Rechte Musikszene splittet sich auf

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt:

Rap, Hip-Hop und Black Metal – die rechte Musikszene ist in Bewegung. Aber wann ist eine Band rechtsextrem? Das erforscht ein Mainzer Experte. Die Frage bereitet auch der Musikbranche Kopfzerbrechen.

Berlin/ Mainz. «Egal was wir getan hätten, es wäre falsch gewesen.» Auch eine Woche nach der Echo-Gala in Berlin wirkt Dieter Gorny nachdenklich über den Ausschluss der Band Frei.Wild von der Preisverleihung. Nach den Vorwürfen gegen die Südtiroler, ihre Texte seien völkisch und nationalistisch, habe der Bundesverband Musikindustrie handeln müssen, sagt sein Vorsitzender.

Die Band ausschließen oder die Proteste ignorieren? Gorny spricht von einer medialen Erregung, die gedroht habe, den Preis zu beschädigen. Doch Gorny sorgt sich um die Kunstfreiheit. Zusammen mit dem Deutschen Kulturrat will der Musikverband über die Folgen solcher «Empörungswellen» für das Kulturleben öffentlich debattieren.

Der Wirbel um Frei.Wild zeigt: Die Frage, ab wann ein Liedtext als rechtsradikal gilt, ist umstritten – und sie erregt die Gemüter. Für den Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die Band aus Brixen zwar keine offen faschistische Gruppe. Aber sie stehe für massentauglichen, latent völkischen Nationalismus.

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Siehe auch: Wels: Klagsdrohung nach Absage von „Frei.Wild“

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