Ungereimtheiten bei Ermittlungen in der Neonazi-Szene

Via „Merkur Online“:

Eine Einsicht in die Arbeit von Verfassungsschutz und Polizei gewährte Grünen-Landtagsabgeordnete Susanna Tausendfreund im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn. In nur wenigen Worten äußerte sich Tausendfreund außerdem über den Ottobrunner Neonazi Norman Bordin, der nach Informationen des italienischen Geheimdienstes im Jahr 2007 an dem Versuch beteiligt gewesen sein soll, die NSU-Strategie nach Südtirol zu exportieren. (…) Für Tausendfreund steht fest: „Der Verfassungsschutz ist ein Kind des kalten Krieges.“ Grundsätzlich hätten detaillierte Ermittlungen und eine langfristige Beobachtung der rechtsextremistischen Szene schon seit dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 erfolgen müssen. „Es gibt auch im Bezug auf diese Tat so viele Ungereimtheiten, dass der Vorgang nicht abschließend geklärt ist“, sagte Tausendfreund. Mittlerweile seien aber etliche Asservaten aus dieser Zeit vernichtet. Hinweise auf das Mörder-Trio gab es in Bayern zuhauf. Klar ist, dass sie im Freistaat mehrfach aktenkundig wurden. Mundlos etwa habe im Jahr 1994 an den Kiesgrubentreffen in Straubing teilgenommen. Dort feierten rund 30 Nazis mit 50-Liter-Fässern Bier und skandierten das verbotene SS/SA-Bavaria. Sie sangen Texte wie „Das Blut muss fließen“ und „Das Messer flutscht in den Judenleib“. Es war die erste Spur der Mörder, die nach Bayern führte. Die Neonazis wurden daraufhin kontrolliert und festgenommen, das Ermittlungsverfahren aber eingestellt.

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