Der braune Strippenzieher

„Publikative.org“ berichtet:

Im Zusammenhang mit der Zwickauer Zelle ist ein weiterer Verdächtiger verhaftet worden: Ralf Wohlleben aus Jena. Sollte sich der Verdacht gegen ihn erhärten, müssen sich die Behörden auf neue Vorwürfe gefasst machen. Denn der Ex-NPD-Vize gehört seit Jahren zu den bekanntesten Neonazis in Thüringen.

NPD-Funktionär, Kandidat bei mehreren Wahlen, Anmelder von Demonstrationen, Organisator von Rechtsrock-Festivals, Betreiber von Neonazi-”Weltnetzseiten”, Mitglied im “Thüringer Heimatschutz” und vorbestraft: Ralf Wohlleben gehört zu den bekanntesten Neonazis in Thüringen und ist Beobachtern bundesweit seit Jahren ein Begriff.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang vor allem:

Sprengstoffanschläge und Verbindungen zu “B&H”

Besonders aktiv war Ralf Wohlleben als Organisator von Rechtsrock-Konzerten. So fand beispielsweise im Jahr 2005 in Jena das von Wohlleben angemeldete “Fest der Völker” statt. Mehrere Hundert Neonazis feierten hier – als Redner trat erneut NPD-Funktionär Schwerdt auf. Aber auch der NPDler Patrick Wieschke sprach dort; Wieschke war im Sommer 2000, also ein Jahr vor Beginn der rechtsextremen Mordserie, an einem Anschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach beteiligt. Deswegen wurde er 2002 wegen Beihilfe zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Einer seiner ebenfalls verurteilten Mittäter ist heute bei der NPD im Wartburgkreis aktiv.

Erwähnenswert im Zusammenhang mit dem “Fest der Völker”: Dort traten auch Bands aus dem internationalen Neonazi-Netzwerk “Blood & Honour” (Blut und Ehre) auf. Wie das ARD-Magazin Monitor berichtete, führen viele Spuren der Rechtsterroristen in dieses Netzwerk, zu dem Wohlleben offenbar ebenfalls Kontakte unterhielt. Auch andere NPDler, die im Bereich Rechtsrock aktiv sind, sollen beste Verbindungen zu “B&H” unterhalten. In Deutschland ist das Netzwerk seit 2007 verboten, aber auch danach wurden noch Aktivitäten beobachtet.

Im Jahr 2006 sollte beim “Fest der Völker” übrigens auch die Neonazi-Band “Gigi und die braunen Stadtmusikanten” auftreten, über die tagesschau.de und Publikative.org wegen ihres Lieds “Döner-Killer” zuletzt berichteten. Das Festival wurde aber schließlich untersagt, da es wegen der WM 2006 zu wenig Polizei gab.

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