Archiv für August 2013

Hammerskins im Südwesten mit neuen Strukturen

Die „Antifaschistische Initiative Heidelberg“ hat Folgendes recherchiert:

Seit etwa 1991 sind regionale Strukturen der rassistischen „Hammerskin Nation“ in Deutschland nachzuweisen. Die Schwerpunkte lagen zu dieser Zeit noch in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Sachsen. Eines der ersten Postfächer der deutschen Hammerskins befand sich jedoch bereits Anfang der 1990er Jahre in Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) und wurde von einem Mitglied der regionalen Nazi-Gruppierung „Aktionsfront Nationaler Kameraden“ (ANK) betrieben.

Gegenwärtig existieren in Deuschland rund zehn so genannte Chapter, die aus repressionsbedingten Gründen immer wieder unter anderen Namen firmieren.
Im Jahr 1986 waren die Hammerskins in Dallas/Texas (USA) als „weiße Bruderschaft“ gegründet worden. Seit dieser Zeit hat sich die rassistische Skinhead-Organisation zu einer der größten und gewalttätigsten Nazi-Gruppierungen entwickelt.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Die „Hammerskins Westmark“ (Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Südhessen) sind seit mehreren Jahren die führende Struktur im deutschen Netzwerk der rassistischen „Bruderschaft“. Das haben sie vor allem ihrem Kopf Malte Redeker zu verdanken. Dieser hat es durch sein Geschäft mit Rechtsrock zu einigem Renommee in der internationalen Nazi-Szene geschafft. Mit besten Kontakten in die Schweiz, nach Spanien und Schweden sowie ins Stammland der Hammerskins, die USA, gilt Redeker als Integrationsfigur und stellt vor allem für Nazis in der Rhein-Neckar-Region so etwas wie den „Paten“ der Szene dar.

Die Hammerskins aus der Rhein-Neckar-Region bildeten bis vor kurzem zusammen mit ihren Gesinnungskameraden aus dem Saarland das „Chapter Westmark“. Nachdem die Behörden – auch im Zuge der Ermittlungen zur Nazi-Terrorgruppe NSU – auf Redeker und die südwestdeutschen Hammerskins aufmerksam geworden waren, wurde im März 2013 diese Sektion offiziell aufgelöst. Auch das Bundeskriminalamt hatte die Hammerskins im Juli 2012 im Focus. Erstmals waren die Nazi-Aktivitäten Thema eines internen Dossiers des BKA mit dem Titel „Hammerskin Nation“. Demnach seien 193 Hammerskins und „Suppoerter“ den KriminalistInnen bekannt.

In der Folge der taktischen Auflösung war zunächst ein „Chapter Luxemburg“ im Gespräch, welches offenbar ein Fake für die Behörden darstellt. Denn mit dem vorgegebenen Ende des „Chapter Westmark“ wurden bereits zwei neue Strukturen geschaffen: das „Chapter Westwall“ und das „Chapter Kurpfalz“. Ganz offensichtlich wollten die regionalen Hammerkins einem Verbot des umtriebigen „Chapter Westmark“ zuvorkommen.

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The West Indians – I Mean It

Freies Netz Süd Kundgebung Roden-Ansbach Europa Erwacht

Via „Indymedia Linksunten“:

Roden-Ansbach (Lkr. Main-Spessart). Neonazis aus den Kreisen des „Freien Netz Süd“ (Anmelder Norman Kempken mit seinem „Bund Frankenland“, der „Deutsch Böhmische Freundeskreis“ um Robin Siener, der „Deutsch Ungarische Freundeskreis“ um Matthias Fischer und der neonazistische „Final Resistance“-Versand von Daniel Weigl) planen ein Rechtsrockfestival unter dem Namen „Europa Erwacht“ in „Süddeutschland“.

Sie bewerben, zunächst ohne Ortsangabe, die Rechtsrockkapellen „P.W.A.“ (Estland), „Act of Violence“ (Laupheim), „Vérszerzödés“ (Ungarn) und „Die Lunikoff Verschwörung“ (Berlin) und den tschechischen „Liedemacher“ „Bohemia“ sowie die Redner Matthias Fischer, Zsolt Illés, Tony Gentsch, Dieter Riefling, Jíří Froněk und Philippe Eglin. Beim tatsächlich geplanten Konzertort handelt es sich um dasjenige Privatgrundstück, auf dem das FNS vor zwei Jahren mit dem „4 nationalen Frankentag“ schon einmal ein neonazistisches Open-Air mit 600 Besucher_innen ungestört veranstaltet hat.

Das „Festival“ soll ein familientaugliches Fest („Spaß für Groß und Klein mit Trampolin, sowie Infoständen und mehr“) und radikale NS-Verherrlichung gleichermaßen anbieten. Schon der von Kempken verantwortete Flyer ist mit einem Fackelträger im Stile des NS-Künstlers Arno Breker gestaltet. Und der Festivalname „Europa Erwacht“ ist nicht weniger NS-nostalgisch als der bisherige Konzerttitel „Frankentag“ der die Bezeichnung der NS-Massenspektakel auf dem mittelfränkischen Hesselberg aufgriff: Joseph Goebbels hatte Anfang Februar 1937 den „Deutschland erwache!“-Schlachtruf der Nationalsozialisten zu „Europa erwache!“ umgewandelt und zwar, so schrieb er in sein Tagebuch, ganz bewußt gedacht als Kriegsdrohung des Deutschen Reichs gegen die Länder Europas.

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Geplantes Rechtsrock-Konzert macht Angst

„Volksstimme.de“ berichtet:

Kämeritz l Ein NPD-Funktionär aus Weiden in der Oberpfalz hat einen Antrag auf die Durchführung eines Rockkonzerts in Kämeritz gestellt. Bandnamen lassen Rückschlüsse auf die Gesinnung der zu erwartenden Besucher zu. Die Einwohner des Ortes haben die schlimmsten Befürchtungen.

In der nächsten Woche will der Veranstalter sein Konzept vorlegen, dann muss über die Genehmigung entschieden werden. Am 12. Oktober soll das Konzert im 50 Einwohner zählenden Kämeritz stattfinden. Von vier Bands ist die Rede, von 1500 Besuchern, von 500 parkenden Fahrzeugen. Kerstin Bette begrüßte am Mittwochabend die Kämeritzer und andere besorgte Bürger in der Feierhalle nur ein paar Meter entfernt vom „Mahnmal“, der im Krieg zerstörten Kirche, um gemeinsam zu überlegen und zu diskutieren, welche Möglichkeiten es gibt, das Konzert zu verhindern beziehungsweise Position zu zeigen. „Das Ereignis fordert uns auf, uns zu unseren Werten zu bekennen, zusammenzuschließen und Gemeinschaft zu zeigen“, so Bette.

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Anschlag auf Asylbewerberheim

Die „PNN“ berichtet:

Brandsatz wurde über Toreinfahrt geworfen und landete 20 Meter vor dem Gebäude. Randale auf Gelände des früheren KZ Uckermark.

Luckenwalde/Himmelpfort – An zwei Stellen in Brandenburg hat es Anschläge mit möglicherweise rechtsextremem Hintergrund gegeben. In Luckenwalde (Teltow-Fläming) wurde in der Nacht zum Freitag ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim verübt. Laut Polizei wurde um kurz nach 0 Uhr ein Brandsatz über die Torzufahrt geworfen. Dort sei er 20 Meter vom nächsten Gebäude auf einer Betonfläche zerborsten und habe sich entzündet. Menschen seien nicht in Gefahr gewesen, hieß es. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit Streifenwagen, Fährtenhund und Kräften einer Anti-Rechtsextremismus-Einheit blieb erfolglos. Von dem oder den Tätern fehlt bislang jede Spur. Der Staatsschutz ermittelt. Bereits am Mittwoch hatten Unbekannte auf dem Gelände des ehemaligen KZs Uckermark nahe Fürstenberg/Havel (Oberhavel) randaliert. Ein Sonnensegel und ein Fundament für eine Bank wurden zerstört.

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Violent Future – Goon Life

„Hammerskin“-Memorial

Via „Blick nach Rechts“:

Ungarn (Budapest) – In Budapest soll am 12. Oktober ein Gedächtniskonzert für den 1994 verstorbenen Sänger der US-Band „Nordic Thunder“ veranstaltet werden.

Zu den international gefragtesten deutschen Rechtsrock-Bands gehört seit Jahren „Brainwash“. Die Musiker aus Altenburg und Dresden, die gerade erst ein neues Album herausgebracht haben, sollen am 12. Oktober in Budapest aufspielen. Dort wird ein „Hammerskin“-Gedächtniskonzert zu Ehren von Joe Rowan angekündigt. Dieser war Sänger der US-Rechtsrock-Band „Nordic Thunder“ und starb am 1. Oktober 1994 nach einem Konzert bei einer Schießerei. Als damaliges „Hammerskin“-Mitglied wird er seitdem verehrt.

Sänger Rene Weiße und seine Bandkollegen sind quasi „Wiederholungstäter“, denn bereits beim Rowan-Memorial 2008 spielten sie in Ungarn auf. Überhaupt ist die deutsche Hatecore-Kombo sehr oft im Ausland unterwegs. Neben Ungarn trat sie unter anderem bereits in Italien, Finnland, Spanien, Griechenland und sogar in den USA auf. Bereits viele Jahre pflegen sie gute Kontakte nach Ungarn. So entstand bereits 2002 eine gemeinsame Split-EP mit den Rechtsrockern von „Verszerzödes“.

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Live-Musik mit „Division Germania“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Rechtsextremer Internetsender tritt als Konzertveranstalter auf.

Patrick Schröder gehört seit Jahren zu den Aktivisten der rechtsextremen Szene in der Oberpfalz. Unweit von Weiden wohnend, zeichnet er seit geraumer Zeit bereits für das Internetradio von FSN verantwortlich, das Eigenwerbung mit dem Slogan „Hören macht frei“ betreibt und laut Mitteilung des parteiungebundenen neonazistischen Zusammenschlusses „Freies Netz Süd“ (FNS) von der NPD Bayern finanziell unterstützt wird. Inzwischen gibt es über das Netzradio hinaus auch bewegte Bilder unter dem Portal von FSN.TV. Dafür soll im Herbst nun erstmals ein Rechtsrock-Konzert stattfinden.

In einem Interview mit dem NPD-Organ „Deutsche Stimme“ sagte Schröder im vergangenen Jahr, sein Ziel sei es, FSN.TV zum „Vorzeigeprojekt der nationalen Bewegung“ zu machen. Bei den so genannten „Freien Kräften“ in der Region hat ihm das laut FNS den Vorwurf des Selbstdarstellers und Wichtigtuers eingebracht. Ferner behauptet das FNS, dass Schröder mit dem Staatsschutz kooperiere, weshalb er bei etlichen Angehörigen in der rechten Szene in Ungnade gefallen sei. Seit 2004 ist Schröder in der NPD aktiv. Bereits ein Jahr später war er Kreisverbandsvorsitzender von Weiden. In der NPD-Landtagsfraktion von Mecklenburg-Vorpommern durchlief er ein Praktikum.

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Big Eyes – Back From The Moon

„Club 88“ und „Titanic“: Nazi-Business As Usual in Neumünster

Via „Indymedia Linksunten“:

In einem Artikel im Holsteinischen Courier wurde bereits im Oktober 2006 vor dem Schulterschluss zwischen Freien Kameradschaften und Parteikreisen gewarnt, der auch in Schleswig-Holstein dazu führen könnte, dass die NPD in kommunale Parlamente einzieht. 2013 hat es die extrem rechte Partei in Neumünster u.a. durch eine niedrige Wahlbeteiligung und den Wegfall der 5%-Hürde geschafft: Nach den Kommunalwahlen im Mai sitzt der NPD-Spitzenkandidat Mark Michael Proch nun in der Ratsversammlung und kann dort seine menschenverachtende Propaganda verbreiten. Darauf, in welchem Maße neonazistische Infrastruktur an dieser Entwicklung beteiligt ist, gehen wir im Folgenden ein.

In den 1990ern vernetzten sich militante Neonazis aus Norddeutschland zunehmend, mit dem „Club 88“ war im Jahre 1996 auch ein geeigneter Treffpunkt gefunden: Der bunkerähnliche Bau in der Segebeger Straße 67a ist sowohl aus Neumünster und Umgebung, als auch aus Dänemark oder Hamburg gut zu erreichen. Durch den gescheiterten Versuch der Stadt, den „Club 88“ zu schließen, erlangte er Kultstatus in der Naziszene und wird bis heute dementsprechend über CDs, Shirts und Feuerzeuge vermarktet. Da die erste Generation des „Club 88“ um Christiane Dolscheid, Frank Rieckmann und Tim Bartling eher der Kameradschaftsszene zugehörig war, florierte der Treffpunkt im Jahre 2003 auch nach der Radikalisierung der NPD, deren damaliger Landesvorsitzender Peter Borchert zuvor als Sprecher des „Clubs“ auftrat. Über Jahre hinweg wurde der „Club 88“ als Location für Rechtsrockkonzerte oder Liedermacher-Abende genutzt, dabei reisten vor allem zu den Jahrestagen der Gründung Nazis aus Nord- und Ostdeutschland sowie Skandinavien an. Die antifaschistische Kampagne „Club 88 schließen!“ organisierte daher ab 2007 jährlich Gegenproteste zu den Geburtstagsfeierlichkeiten und forderte mit Nachdruck die Schließung des „Clubs“. Mit dem Strukturwandel in Schleswig-Holsteins extremer Rechten hat dieser aber insgesamt an Bedeutung verloren und kämpft vor allem finanziell ums Überleben. Der vormals der „AG Neumünster“ angehörende Alexander Hardt, der zusammen mit u.a. Peter Borchert in die Rocker-Gruppe „Bandidos“ einstieg, vertrieb eine Zeit lang über einen Online-Handel Einbruchswerkzeuge aus dem „Club heraus“, hat sein Geschäft aber inzwischen nach Kiel verlegt. Trotz der Probleme besitzt der „Club 88“ nach wie vor eine enorme Symbolwirkung in der Szene, darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass Michael „Mike“ Denz, der inzwischen einer der Aktivposten des NPD Kreisverbands ist und die Aufgabe innehat, den Kontakt zu den Freien Kräften zu halten, hier regelmäßig hinter dem Tresen stand und auch in der letzten Zeit noch im „Club 88“ gesichtet wurde. Jugendliche Nazis, die zum Trinken und Feiern anreisen, werden hier an organisierte Strukturen herangeführt. Darüber hinaus bietet sich den Nazis im „Club 88“ die Möglichkeit, braune Solidaritäts-Events durchzuführen: 2008 wurde eine Soli-Auktion für den krebskranken Nazi-Liedermacher Michael Müller organisiert, 2012 ging es um das Sammeln von Geld für die Aktvist_Innen, die im Vorjahr am 01. Mai eine Gewerkschaftsveranstaltung in Husum überfallen hatten.

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[Berlin-Wedding] Von Aussteigern und Aufhörern

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am 7. Au­gust ha­ben wir Re­cher­chen ver­öf­fent­licht, wo­nach im Frei­bad Plöt­zen­see der­zeit min­des­tens eine Per­son eine Tä­tig­keit als Schwim­m­eis­ter aus­übt, die in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit durch neo­na­zis­ti­sche Ak­ti­vi­tä­ten auf­ge­fal­len ist.

So war der heute 45-Jährige Mike Man­fred Zer­fow­ski in den Jah­ren 2009 bis 2010 in der ak­tio­nis­ti­schen Neonazi-Kameradschaft „Freie Na­tio­na­lis­ten Berlin-Mitte“ ak­tiv, die zu je­ner Zeit mit Schwer­punkt im Wed­ding und an­gren­zen­den Be­zir­ken durch ein Se­rie von Sach­be­schä­di­gun­gen, Pro­pa­gan­da­ak­tio­nen und Ge­walt­ta­ten auf sich auf­merk­sam machte. In un­se­rer ers­ten Ver­öf­fent­li­chung wie­sen wir nicht nur auf den Cha­rak­ter die­ser Or­ga­ni­sa­tion hin, son­dern auch auf meh­rere Ak­tio­nen der „Freien Na­tio­na­lis­ten“, an de­nen Mike Zer­fow­ski nach­weis­lich be­tei­ligt war. Seine Mit­wir­kung reichte in die­ser Zeit von der Teil­nahme an Neo­na­zi­auf­mär­schen über Pro­pa­gan­da­ak­tio­nen bis­hin zur Be­dro­hung und dem Ab­fo­to­gra­fie­ren von Nazi-Gegner_innen.

Auch zu Zer­fow­skis En­ga­ge­ment in der Neu­köll­ner NPD wur­den uns im Nach­gang der Ver­öf­fent­li­chung wei­tere de­tail­lierte In­for­ma­tio­nen zu­ge­spielt. Laut ei­ner 2007 ge­le­ak­ten NPD-Mitgliederliste be­klei­dete er den Pos­ten des 2. Or­ga­ni­sa­ti­ons­lei­ters der NPD-Neukölln, ent­sprach also auch hier kei­nes­falls nur dem Ty­pus ei­nes Mit­läu­fers. Auf­fäl­lig ist, dass Zer­fow­ski so lange öffent­lich durch neo­na­zis­ti­sches En­ga­ge­ment in Er­schei­nung trat, bis Antifaschist_innen im Jahre 2010 im Zu­sam­men­hang mit den Ak­ti­vi­tä­ten der „Freien Na­tio­na­lis­ten Berlin-Mitte“ be­gan­nen erste Por­trait­f­auf­nah­men, auch von ihm, zu ver­öf­fent­li­chen und iden­ti­fi­zie­rend zu be­rich­ten.

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Gewalttätige Terrorbande

Via „Blick nach Rechts“:

Dresden – Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mutmaßliche Mitglieder der Neonazi-Gang „Terror Crew Muldental“ wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Polizisten haben am Dienstag Wohnungen von mutmaßlichen Szene-Aktivisten der gewaltbereiten sächsischen Neonazi-Gang „Terror Crew Muldental“ (TCM) im Umland von Leipzig (Sachsen) und Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) durchsucht. Die drei Tatverdächtigen im Alter von 23 Jahren stehen im Verdacht, am 9. Mai bei einer Schlägerei in Bennewitzbei Wurzen (Kreis Leipzig) sieben Menschen verletzt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Neonazi-Trio vor, eine kriminelle Vereinigung gebildet und gemeinschaftlich schwere Körperverletzung begangen zu haben. Einige TCM-Mitglieder sind bereits wegen Straf- und Gewalttaten verurteilt worden.

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Anasazi – „Bone Collector“

Nazi-Musik im Internet: Mutmaßliche Betreiber von rechtsradikalem Web-Radio vor Gericht

„Spiegel-Online“ schreibt:

Ihnen wird Volksverhetzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen: In Berlin müssen sich zehn Angeklagte vor Gericht verantworten. Die Frauen und Männer sollen Nazi-Musik im Internet verbreitet haben.

Berlin – Vor dem Berliner Landgericht hat der Prozess gegen zehn Männer und Frauen begonnen, die ein rechtsradikales Internetradio betrieben oder unterstützt haben sollen. Ihnen wird Volksverhetzung, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verbreiten von Nazi-Musik vorgeworfen. Die Angeklagten stammen aus verschiedenen Bundesländern, unter anderem aus Berlin und Sachsen.

Die Anklageschrift umfasst mehr als hundert Seiten. Darin sind rassistische, gewaltverherrlichende und zum Teil in der Bundesrepublik verbotene Lieder aufgelistet. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufzustacheln. Durch Beschimpfung und Verleumdung werde die Menschenwürde dieser Personen angegriffen.

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Siehe auch: Nazi-Radiosender vor Gericht
Juristisches Nachspiel für „Irminsul“
Neonazi Nadine M. (32) aus Castrop-Rauxel steht wegen Internetradio vor Gericht
Neonazi Nadine M. (32) aus Castrop-Rauxel steht wegen Internetradio vor Gericht – Castrop-Rauxel

Die bayerischen „Skinhead-Berichte“

„Art-nb“ berichtet:

„Skinhead-Szenen in Bayern“ ist der Titel einer regelmäßig erscheinenden, internen, Publikation des Landesamtes für Verfassungsschutz Bayern (LfVs), die in Zusammenarbeit mit lokalen Staatsschutzabteilungen der Kriminalpolizei erstellt wurde. Sie beinhaltet regionale Lagebilder sowie tausende Datensätze von Naziaktivisten aus dem gesamten Freistaat. Die Broschüren, die sich über die Jahre 1997 bis 2003 erstrecken, offenbaren die Unfähigkeit des LfVs auf aktuelle Umstrukturierungen der Neonaziszene zu reagieren. Zudem enthalten sie äußerst fragwürdige Passagen im Bezug auf den Umgang mit Neonazis.

Zahlenspielereien und eklatante Fehleinschätzungen

Akribisch werden in den uns vorliegenden Publikationen bis zu 2181 Personen mit Namen, Geburtsort, Geburtsdatum und teilweise mit Wohnort aufgezählt. Bei der Erhebung der Zahlen, wie viele Personen der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch bewertet, beginnen die Obskuritäten. 1998 wird beispielsweise die Hammerskin-Sektion Bayern als „Szenen/Personenkreis mit rechtsextremistischer Tendenz“ genannt. Somit fallen die Mitglieder der international organisierten, elitären Naziorganisation aus der Statistik und tauchen nicht in der Zahl der in Bayern ansässigen und aktiven Neonazis auf. Ähnlich krude Einschätzungen finden sich auch in der Einschätzung regionaler Szenen wieder.

So ist der mittelfränkische Nazikader Matthias Fischer Mitglied der Gruppe „Aryan Hope“ (arische Hoffnung). Diese sieht sich als innerer Kern regionaler Nazizusammenhänge. Sie strebt ein weltweites Netz von Kampfgemeinschaften an. Wie der Großteil der Mitglieder hat auch Fischer „Aryan Hope“ über dem linken Ohr tätowiert. Das LfVs beurteilt „Aryan Hope“ 1999 hingegen folgendermaßen: „“Arian Hope“ verfolgt keine speziellen politischen Ziele, ebenso keine Parteiorientierung. Die Bezeichnung diene lediglich der Identifikation bestimmter Leute, um deren Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.“ (Rechtschreibfehler im Original). Diese Einschätzung wurde vom bayerischen Verfassungsschutz nie revidiert. Im Bericht für das Jahr 2002 ist weiterhin die Rede von einer „eher unpolitischen Skinheadgruppierung“.

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Rechte Banner, braune Trikots in Sachsenhausen

Via „PNN“:

Der Fußballverein TuS Sachsenhausen hat Probleme mit Rechtsextremisten unter Kickern und Fans. Selbst die Landesregierung in Brandenburg ist alarmiert und beobachtet die Lage besonders aufmerksam – wegen des geschichtsträchtigen Ortes.

Sachsenhausen – Nach dem Skandal um rechtsextremistische Propaganda beim Fußballverein TuS Sachsenhausen in Brandenburg gerät der Verein wegen neuer Vorfälle ins Visier der Sicherheitsbehörden. Diesmal geht es um ein Foto der dritten Mannschaft des TuS Sachsenhausen für Sonderbeilagen zweier Lokalblätter zur neuen Fußballsaison. Darauf ist die Elf, die in der zweiten Kreisklasse spielt, mit braunen Trikots zu sehen. Ein Ex-Spieler, der als Sponsor den Trikots-Satz vor fast zwei Jahren finanziert hatte, hält sein Trikot mit der Rückennummer 18 hoch und lacht. Die Zahl ist in der rechtsextremistischen Szene ein Code und steht für die Anfangsbuchstaben von Adolf Hitler. Daneben sind nach Angaben der Polizei auf dem Bild mehrere Personen zu sehen, die der rechten Szene zugerechnet werden.

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Daltons & Buster All Stars – Never Kiss You Again

Rechter Szene-Treffpunkt

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Berlin – Im Berliner Stadtteil Lichtenberg ist die Kneipe „Sturgis“ ansässig. Eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Ole Kreins gibt nun Auskunft über deren Klientel.

Am 20. April 2013 – dem Geburtstag Adolf Hitlers – hatte die Polizei bei einer Kontrolle in dem Lokal „Sturgis“ in Berlin-Lichtenberg die Anwesenheit von Neonazis unter anderem aus dem Umfeld der „Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft“ festgestellt. Die insgesamt überprüften 13 Personen waren zwischen 19 und 46 Jahren alt. Dies erklärte die Berliner Innensenatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Ole Kreins (Drucksache 17/12095).

Das „Sturgis“ ist in der Margaretenstraße 21 im Berlin-Lichtenberger Weitlingkiez ansässig. Seit 2006 ist die Lokalität der Polizei als Treffpunkt von „Rechtsextremisten überwiegend subkultureller Prägung“ bekannt, so die Berliner Behörde.

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Gorch Fock: Rechtsrock auf Marine-Schulschiff

Der „Gorch Fock“ droht neuer Ärger. Auf der ersten großen Ausbildungsreise des Marine-Schulschiffs nach dem Tod einer Kadettin haben Besatzungsmitglieder offenbar Musik einer einschlägigen rechtsradikalen Band gehört. (NDR) Ein Kamerateam des NDR filmte die Szene. Der Kommandant ermittelt nun in dem Fall. (Spiegel Online, Stoerungsmelder)

Siehe auch: Rechtsrock auf der Gorch Fock

Wer sind die „Vereinten Skinheads“?

Via „Indymedia Linksunten“:

Einschätzung des Antifaschistischen Infobüros Rhein-Main zu den Vereinten Skinheads, einer Kameradschaftsstruktur aus dem Westerwald (Rheinland-Pfalz) und Ansbach (Bayern)

Am 3. August 2013 demonstrierten in Mayen (Eifel, Landkreis Mayen-Koblenz) Antifaschist_innen, um auf die zunehmende Problematik rechter Strukturen und Vorfälle in der Region aufmerksam zu machen.

Am Rande der Demonstration fiel eine Gruppe von Neonazis auf und provozierte mit eindeutiger Symbolik. Bei der Gruppe handelt es sich Personen, die seit einiger Zeit unter Label Vereinte Skinheads in Erscheinung treten. Zeitweise wurde auch die Bezeichnung Vereinte Skinheads Rheinland benutzt. Dabei handelt es sich um eine Kameradschaftsstruktur die im Westerwald, aber auch in Bayern aktiv ist. Dies ist dadurch zu erklären, dass einige der Neonazis aus dem Westerwald nach Ansbach (Bayern) umgezogen sind. Dort treten die Neonazis auch als Kameradschaft Ansbach auf.

RechtsRock, Waffen und Munition

Eng verflochten ist die Gruppe mit der RechtsRock-Band Kaltes Judenleder (KJL). KJL ist das „Untergrundprojekt“ der neonazistischen Black-Metal-Band Blutkult um Timo Purper. Purper war bereits Mitglied der Kameradschaft Westerwald und ist einschlägig vorbestraft.

Im September 2012 geriet KJL ins Visier der Behörden und im Zuge einer Razzia wurden Musikinstrumente, Tonträger, Waffen und Munition beschlagnahmt. Eine der Hausdurchsuchungen fand bei einem damals 25-Jährigen aus Oberahr im Westerwald statt, der den Vereinten Skinheads zugeordnet werden kann. Dieser Neonazi aus Oberahr tritt als „Josef Dietrich” bei Facebook auf, eine Anspielung auf den Kommandeur der Leibwache Adolf Hitler.

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