Die braune Straße

Der „blick nach rechts“ schreibt:

Ende Februar feiert die Kneipe „Zum Henker“, Berlins wichtigster Neonazi-Treffpunkt, den dritten Geburtstag. Mittlerweile gibt es in direkter Nachbarschaft der Gaststätte noch weitere Unternehmen der extrem rechten Szene.

Der Kiez um die Brückenstraßen im Berliner Stadtteil Schöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick wird flankiert zwischen der S-Bahntrasse und der B 96 a auf der einen und der Spree auf der anderen Seite. Die weitere Umgebung ist von Industriebrachen geprägt. Die Nachbarschaft gehört zu den billigsten Altbauquartieren in Berlin. Es ist einfach, an Gewerbeimmobilien zu kommen. Die Ortsteile Nieder- und Oberschöneweide waren schon jeher Aktionsschwerpunkte der rechtsextremen Szene im Bezirk. Die NPD erzielte hier zur Bezirksverordnetenwahl am 18. September 2011 zwischen 5,3 und 11,6 Prozent der Stimmen. Im gesamten Bezirk Treptow-Köpenick erhielt die Partei mit 5398 Stimmen 4,5 Prozent. Im Straßenbild findet sich regelmäßig rechtsextreme Propaganda. Bei zivilgesellschaftlichem Protest sind sofort Neonazis aus der Umgebung vor Ort.

Seit knapp drei Jahren hier existiert die von Außen mit Eisenplatten gesicherte Gaststätte „Zum Henker“. Wirt ist der 1969 in London geborene Neonazi Paul Stuart Barrington. Er ist seit Jahren in der örtlichen Szene verankert. Ihm zur Seite steht Danny Leszinski, welcher ursprünglich aus Potsdam stammt. Leszinski gehörte dort zu dem Personenkreis, welcher in die Internetseite „Anti-Antifa-Network“ involviert war.
„Odin Trunk“ und „88 Cent“-Partys

In dem Lokal „Zum Henker“, das Ende Februar den dritten Geburtstag feiert, wird das Neonazisein mit Getränken wie „Himla“, „C4“ – benannt nach einem Sprengstoff – und dem Bier „Odin Trunk“ kultiviert. Hier werden „88 Cent“- Partys und Informationsveranstaltungen für die Szene ausgerichtet. Zuletzt sollte hier am 14. Januar eine „Bombenholocaust-Andachtsfeier“ anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg durchgeführt werden. Am 30. Dezember vergangenen Jahres fand nach Angaben der örtlichen Antifa im „Henker“ ein „Liedermacherabend“ statt. Es spielten die Neonazi-Band „Thors Rache“ mit Unterstützung von „Infestus“ auf Einladung von „Paul und Denny“. Anwesend waren Michael „Lunikoff“ Regener, „Tätervolk“ und Gordon Bodo Dreisch alias „Midgards Stimme“. Dieser hatte im Oktober auf seiner CD „Krieg bis zum Sieg“ ein Lied für den „Henker“ eingespielt.

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