Dressed to kill?

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Neonazis als Söldner

Viel ist seit der Enttarnung des NSU über die Entstehungskontexte rechtsterroristischer Strukturen in der BRD geschrieben worden, erstaunlich ruhig blieb es in diesem Zusammenhang um die seit Jahrzehnten bekannte Söldnertätigkeit deutscher Neonazis.

Als ein antifaschistisches Auto­ren­kollektiv sich 1996 mit der Zweitauf­lage des Buches »Drahtzieher im braunen Netz – Ein aktueller Überblick über den Neonazi-Untergrund in Deutschland und Österreich« genau dieses Thema annahm, hatten sie zutreffend bilan­ziert: »Um die Neo­nazis wirksam bekämpfen zu können, ist es unentbehrlich, sich Wissen über deren Organisationen und Strukturen und über ihr Zusammenspiel mit der großen Politik anzueignen«. Zwei Krisenge­bie­te waren bevorzugtes Reiseziel für Neonazis, welche als Söldner aktiv werden wollten, Süd­afrika und das ehemalige Jugos­la­wien1. Der in Süd­afrika lebende Neonazi Horst Klenz/Heinrich Siems2 warb bereits 1980 Söldner per An­zeigen in neonazistischen Zeitungen. 1992 rief die englisch­sprachige NSDAP/AO-Publikation »The new order«, zur »Bildung von Freiwilligeneinhei­ten« zur »Verteidigung der weißen Rasse« in Kroatien auf.3 Neu war die Idee bereits damals nicht, für mediale Beachtung hatten solche Pläne bereits während des Golf-Kriegs gesorgt, als Neonazis aus antisemitischer Motivation heraus »Saddam Hussein als Held der Araber« unterstützen wollten und Michael Kühnen 1991 pressewirksam die Aufstellung einer Söldnertruppe bekannt gab. Zu den Neonazis, die mit dem Irak zumindest auf Tuchfühlung gingen und beim irakischen Informations­minister vorstellig wurden, ge­hörte der französische Neonazifunktionär Michel Faci.4 Später gehörte er zu den ersten Neo­nazis, die als Söldner in Kroatien aktiv wurden, gegenüber dem STERN taxierte er seine »Einheit« auf 200 Deutsche und Österreicher. Hier war es zuerst die HOS-Miliz des kroati­schen Faschisten Dobroslav Paraga, die auf ausländische Neonazis als Söldner zurückgriff. Sie sah sich in der Tradition der kroatischen Faschistenbewegung »Ustascha«, die nach der Besetzung Jugoslawiens im Zwei­ten Weltkrieg an die Macht gelangten und unter ihrer Herrschaft tausende politische Gegner, Juden und Serben umbringen ließ.5

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