben kann

Ein ehemaliger Schreiberling der „Plastic Bomb“ berichtet über die spanische RAC-Band „Glory Boys“ folgendes:

Die GLORY BOYS aus Spanien wurden in Teilen der deutschen Punkszene vor allem durch einen gemeinsamen Auftritt mit VOLXSTURM und die sich daran anschließende Kontroverse bekannt. VOLXSTURM, das mal vorweg, haben sich von der Band distanziert und weitere Konzerte mit ihr ausgeschlossen (s. a. die Diskussion auf der Homepage vom Archiv Potsdam). Ihre Bewertung der GLORY BOYS finde ich zwar ein wenig zu freundlich, aber ich weiß auch nicht was ihnen zu dieser Zeit bekannt war. Doch weiter im Text. Im OIRE-SZENE-Blog werden die Spanier eindeutig als RAC-Band bezeichnet. Als Argument für diese Einschätzung dient ihre, sagen wir mal, äußerst rechtsoffene Konzertpolitik (SKINFULL, KATEGORIE C…). Ansonsten war zunächst einmal nicht viel über die Band zu finden, was den Kameraden von der unpolitischen Fraktion mal wieder reichlich Gelegenheit gab gegen die überkorrekten Antifa- und PC-Szene-Spalter zu wettern. Nun bin ich vor Kurzem aber auf zwei äußerst interessante Interviews der GLORY BOYS gestoßen und möchte die Jungs hier einmal auszugsweise selbst zu Wort kommen lassen, damit der geneigte Leser sich eine etwas fundiertere Meinung als bisher zu dem Thema bilden kann. Ein paar der besonders „unpolitischen“ Bands habe ich dabei mal hervorgehoben…

Weiter

Moon Invaders – Rockin chair

Konzert im Nazizentrum Rössle – Spontandemonstration in Baden-Baden

Die „Antifaschistische Linke Bühl-Achern [ALBA]“ berichtet:

Gestern Abend, am Samstag, den 21. Mai 2011, sollte im Nazizentrum „Rössle“ in Söllingen ein Rechtsrockkonzert von drei Bands aus dem Blood & Honour-Netzwerk bzw. aus dessen Umfeld stattfinden. Wir haben uns deswegen kurzerhand entschlossen eine Spontandemonstration in Baden-Baden durchzuführen, um darauf aufmerksam zu machen, was in diesem Nazizentrum passiert.

Bei den drei anwesenden Bands handelt es sich zum einen um „Brutal Attack“, einer seit etwa 30 Jahren bestehenden Rockband aus England aus der „White Power“-Bewegung mit offentlichem Bekenntnis zum Blood & Honour-Netzwerk. Desweiteren um „White Law“, ebenfalls einer rassistischen und faschistischen Gruppe aus England mit offenen Verbindungen zum B&H-Netzwerk und zuletzt um „Carpe Diem“, einer Band mit zwei Mitgliedern der ehemaligen Stuttgarter Nazi-Band „Noie Werte“.

Wir finden es skandalös, dass ein solches Konzert in unserer unmittelbaren Nachbarschaft stattfinden kann und die zuständigen Behörden und Verwaltungsstellen wegschauen und die Veranstaltung verschweigen, obwohl sie immer wieder betonen, gegen die rechten Umtriebe dort etwas unternehmen zu wollen. Insbesondere bei einem Konzert mit einer Zusammensetzung, die sehr stark die Vermutung aufkommen lässt, dass es sich um eine Veranstaltung des in Deutschland seit dem Jahr 2000 verbotenen B&H-Netzwerks handelt. Denn erst vor kurzem wurden in Karlsruhe zwei Männer verurteilt, weil sie nachweislich das illegale B&H-Netzwerk in Süddeutschland weitergeführt haben. Die Strafen fielen allerdings sehr glimpflich für die beiden Angeklagten aus.

Weiter
Siehe auch: Nazizentrum Rössle angegriffen!

Nordhausen sagt Nein!

Die „Neue Nordhauser Zeitung“ berichtet:

Der Name der Veranstaltung soll bewusst unverfänglich klingen. Doch hinter dem „10. Thüringentag der Nationalen Jugend“ verbirgt sich kein einfaches Familien- und Jugendfest. Und dagegen wird in Nordhausen in bunter Weise mobil gemacht…

Unter diesem Deckmantel will die rechtsextreme NPD am 4. Juni zusammen mit hunderten Neonazis aus der ganzen Republik eine Propagandaveranstaltung abhalten und dass am liebsten mitten in Nordhausen. Das Vorhaben der Rechtsextremen hat engagierte Bürger auf den Plan gerufen, die gegen das Nazifest und gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsvergessenheit demonstrieren wollen. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Nordhausen (BgR), eine Vereinigung von Bürgern, Vereinen, Parteien und Gewerkschaften, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Rechtsextremen Tendenzen in Nordhausen die Stirn zu bieten.

Weiter

Rechtspopulistisches Liedgut in Dänemark: „Setz‘ dich hin und hör‘ dir ein vaterländisches Lied an“

Per Svensson schreibt für die „Süddeutsche Zeitung“:

Die Partei der dänischen Rechtspopulisten bekämpft Europa und hat dazu ein Lied komponiert. Doch der patriotische Gesang ist bloß … ein anonymer Euroschlager. Ein weiteres Beispiel dafür, dass der zeitgenössische Nationalismus kein Vaterland hat.

Neulich hat die Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei), die Partei der dänischen Rechtspopulisten, ihren Beitrag zum politischen Lied vorgestellt. Der Song mit dem Titel „Herfra min verden går“ („Mein Welt geht von hier aus“) war von Kim Christiansen, einem Parlamentsabgeordneten der Partei, geschrieben worden. Er singt auch die Solostimme, wie auf dem Video, das die Partei ins Netz gestellt hat, zu sehen ist. In einer Pressemitteilung erklärt die Folkeparti, seine Stimme erinnere an die von Bryan Adams.

Weiter

Neonazi-Vorwurf in Velberter Judoka-Verein

„Der Westen“ berichtet:

Velbert. Mit der Vorliebe des zweiten Vorsitzenden des Velberter Judoka Vereins für „nationales Liedgut“ beschäftigt sich der Sportausschuss. Der Mann soll in einer Band der rechten Szene aktiv gewesen sein, die in ihren Liedern Rudolf Heß glorifiziert.

Was Michael Schmidt am Mittwochnachmittag im Autoradio auf dem Weg zur Sportausschusssitzung hörte, amüsierte den CDU-Ratsherrn wenig. „Da wurde im Lokalfunk über einen Tagesordnungspunkt aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung berichtet, die noch gar nicht angefangen hatte.“ Die Information, ist Schmidt sicher, hatte der Funk von der Linkspartei erhalten, die die heikle Thematik bereits lange vor dem Ausschuss in die Öffentlichkeit posaunt hatte.

Vor einigen Wochen war es die „Antifaschistische Aktion Velbert“, eine gewissenhaft auf Anonymität bedachte Gruppierung im Internet, die an Hunderte Velberter und regionale Adressaten, darunter auch die Medien, Informationen über den zweiten Vorsitzenden des Velberter Judo-Clubs (VJC) lanciert hatte. Der Vorwurf: Der Judoka sei als Mitglied in Musikgruppen der rechten Szene aktiv. Somit sei er als Vereinsvorstand und Trainer von Kindern und Jugendlichen nicht geeignet.

Weiter

21.5.2011 Braunschweig: Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen! Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!


Demoaufrufe: hier und hier

The Dead Peasants Revolt – We are the Anti-fa!

19.-21.5.2011: Grauzonenkonzerte

Momentan liegen uns folgende Konzertveranstaltungen für die kommenden Tage vor, welche wir der rechtsoffenen Grauzone zurechnen würden:

- 19.-21.5.2011: „K17″/Berlin: „Substanz-Festival“ mit diversen Bands aus der Grauzone (mal mehr, mal weniger): „Oi-Melz“, „Soifass“, „Kärbholz“, „Turbolover“, „Painwords“, „Rotz und Wasser“, „Operation Semtex“, „F.B.I.“ u.a.

- 20.-21.5.2011: Drachenhausen (Brandenburg): „Spreewald Rock Festival“ – Grauzonenfestival mit jeder Menge politisch fragwürdiger Bands – u.a. „Krawallbrüder“, „Engel in Zivil“, „Kärbholz“, „Berserker“ und „Soifass“.

- 20.-21.5.2011: „Backstage“/München (Bayern): „Reclaim the Streets“-Festival – am Samstag mit jeder Menge Grauzonenbands – u.a.: „Evil Conduct“, „Razors In The Night“, „Gimp Fist“, „Booze & Glory“, „Lazy Bastards“ und „The Guv´nors“. Siehe auch: 20./21.5.2011 Backstage/München: Erneutes Grauzonenfestival von „Pogorausch“–“Brille“

- 20.5.2011: „Kombi Nünchritz“ (Sachsen): Grauzonenkonzert mit „Razors In The Night“ und „Strongbow“ (Dresden).

- 21.5.2011: „The Ace“/Berlin: Konzert zum Pokalfinale mit der Schalker Fanband „Die Knappen“ welche auch gerne zusammen mit Grauzonenbands auf einer Bühne steht und auf „Sunny Bastards“ Platten veröffentlicht…
(mehr…)

21.5.2011: Nazi- und RAC-Konzerte International

Der Oire Szene Redaktion liegen zur Zeit Hinweise auf folgende für das kommende Wochenende geplante Konzertveranstaltungen der rechten Szene vor:

- 21.5.2011: Leipzig (Sachsen): Konzert der Nazihooliganband „Kategorie C/Hungrige Wölfe“ zusammen mit der Vorband „J.H.T.B.“

- 21.5.2011: Russland: NSHC-Konzert mit den Bands „Death Penalty“, „Insurgent“, „Headshot“, „Right Choice“, „Paradise For Outcasts“.

- 21.5.2011: Italien: Die „Hammerskins“ von „Skinhouse Eventi“ veranstalten ein NS-Konzert mit „Legittima Offesa“ (Italien), „March Or Die“ (UK) und „Nativi“ (Italien).

- 21.5.2011: Tschechien: RAC-Konzert mit „Martens Army“ (Deutschland), „Operace Artaban“, „Sex Sense“ und „Prohibice“.

- 21.5.2011: Italien: „Combat 18 Italien Crew“ veranstaltet ein „Blood & Honour“-Konzert mit „Pure Blood“ (Bulgarien), „Oidoxie“ (Dortmund/NRW/Deutschland) und „Koma Etiliko“ (Italien).

- 21.5.2011: Sachsen: NS-Konzert unter dem Motto „Frühlingsfest der Volksmusik“ mit „Sachsonia“, „Uwocaus und alte Freunde“, „W.U.T.“, „Devil´s Project“ und „System Infarkt“.

- 21.5.2011: Italien: „Aemilia Rock Fest“ u.a. mit der italienischen Rechtsrockband „ZetaZeroAlfa“.

- 21.5.2011: Esquires/Bedford (UK): RAC-Konzert u.a. mit „The Warriors“.
(mehr…)

„Towerblocks“ bei „Ugly Punk“ im Interview

Die Oire Szene Redaktion verweist an dieser Stelle auf ein Ausschnitt des Interviews auf dem „Frutti di mare“-Blog – die nicht vorhandene Unterstützung für die „Towerblocks“ aus der „Oi!“-Szene und die diversen rechten Drohungen zeigen uns einmal mehr wie schlecht es um große Teile der „Szene“ bestellt ist…:

Beim Bei­spiel Kau­litz/Ma­don­na spielst Du auf die Be­lang­lo­sig­keit oder Harm­lo­sig­keit man­cher Texte im Punk­be­reich an?

Naja – ich be­zie­he mich da auf Phra­sen­ge­dre­sche in der Form von zum Bei­spiel „Ihr seid alle gegen uns, aber wir ma­chen trotz­dem wei­ter“… wer seid Ihr und was geht wei­ter??? – Das ist so be­lang­los, dass in­zwi­schen echt kei­ner mehr eine po­si­ti­ve oder ne­ga­ti­ve Ein­stel­lung dazu haben kann. Sauf­lie­der darf man ruhig mal schrei­ben – aber viel­leicht mit ein biss­chen Char­me und Humor – man kann na­tür­lich auch von an­de­ren die „wir zie­hen voll be­sof­fen durch die In­nen­stadt“ Num­mer ab­schrei­ben und dann so tun als hätte man das Rad er­fun­den. Es gibt ja auch po­si­ti­ve Bei­spie­le im deutsch­spra­chi­gen Be­reich – zum Bei­spiel stehe ich auf viele Texte der Broi­lers, denn da merkt man, das sich die Leute gern auch ein zwei­tes Mal an einen Text set­zen bevor er ver­tont wir. Wie ge­sagt wie­der­holt sich ein­fach un­ge­mein vie­les zum tau­sends­ten Mal und das lang­weilt mich. Und wenn eine Band – wie wir zum Bei­spiel – einen bis­si­gen Song á la „Kill Baby Kill Yours­elf“ macht, ist die rech­te Seite total er­grif­fen wie un­mensch­lich und re­spekt­los man sein kann und die Linke tut so, als hätte sie nix mit­be­kom­men, weil sich aus einem po­si­ti­ven State­ment zu solch einer „schwie­ri­gen“ Sache schnell ne­ga­ti­ve Kon­se­quen­zen ent­wi­ckeln könn­ten. Zum Bei­spiel müss­te man seine Mei­nung oder einen Stand­punkt mal ver­tei­di­gen oder schlim­me­res. Dann doch lie­ber be­lang­lo­se Phra­sen – das tut nicht weh und ist hin­ter­her nicht an­stren­gend… Scha­de!

Ihr habt auf dem neuen Album, du hast es ge­ra­de an­ge­spro­chen, ein Stück names “Kill Baby Kill Yours­elf“, dass ihr über den ver­stor­be­nen Sän­ger der neo­na­zis­ti­schen Band Kill Baby Kill ge­schrie­ben habt. Die rech­te Szene hat dar­auf­hin ja ei­ni­ge üble Dro­hun­gen gegen euch aus­ge­sto­ßen. Könnt ihr uns be­züg­lich des Lie­des mal ge­nau­er auf­klä­ren?

Da ist echt ne rie­sen Schei­ße pas­siert, die uns auch or­dent­lich ein Bein ge­stellt hat – aber mal von An­fang an:
Wir haben ein­fach be­merkt, das sich in un­se­rem Pu­bli­kum mehr und mehr rechts­of­fe­ne Leute tum­mel­ten. Viele Punks rann­ten dann auch mal zu rech­ten Ver­an­stal­tun­gen wie Shows von End­stu­fe oder eben KBK. Um dem gan­zen einen Rie­gel vor­zu­schie­ben, haben wir uns dann nach zehn Jah­ren dazu ent­schie­den, end­lich auch mal ein po­li­ti­sches State­ment von uns zu geben. Nun ste­hen wir aber nicht auf so plat­te Pa­ro­len wie „Nazis auf Maul“ oder „Hau ab Deutsch­land“. Der Selbst­mord von Herrn Die­t­er S., ver­bun­den mit der da­mals für uns of­fen­sicht­li­chen Tat­sa­che, das er an einem Mord von einem Schwar­zen aktiv be­tei­ligt war, war für uns dann der Auf­hän­ger. Es scheint even­tu­ell pie­tät­los einen sol­chen Text di­rekt nach dem Selbst­mord zu schrei­ben – al­ler­dings hat er sich dies­be­züg­lich, un­se­res Er­ach­tens, auf­grund des „Mor­des“ ir­gend­wie dis­qua­li­fi­ziert. Das er am Ende wohl doch nicht oder nur teil­wei­se an der Tat be­tei­ligt war, haben wir zu die­sem Zeit­punkt nicht in Be­tracht ge­zo­gen. Wie auch immer war der Text zu die­sem Thema ent­spre­chend bis­sig und es gab ein wenig Lob aber ne Menge Dro­hun­gen und Wi­der­stand zu die­sem Thema…
(mehr…)

Telly Tellz (feat. Nate57) – Mischlingskind

Brauner Dunst: Wieso viele Leipziger die NPD als anrüchiger denn je empfinden.

Die „Zeit“ berichtet:

In der Odermannstraße 8, weit im Westen Leipzigs, sieht es so aus, als verstecke die NPD sich dort vor der Welt. Meterhoch sind die Mauern ums Grundstück, über allem thront Stacheldraht, das Tor ist aus Stahl. Von außen gesehen, könnte dies ein Gefängnis sein, und manche höhnen, es seien entsprechend viele Kriminelle drin.

Man kann in der Odermannstraße die Neonazis nicht sehen, dafür sind die Mauern zu hoch. Man kann sie aber riechen. Und wahrscheinlich, sagen die Nachbarn, die das seit Monaten ertragen müssen, wahrscheinlich ist das sogar noch schlimmer. Man müsse mal einen Kanaldeckel aufschrauben und den Kopf hineinhalten, sagt jemand aus der Straße. Danach wisse man, wie für die Leute hier die NPD rieche.

Leipzig lästert über die Toilettengeschichten der NPD. Denn es gibt in der Odermannstraße 8 eine Sache, die ungeklärt bleibt: das Abwasser. Auf dem Grundstück sollen Schächte und Leitungen verstopft sein, seit Monaten beschweren sich erregte Anwohner beim Tiefbauamt über den Mief.

Weiter

22.5.2011 Ulm: Reaktionäre Rebell_innen: „National Socialist Hardcore“ – Strukturen, Akteur_innen, Inhalte

Ein Veranstaltungstipp:

Während Initiativen wie „Good night white pride“ / „Let’s fight white pride“ noch zum Ziel hatten, die Anwesenheit von Neonazis auf Hardcorekonzerten zu thematisieren und zu verhindern, stellt sich das Problem heute auch anders.

Mittlerweile gibt es eine eigene Szene mit rechtsextremen Hardcorebands, Labels, Zines und internationaler Vernetzung. Grund genug, sich das Ganze genauer anzuschauen. Wer sind die Protagonist_innen? Wie ist die Szene entstanden? Ist die Rede von einer „Unterwanderung der Hardcoreszene“ überhaupt zutreffend? Oder gibt es gar Anknüpfungspunkte, von denen aus Faschisten Brücken in ihre Szene schlagen können? Wie kann überhaupt eine Szene entstehen, die das Gerüst von Hardcore mit rassistischen, antisemitischen und rechten Inhalten füllt? Und nicht zuletzt: Was wären mögliche Gegenstrategien?

Das Recherchekollektiv „Balance the books“ hat Anfang 2009 einen Reader zum Thema „National Socialist Hardcore“ herausgegeben. Mittlerweile ist daraus die Plattform „National Socialist Hardcore“ ausschalten! entstanden, deren Ziel es ist, Informationen über diese Szene zu sammeln und die Diskussion um Gegenstrategien anzustoßen.

Informationen unter: ausschalten.wordpress.com

Los geht’s mit veganem Essen um 18:00 Uhr

Vortrag beginnt um 19:00 Uhr

infoladenulm.blogsport.de

Kaos Urbano – Los hijos de la calle

Autonome Nationalisten: Eine Szene für Nazis, die weiter Döner essen wollen

Das „Netz gegen Nazis“ hat ein Interview mit dem Wissenschaftler Jan Schedler, Autor des soeben erschienenen Handbuches „Autonome Nationalisten. Neonazismus in Bewegung“ veröffentlicht. Wir möchten euch als Oire Szene Redaktion dieses sehr umfangreiche und informative Buch wärmstens empfehlen – u.a. gibt es auch zwei sehr lesenswerte Beiträge des Rechtsrockexperten Jan Raabe in Zusammenarbeit mit Langebach zu den Themen „Die Genese einer extrem rechten Jugendkultur“ und „Jugendkulturelle Dynamik – Vom Hardcore über den NSHC zu den „Autonomen Nationalisten“:

Wer sind die Autonomen Nationalisten?

Die ‚Autonomen Nationalisten‘ (AN) sind gewaltbereite Neonazis, die sich durch die Übernahme von Codes und Aktionsformen der linken Szene auszeichnen. In Deutschland gibt es zurzeit etwa 5.600 gewaltbereite Neonazis. Diese sind größtenteils in sogenannten „Freien Kameradschaften“ organisiert, als deren grellste Erscheinungsform die AN gelten. Allerdings verschwimmen die Grenzen zunehmend. Die ersten AN entstanden im Jahr 2002 in Berlin und dem Ruhrgebiet. Große mediale Aufmerksamkeit erlangten die AN beispielsweise 2008 im Rahmen einer Demonstration in Hamburg zum ersten Mai. Journalisten, Gegendemonstranten und die Polizei wurden hier massiv von den AN angegriffen. Die Polizei gab nach den Ausschreitungen an, dass sie das Phänomen eines „Schwarzen Blocks“ von Neonazis bisher nur aus Ostdeutschland kenne, dabei lag der Schwerpunkt der AN damals wie heute in den westlichen Bundesländern.

Weiter
Siehe auch: Extrem moderne Nazis