Archiv für August 2013

30./31.8.2013 Neurupin: 20 Jahre AJZ Mittendrin

Ein Veranstaltungstipp der Oire Szene Redaktion:

Artificial Eyes – Freiheit

Stand der Dinge: Naziaufmarsch in Dortmund am 31. August

Am 31. August wollen in Dortmund wieder einmal Neonazis aufmarschieren. Nachdem im letzten Jahr ihr traditioneller “Nationaler Antikriegstag” verboten wurde, meinen sie nun, einen Weg gefunden zu haben, ihre jährliche Demonstration über das Verbot des “Nationalen Widerstands Dortmund” hinaus fortzuführen. Mit diesem Artikel wollen wir euch einen Überblick über die aktuelle Situation in Dortmund geben. Wir werfen einen Blick auf die Neonaziszene nach dem Verbot von 2012 und Informieren euch über die Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 31. August. Los geht’s!

Dortmunder Neonaziszene nach den Verboten

Dass die Verbote aus dem Jahr 2012 wenig bewirkt haben, ist mittlerweile jedem bewusst, der die Entwicklung der Neonaziszene in NRW verfolgt. Auch wenn der materielle Schaden durch die Beschlagnahmung der Kameradschaftsvermögen (Fahrzeug oder Versandhandel) sicher schmerzhaft war, ist es den Neonazis gelungen, diese Rückschläge zumindest teilweise auszugleichen. Ihre neue Struktur, die Kleinstpartei “Die Rechte” ermöglicht es ihnen zudem, ihre Aktivitäten nahezu nahtlos fortzuführen. Detaillierte Informationen zur Reorganisation der Neonazis nach den Verboten finden sich in der Broschüre “Sammelbecken verbotener Kameradschaften”, die Antifagruppen aus NRW im Februar 2013 veröffentlicht haben. Dass die dortmunder Neonaziszene weiterhin in der Lage ist, mehrere hundert Rechte zu ihren Demonstrationen auf die Straße zu bringen, hat der 1. Mai gezeigt. Die rechte Szene ist noch nicht wieder da, wo sie zu ihrer Blütezeit 2011 war, und hält sich im Moment insbesondere mit Anschlägen und Überfällen zurück, aber das vergangene Jahr zeigt deutlich, dass ein Verbot nicht ausreicht, um das Problem zu beseitigen. Es ist die Aufgabe der Antifaschist_innen, dies immer wieder zu betonen und selber nach Wegen zu suchen, die Neonazis weiter zurückzudrängen.

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Polizei findet Maschinenpistolen und Rauschgift bei Thüringer Neonazis – Festnahme eines 27-Jährigen

Die „Thüringer Allgemeine“ schreibt:

Erfurt. Bei einer Razzia in Crawinkel im Kreis Gotha hat die Thüringer Polizei am Donnerstag bei Neonazis unter anderem zwei Sturmgewehre russischer Bauart und zwei Uzi-Maschinenpistolen sichergestellt.

Außerdem fanden die Ermittler ein Colt, einen Schlagring, ein Springmesser, einen selbstgebauten Totschläger sowie zwei Schlagstöcke, 120 Silvesterknaller und 15 Patronen. Die Ermittler konnten außerdem noch zwei Kilogramm Amphetamine sicherstellen, informierte das Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt.

Ein 27-Jähriger wurde verhaftet. Gegen den Beschuldigte existierte ein europäischer Haftbefehl aus einem Ermittlungsverfahren in Österreich gegen die kriminelle und rechtsextreme Gruppierung „Objekt 21″. Das Oberlandesgericht in Jena (OLG) muss nun über die Auslieferung des Mannes entscheiden. Ein weiterer Beschuldigter befand sich bereits nach einem Urteil vom Juni diesen Jahres in Haft.

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The Orobians – Don‘t go

Kein Raum für Grauzone in Leipzig-Connewitz

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am Morgen des 25.08.2013 kam es auf der Bornaischen Straße in Leipzig-Connewitz, zu einer Auseinandersetzung zwischen Gästen einer Feier und KonzertbesucherInnen einer gegenüberliegenden Musikkneipe. Die Anwesenheit von Peter T. (*15.03.1981; Leipzig-Lößnig) vor besagter Musikkneipe sorgte zwar für Aufsehen, war aber noch nicht der Anlass für den Konflikt. Erst als von Personen, die zum Umfeld Trautmanns gehören, Flaschen auf die feiernden Menschen geworfen wurden, begann die Eskalation. Peter Trautmann ist Grauzonenaktivist und Hooligan im Umfeld der SG Sachsen Leipzig. Da dies nicht der erste Vorfall in Leipzig war, in den er verwickelt war, wird es für uns Zeit sich näher mit der Person Peter Trautmann zu befassen.

Einordnung

Der 32jährige generiert sich gerne als unpolitischer Skinhead und Märtyrer für die Subkultur. Mit Parolen wie „Good night any side“, „Weg von links und rechts zurück zur Subkultur“ oder „Rock against Politics“, gibt er sich den Anstrich eines unpolitischen Skinheads und Hooligans. Sein Verhalten in den letzten Jahren spricht jedoch eine andere Sprache.

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Rechtes Neofolkkonzert am 01.09

Via „Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main“:

Für den 1. September 2013 hat sich in Frankfurt die amerikanische Folk Band Changes angekündigt, die sich auf ihrer “Ride the Tiger – World Tour” befindet. Der Veranstaltungsort wird nicht bekannt gegeben – für ein Konzertticket wird eine Einladung benötigt. Hinter der auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Band verbergen sich Personen, die in den USA seit Jahren in der völkisch rechten Bewegung aktiv sind.
Wer steckt hinter Changes?

Die Band Changes besteht bereits seit 1969 und gruppiert sich um Robert N. Taylor und seinen Cousin Nicholas Tesluk.

Robert N. Taylor war Ende der 60er Jahre Teil der The Minutemen-Bewegung in den USA, einer rechten paramilitärischen Gruppe, die sich gegen die “befürchtete Weltübernahme” durch die Kommunisten organisiert hatte.

Im Jahr 1969 gründete Robert N. Taylor das Folk-Projekt Changes zusammen mit seinem Cousin Nicholas Tesluk.

In den 1970er Jahren war Robert N. Taylor im Odinist/Ásatrú movement aktiv, einer völkisch organisierten Gruppierung, die nicht nur in den USA von Bedeutung war. In Deutschland etwa wurde sie eher bekannt als “germanisches Neuheidentum”. Robert N. Taylor war von Anfang an Mitglied der neuheidnischen rechten Gruppierung Asatru Free Assembly. 1986 löste sich die Asatru Free Assembly aufgrund eines Konflikts um die Erblichkeit von ethnischer Religion auf und spaltete sich in einen völkischen Flügel und einen universalen Flügel.

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Jaya The Cat – „Unconditional Love“

18.7.2013 – 13.8.2013: Grau- und Braunzonenkonzerte International

Unsere (sommerbedingt leider unvollständige) Übersicht über Konzerte aus der Grau- und Braunzone zwischen dem 18.7.2013 – 13.8.2013:

Grauzone:

- 18.-20.7.2013: Waldlaubersheim bei Mainz: „Back On The Streets Part IX“ – eines der größten Grauzonen- bis RAC-Festivals in Deutschland mit mehreren tausend Besucher_Innen. Dieses Jahr spielten u.a.: „Perkele“, „Krawallbrüder“, „Volxsturm“, „4 Promille“, „Bierpatrioten“, „Crashed Out“, „Patriot“, „The Last Resort“, „Soifass“, „Prolligans“, „Razorblade“, „Riot Company“, „Saint & Sinners“, „Pöbel & Gesocks“ und „Martens Army“.

- 26.7.2013: „Potse“/Berlin: Konzert mit der Grauzonenband „Vorsicht Stufe“ u.a.

- 27.7.2013: „Alte Fleischerei“/Oranienburg: „XxX Boot Party“ – Grauzonen- bis RAC-Konzert mit den Bands „Scharmützel“, „Ruhestöhrunk“, „Schuldspruch“ und „Last Youth“. Als Ersatz spielte zudem die RAC-Band „Spy Kids“ aus Weimar.

- 2./3.8.2013: Borna: „Borna Open Air“ – rechtsoffenes Deutschrock- bzw. „Böhse Onkelz Coverband“-Festival u.a. mit „Glorreiche Halunken“, „Berserker“, „Saitenfeuer“, „Unherz“, „Boykott“, „Straße 8″ und „Die Bonkers“.

- 3.8.2013: Melkers: Grauzonenkonzert mit „51 Grad“, „InForm“, „Halbschräge Jungs“, „Foiernacht“, „Nasty Matters“ u.a.

- 3.8.2013: „Musiktheater“/Hannover: Konzert mit der Grauzonencombo „Roughnecks“ u.a.

- 9.-11.8.2013: Torgau: „16. Endless Summer“ mit diversen Grauzonenbands wie „Perkele“, „Discipline“, „Bierpatrioten“, „Volxsturm“, „Gumbles“, „On The Job“, „Halbschräge Jungs“ u.a.

Braunzone:

- 20.7.2013: Lachendorf bei Celle: RAC-Konzert mit „Rampage“ u.a.

- 20.7.2013: Holland: RAC-Konzert mit den „Tattooed Mother Fuckers“, „The Firm“ und „The Patrons“.

- 27.7.2013: „Harry Bar“/Margate Sea Front (England): Nazikonzert mit den Bands „Antonella´s Klasse Kriminale“, „Flathead“ und „Last Orders“. „Awol“ präsentierte das Konzert unter dem Motto „Oi by the sea“.

- 27.7.2013: Ostdeutschland: NS-Konzert mit den Bands „Timebomb“, „Frontalkraft“, „Hope For The Weak“ und „Confident Of Victory“.

- 27.7.2013: „Club Vip“/Ungarn: Nazikonzert „Hazafias Rock“ mit den Bands „Farkasok“ und „Hungarica“.

- 9./10.8.2013: Finnland: „Blood & Honour Suomi Finnland“ präsentierte das „Nordic Summerfest“ mit folgenden NS-Bands: „Blitzkrieg“, „Endless Pride“, „Irminsul“, „Street Sweepers“, „Goatmoon“, „Marder“, Civic Duty“ und „Pagan Skull“.

- 10.8.2013: Berga/Sachsen-Anhalt: „In.Bewegung“-Festival – Mit ca. 900 anwesenden Besucher_Innen eines der größten Nazifestivals im Jahr 2013. Es spielten die Nazibands „Oidoxie“, „Kraftschlag“, „Painful Awakening“, „Strafmass“, „Kinderzimmerterroristen“ und „Frank Rennicke“.

- 10.8.2013: Ungarn: „Oi! Crush Dance“ – Nazikonzert mit den Bands „Frommer Baby“, „Révület“ und „Vedégzenekarok“.

- 10.8.2013: Roden: „Europa Erwacht Festival“ mit den NS-Bands „P.W.A.“, „Act of Violence“, „Vérszerzödes“ u.a. Das Festival wurde von der Polizei verboten.

- 10./11.8.2013: „The Victory“/Blackpool (England): RAC-Konzert mit den Bands „Close Shave“, „Streetpunk Drunks“, „VoMit“, „Breakout“, „No Quarte“ u.a.

Spontanausflug nach Riesa

„Feine Sahne Fischfilet“ berichtet:

Nachdem die NPD gegen unser Konzert auf dem Stadtfestival hetzte und die Stadt schlussendlich unser Konzert absagte, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, auch mal bei dem ,,unpolitischen Stadtfest“ vorbeizuschauen. Nachdem wir vor ein paar Wochen, dann auch noch eine Mail erhielten, in der es hieß ,,kommt ihr nach Riesa, machen wir euch platt“, wollten wir uns von den örtlichen Gebenheiten natürlich selber ein Bild machen.

Neben lecker Zuckerwatte und Luftballons gabs es ohne Ende ,,unpolitische“ Nazishirts zu begutachten. Der NPD Bundesvorsitzende Holger Apfel schlenderte dann auch noch an uns vorbei und schleckte ein Eis. Man muss sich schließlich ja auch mal vom ganzen hetzen gegen Flüchtlinge erholen,gell?

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Reclaim subculture – reclaim politics!

Die „North East Antifascists“ schreiben:

Das Phänomen “Grauzone” ist seit einigen Jahren ein breit diskutiertes Thema in als “links” oder “alternativ” etikettierten Subkulturen, beispielsweise im Punk oder HipHop.

Um den rechtsoffenen bis rechten Tendenzen ein klar antifaschistisches Subkulturverständnis entgegenzusetzen, haben wir in Kooperation mit dem Festival “Resist to Exist” in diesem Jahr eine sehr gut besuchte Veranstaltung unter dem Motto “Oi- alles unpolitisch, oder was?” organisiert.
Dazu haben wir einen Flyer zu rechten Tendenzen im Oi!-/ Punkspektrum veröffentlicht, welcher nun bei Partys, Konzerten und Tresenabenden ausgelegt werden kann, damit Diskussion und Gegenwehr weiter angestoßen und vertieft werden können.
Helft, Subkulturen politisch zu halten- kick fascism out of your subculture!

Flyer

„Wir werden mit Bands auf eine Stufe gestellt, die den Holocaust leugnen“

Via „Inforiot“:

Interview mit der Punk-Band „Auf Bewährung“, die vom Brandenburger Verfassungsschutz beobachtet wird

INFORIOT – Als der brandenburgische Verfassungsschutzbericht für 2012 veröffentlicht wurde, glaubten einige Leute ihren Augen nicht. Wie auch schon im VS-Bericht des Nachbarbundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, führten auch die Kollegen aus Brandenburg ihre Strategie fort, Punkbands zu kriminalisieren und in einen relativierenden Zusammenhang mit Nazirockbands zu stellen. Wir führten ein Interview mit einer der betroffenen Bands aus diesem Jahr: „Auf Bewährung“ (aus Mecklenburg-Vorpommern) werden vom Verfassungsschutz Brandenburg als „Hassmusik mit linksextremistischen Bezügen“ diffamiert.

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Slim Smith – Rougher Yet

Das Herz der Bestie schlägt in Stuttgart.

„RASH Stuttgart“ berichtet:

Der Unterdrückungsapperat der Bourgeoisie setzt weiter auf die Niederhaltung revolutionärer Kräfte durch seine Kampfhunde und das Herz der Bestie scheint hier in Stuttgart zu schlagen. Parallel zu aktuellen Anklagen gegen Genossen von uns wegen angeblich zahlreicher Körperverletzungen gegen Polizeibeamte auf der revolutionären 1. Mai-Demo in Stuttgart, welche offensichtlich hiermit ersuchen ihren unrechtmäßigen Angriff auf friedliche Demonstranten (http://rashstuttgart.blogsport.de/2013/05/07/polizeigewalt-bei-1-mai-demo-in-stuttgart/) zu legitimieren, kam nun auch eine Ladung zum Strafantritt für unseren Genossen Smily ins Haus geflattert.

Er soll nun erneut für die selbe Sache, für die er schon 2012 verfassungswidrig in der Stammheimer JVA ganze 10 Monate in U-Haft festgehalten wurde, weitere 9 Monate in der JVA Rottenburg einsitzen.

Was ist passiert?

Eine handfeste Auseinandersetzung im Sommer 2011 in der Stuttgarter Innenstadt zwischen einem Redskin und mindestens 8 „unpolitischen“ Skinheads, die allesamt dem Spektrum der rechtsoffenen Grauzone ( http://oithegreyzone.wordpress.com/2008/11/07/was-ist-denn-eigentlich-die-gauzone/) zuzuordnen sind, hat sich zugetragen. Aus unpolitischer Sicht keine große Sache und eine Schlägerei von vielen, bei der keiner der 4 Verletzten ernsthaft Schaden nahm oder dadurch nachhaltig eingeschränkt wurde. In der Regel besteht für so etwas auch kein öffentliches Interesse, zumal von keinem der Beteiligten Anzeige erstattet wurde, doch nutzte dieser Vorfall dem Stuttgarter Staatsschutz, sowie der Staatsanwalt- und Richterschaft dennoch dazu, mal wieder zu zeigen wie dehnbar Ihr Verständnis von Recht und Ordnung ist und was für sie Demokratie bedeutet. Günstig war für sie natürlich auch mal wieder die intensive Kooperation der rechtsoffenen Grauzone mit den Staatsorganen als auch die Tatsache dass unser Genosse zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand. Günstig für uns hingegen ist es nun, einmal mehr aufzuzeigen wie konservative und reaktionäre Kräfte Hand in Hand und mit aller Kraft gegen links vorgehen wobei nicht mal mehr versucht wird einen demokratischen Anschein zu wahren der den Bürger weiter in trügerischer Sicherheit wiegen soll, währenddem die eigentlichen Verbrecher ganz tief im System verankert sind…

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Meinungsfreiheit nur für uns! „Frei.Wild“ geht juristisch gegen Satire-Band „Nordwand“ vor

Via „Endstation Rechts“:

Bekanntlich legt die umstrittene Band „Frei.Wild“ großen Wert auf die Meinungsfreiheit. Die eigenen Ansichten wollen sich die vier Mitglieder nicht von „Gutmenschen“ verbieten lassen. Doch bei „Frei.Wild“ hat die Meinungsfreiheit ihre Grenzen – spätestens, wenn eigene Geschäfte betroffen sein sollen. Der Satire-Combo „Nordwand“ möchten die Südtiroler die Verwendung einer Parodie eines aktuellen „Frei.Wild“-Tourflyers anwaltlich untersagen.

„Nordwand“ aus Ostberlin spielen Punkrock mit einer antifaschistischen Grundeinstellung. Um diese zum Ausdruck zu bringen, parodieren „Schorsch Klunkikoff“, „Smirnoff“, „Ciroc“, „Absolut Wodka“ und „Becherovka“ Rechtsrock-Bands. Denn die Neonazi-Subkultur bediene sich, erklärt die Kapelle, seit Ewigkeiten der Elemente des Punkrock, ohne dass bislang „zurückgeklaut“ wurde. „Wir hoffen, auf humorvolle Art und Weise die rechte Szene verärgern zu können“, sagten die fünf Jungs zu ENDSTATION RECHTS..

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Handel mit Neonazi-Musik: Razzia in vier Bundesländern

Mit Durchsuchungen in vier Bundesländern ist die Polizei gegen einen Rechtsextremisten vorgegangen, der über das Internet CDs mit NS-Musik verkauft haben soll. Mehr als 2.000 Tonträger seien insgesamt sichergestellt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Gießen und das Hessischen Landeskriminalamt am Donnerstag mit. Neben der Wohnung des mutmaßlichen Online-Händlers wurden demnach auch Wohnungen von Kunden im nordrhein-westfälischen Freudenberg sowie in Schwerin und Leipzig durchsucht. (Leipziger Volkszeitung, heise.de, HR-Online)

Siehe auch: Schlag gegen NS-Metal

Phil Pratt – Safe Travel

Verankerte braune Szene

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Das rechtsextreme Spektrum in Mecklenburg-Vorpommern verfügt über eine Reihe von Treffpunkten, die für Musik-Events sowie Schulungen und Vortragsveranstaltungen genutzt werden.

Deutlicher als andernorts orientiert sich die rund 1400 Angehörige zählende rechtsextreme Szene im Nordosten – und dabei vornehmlich die NPD – am historischen Nationalsozialismus. Das stellt der aktuelle Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern fest.

Der NPD werden 400 Mitglieder zugerechnet, dem neonazistischen Spektrum ebenso 400 Angehörige. Das unorganisierte, subkulturelle Potenzial wird auf 550 geschätzt. Mit 650 gewaltbereiten Personen trifft diese Bewertung fast jeden zweiten Rechtsextremisten. Insgesamt gab es im Berichtszeitraum 721 der rechten Szene zuzuordnende Delikte. Darunter wurden 38 Gewalttaten verzeichnet. Auch wenn bis dato keine Täter überführt wurden, wird die Schändung von mehreren verlegten Stolpersteinen für NS-Opfer in Wismar, Sassnitz, Greifswald und Anklam Rechtsextremisten zugeschrieben. Das gilt auch für die stattgefundenen Sachbeschädigungen von Parteibüros. In Kröpelin, Waren und Anklam ist es zu Schändungen von jüdischen Friedhöfen gekommen.

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The Progressions – Fair Deal

Rechtsrock-Veranstalter wird Schlossherr

Via „Blick nach Rechts“:

Mitte der 1990er Jahre poste der Skinhead Oliver Malina noch für das Jugendmagazin „Bravo“. Jetzt erwarb er für 12 000 Euro ein Schloss.

Mit trotzigem Blick und zusammengekniffenen Lippen reckte der Glatzkopf den Stinkefinger in die Kamera. Er poste in schwarzer Bomberjacke für die Großaufnahme und prahlte gegenüber dem Reporter: „Wer mich anmacht, kriegt eins auf die Mütze“. So stand es in der „Bravo“ des Medienunternehmens Bauer aus München. Der damals 17-jährige Oliver Malina zählte später zur „Kameradschaft Salzgitter“ und danach als führender Kopf zur Organisation „Honour & Pride“, eine Neonazi-Truppe, die in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aktiv ist. Mittlerweile ist Malina einer der bekanntesten Rechtsrock-Veranstalter der Szene, mit über Tausenden von Besuchern allein bei Veranstaltungen in Nienhagen in Sachsen-Anhalt.

Seinerzeit war er nur der Glaserlehrling Olli aus Salzgitter, der der „Bravo“ cool davon erzählte, seit seinem zwölften Lebensjahr Skinhead zu sein und sich demnächst vor Gericht verantworten müsse, weil er einen Punker mit einem Baseballschläger niedergeschlagen hatte. Höhnend machte er sich über das Jugendstrafgesetz lustig, das sei total lasch, ihn erwartete demnach wohl nur eine Geldstrafe und „wenn´s hochkommt“ ein paar Sozialstunden im Altersheim. „Olli“ schilderte weiter, er fahre meistens in den Osten nach Halberstadt oder Werningerode, weil es dort mehr Skins gäbe. Lästerte in der „Bravo“ über „Kanaken“ und „Mischlingskinder“. Berichtete freimütig über „Psychos“ (Gymnasiasten) und „Scheitels“, den organisierten Neonazis, auf die er „überhaupt keinen Bock“ hatte. Für den Fotografen steckte er sich eine Zigarette an und saß breitbeinig mit dem Reporter auf einer Mauer. „Ich bin gerne besoffen und grabbele gern Weiber an“, wird er im Text zitiert. Außerdem habe er viele Schlägereien hinter sich und eines sei ihm wichtig: zur weißen Rasse zu gehören.

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Siehe auch: Nun also doch: Rechtsrock-Strippenzieher wird Schlossherr
Schloss geht doch an Neonazi