Archiv für Januar 2013

The Minstrels – Yours Until Tomorrow

Brandanschlag in Vorarlberg: Polit-Hintergrund möglich

Der österreichische „Standard“ schreibt:

Nach dem versuchten Brandanschlag auf ein Flüchtlingsquartier in Vorarlberg warnen Kenner der rechten Szene davor, eine politische Motivation der mutmaßlichen Täter auszuschließen

Bregenz – Die beiden mutmaßlichen Täter von Batschuns/Zwischenwasser warten in der Justizanstalt Feldkirch auf die Entscheidung der Untersuchungsrichterin. Wegen Tatbegehungsgefahr, der Möglichkeit einer weiteren Tat, beantragte die Staatsanwaltschaft die Verhängung der Untersuchungshaft. Details zu den Ermittlungen wegen versuchter Brandstiftung werden nicht kommuniziert.

Wie der Standard berichtete, versuchten die beiden Sonntagnacht durch eine mit Benzin gefüllte Flasche das Holzhaus, in dem 23 Menschen wohnen, in Brand zu stecken. Was die Aussagen zum Motiv der 21 und 24 Jahre alten Männer betrifft, hält man sich bedeckt. Die Polizei spricht von spontaner Handlung unter Alkoholeinfluss.
Tatzeipunkt möglicherweise kein Zufall

Beobachter der rechten Szene in Vorarlberg halten es für keinen Zufall, dass der Brandsatz gegen das Flüchtlingshaus ausgerechnet am internationalen Holocaustgedenktag passiert ist. Der Tatzeitpunkt könnte auf eine bewusst geplante, politisch motivierte Tat überzeugter Neonazis hindeuten, vermutet die Gruppe Antifa Xi-Berg. Die Männer gehören nicht zur organisierten Szene, sagt die Polizei.

Die Vorarlberger Neonazi-Szene ist international vernetzt, wird von der hiesigen Blood-&-Honour-Division dominiert. Der gelang es 2002, ein Rechtsrock-Konzert mit 1000 Besuchern zu organisieren. Immer wieder kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Rockern, 2009 mit tödlichen Ausgang für einen Skin. Um Blood & Honour ist es ruhig geworden seit einige des 20 Personen starken harten Kerns im Gefängnis sitzen.

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Siehe auch: Presseaussendung zum Brandanschlag in Batschuns

Wenn Nazis Rocker spielen

Die „Jungle World“ schreibt:

Seit 30 Jahren gibt es die »Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft«. Auch wenn die Gruppe sich wie ein Club von Motorradrockern inszeniert, ist sie doch eher in der extrem rechten Szene Berlins zuhause.

Wenn von der Brückenstraße im Berliner Stadtteil Schöneweide die Rede ist, die sich in den vergangenen Jahren mit Läden wie dem »Zum Henker« oder dem »Hexogen« zu einem Schwerpunkt der lokalen Neonaziszene entwickelt hat, dann geht es immer auch um die »Vandalen«.

Gegründet wurde diese »ariogermanische Kampfgemeinschaft« – so die Selbstbezeichnung – 1982 in der Ostberliner Heavy-Metal-Szene, und schon die Stasi hatte in den achtziger Jahren ein Auge auf sie. Als Gründungsväter gelten nach Angaben des Antifaschistischen Infoblatts Jens K. und Michael Regener. Regener gelangte später unter dem Namen Lunikoff – benannt nach dem Billigwodka Lunikoff – zu Berühmtheit und war Frontmann der Neonazi-Kultband »Landser«. Mit Songtiteln wie »Zigeunerpack«, »Schlagt Sie tot« und »Arische Kämpfer« brachte es die Band auf rund ein Dutzend Alben, bevor sie 2001 nach fast zehn Jahren des konspirativen Schaffens mittels des Paragraphen 129 vor Gericht gestellt wurde. Im März 2005 verhängte in letzter Instanz der Bundesgerichtshof in Karlsruhe für diverse Straftaten eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten gegen Regener.

Belastet hatte ihn dabei zunächst unter anderem der Dresdner Neonazi Thomas Starke. Dieser zog jedoch seine Aussage zurück, nachdem, wie das Antifaschistische Infoblatt berichtete, Regeners Vandalen-Kamerad Jean-René B. ihn zuhause aufgesucht und im Hausflur angegriffen hatte. Gut zehn Jahre später brachte eben dieser Starke den heutigen Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) in Schwierigkeiten, weil er jahrelang als V-Mann des Berliner LKA geführt wurde. Starke hatte sogar Hinweise zum NSU geliefert, die aber nicht weiterverfolgt wurden.

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The Termites – My Last Love

Ungelöstes Problem

Die „taz“ berichtet:

„Top Angebote“ und „kommt vorbei“: In roten Lettern wirbt Norddeutschlands größter Szeneladen auf seiner Homepage für den großen Ausverkauf. Nach über acht Jahren will Stefan Silar „Streetwear Tostedt“ zum Februar schließen. Dann ist in der niedersächsischen Gemeinde erst mal Schluss mit dem Verkauf in der rechtsextremen Szene beliebter Modemarken und passender Musik.

Von klammheimlicher Freude ist beim örtlichen „Forum für Zivilcourage“ nichts zu bemerken. Aber die darin organisierten Vertreter von Verwaltung und Kirche, Schule und Polizei sind „erleichtert“: Seit Jahren haben sie mit unterschiedlichen Angeboten der rund 30-köpfigen rechtsextremen Szene entgegen gearbeitet. Auch Antifa-Initiativen wurden in Tostedt immer wieder aktiv – nicht zuletzt vor dem Szene-Treffpunkt „Streetwear“.

Dabei wurden Demonstranten und Polizisten von Silars Kameraden angriffen, Gerichtsverfahren folgten. Silar selbst stand wegen schweren Landfriedensbruchs vor dem Landgericht Stade: Mit einem Messer in der Hand war er auf Protestierende zugestürmt.

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Frei.Wild-Fans gehen auf Jennifer Rostock los

Via „Störungsmelder“:

Jennifer Rostock verbitten sich T-Shirts von Frei.Wild und den Böhsen Onkelz auf ihren Konzerten. Auf Facebook erntet die Band böse Kommentare und Drohungen – von Gaskammern ist die Rede.

Die Band Jennifer Rostock erlebt auf Facebook gerade ihren ersten Shitstorm: Über 6.000 Kommentare sind in den letzten drei Tagen zusammengekommen. Auslöser war die Aussage der Band, sie wolle auf ihren Konzerten nie wieder Leute mit T-Shirts der Böhsen Onkelz oder von Frei.Wild sehen. Denn, so schreibt Jennifer Rostock: “Auch wenn Frei.Wild sich selbst als ‘unpolitisch’ bezeichnen, findet ihre Musik gerade in der rechtsextremen Ecke viel Anklang, da die Texte große Identifikationsfläche für nationalistisches Gedankengut bieten.“

Die Band schreibt weiter: “Wir möchten klarstellen, dass wir nicht alle Böhse-Onkelz- oder Freiwild-Fans als Nazis bezeichnen und auch niemandem vorschreiben wollen, wie er/sie sich zu kleiden hat. Aber auf unseren Konzerten möchten wir die Namen von diesen ‘fragwürdigen’ Bands nicht lesen.“

Für diese Äußerungen bekommt Jennifer Rostock viel Lob, Anerkennung und Respekt von den Fans. “Frei.Wild sind nationalistisch-völkischer Dreck und sie versuchen die ‘harmlose’ unpolitische Schiene zu fahren“, schreibt ein Fan. Mehr als 8.000 User haben “Gefällt mir” unter dem Posting geklickt.

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Ken Lazarus & Byron Lee and The Dragonaires – Soul Time

Gedenken an einen Rechtsradikalen

Die „Ludwigsburger Kreiszeitung“ schreibt:

Der Ludwigsburger Michael E. hatte in den 90er Jahren oft Besuch vom rechten Terrortrio NSU. 2003 starb er an seinem exzessiven Lebensstil. Bis gestern erinnerte eine Seite auf der Homepage des Fanclubs von 07 Ludwigsburg an ihn. Denn E. war auch ein glühender Fußballfan.

Es waren nur ein paar Klicks im Internet. Ganz einfach war der Weg von der offiziellen Vereinsseite der Sportvereinigung 07 Ludwigsburg auf die Seite zur Erinnerung an Michael E. Erst nach den Recherchen der LKZ gestern wurde die Verbindung gelöscht.

Was es dort zu sehen gab, war eindeutig. Frakturschrift, eiserne Kreuze und im Hintergrund Musik der englischen Neonaziband „Screwdriver“. Die auf der Seite einsehbaren Bilder zeigen Glatzköpfe, Saufgelage, Personen in Bomberjacken und jede Menge sonstiger Kleidung, die gerne im rechten Lager getragen wird.

Viele der Fotos dürften aus den 90er Jahren stammen. Oft ist Michael E. dabei auf Partys oder Konzerten, mit einem Bier in der Hand zu sehen. Ein Teil der Bilder stammt aus seinem Ludwigsburger Partykeller. Dem Bundeskriminalamt (BKA) liegt ebenfalls eine Serie mit Fotos aus diesem Keller vor. Darauf sind unter anderem auch Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zu sehen, die E. Anfang der 90er Jahren in Sachsen kennengelernt hat.

Nach Informationen der LKZ kommt mindestens ein Foto, das bis gestern auf der Erinnerungsseite von Michael E. zu sehen war, auch in dem Bericht des BKA vor, der derzeit im Berliner Untersuchungsausschuss zum Thema „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) diskutiert wird. Das Foto zeigt Michael E., einen etwa 20-jährigen Mann und eine junge Frau zwischen jeder Menge Dosen Dinkelacker. Das BKA hat sich dafür interessiert, wer neben E. dort zu sehen ist. Restlos konnte die Identität der beiden Personen aber offenbar nicht geklärt werden.

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In der Nazi-Burg

Die „Frankfurter Rundschau“ berichtet:

Die Nachbarn des Schlitzers in Echzell haben die verlassene Hofreite des Neonazis gekauft. Der Rechtsextremist Patrick W. war Ende 2012 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Jetzt räumen sie dort auf und stoßen dabei auf ein Panoptikum rechtsextremen Unflats.

Der Putz bröckelt von Wänden und Decke, der alte Holzofen ist verbeult, der Spielautomat defekt, die Tabledance-Stange mit Bauschaum beschmiert. Die Polizei hat ihr Übriges getan auf der Suche nach Waffen und Drogen. Die Holzbänke sind demoliert, die schwarzen Bezüge zerschlissen. Auf der Box neben der Sitzgruppe liegen ein paar CDs. Rockabilly, Rechtsrock, die NPD-Schulhof-CD, Untertitel: „Hier kommt der Schrecken aller linken Spießer und Pauker“.

Es ist muffig, ungemütlich, verdreckt. Der ganze Boden ist mit Vogelexkrementen besprenkelt. „Die Tür war kaputt und stand offen“, erklärt Werner Schubert den Schmutz. Eine Schwalbenfamilie habe bis zum Herbst in dem ehemaligen Stall gehaust. Erschöpft und seufzend schaut er sich um, Martina Schubert tritt ein. „Wir haben sofort eine neue Tür eingebaut.“

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Ronald Russel – Rhythm Hips

Halsbach – Nazitreff versteigert: „Maximalniederlage für Nazis“

Der „Bayerische Rundfunk“ berichtet:

Nach einer Stunde war die Zwangsversteigerung am Amtsgericht Mühldorf vorüber: Das ehemalige Gasthaus Gruber in Halsbach, in dem sich noch bis vor einem Jahr immer wieder Neonazis zu Veranstaltungen trafen, hat einen neuen Besitzer.

Der Halsbacher Johann Obermaier erhielt den Zuschlag. Sein Gebot von 325.000 Euro lag deutlich unter dem festgesetzten Verkehrswert von 530.000 Euro, der vor der Versteigerung des hochverschuldeten Gebäudes festgesetzt worden war.

Verkauf an Nachbar

Halsbacher Gemeinderäte, die bei der Versteigerung anwesend waren, sind überglücklich über den neuen Besitzer der Immobilie. Mit dem Kauf durch einen Einheimischen sei eine große Last von den Halsbachern gefallen.

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Siehe auch: „Wir wollen wieder Ruhe in Halsbach“

Völkisches Liedgut für russische Fans

Der „blick nach rechts“ berichtet:

Russland (Moskau) – In Moskau soll am 8. Februar eine Musikveranstaltung mit rechtsextremen deutschen Liedermachern stattfinden.

Rechtsextremes Gedankengut dargebracht mit dem Medium Musik kennt keine Grenzen, was immer wieder ein internationaler Schulterschluss beweist. Ein nächstes Zeugnis dafür wird für den 8. Februar in Moskau beworben, wenn zwei Liedermacher-Projekte dort neonazistisches und völkisches Liedgut aus Deutschland präsentieren sollen. Zum einen wird „Fylgien“ angekündigt, wohinter sich Sebastian Döhring verbirgt, der seit vielen Jahren auch bei Veranstaltungen der NPD zur Gitarre gegriffen hat. 2009 hat er für die NPD in Berlin bei der Bundestagswahl auf Listenplatz 10 kandidiert.

Zum anderen soll der aus Lippstadt kommende „Jan Peter“ auftreten, bei dem es sich um Jan Peter Kersting handelt, der bereits bei mehreren rechtsgerichteten Musikbands wie „Sleipnir“ und „Bloodrevenge“ mitwirkte und zuletzt meist unter dem Namen „Projekt Vril“ die Bühne bestieg. Er war früher einmal Mitglied bei den Jungen Republikanern und bekennt sich nicht ausschließlich zur rechten Szene, sondern zur Systemkritik und zum nordischen Germanentum.

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Nucleo Terco – „Leningrad Rockers“

SS-Siggis Erben

Das Fußballmagazin „11 Freunde“ berichtet:

Von wegen ostdeutsches Problem: Auch bei Westklubs gehören Nazis auf den Rängen zum Inventar, zahllose Übergriffe und Straftaten sind dokumentiert. Die rechte Szene drängt zurück an die Macht.

Der deutsche Hulk Hogan

»SS-Siggi« ist am Apparat. Nordrhein-Westfalens berühmtester Neonazi hat tatsächlich zurückgerufen. Gleich wird er erzählen, welche Rolle er bei dem spielt, was gerade in seiner Heimatstadt Dortmund passiert.
In den Achtzigern war Siegfried Borchardt, 59, Mitbegründer der berüchtigten »Borussenfront«, der Keimzelle aller prügelnden Fußballnazis. Die »Borussenfront« galt eine Weile als ausgestorben, worüber sich Siggi köstlich amüsiert. In Wahrheit hätten die sich früher von Stadionverbot zu Stadionverbot prügelnden Nazi-Hooligans nie aufgehört, sich zu spontanen Schlägereien zu treffen. Zu seinen besten Zeiten wurde Borchardt mehrfach verurteilt, weil er nach BVB-Spielen mit seinen Leuten Türken in der Nordstadt jagte, und auch heute ist Dortmund ein Schwerpunkt der rechten Szene in Deutschland und gilt im Fußball als neue Hauptstadt der Bewegung. Mindestens 100 Neonazis tummeln sich auf der Südtribüne. Borussia Dortmund, die Fußballverbände und die Politik sind alarmiert.

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NS-Black-Metal-Konzert in Norditalien

„Fight Fascism“ berichtet:

Gleich zwei Konzerte mit neonazistischen Black-Metal-Musikgruppen sollen im Frühjahr 2013 innerhalb weniger Wochen in Norditalien stattfinden. Am 16. März stehen die Gruppen „Der Stürmer“, „Noctifer“, „Orthanc“ und „EXM93“ auf dem Programm. Am 13. April sollen die Bands „Goatmoon“, „Selbstmord“, „Frangar“ und „Menegroth“ auftreten. Mitglieder der Neonazi-Band “EXM93? Den Vorverkauf für letzteres Konzert führen im deutschsprachigen Raum der braune Versandhändler Henrik Möbus und sein Bruder Ronald durch. Die griechische Neonazi-Band „Der Stürmer“ spielte bereits im Februar 2012 gemeinsam mit den Gruppen „Wolfenhords“ und „Dark Fury“ im Lokal „Carlito’s Way“ im italienischen Retorbido.

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Nachtrag: Konzert mit rechten Bands in Winterthur (Schweiz)

Vergangenen Samstag, 12. Jänner, fand – offenbar in der Diskothek „Lightfire“ – im Schweizerischen Winterthur ein von dem Label „Zerstörungskraft Propaganda (ZKP)“ veranstaltetes Black Metal-Konzert mit den Bands „Uthark“, „Wacht“ und „Hån“ statt.

Burning Heads – Destroy,capitalism, anarchy

V-Mann in der rechten Szene: Deckname “Primus”

Und der VS-Wahnsinn nimmt kein Ende – via „Dokumentationsarchiv“ und „Spiegel Online“:

Nach Informationen des SPIEGEL führte der Verfassungsschutz einen weiteren V-Mann im Umfeld des “Nationalsozialistischen Untergrunds”. Doch auch der Skinhead aus Sachsen setzte die Behörden nicht auf die Fährte der rechtsextremen Mörderbande. Peter K.* ist nicht unbedingt ein Mann eindeutiger Loyalitäten. So prangen etwa auf dem Heck seines Kleinwagens italienischer Herkunft noch immer fast ein Dutzend Aufkleber, die den Behörden zufolge auf eine dumpfdeutsche Gesinnung schließen lassen. In der Vergangenheit verkaufte der heute 41-Jährige den Neonazis im sächsischen Zwickau Bomberjacken und Springerstiefel, während er zugleich dem Verfassungsschutz Berichte aus der Szene lieferte. Nach SPIEGEL-Informationen spitzelte K. unter dem Decknamen “Primus” seit Mitte der neunziger Jahre für den deutschen Sicherheitsapparat. Damals stand er offenbar auch in Kontakt zu Personen aus dem Umfeld des “Nationalsozialistischen Untergrunds”. (…) In seiner Zeugenvernehmung bestritt K., das Trio persönlich gekannt zu haben. Zugleich räumte er jedoch Kontakte zu Mitgliedern der “Blood & Honour”-Sektion Sachsen ein sowie zu André E. und dessen Frau. (…) Pikant an der jüngsten V-Mann-Enthüllung im Fall des NSU ist der Umstand, dass der Verfassungsschutz den Ermittlern im Februar 2012 zunächst ausgesprochen spärliche Erkenntnisse zu K. übermittelt hatte: So war in dem zweiseitigen Schreiben seinerzeit zwar die Rede davon, dass das frühere Mitglied einer Skinheadband jahrelang in der Szene verkehrt habe. Doch dass der vielfach vorbestrafte Extremist auch als V-Mann den Geheimen diente, offenbarten die Schlapphüte damals nicht. Zweifel an der Ehrlichkeit Ein möglicher Grund dafür könnte gewesen sein, dass die Verfassungsschützer nach eigenen Angaben die sogenannte Personenakte des Peter K. bereits im Oktober 2010 aus datenschutzrechtlichen Gründen vernichtet hatten. Vielleicht mussten sie die Existenz ihres Informanten daher erst aus anderen Unterlagen rekonstruieren. (…) In einem Geheimdokument des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 1997, das dem SPIEGEL vorliegt, erhoben die Polizisten bereits schwere Vorwürfe gegen die Nachrichtendienste, ein knappes Jahr bevor das Jenaer Trio in den Untergrund ging. In dem erst kürzlich aufgetauchten “Positionspapier” kritisierten die Kriminalisten den Umgang mit den rechten V-Leuten. Kern der Aussage: Die Spitzel wirkten als Brandstifter und schaukelten sich gegenseitig hoch. Der Verfassungsschutz bekämpfe die Neonazis nicht entschieden, sondern er schütze sie. Die Informanten seien so, wie die Dienste sie führten, kein Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.

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Feine Sahne Fischfilet Tour 2013

Star Fucking Hipsters – Media Person

Schwer bewaffnetes Netzwerk

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die Polizei sprengt gefährliche österreichische Neonazi-Truppe – die hat über Jahre ein „mafiöses System“ mit Waffen, Sprengstoff-, Drogen- und Menschenhandel aufgebaut.

„Das ist die größte Neonazi-Bande mit dem größten kriminellen Potenzial seit Jahrzehnten“, sagt Nationalrat Karl Öllinger (Grüne). Bis auf Bundesebene hinauf erschüttert die Causa „Objekt 21“ Österreich: Die Kameradschaft aus dem Bundesland Oberösterreich baute über eineinhalb Jahre ein regelrechtes „mafiöses System“, so ein Ermittler, auf – zusammen mit deutschen Gesinnungsgenossen. Die Vorwürfe reichen von Schutzgelderpressungen bis hin zu Drogen-, Waffen- und Menschenhandel. Zudem sollen Bekannte gezwungen worden sein, Raubüberfälle und Einbrüche für die Neonazi-Truppe zu verüben.

Nach langen Ermittlungen des Verfassungsschutzes schlug schließlich eine Sonderkommission (SOKO) für Organisierte Kriminalität zu: Rund 100 Beamte stürmten Wohnungen, nahmen 80 Beteiligte fest. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Maschinenpistolen, Gewehre und zehn Kilo Sprengstoff gefunden. Gegen zehn Personen wurde Untersuchungshaft verhängt – die Führungsriege von „Objekt 21“ sowie zwei deutsche Neonazis. Unter ihrer Leitung sei in den vergangenen eineinhalb Jahren „ein rechtsradikales, schwer bewaffnetes Netzwerk von bislang unbekannter Dimension“ entstanden, betonte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Oberösterreich, Maria Buchmayr. Die kriminellen Machenschaften decken dabei fast das gesamte Spektrum ab. Vor allem baute die Truppe mit brutaler Gewalt ihren Einfluss im Rotlichtmilieu aus. So sollen Firmenbesitzer und Betreiber von Bordellen genötigt, bedroht, misshandelt oder in finanzielle Abhängigkeit gebracht worden sein, um sie gefügig zu machen.

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