Sie wollten frei sein

Der „blick nach rechts“ schreibt:

Der Kampf der Edelweißpiraten im Westen Deutschlands gegen den Nazi-Terror.

Stand in den ersten beiden Jahrzehnten nach 1945 in Westdeutschland zunächst der Widerstand von Offizieren (20. Juli 1944) und Intellektuellen (Kreisauer Kreis, Weiße Rose, Dietrich Bonhoeffer, Kardinal Galen) und in der DDR der Widerstand von Kommunisten gegen den Nationalsozialismus im Mittelpunkt des Interesses, so hat sich ab etwa 1970 der Blick erweitert. Verstärkt wurde nun auch der Widerstand der so genannten einfachen Leute erforscht. Damit gerieten auch die überwiegend aus der Arbeiterschaft stammenden Edelweißpiraten in Köln, Düsseldorf und anderen westdeutschen Städten in den Fokus.

Die Edelweißpiraten sind auch Thema des gleichnamigen Jugendromans von Dirk Reinhardt. Auf der Basis gründlicher Recherchen und der Auswertung zahlreicher auch autobiografischer Quellen schildert der Verfasser Motive und Handlungen der Edelweißpiraten in den Jahren 1941 bis 1945. Um die Geschichte jüngeren Leserinnen und Lesern näher zu bringen, erfindet der Autor einen 16 Jahre alten Jugendlichen, der einen alten Mann kennenlernt. Dieser gibt ihm sein Tagebuch zu lesen.

In diesem Tagebuch, Kern des Romans, hat der Mann in den Jahren 1941 bis 1945 seine Erlebnisse als Kölner Edelweißpirat detailliert und präzise festgehalten. Diese literarische Konstruktion mag nicht so recht überzeugen – der Edelweißpirat ist 1941 ein 14-jähriger Jungarbeiter, auch die Angst vor Entdeckung dürfte der Abfassung ausführlicher Tagebucheintragungen entgegengestanden haben. Allerdings gelingt es Reinhardt, das Leben Jugendlicher in den Kriegsjahren überaus anschaulich darzustellen.

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