15.7.2011 Borken (NRW): Undercoverkonzert der Naziband „Angry Bootboys“

Laut unseren Informationen soll am 15.07.2011 in Borken in der „Papiermühle“ (Am Beckenstrang 91, 46325 Borken/Westfalen), einer Kreisstadt bei Münster, die „1.Borkener Rock und Krach Nacht“ statt. Die als Oi!-Band getarnte RAC-Band „Angry Bootboys“ (Werden vom Veranstalter wie folgt angepriesen: „Die unpolitische Skinhead-Band Kids From The Streets steht mit ihren Coversongs und eigenen Stücken für „Oi!“, authentischen Streetpunk der alten Schule.“) versucht hier, unter falschem Namen aufzutreten. Als weitere Band soll „The Crashed“ spielen, deren Bassist identisch mit dem der „Angry Bootboys“ ist. Organisiert wird das Ganze von der „Midlife-Company“. Schaut man auf deren Homepage unter dem Veranstaltungsdatum 15.07. nach, kommen ein Flyer und Fotos der Bands zum Vorschein.
Auf dem Foto der Band „Kids from the streets“ (übrigens ist das ein gleichnamiger Song auf dem bisher einzigen Longplayer der „Angry Bootboys“) sind ausnahmslos die Bandmitglieder der „Angry Bootboys“ zu sehen (Quelle).
Als Hauptsponsor dieses Konzertes tritt die „Volksbank Westmünsterland“ auf. Genügend Ansatzpunkte also, damit dort antifaschistische Strukturen aus der Region im Vorfeld intervenieren können!

Ein paar Worte noch zu den „Angry Bootboys“:

Die Band aus NRW wurde im Jahr 2001 gegründet. Anlass war laut Aussage der Band u.a.:

„Gegründet wurde die Band, weil es kaum noch politisch inkorrekte Oi! Bands damals gab, die auch mit „bösen“ Bands zusammen spielen wollten und so wollte man eine Alternative zu dem ganzen Mainstream-Oi!-Dreck, der einfach nur noch angepasst ist, bilden. Wir haben uns vorgenommen, überall zu spielen, wo man uns sehen will. Die einzige Ausnahme wäre für irgendwelche Afas oder die Roten. Und so hat man zwei Jahre ohne ein vernünftiges Demo und ohne Gigs Musik gemacht und ist vor sich hingedümpelt.“


Interessant ist auch, welche Einflüsse die Band für Ihren Stil nennt – u.a. eindeutig neonazistische Bands wie „Skullhead“, „Endstufe“, „English Rose“, „Werwolf“ und „Skrewdriver“:

„Wie würdet Ihr selber Euren Stil bezeichnen, und haben Euch andere Bands beeinflusst und inspiriert?

Wir würden unseren Musikstil als Oi! bezeichnen. Beeinflüßt wurden wir von ’77 Punk über ’80ger Jahre Oi! der englischen Szene bis zum deutschen Skinhead Rock ‚n‘ Roll der frühen ’90ger.Wir spielen halt die Musik, mit der wir aufgewachsen sind. Musik, die uns bewegt hat und noch tief in unseren Herzen sitzt. Textlich schlagen wir typische Skinheadthemen an. Kritik an unser Gesellschaft und Hymnen auf die Kids der Straße. In Texten verarbeitete Alltagserfahrungen, Lieder die sich gegen die Menschenverachtende Politik der Kommunisten und Kapitalisten richtet und natürlich Songs über patriotische Themen.
Also Musik, die aus dem Leben kommt. Wir wollen niemanden zu irgendwas agitieren oder verleiteten.
Deswegen kann man bei uns auch nicht direkt von einer politischen Band sprechen. Weiterhin machen wir auch keine sinnlosen Sauf- und Ficktexte. Das würde uns fern liegen. Sondern wir singen über das, was wir selber erlebt haben und achten da auch garantiert nicht auf irgendwelche Normen. Uns liegen die „Regeln“ der heutigen Oi!-Szene fern, da das alles nichts mehr mit unserem Skinheadkult zu tun hat, sondern einfach nur ein billiger Abklatsch von diesem ist.
Beeinflusst wurden wir von Bands wie The Buisnesss, Combat 84, English Rose, Perkele, Bulldog Breed, Skullhead, Condemned 84, Bootparty, Endstufe, Werwolf, Indecent Exposure, alte Onkelz, Vortex, alte Skrewdriver, Final War und diese Liste würde ewig weitergehen.“

Auch interessant wie die Band mit allen Mitteln dann wiederum versucht einer klaren politischen Positionierung aus dem Weg zu gehen:

„Seid ihr neben euren musikalischen Engagement auch politisch aktiv? Sprich, geht ihr auf Demos, verteilt Flugblätter?

AW: Da wir als Oi! Band, keine politische Agitation in unseren Texten haben und wir eigentlich überall öffentlich spielen können, weil wir zu 100% die legale Schiene fahren, möchten wir uns dazu eigentlich weniger äußern. Es sei nur gesagt, daß wir grundsätzlich alle über eine realistische Weltanschauung verfügen.
Zu der politischen Tätigkeit äußern wir uns nicht, weil das interessiert nicht nur den Interviewleser sondern auch den Staat.“

Um sich dann allerdings bei der Frage nach ihrer aktuellen Lieblingsmusik wieder eindeutig neonazistisch orientiert zu gebärden:

„Welche Veröffentlichung hat euch 2008 am meisten überrascht und welche CD landete nach einmaligem Hören im Schrank?

Bassbär: Sturmtrupp, Noie Werte, Gigi und die braunen Stadtmusikanten
Drömmlklöbber: Faustrecht, Sturmtrupp (auch, wenn jetzt jemand mit den Zähnen knirscht – Gruß an dieser Stelle), H8machine.
Der dicke B.: 1.Sturmtrupp, 2.Rotte Charlotte, 3.Faustrecht-Recht zu hassen“

Zudem spielte die Band laut Eigenaussage in der Vergangenheit bereits zusammen mit diversen Rechtsrock- bzw. sogar NS-Bands:

„Wir hatten einige Gigs unter anderen mit Kill Baby Kill, Faustrecht, Gesta Bellica, Rotte Charlotte, Libertin, Last Chance, White Wash, Last Pride und und und….!“

Auch werden bei Liveautritten scheinbar gerne neonazistische Bands wie „Endstufe“, „Skrewdriver“, „Masterrace“ u.a. gecovert:

„Spielt Ihr live auch andere Stücke nach und welche sind das und warum die?

Ja, kommt immer drauf an wo wir spielen. Zur Zeit spielen wir von:
-Condemned 84 – Up yours! Eines der geilsten Lieder dieser Band, guter Text gegen die Medien.
-English Rose – Skins haben alle riesen Pimmel…
-Masterrace – Pulling on the Boots. Den singt unser neuer Gitarrist – Er quietscht einfach so herrlich. Haha
-Volkszorn – Stiefel auf Asphalt, den macht unser Bassist am Gesang, Stichwort Pogo und alle brüllen mit.
Und wenn die Stimmung gut ist auch mal was von Endstufe oder Skrewdriver auf die Lauscher, weil diese Bands uns seit unser Jugend begleiten.“

Zuguterletzt wurde das das letzte Album auch noch zusammen mit neonazistischen Bands wie „Hetzjagd“ aus Bremen und „Rotte Charlotte“ aus NRW aufgenommen:

„Auf Eurer Scheibe kam es zu einer Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Rotte Charlotte und Hetzjagd. Kennt Ihr Euch untereinander, oder wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Ja, wir kennen uns. Besonders zu Rotte haben wir ein sehr gutes Verhältnis. Nochmals Dank an Chris und Doc für die gesangliche Unterstützung.“

Fazit: „Angry Bootboys“ sind eine „Skinhead“-Band, die wahlweise unter dem Deckmäntelchen „Oi!“ bzw. offen auftretend als „RAC“-Band eindeutig neonazistisch orientiert sind!
Quellen: Interviews der „Angry Bootboys“ mit den neonazistisch orintierten Fanzines „Germanenblut“ (Januar 2009) und Meinungsfreiheit (Nummer 19, 2010)

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