Archiv für Oktober 2012

Alles nur Fassade? Oder: Wie „rechts“ sind Frei.Wild wirklich?

Thomas Kuban schreibt in einem sehr lesenswerten Beitrag zum Thema „Frei.Wild“ folgendes (Die Analyse trifft haargenau auch auf einige andere Grauzonenbands zu – u.a. auf die „Krawallbrüder“, welche gerade ebenfalls auf Tour sind und es zwischenzeitlich erschreckenderweise auf Platz 16 der deutschen Top 100 Charts geschafft haben!):

Frei.Wild sind in aller Munde. Nicht nur, dass die umstrittene Band mit ihrer aktuellen CD auf Platz 2 der deutschen Charts eingestiegen ist, auch auf die Feststellung des Undercover-Rechercheurs und Autors Thomas Kuban, dass sich die Gruppe mit eben jener CD in Rechtsrock-Gefilden bewege, haben die Frei.Wild-Mitglieder wie unzählige ihrer Fans verärgert bis wütend reagiert. Dabei sind die Anspielungen und Andeutungen kaum zu übersehen. Ein Gastbeitrag von Thomas Kuban.

Mit ihrer neuen CD „Feinde Deiner Feinde“ taucht die Identitätsrockband Frei.Wild vollends in Rechtsrock-Gefilde ein. Nationalistische und von völkischem Denken geprägte Texte hatten einige Lieder der Band schon bisher – auf der neuen CD finden sich obendrein antisemitische und geschichtsrevisionistische Textfragmente, in Form von Anspielungen und Andeutungen. Das handhaben auch Neonazi-Bands so, die sich mit ihren Liedern nicht strafbar machen wollen.

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Newtown Neurotics – „Wake Up“

Vom militanten Neonazi zum Rockerchef

Der „blick nach rechts“ schreibt:

USA (Wood River/Illinois) – Ein früherer Rechtsterrorist und KuKluxKlan-Kader führt jetzt eine rassistische Biker-Gang an.

Der heute 50-jährige Dennis Michael McGiffin, wohnhaft in Wood River, Illinois, ist neuerdings Präsident des „Sadistic Souls Motorcycle Clubs“ (SS-MC), einer rassistischen Biker-Gang, die 2010 gegründet wurde. Bei der Aufnahme in die Biker-Gang muss der Antragsteller versichern, dass er Christ ist. Homosexuellen, Juden, Schwarzen und Mexikanern bleibt die Aufnahme verwehrt.

Im Juli dieses Jahres vereinigte sich die rund zwei Dutzend Personen umfassende SS-MC mit der von Morris Gulett geführten neonazistischen Gruppe Aryan Nations. McGiffin hatte bereits früher den Aryan Nations angehört. „Ich bin den Aryan Nations beigetreten, weil hier noch konkrete Aktionen gestartet werden“, hatte McGiffin kurz vor seiner Verhaftung im Jahr 1998 verkündet.

McGiffin, zugleich Mitglied des Führungsgremiums der „Knights of the KuKlux-Klan“, der ältesten Klan-Organisation, war 1998 gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern von „The New Order“ verhaftet worden. Er gehörte in den 90er Jahren zu den Führungsköpfen der neonazistischen Gruppe „The New Order“, benannt nach der in den 80er Jahren operierenden rechtsterroristischen Neonazi-Untergrundgruppe „The Order“.

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9./10.11.2012: „Feierwerk“/München: 20 Jahre Missbrauch

Eine Ausgehempfehlung der Oire Szene Redaktion:

Mehr Infos gibt es hier.

Lattekohlertor – Die Disco geht weiter

Frei.Wild – “unpolitischer” Hass auf “Gutmenschen”

„Publikative.org“ berichtet zum Thema „Frei.Wild“:

Frei.Wild fühlt sich verfolgt: Der Journalist Thomas Kuban hat es gewagt, die nationalistischen Texte der Band zu kritisieren, nun schlagen die Deutschrocker zurück. Kuban sei gar kein richtiger Journalist, urteilt die Band. Ein Angriff auf persönlicher Ebene, da sich der Nationalismus in den Texten nur schwer leugnen lässt. Frei.Wild-Sänger Burger weiß zudem Erstaunliches zu berichten: Seine ehemalige Band Kaiserjäger sei unpolitisch gewesen.

Unpolitisch ist im Vokabular von Frei.Wild, deren Fans und ähnlichen Bands ein zentraler Begriff. “Die Band sieht sich als normale Rockband mit lebensnahen, lebensbejahenden Songs fern jeder ideologisch/ politischer Haltung.” Das verkündete Frei.Wild in einer Stellungnahme zu Kubans Kritik an der Band in der ARD-Sendung Günther Jauch.

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Frei.Wild-Dossier

Die „Antifa Meran“ hat ein Dossier zu „Frei.Wild“ zusammengestellt:

Die aus Südtirol stammende Band Frei.Wild sorgt aufgrund ihrer politischen Texte immer wieder für kontroversen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Hintergrundinformationen bereit zu stellen und zugänglich zu machen. Dieses Dossier wird laufend aktualisiert und erweitert.

Was unsere Einschätzung der Band betrifft, so lassen sich vier Punkte festhalten:

1. Der Sänger Philipp Burger stammt ursprünglich aus einem rechtsextremen Milieu, er hat für die rechtsextreme Band „Kaiserjäger“ gespielt. Danach engagierte er sich bis 2008 für eine rechtspopulistische Partei in Südtirol.

2. Die Band vertritt vor allem in ihren ersten Songs und Interviews eine nationalistische Haltung, die aus entsprechenden Diskursen in Südtirol stammt: Die relative Minderheitenposition der deutsch sprechenden EinwohnerInnen in Italien ist für Nationalismen leicht anschlussfähig.

3. Die Band hat infolge ihres Erfolges und der Kommerzialisierung ihre politischen Ambitionen etwas in den Hintergrund gerückt und auch ihren Stil popkulturell angepasst.

4. Nichtsdestotrotz verbreiten sie in ihren Texten nationalistische Positionen, die verglichen mit anderen Bands nicht als radikal zu bezeichnen sind, sondern vielmehr subtil präsent sind. Durch die große Breitenwirkung der Band birgt dies nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential.

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Sie wollten frei sein

Der „blick nach rechts“ schreibt:

Der Kampf der Edelweißpiraten im Westen Deutschlands gegen den Nazi-Terror.

Stand in den ersten beiden Jahrzehnten nach 1945 in Westdeutschland zunächst der Widerstand von Offizieren (20. Juli 1944) und Intellektuellen (Kreisauer Kreis, Weiße Rose, Dietrich Bonhoeffer, Kardinal Galen) und in der DDR der Widerstand von Kommunisten gegen den Nationalsozialismus im Mittelpunkt des Interesses, so hat sich ab etwa 1970 der Blick erweitert. Verstärkt wurde nun auch der Widerstand der so genannten einfachen Leute erforscht. Damit gerieten auch die überwiegend aus der Arbeiterschaft stammenden Edelweißpiraten in Köln, Düsseldorf und anderen westdeutschen Städten in den Fokus.

Die Edelweißpiraten sind auch Thema des gleichnamigen Jugendromans von Dirk Reinhardt. Auf der Basis gründlicher Recherchen und der Auswertung zahlreicher auch autobiografischer Quellen schildert der Verfasser Motive und Handlungen der Edelweißpiraten in den Jahren 1941 bis 1945. Um die Geschichte jüngeren Leserinnen und Lesern näher zu bringen, erfindet der Autor einen 16 Jahre alten Jugendlichen, der einen alten Mann kennenlernt. Dieser gibt ihm sein Tagebuch zu lesen.

In diesem Tagebuch, Kern des Romans, hat der Mann in den Jahren 1941 bis 1945 seine Erlebnisse als Kölner Edelweißpirat detailliert und präzise festgehalten. Diese literarische Konstruktion mag nicht so recht überzeugen – der Edelweißpirat ist 1941 ein 14-jähriger Jungarbeiter, auch die Angst vor Entdeckung dürfte der Abfassung ausführlicher Tagebucheintragungen entgegengestanden haben. Allerdings gelingt es Reinhardt, das Leben Jugendlicher in den Kriegsjahren überaus anschaulich darzustellen.

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The Slackers – Everyday is sunday

Moabit: Moabiter Grauzonen

Das „Auf die Pelle rücken“-Bündnis schreibt:

Ein Nachbereitungstext zu den Vorgängen um das verhinderte Konzert NS-affiner Bands in den Räumen des Slaughterhouse e.V. in Moabit.

Am 20. September 2012 sollte die finnische Black Metal Band „Horna“ mit Unterstützung der Bands „Tortorum“ und „Blacklodge“ in den Räumen des „Slaughterhouse e.V.“ unter dem Dach der Kulturfabrik Moabit aufspielen.

Auf den ersten Blick ist daran nichts ungewöhnliches festzustellen, schließlich finden in dem sich als „multikulturell“ verstehenden Veranstaltungsraum regelmäßig Konzerte verschiedenster Genres statt. Von Ska über Hiphop, bis hin zu besagtem Black Metal. Doch die geplante Veranstaltung fiel Antifaschist_innen unangenehm auf, denn die Europatour der Band Horna, in deren Rahmen das geplante Konzert stattfinden sollte, wurde vom Label „World Terror Commitee Productions“ organisiert. Bei W.T.C. Productions handelt es sich um das Label des Neonazis Sven Zimper, Mitglied der berüchtigten thüringischen „National Socialist Black Metal“ (NSBM) Band „Absurd“, die unter den neonazistischen Anhänger_innen des Black Metal Kultstatus genießt. Weitere Recherchen ergaben, dass auch die angekündigten Bands, insbesondere der Headliner des Abends Horna, unübersehbare Schnittmengen ins neonazistische Lager aufweisen.

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Nazigewalt in Bernau gestiegen

Die „Antifa Barnim“ schreibt:

Antifaschist_innen verteilten in der Stadt Flyer um über Naziaktivitäten aufzuklären

Die Gewalt durch Nazis ist in Bernau in den letzten Monaten massiv angestiegen. Innerhalb von vier Monaten kam es zu mehreren Körperverletzungen, Schmierereien und Sachbeschädigungen. Am Freitag und Samstag verteilten Antifaschist_innen in Bernau 10.000 Flyer, in denen auf die Zunahme der Gewalt aufmerksam gemacht wurde. Auch diverse Naziaufkleber wurden beseitigt.

Täter keine Unbekannten: Ein kurzer Überblick

Bisher hat die Polizei nur wenige der Täter ermittelt, obwohl Zeug_innen die Täter benennen konnten und die Nazis sich selbst öffentlich zu erkennen geben. Wir wissen: Die Angreifer sind seit Jahren in der lokalen und regionalen Naziszene aktiv. Sie stammen aus der NPD und einer Naziclique, die sich selbst „Barnimer Freundschaft“ nennt.

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26.10.-31.10.2012: Grau – und Braunzonenkonzerte International

An dieser Stelle gibt es rückblickend unsere wöchentliche Übersicht über Konzerte aus der musikalischen Grau- und Braunzone:

Grauzone:

- 26.10.2012: „Lindenhof“/Ellrich: Grauzonenkonzert mit den „Krawallbrüdern“ u.a.

- 27.10.2012: „Live Factory“/Adelsheim: „Feuer & Eis Festival 4″ mit diversen Grauzonenbands wie den „Krawallbrüdern“, „Unantastbar“, „Saitenfeuer“, „BRDigung“, „Hämatom“, „AndiOlliPhillipp“, „Thekenproleten“, „Unherz“, „Explizit“ und „Plan Z“.

- 27.10.2012: „Klex“/Greifswald: „Oi! The Punkrockparty #8″ präsentiert von den „Greifswald Skins“. Es wurde u.a. die Grauzonencombo „Natty Matter“ angekündigt.

- 29.10.2012: „Hirsch“/Nürnberg: Grauzonenkonzert mit den „Krawallbrüdern“ u.a.

- 30.10.2012: „Kesselhaus“/Berlin: Grauzonenkonzert mit den „Krawallbrüdern“ u.a.

- 31.10.2012: „Riders Cafe“/: Grauzonenkonzert mit den „Krawallbrüdern“ u.a.

Braunzone:

- 27.10.2012: Bozen/Italien: „Hardcore Contest“ – NSHC-Festival mit den Nazibands „Green Arrows“, „Ribelli D´Indastria“, „Drizzatorti“, „No Prisoner“, „Blind Justice“ und „Still Burnin´ Youth“.

- 27.10.2012: Ostdeutschland: „RAP´N´Rechtsrock“ – Nazikonzert mit dem NS-HipHop-Act „Enesess“, der Rechtsrockband „SKD“ und „Wiesel & Die Legionäre“ („Blutbanner“).

- 27.10.2012: Gasthof im nordsächsischen Staupitz: „KDM“ präsentiert unter dem Motto „We Love To Entertain Us“ ein NSHC-Konzert welches international vom neonazistischen Musiknetzwerk „Blood & Honour“ beworben wurde mit den Bands „Moshpit“, „Painful Awakening“, „Thrima“ und „Backstab“ (Ungarn).

- 27.10.2012: Ungarn: „Blood & Honour“-Konzert unter dem Motto „Ungarisch-Kroatische Freundschaft“ mit den Nazibands „Kitörés“, „Vanguard“, „Onogur“ und „Strong Survive“.

- 27.10.2012: „Casaggi“/Florenz (Italien): Konzert mit der italienischen Rechtsrockband „Aurora“.

The One Droppers – Shake Your Legs

Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle

Die „WAZ“ berichtet:

Dortmund. Die Böhsen Onkelz waren gestern, heute erobern „Frei.Wild“ aus Südtirol mit ihrem Nationalismus die Bühnen, so auch im November die Westfalenhalle. Mit ihrer rechtslastig geprägten Musik haben sie schon das Open Air in Wacken gespielt. Die Polizei hat die Band und ihre Fans „im Blick“.

Die Böhsen Onkelz waren gestern, jetzt erobern „Frei.Wild“ aus Südtirol mit ihrem Nationalismus die großen Bühnen, so auch am 1. November die Westfalenhalle. Auch auf dem weltgrößten Metal-Festival in in Wacken hat die Band bereits gespielt. „Wir haben uns im Vorfeld bei anderen Veranstaltern informiert, etwa in Stuttgart oder auch in Essen“, betont Westfalenhallen-Sprecher Dr. Andreas Weber. „Dort waren es ganz normale Rockkonzerte.“ Demgegenüber betont Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Dortmunder Polizei: „Uns ist bekannt, dass die Band rechtslastig ist. Wir haben sie im Blick.“

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Weitere Termine der bevorstehenden „Frei.Wild“-Tour – sucht Euch die e-Mailadressen oder Telephonnummern der jeweiligen Locations raus und protestiert gegen die Konzerte oder überlegt Euch eigene Protestformen:

- 1.11.2012: „Westfallenhalle“/Dortmund
- 2.11.2012: „Maimarkthalle“/Mannheim
- 3.11.2012: „Donau Arena“/Regensburg
- 4.11.2012: „Arena“/Chemnitz
- 9.11.2012: „Gasometer“/Wien (Österreich)
- 10.11.2012: „Zenith“/München
- 11.11.2012: „Hallenstadion“/Zürich (Schweiz)
- 22.11.2012: „02 Arena“/Hamburg
- 23.11.2012: „Velodrom“/Berlin
- 24.11.2012: „Messehalle“/Rostock

»… im Falle X kaltgestellt«

Die „Junge Welt“ schreibt:

Vor 60 Jahren flog in der BRD eine staatlich geförderte Untergrundarmee aus alten Nazis auf. Eine Geschichte von frappierender Aktualität

Zur Verteidigung anstatt zur Aushöhlung der bürgerlichen Demokratie beizutragen, ist für einen Ministerpräsidenten hierzulande längst keine Selbstverständlichkeit. Insofern nötigt einem die Rede des Georg August Zinn (SPD) vom 8. Oktober 1952 vor dem hessischen Landtag Respekt ab. Es ging um die Enthüllung einer geheimen Armee aus ehemaligen Nazioffizieren, mitfinanziert aus den USA und gedeckt von westdeutschen Stellen. Die Aufdeckung der Strukturen, die erst später mit der NATO und der Geheimarmee Gladio in Verbindung gebracht werden sollten, war ein Affront. Zinn agierte »ohne Rücksicht auf den sehr starken amerikanischen Druck, der ihn davon abbringen sollte«, so der Historiker Daniele Ganser.1 Der Öffentlichkeit war er dies schuldig, stand doch das politische Klima in Hessen im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Restauration. Drei Indizien: 1. In einer Volksabstimmung votierten 1946 zum Mißfallen der US-Militärbehörde 72 Prozent für weitreichende Sozialisierungen. 2. Emil Carlebach, ehemaliger KZ-Häftling und für die KPD im Landtag, wurde auf Anweisung von Militärgouverneur Lucius D. Clay aus der Frankfurter Rundschau entfernt, wie bis 1947 alle kommunistischen Redakteure. 3. Im Landtag gab es eine Mehrheit links der Mitte. Viele Sozialdemokraten, teils aus der Emigration gekommen, strebten einen demokratischen Aufbau an – ohne antikommunistische Schranken.

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The Rancors – Aufbacksemmeln

RechtsRock boomt in Sachsen

„Publikative.org“ schreibt:

In Sachsen finden im Bundesvergleich mit Abstand die meisten extrem rechten Konzerte statt, allein im vergangenen Jahr spielte sich fast ein Viertel davon in einem Gasthof im nordsächsischen Staupitz ab. Die Ortschaft unweit der Stadt Torgau ist in den letzten Jahren zu einem der landesweit wichtigsten Orte für extrem rechte Konzerte geworden. Mit „Moshpit“ und „Painful Awakening“ standen dort am Samstagabend gleich zwei der bekanntesten Bands aus dem extrem rechten Hatecore-Spektrum auf dem Programm.

„We play NS-Hardcore“ und „We live the NS-Hardcore“: In einem Interview der US-amerikanischen Frauenorganisation „Women für Aryan Unity“ hatte die Formation „Moshpit“ aus dem thürinigischen Altenburg bereits 2004 deutlich gezeigt, wo sie sich verortet. Mit der Verwendung traditioneller Hardcore-Elemente gibt sich die Band uneindeutig und ist nicht gleich der Szene zuzuordnen, auch wenn sie sich bei verschiedenen NPD-Events und Veranstaltungen der „Freien Kräfte“ wie dem „Fest der Völker“ 2008 als Teil der extrem rechten Subkultur präsentiert. Auch die seit 2007 in Erscheinung getretene Band „Painful Awakening“ aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern hat Erfahrung mit Auftritten vor einem größeren Publikum. Nachdem die Band 2009 bereits beim „Winterfest der nationalen Bewegung Sachsen Anhalt“ gespielt hatte, machte sie sich mit ihrer Teilnahme am „Day of Honour“ in Budapest einen Namen. Dabei handelte es sich um ein Aktionswochenende zu Ehren von Wehrmacht und Waffen-SS, das vom „Blood&Honour“-Netzwerk organisiert wurde. Kein Wunder also, dass das Konzert in Staupitz auch auf der Seite der englischen „Blood&Honour“-Sektion angekündigt wurde, immerhin war aus ihrem Netzwerk bereits im März dieses Jahres eine ungarische Band in Staupitz aufgetreten.

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Musik macht gefügig

Ein Beitrag des „Deutschlandradios“ zum Thema Rechtsrock:

Europaweit gibt es Neonazi-Bands, doch nirgends sind sie so zahlreich und haben so viele Fans wie in Deutschland. Ihre Verwurzelung in der rechten Szene ist besonders im Zusammenhang mit den NSU-Morden und dem Sänger Daniel Giese deutlich geworden.

Mitte Oktober verurteilte das Amtsgericht Meppen den Musiker Daniel Giese wegen Volksverhetzung zu sieben Monaten auf Bewährung. Der Sänger der Neo-Nazi-Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ hatte in einem Lied die Morde der NSU verherrlicht. Und zwar bereits bevor die Täter bekannt wurden. Initiativen gegen Rechtsextremismus hatten Daniel Gieses menschenverachtenden Liedtexte schon immer kritisiert, doch die Kritik blieb in der Öffentlichkeit unbeachtet.

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Link zum Radiobeitrag

IchSucht – Nicht mit uns

Ein weiterer Antigrauzonen-Song:

Lyrics:
Es wird sich überall breit gemacht,
reingeschlichen und freundlich angelacht
neutrale Mitte Prolls den Verstand im Sack
rechtsoffene Spinner Hand in Hand
Es wird zwischendurch zu viel toleriert
und gemeinsam organisiert
Konzerte ohne Linie, voll mit Idioten
es wird Zeit das etwas passiert

Wir feiern, wir spielen, wir reden nicht mit euch
Ihr könnt uns mal am Arsch – denn Ihr habt hier nichts verloren
Wir singen dieses Lied, denn wir teilen nichts mit euch
Ihr könnt uns mal am Arsch – denn Ihr habt hier nichts verloren

Es gibt kein Dazwischen und kein vielleicht
mit euch wird überhaupt nichts geteilt
Kein Platz, kein Raum für euren Grauzonenscheiß
keine Nazisympathien wir sind euch leid
UND IHR BEKOMMT HIER NICHTS KAPUTT
Konsequent alles im Blick
verlorenen Haufen angespuckt und rausgeschickt
klare Position, dass ist der Trick

Wir feiern, wir spielen, wir reden nicht mit euch
Ihr könnt uns mal am Arsch – denn Ihr habt hier nichts verloren
Wir singen dieses Lied, denn wir teilen nichts mit euch
Ihr könnt uns mal am Arsch – denn Ihr habt hier nichts verloren

Das Böse lebt zwischen Wismar und Grevesmühlen

Die „Welt“ schreibt:

Ein geheimes Papier zeigt, dass sich besonders viele Rechtsextremisten in Mecklenburg- Vorpommern eingenistet haben. Wie sieht es aus an diesen Orten, an denen sich die Unkultur ausgebreitet hat?

Das Böse hat sich in eine Sackgasse verzogen, im Nirgendwo zwischen Wismar und Grevesmühlen. Ein paar halb verfallene Häuser liegen links und rechts vom Pflastersteinweg, am Gebäude ganz hinten rechts prangt ein Schild mit dem Motto des Seeräubers Klaus Störtebeker an der überdachten Terrasse: „Lever dood as slaav.“

„Wir sagen nichts“, ruft ein Mann in einer schwarzen Lederweste, er trägt einen grauen Spitzbart und einen Zopf. Links und rechts werfen Anwohner böse Blicke auf die unerwünschten Besucher, die zu dieser einzigartigen Nazi-Kommune gekommen sind. Willkommen in Jamel, dem 120-Seelen-Ort, der seine Besucher mit einem ganz besonderen Bild auf einer Garagenwand begrüßt. Es zeigt eine heile Familie im Stile der NS-Propaganda; Vater, Mutter, viele blonde Kinder. Untertitel: „Dorfgemeinschaft Jamel. Frei, sozial und national.“

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