Polizei findet Maschinenpistolen und Rauschgift bei Thüringer Neonazis – Festnahme eines 27-Jährigen

Die „Thüringer Allgemeine“ schreibt:

Erfurt. Bei einer Razzia in Crawinkel im Kreis Gotha hat die Thüringer Polizei am Donnerstag bei Neonazis unter anderem zwei Sturmgewehre russischer Bauart und zwei Uzi-Maschinenpistolen sichergestellt.

Außerdem fanden die Ermittler ein Colt, einen Schlagring, ein Springmesser, einen selbstgebauten Totschläger sowie zwei Schlagstöcke, 120 Silvesterknaller und 15 Patronen. Die Ermittler konnten außerdem noch zwei Kilogramm Amphetamine sicherstellen, informierte das Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt.

Ein 27-Jähriger wurde verhaftet. Gegen den Beschuldigte existierte ein europäischer Haftbefehl aus einem Ermittlungsverfahren in Österreich gegen die kriminelle und rechtsextreme Gruppierung „Objekt 21″. Das Oberlandesgericht in Jena (OLG) muss nun über die Auslieferung des Mannes entscheiden. Ein weiterer Beschuldigter befand sich bereits nach einem Urteil vom Juni diesen Jahres in Haft.

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Den Hauskauf in Crawinkel hatte der Verfassungsschutz 2011 verschlafen, obwohl die neuen Hausbesitzer zumindest bei der Polizei teils gut Bekannte sind. In sozialen Netzwerken wie Facebook tauchen die Hauseigentümer zudem als Hausgemeinschaft Jonastal auf. Anfang April diesen Jahres wird die Gruppierung unter dem Namen Freie Kräfte Landkreis Gotha (Hausgemeinschaft Jonastal) auch als Mitunterzeichner einer Erklärung auf der Internetseite der Thüringer NPD erwähnt.

Das Haus in Crawinkel entwickelte sich seither zum Veranstaltungsort für Neonazi-Konzerte. So traten im März vergangenen Jahres mit „SKD“, „Projekt Werwolf“, „Treueorden“, „12 Golden Years“ und „Ostfront“ gleich mehrere Gruppen der rechtsextremen Szene vor etwa 100 Anhängern auf.

Der Verein „Mobit, die Mobile Beratung in Thüringen für Demokratie gegen Rechtsextremismus“, listet in seiner Chronik unter anderem dieses Konzert auf. Mit 12 Golden Years (Apolda), Ostfront (Gera) und SKD kamen nach Angaben des Verfassungsschutzes gleich drei der Gruppen aus Thüringen. Aufhorchen lässt SKD, benannt nach einer SS-Mörderbande. Denn Personen aus dem SKD-Umfeld im Raum Gotha sollen auch zum Neonazi-Haus in Crawinkel gehören. Einer davon, der 35-jährige Marco Z., wurde im Juni 2012 während einer Polizeirazzia verhaftet.

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