Archiv für September 2013

1.10.2013 Tommyhaus/Berlin: Grauzone – alles unpolitisch?

Oi!- Alles unpolitisch, oder was?

Der Begriff “Grauzone” geht seit einigen Jahren durch die Oi!- und Punkszene und führt langsam aber sicher auch in Antifa-Szenen zu hitzigen Diskussionen. Während die Parole “gegen Nazis” von vielen nach wie vor groß geschrieben wird, gilt auch das Label “unpolitisch” als beliebt und anschlussfähig in der Szene.
In dieser Veranstaltung möchten wir darüber sprechen, was unter dieser “Grauzone” verstanden wird und wieso sie einen derart großen Anschluss erfährt. Außerdem möchten wir auf die Erfolge vermeintlich unpolitischer Bands eingehen und dem damit verbundenen Verlust emanzipatorischer Ideen.

Veranstalter*innen: North East Antifascists [NEA] und RASH BB und Cable-Street-Beat Berlin

Personen, die in der Vergangenheit durch anti-antifaschistische
(Verbal-)Ausbrüche aufgefallen sind, werden der
Veranstaltung verwiesen!

Quelle

Kein Neonazi-Konzert in Finowfurt

Der „rbb“ berichtet:

Nachdem der für Samstag geplante Auftritt der Neonazi-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Finowfurt gerichtlich verboten worden ist, haben sich die Neonazis dem Urteil gefügt. Die Polizei war trotzdem da.

Das in Finowfurt bei Eberswalde geplante Konzert der Neonazi-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ hat nicht stattgefunden. Die Gemeinde Schorfheide hatte den Auftritt der Gruppe am Donnerstag verboten. Das Frankfurter Verwaltungsgericht und das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigten das Verbot – und die Neonazis hielten sich daran. Damit hatte die Polizei offenbar nicht gerechnet: Am Ende stand sie allein am Konzertgelände.

Immer wieder Neonazi-Konzerte in Finowfurt

Besucher seien dem Veranstaltungsort wegen des Verbots und der starken Polizeipräsenz ferngeblieben, teilte die Polizei am Sonntag in Frankfurt (Oder) mit. Das Konzert sollte auf dem Privatgelände des früheren DVU-Landeschefs und jetzigen Landeschefs der rechtsextremen Partei „Die Rechte“, Klaus Mann, stattfinden. Dort werden seit Jahren immer wieder Neonazi-Konzerte veranstaltet.

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Siehe auch: ABGESAGT! Am 28.9.2013 kein Nazikonzert

Rechtsrock für inhaftierte „Kameraden“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Am 9. November soll eine musikalische Solidaritätsveranstaltung mit bisher vier genannten deutschen Bands in „Mitteleuropa“ stattfinden.

Gerichtskosten, Anwaltshonorare, ein wegfallendes Einkommen durch Inhaftierung auch für die eigenen Familienangehörigen: Der Bedarf nach finanzieller Unterstützung ist innerhalb der rechten Szene ein bedeutsames Thema, gilt es doch, den diesbezüglich so oft propagierten markigen Worten der Glaubwürdigkeit halber auch solidaritätsstiftende Taten folgen zu lassen. Es verwundert nicht wirklich, dass auch für diese Zwecke die Musik eingespannt wird, indem Sampler zusammengestellt werden oder Bands sich für einen Konzertabend verabreden.

Letzteres soll am geschichtsträchtigen 9. November passieren, was mit Blick auf den Termin nur als zusätzliche Provokation verstanden werden darf. Seit kurzem wird der Auftritt von sechs Musikgruppen beworben, bei denen zwei als so genannte Überraschungsbands angekündigt werden. Ausdrücklich wird unter der Losung „Freiheit für alle nationalen politischen Gefangenen“ die Opferbereitschaft für hierzulande Inhaftierte eingefordert. Als Veranstaltungsort wird viel sagend „Mitteleuropa“ angegeben – ganz offensichtlich, um eine konspirative Vorbereitung in Deutschland mit möglichem Ausweichort grenznah im benachbarten Ausland nicht zu gefährden.

Namentlich aufgeführt wird der Auftritt von der Death-Metal-Band „Blutzeugen“ aus Sachsen. Ferner soll „Kommando Skin“ aus Stuttgart die Bühne betreten.

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Polizei beendet Konzert von Anhängern der rechten Szene

Die Polizei in Tangerhütte hat in der Nacht zu Sonntag ein Konzert mit rund 100 Anhängern der rechten Szene beendet.

Die Veranstaltung sei als private Feier deklariert gewesen, teilte die Polizei in Magdeburg mit. Als die Eigentümerin der Gaststätte von dem Hintergrund erfuhr, trat sie vom Mietvertrag zurück und bat die Veranstalter, das Konzert mit vier Gruppen zu beenden. Die Polizei stellte einige CDs und T-Shirts sicher und nahm eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf.

Quelle

Pressemitteilung: [ake] warnt vor Neonazi-Konzert in Erfurter Wohngebiet

Nachtrag. Via „Antifaschistische Koordination Erfurt“:

Die „antifaschistische koordination erfurt [ake]“ warnt vor einem Neonazi-Konzert am kommenden Samstag, den 28. September 2013, mitten in einem Erfurter Wohngebiet. Seit Tagen kündigen Erfurter Neonazis im Internet ein Konzert unter anderem mit dem Neonazi-Musiker „Steven“ von der Rechtsrock-Band „KZT“ („KinderZimmer Terroristen“) an.
Veranstaltungsort ist die Erfurter Kneipe „Kammwegklause“ in der Tungerstraße mitten im Wohngebiet Herrenberg.

Offen bewirbt auf Facebook der seit Jahren als neonazistischer Aktivist und Schläger bekannte Enrico Biczysko das Konzert. An der Seite des früheren Geheimdienst-Spitzels Kai-Uwe Trinkaus (Ex-NPD) war er Mitglied im Vorstand des jüngst aufgelösten Neonazi-Vereins „Pro Erfurt e.V.“.
Seit kurzem engagiert sich Biczysko für die NPD, unter anderem bei öffentichen Wahlkampfveranstaltungen.

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Blut + Eisen – Wumm

7.-28.9.2013: Grau- und Braunzonenkonzerte International

An dieser Stelle unsere gewohnte Übersicht über Konzerte aus der Grau- und Braunzone zwischen dem 7. und 28.9.2013:

Grauzone:

- 7.9.2013: „Dogs Home“/Tampere (Finnland): „Tampere Bootbois“ präsentierten das „Tampere Oi!“ mit Bands aus der Grauzone mit fliessendem Übergang in den RAC-Bereich: „Agent Bulldog“, „Tammer Fist“ und „The Hoist“.

- 7.9.2013: „Räucherei“/Kiel: Es spielten die Grauzonencombos „OHL“, „Fatal“ u.a.

- 14.9.2013: „Jugendclub Hugo“/Jena: Grauzonenkonzert mit „Oi!sturm Asozial“ u.a.

- 20.9.2013: „KMO“/Tortona (Italien): Konzert mit „Saints & Sinners“.

- 21.9.2013: „Indra Club“/Hamburg: Es spielte die Grauzonenband „Gimp Fist“ und eine weitere Band.

- 27.9.2013: „Bunte Kiste“/Berlin-Lichtenberg: „Do Oi! Yourself…“ Grauzonenkonzert mit den Bands „Old Fashioned Ideas“, „High Society“ und „Grumpy Old Men“.

- 28.9.2013: „Gemeindehaus“/Friedrichsbrunn: Die „Harzrebbellen“ veranstalteten ein Grauzonenkonzert mit den Bands „Goitzsche Front“, „Egoi!sten“ und einer weiteren Band.

- 28.9.2013: „Walfisch“/Freiburg: Grauzonenkonzert mit den „Gewohnheitstrinkern“ und „Pöbel & Gesocks“.

- 28.9.2013: „Brückeneck“/Berlin-Neukölln: Grauzonenkonzert mit „Vorsicht Stufe“.

Braunzone:

- 7.9.2013: „Club Schwarzer Adler“/Egelsee: Unter dem Motto „Skinheadnight“ fand ein RAC-Konzert mit den „Prolligans“, „Martens Army“ und „Support“ statt.

- 7.9.2013: Nordostitalien: Die neonazistischen „Veneto Fronte Skinheads“ organisierten ein „Rock per la liberta“-NS-Konzert mit den Bands „Die Lunikoff Verschwörung“, „Tätervolk“, „Gesta Bellica“ und „Linea Ostile“.

- 7.9.2013: Melbourne (Australien): „Blood & Honour Melbourne“ präsentierte ein „ISD Memorial Concert“ zum 20. Todestag von Ian Stuart unter dem Motto „20 years in valhalla“. Es spielten die NS-Bands „Ravenous“, „Open Season“, „The Commieknockers“ und ein weiterer internationaler Act.

- 13.9.2013: „Café den Bolle“/Morkhoven (Belgien): Rechtsrockkonzert mit den Bands „Légitime Violence“, „The Pride“ und „The Firm“.

- 13.9.2013: „Cinema Rock Cafe“/Budapest (Ungarn): Nazikonzert mit „Frommer Baby“ und „Révület“.

- 13./14.9.2013: Italien: „Festival Boreal – Go on in this RAC way!“ mit den Rechtsrockbands „Legittima Offesa“, „DDT“, „Hobbit“, „Romantikus Eröszak“, „Radical Hungary“, „Wafflor Waffen“ und „Nordica“.

- 14.9.2013: Italien: Rechtsrockkonzert mit „Legitime Violence“ u.a.

- 14.9.2013: Tschechien: „ISD Memorial Concert“ mit den NS-Bands „Adler“, „Attack“, „D.M.S.“, „Cirhoza 88″ und „Violence Station“.

- 14.9.2013: Ungarn: Für dieses Datum wurde anlässlich des 15. Geburtstages von „Blood & Honour Ungarn“ ein größeres Event angekündigt.

- 20./21.9.2013: „Blood & Honour Worldwide“ kündigte irgendwo ein ISD-Memorial-Konzert an. (Schweiz ?)

- 21.9.2013: Nagoda (Japan): „Respect and honor – East meet west“. Nazikonzert mit „Bound for Glory“, „Aggroknuckle“, „The Hawks“, „Gruesome“, „Crikey Crew“, „Beyond Hate“ und „Strong Crowd“.

- 21.9.2013: Deutschland (evtl. Dresden?): Das Rechtsrockfanzine „Feindkontakt“ organisierte unter dem Motto „Swedish Invasion“ ein RAC-Konzert mit den Bands „“Enhärjarna“, „Pitbullfarm“, „Völund & Smed“, „Njord“ u.a.

- 21.9.2013: Toggenburger Gemeinde Ebnat-Kappel/“Berghaus Girlen“ (Schweiz): „Blood & Honour Schweiz“ organisierte ein „ISD-Memorial“ u.a. mit der bekannten Schweizer „Hammerskin“-Band „Amok“. Etwas 300 Nazis sollen vor Ort gewesen sein.

- 21.9.2013: Brooklyn/USA: „211 Bootboys“ präsentierten ein RAC-Konzert mit den Bands „Oxblood“, „Offensive Weapon“, „Stormwatch“, „Maddog Surrender“ und „The Wolverines“.

- 22.9.2013: „Earthdom“/Japan: „Ice Pick 2013″ mit den amerikanischen Rechtsrockbands „Aggroknuckle“, „Crawler“ und „Bound for Glory“.

- 28.9.2013: „Collverde di Guidonia“/Rom ? (Italien): Nazikonzert zum 20.Todestag von „Blood&Honour“-Begründer Ian Stuart.

- 28.9.2013: Frankreich: „Blood & Honour Hexagone“ organisiert ein grosses internationales „ISD Memorial“-Konzert mit folgenden NS-Bands: „Brutal Attack“, „Blackout“, „Faustrecht“, „Still Burnin´Youth“ und „March or Die“.

- 28.9.2013: „Zahra Club“/Kharkiv (Ukraine): ISD-Memorial-Konzert mit den NS-Bands „Die Lunikoff Verschwörung“, „Warlord“, „Sokyra Peruna“, „Molat“, „Revenge“ und „Antisystem“.

- 28.9.2013: „Mitteldeutschland“: NSHC-Konzert mit „Two Minutes Warning“ (Record release), „2nd Class Citizen“, „Fight Tonight“ und „Mortuary“.

300 Neonazis an Konzert in Ebnat-Kappel

Via Schweizer „Tagesanzeiger“:

Letzte Woche verhinderten Behörden, dass in Gossau ZH ein Konzert rechtsradikaler Bands stattfinden konnte. Doch die Veranstalter fanden eine Alternative: Die Neonazis feierten in einem Berggasthaus.

Zwischen 250 und 300 Personen haben am Samstagabend im Berghaus Girlen im toggenburgischen Ebnat-Kappel an einem Konzert rechtsextremer Bands teilgenommen. Die St. Galler Kantonspolizei beobachtete den Anlass. Dieser sei friedlich verlaufen.

Die Polizei habe erst sehr kurzfristig von der Durchführung des Konzerts in Ebnat-Kappel erfahren, sagte Polizeisprecher Gian Rezzoli auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Polizisten hätten den Anlass begleitet und beobachtet. Es seien keine Rechtsverletzungen festgestellt worden.

Über die Teilnehmer des privaten Anlasses und ihre Herkunft machte Rezzoli keine weiteren Angaben. Die Besucher reisten mit Autos an. Ein Teil von ihnen übernachtete im Berghaus, das auf 1150 Metern über Meer liegt, und reiste am Sonntag wieder ab.

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Siehe auch: Neonazis wichen in Berghütte aus
Neonazi-Anlass war als Klassenzusammenkunft getarnt

Wohnzimmergig beim Professor!

Via „Feine Sahne Fischfilet“:

Der ehemalige Chef der Anklamer Volkspolizei und jetzige Landtagsabgeordnete Manfred Dachner stellte bei einer Rede über uns im Landtag die Frage ,,Würden sie diese Leute in ihr Wohnzimmer lassen?“! Der Mitherausgeber der Zeitschrift ,,Muttersprache“ und Vorsitzende der ,,Gesellschaft für deutsche Sprache“ Professor.Dr.phil.Dr.H.C Armin Burkhardt lud uns daraufhin in seine Trautes Heim ein, sagte seinen Nachbarn und StudentInnen Bescheid und besorgte 100 Liter Jägermeister. Wir ließen uns nicht lange bitten…

Quelle

Britta Oelschläger im Portrait – Umtriebe in der Neonaziszene

Via „Indymedia Linksunten“:

Britta Oelschläger ist seit dem Jahre 2006 als selbstständige „Freizeitfotografin“ in Hannover tätig. In der breiten Öffentlichkeit wurde sie als Werbeträgerin des Fußballvereins Hannover 96 bekannt. Als langjähriger Fußballfan ließ sie sich den Stadtplan von Hannover auf den Rücken tätowieren und posierte freizügig für die
Internetpräsenz von Hannover 96.

Zudem gewann sie erst am 04.09.2013 im Rahmen eines Fotowettbewerbs der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung den ersten Platz mit einem ihrer Fotos. Ihr Schwerpunkt liegt u.a. in der Fotografie von Hochzeiten, Pärchen, Einzelpersonen, Konzerten und
Bands, wobei sie sich auf den subkulturellen Bereich der Skinhead- und Tattooszene spezialisiert hat. Durch öffentliche Aufrufe im Internet sucht sie Amateurmodels für kostenlose Fotoshootings, um diese Fotos dann zu vermarkten. Neben gewöhnlichen Fotos finden sich jedoch auch zahlreiche Fotos von Personen der rechtsoffenen
Grauzone, sowie bundesweiten Neonaziszene…

Der komplette Artikel samt zahlreicher Fotos als PDF-Datei: https://linksunten.indymedia.org/de/system/files/data/2013/09/8541495952.pdf

10 Jahre Audiolith: Gegen Nazis und Rockstarscheiße

„Publikative.org“ schreibt:

Mit der überzeugenden Verbindung von Partykrachern und politischem Engagement besitzt das Hamburger Label Audiolith Records ein Alleinstellungsmerkmal. Was vor zehn Jahren in einer Wohngemeinschaft begann, ist heute ein weit verzweigtes Netzwerk, dessen Akteure musikalische Perlen produzieren, viel vom Feiern verstehen und sich auch immer wieder in gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen einmischen. Höchste Zeit für eine Würdigung.

Warum eigentlich Audiolith?

– „Für mich ist Audiolith das linke Label überhaupt“, sagt der HipHop-Fan mit dem Audiolith-Shirt beim „Beats auf der Bahn“-Festival. „Ich kann da immer sicher sein, dass die Leute korrekt sind – und die Musik ist es meistens auch.“

– „Die haben Elektro aus den dunklen Kellern geholt“, sagt die Frau mit dem Audiolith-Button auf der Balduintreppe. „Ich fand es in den Kellern zwar auch ganz gut, aber das geht schon in Ordnung.“

– „Ich mag deren antifaschistische Grundeinstellung“, sagt der Audiolith-Beutel-Träger beim St. Pauli-Heimspiel. „Ich habe den Eindruck, dass die Leute von dem Schuppen mit sehr viel Herzblut bei der Sache sind und das nicht wegen der Kohle machen.“

Drei Statements von Fans eines Musik-Labels, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. Drei Statements aus eher zufällig entstandenen Gesprächen. Drei Statements, die bereits zeigen, dass es sich bei Audiolith Records wohl um weit mehr als einen Produzenten und Verkäufer von Musik handeln muss.

Vom Oi! zum Techno

Die Geschichte beginnt im Jahr 2003 in einer Wohngemeinschaft an der Holstenstraße in Hamburg. Der 26-jährige Lars Lewerenz – Punk-, Oi!- und Hardcore-sozialisiert, mit reichlich Band-Erfahrung ausgestattet und mittlerweile auf elektronische Musik umgeschwenkt – lebt dort mit seinem Kumpel Jan Elbeshausen zusammen. Der hat mit seiner Band The Dance Inc. ein paar Songs aufgenommen, die es bekannt zu machen gilt: „Both Sides Of The Ocean“ heißt die Single, die Lewerenz als erste Veröffentlichung von Audiolith Records auf den Markt bringt.

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Halberstadt: Rechtsoffenes Konzert am 05.10.2013 im Salut

Via „Harzinfo“:

Im Rahmen einer „Skins & Punx Action Tour“ sollen am 5. Oktober 2013 im Freizeitklub Salut in Halberstadt die Bands „East End Kids“ (Magdeburg), „Tollschock Therapie“ und „Lost and Found“ (beide aus Wernigerode) auftreten. Ein genauerer Blick auf die Band „Lost and Found“ fördert jedoch Unappetitlichkeiten zu Tage und wirft einige Fragen auf.

„Schönen guten Tag, ‚Lost and Found‘ ist unser Name“

Die Musik von „Lost and Found“ mit verzerrten Gitarren, schnellem Tempo und mehr geschrienen als gesungenen Texten lässt sich am ehesten der Musikrichtung „Punk“ zuordnen. Die Skinheads singen über die in ihrer „Szene“ üblichen Themen wie Freundschaft, Gewalt und dem Gefühl „verarscht von allen Seiten“ zu werden. Inhaltlich sind die Lieder vor allem aber von diffusen Wir-Ihr-Konstrukten geprägt. „Wir“ sind die Band und alle, die das gemeinsame Gefühl teilen vom harten Leben benachteiligt zu sein und unterdrückt zu werden. „Ihr“ sind die Feinde, die bekämpft werden müssen, denen alles Schlechte zugeschrieben wird, die verantwortlich für die erlebte Ungerechtigkeit sind. So schwammig und undefiniert lauert der Feind praktisch überall, explizit tritt er aber in Gestalt von Politikern, „politsch Korrekten“ und sogar Skinheads, die angeblich keine sind – weil dem Kommerz verfallen – in Erscheinung.

„Es gibt Niemanden der uns lenkt“

Mit Zeilen wie „wir scheißen auf eure Politik, es gibt niemanden, der uns lenkt.“ (Lied „Die Jungs von Lost and Found“) versuchen „Lost and Found“ den Anschein zu erwecken, sie wären „unpolitisch“. Ihr Politikbegriff beschränkt sich dabei offensichtlich auf das, was direkt mit Staat und Parteien zu tun hat. Mit dem Label „Gegen Political Correctness“ kommt die Band nämlich bestens in rechten Szenekreisen an.

Doch ich scheiß’ auf euch und eure Lügen,
kenne keine Reue werd mich nie betrügen
politisch korrekt, egal von welchem Lager
ich verachte euch, ihr Versager.

Schon bei der Gründung der Band zeigt sich, dass die Bezeichnung „unpolitisch“ bei den Musikern aus Wernigerode offensichtlich nicht den Tatsachen entspricht. Unter den Gründungsmitgliedern befindet sich neben Maik und Matze der Nazipunker „Schmidtgard“. Der Bassist, der schon vorher durch Angriffe auf vermeintliche Antifaschisten auffiel, verließ nach relativ kurzer Zeit die Band, um nun, in Berlin wohnend, Rechtsrock mit der Nazipunkband „Punkfront“ zu machen.

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Trouble Orchestra – Staub der Straßen

Rechtsrock-Konzerte: Brauner Alptraum in Nienhagen

Nienhagen leidet unter Rechtsrock-Konzerten. Die Bürger fühlen sich von Politik allein gelassen und eingeschüchtert, wenn „im Gesicht volltätowierte Hammer-Skins“ durch die Orte ziehen. Eine Expertin spricht von einer „national befreiter Zone“. (Mitteldeutsche Zeitung) Am 26. September fand vor dem Ausschuss für Inneres des Landes Sachsen-Anhalt eine Anhörung zu zivilgesellschaftlichem Protest gegen Neonazi-Konzerte. Die Amadeu Antonio Stiftung war als Sachverständige vor Ort geladen. (Amadeu Antonio Stiftung)

Innerlich zerrissen: Wie rechtsradikaler Rap eine Gesinnung beleuchtet

Die „taz“ berichtet:
Am Montag wird die Verhandlung gegen den mutmaßlichen „Maschseemörder“ Alexander K. vor dem Landgericht Hannover fortgesetzt. In der vorläufigen Beweiswürdigung am achten Verhandlungstag fand der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch deutliche Worte: Der 25-jährige K. habe schon früh „Gedanken und Gefühle in Richtung Menschen zu töten“ gehabt, die sich in Hass besonders gegen Ausländer verdichteten und sich später mit rechtsextremem Gedankengut verwoben.

Seit Anfang August steht K., der Rap-Videos im Internet veröffentlichte, wegen der Ermordung von Andrea B. vor Gericht. Nach Aussage seiner Ex-Freundin hat K. die 44-Jährige getötet, weil sie sich über seine rechtsextreme Einstellung lustig machte. In den Akten hätten sich keine Hinweise auf eine politische Gesinnung als Tatmotiv gefunden, sagt Matthias Doehring, ein Rechtsbeistand der Familie des Opfers.

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Cottbuser Neonazi-Kickboxer vor Gericht

Markus W., ein ehemaliger Kickboxer, ist kein Unbekannter in Cottbus. Er gehört zur Neonazi-Szene der Stadt und fiel mitsamt seines Kampfsportvereins schon häufiger wegen Volksverhetzung auf. Seit Mittwoch nun steht Markus W. zusammen mit zwei weiteren Männern wegen einer Messerattacke vor Gericht. Dem Verein droht der Ausschluss aus dem Sportbund. (rbb online, taz)

Moritz Rabe entpuppt sich als rechter Propagandist

Via „nordbayern.de“:

Bamberg – Er hatte alle Sympathien auf seiner Seite. Moritz Rabe, der mit seinen Revolutionsliedern aus der Mitte des 19. Jahrhunderts seit einigen Monaten in Bamberg gastiert, war kurz davor, zur Symbolfigur für Studenten, Obrigkeitskritiker und vor allem Linksintellektuelle in der Domstadt zu werden. Nun aber wendet sich das Blatt, und die Vergangenheit holt den Sangesmann ein.

Martin Rocktäschel – so sein richtiger Name – bekleidete noch vor wenigen Jahren hohe Ämter bei der NPD und zeigt auch heute noch ein zweifelhaftes Bild, so weigert er sich konsequent, von der Stadt Bamberg verhängte Gebühren zu zahlen.
Nur eine „Jugendsünde“?

Es seien angeblich Jugendsünden gewesen, als Jugendlicher habe er eine „Heimat“ gesucht und sich mehr oder weniger zufällig bei der Wahl zwischen rechts und links für die Glatzköpfe entscheiden. Doch gehört die nachfolgende Karriere zu einer „Jugendsünde“? Rocktäschel war im Landesvorstand der NPD, Bildungsreferent bei den Jungen Nationaldemokraten, Mitglied der Schlesischen Jugend und einer der Sprecher der Studentenverbindung „Normannia zu Jena“. Zu deren Grundsätzen gehört nach einem Informationsblatt der Burschen, „an der Einheit des deutschen Vaterlandes unabhängig von aktuellen Grenzziehungen festzuhalten.“

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Kobito – Du gibst deiner Welt nen Ruck

Brandleiche: Staatsschutz ermittelt

Die „Heilbronner Stimme“ berichtet:

Bad Canstatt/Heilbronn Polizei und Landeskriminalamt beschäftigt der Tod eines 21-Jährigen aus dem Raum Heilbronn, der sich am Montag in Stuttgart-Bad Cannstatt in seinem Auto selbst verbrannte.

Der junge Mann gab vor, Hinweise zum NSU-Trio geben zu können. Er soll sich nach Angaben von Horst Haug, Pressesprecher des LKAs in Stuttgart, zeitweise in der rechten Szene aufgehalten haben.

Haug bestätigte damit eine Meldung des SWR. Der 21-Jährige hätte am Montag vom LKA zu seiner Zeit in der rechten Szene befragt werden sollen. Zuvor verbrannte er sich auf dem Gelände des Cannstatter Wasen in seinem Auto.

Befragung

Haug sagte, dass der Kontakt des Mannes in die rechte Szene noch nicht so lange zurückliege. Er betonte, dass die Befragung von der Ermittlungsgruppe „Umfeld“ des Landeskriminalamts in Stuttgart ausging. Mit den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft in Zusammenhang mit den Taten des NSU hätten diese nichts zu tun.

Nach Angaben von Thomas Ulmer, Pressesprecher der Stuttgarter Polizei, hatte ein Zeuge am Montag gesehen, wie der 21-Jährige alleine in sein Auto gestiegen war. Danach habe es eine Explosion gegeben. Im ausgebrannten Fahrzeug fanden die Ermittler einen geschmolzenen Plastikbehälter. „Der Brandschutt wird auf Rückstände von Brandbeschleuniger untersucht“, sagt Ulmer. Das Ergebnis der Untersuchung stehe noch aus.

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Gossau verhindert Neonazi-Konzert

Via „Tagesanzeiger“:

In der Festhütte Altrüti in Gossau ZH hätten Konzerte von Nazi-Skinheads stattfinden sollen. Als dies der «Tages-Anzeiger» aufdeckte, lösten die Behörden den Mietvertrag auf.

Die Organisatoren der Nazi-Konzerte hatten den Saal in der Festhütte im Zürcher Oberland unter dem Vorwand angemietet, eine Geburtstagsparty zu feiern.

Seit mehreren Wochen zirkulierten in der rechtsextremen Szene Flugblätter, die zu einem Gedenkkonzert für Jan Stuart Donaldson am Samstagabend einluden. Dieser war Mitbegründer des Netzwerkes «Blood and Honour» («Blut und Ehre»). Angekündigt waren neben «verschiedenen Überraschungsbands» vier Gruppen aus Estland, Finnland und England. Ebenfalls angesagt war die Schweizer Band Amok, deren vier Mitglieder wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm vorbestraft sind. Auf ihrem ersten Tonträger, erschienen 2007, hatten sie den Holocaust geleugnet und missliebigen Personen einen gewaltsamen Tod in Aussicht gestellt.

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