Waffen für Portugal?

Via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Deutsche Neonazis versuchen sich als Waffenschieber

Im Jahre 2009 war der sächsische Neonazi Thomas Gerlach mal wieder auf einer Polizeiwache, diesmal auf der Kriminalpolizeistation im thü­rin­g­ischen Altenburg. Der Anlass ist zwar nicht bekannt. Überliefert aber ist in einem BKA-Bericht vom 1. Dezember 2011, dass es offenbar am Rande die­ses Aufenthalts zu einem persönlichen Gespräch zwischen dem damals 30-jährigen Hammerskin-Aktivisten und einem Kriminalhauptkommissar kam. Der Beamte wollte wissen, wa­rum Gerlach in der Szene den Spitznamen ACE trägt. ACE stehe inoffiziell in der Szene für »milde Bleiche«, also »weißer als weiß«, klärte ihn der Neonazi laut BKA-Bericht auf.1

Seinen Spitznamen dürfte Gerlach eher wegen seiner rassistischen Welt­anschauung tragen, denn von einer »weißen Weste« kann bei ihm kaum die Rede sein. In einem von Gamma und dem Antifa-Rechercheteam erstellten Dossier wird der in Meuselwitz leben­de Neonazi als eine Schlüs­selfigur im Helfernetzwerk des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) bezeichnet. Neben dem jetzt zusammen mit Beate Zschäpe in München angeklag­ten Ralf Wohlleben ist Gerlach demnach »einer der bekanntesten Neonazis Thüringens – und als Mitbegründer und Anführer des militanten ›Freien Netzes‹ tonangebend in der Szene, auch über die Landesgrenzen hinaus«. Anfang 2007 hatte Gerlach zusammen mit Maik Scheffler, führender Kopf der sächsischen Kameradschaftsszene und Vizechef des sächsischen NPD-Landes­verbandes, das »Freie Netz« gegründet. Dessen Aufbau, also die Zusammen­fassung loka­ler Zellen in einem Füh­rungsgremium aus Kameradschafts­füh­rern, ist dem Gamma-Dossier zufolge an das Kon­zept des »Thüringer Hei­mat­­schut­zes« angelehnt und geht auf Gerlachs Erfahrungen aus THS-Zeiten zurück. Auch das BKA stuft den heute 34-Jährigen als führenden Neonazi ein. Seit 2005 sei Gerlach mehrfach mit politisch motivierten Straftaten auf­gefallen, heißt es im BKA-Bericht. Er sei Aktivist der sächsi­schen Hammerskins und mehrfach bei Veranstaltungen des 2008 aufgelösten »Kampfbundes Deutscher Sozialisten« (KDS) in Erscheinung getreten. Laut dem ge­meinsamen Informationssystem INPOL liegen zu Gerlach in Thüringen, Sachsen und beim BKA einschlägige Kriminalakten vor. In INPOL ist er zudem als »Straftäter rechts­motiviert« und »gewalt­tätig« eingeordnet.

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