Das Erbe der „Böhsen Onkelz“: „Ich dulde keine Kritik an diesem heiligen Land“

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt:

Die Popkultur der Neonazis erfindet sich stets neu: Seit sich die Erfolgsband „Böhse Onkelz“ vom Rechtsradikalismus losgesagt hat, springen vermeintlich unpolitische Bands in die Bresche des „Identitätsrocks“. Die Südtiroler Band „Frei.Wild“ ist eine davon – und erobert mit Nationalismus die großen Bühnen.

„Süüüd-tiii-roool!“ Gebrüllt aus 12 000 Kehlen, vor einigen Wochen in der Stuttgarter Schleyerhalle. Die Band Frei.Wild aus eben jenem Südtirol war mit ihrer „Die Welt brennt“-Tour durch deutsche Großstadt-Hallen unterwegs – Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Hamburg. Die Botschaft der norditalienischen Deutschrocker ist völkisch und nationalistisch geprägt. Das „Heimatland“ besingen sie als „Herzstück dieser Welt“, auf das „schon unsere Ahnen mächtig stolz“ gewesen sind: „Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik, an diesem heiligen Land, das unsere Heimat ist.“

Der Gruppe ist es gelungen, sich bei Rockfestivals wie in Wacken zu etablieren, mit Identitätsrock, einem Genre, das aus der Neonazi-Szene bekannt ist. So erklärte die inzwischen aufgelöste Esslinger Rechtsrock-Initiative „Identität durch Musik“, der deutsche Ableger der europäischen Identitätsrock-Bewegung: „Die Identitätsrock-Bands verfolgen das grundsätzliche Ziel, mit ihren Texten Denkanstöße zu politischen Problemen zu geben, nationale Inhalte zu vermitteln und dabei diese Inhalte so weit wie möglich aus der politischen Isolation herauszubekommen.“

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