Halberstadt: Rechtsoffenes Konzert am 05.10.2013 im Salut

Via „Harzinfo“:

Im Rahmen einer „Skins & Punx Action Tour“ sollen am 5. Oktober 2013 im Freizeitklub Salut in Halberstadt die Bands „East End Kids“ (Magdeburg), „Tollschock Therapie“ und „Lost and Found“ (beide aus Wernigerode) auftreten. Ein genauerer Blick auf die Band „Lost and Found“ fördert jedoch Unappetitlichkeiten zu Tage und wirft einige Fragen auf.

„Schönen guten Tag, ‚Lost and Found‘ ist unser Name“

Die Musik von „Lost and Found“ mit verzerrten Gitarren, schnellem Tempo und mehr geschrienen als gesungenen Texten lässt sich am ehesten der Musikrichtung „Punk“ zuordnen. Die Skinheads singen über die in ihrer „Szene“ üblichen Themen wie Freundschaft, Gewalt und dem Gefühl „verarscht von allen Seiten“ zu werden. Inhaltlich sind die Lieder vor allem aber von diffusen Wir-Ihr-Konstrukten geprägt. „Wir“ sind die Band und alle, die das gemeinsame Gefühl teilen vom harten Leben benachteiligt zu sein und unterdrückt zu werden. „Ihr“ sind die Feinde, die bekämpft werden müssen, denen alles Schlechte zugeschrieben wird, die verantwortlich für die erlebte Ungerechtigkeit sind. So schwammig und undefiniert lauert der Feind praktisch überall, explizit tritt er aber in Gestalt von Politikern, „politsch Korrekten“ und sogar Skinheads, die angeblich keine sind – weil dem Kommerz verfallen – in Erscheinung.

„Es gibt Niemanden der uns lenkt“

Mit Zeilen wie „wir scheißen auf eure Politik, es gibt niemanden, der uns lenkt.“ (Lied „Die Jungs von Lost and Found“) versuchen „Lost and Found“ den Anschein zu erwecken, sie wären „unpolitisch“. Ihr Politikbegriff beschränkt sich dabei offensichtlich auf das, was direkt mit Staat und Parteien zu tun hat. Mit dem Label „Gegen Political Correctness“ kommt die Band nämlich bestens in rechten Szenekreisen an.

Doch ich scheiß’ auf euch und eure Lügen,
kenne keine Reue werd mich nie betrügen
politisch korrekt, egal von welchem Lager
ich verachte euch, ihr Versager.

Schon bei der Gründung der Band zeigt sich, dass die Bezeichnung „unpolitisch“ bei den Musikern aus Wernigerode offensichtlich nicht den Tatsachen entspricht. Unter den Gründungsmitgliedern befindet sich neben Maik und Matze der Nazipunker „Schmidtgard“. Der Bassist, der schon vorher durch Angriffe auf vermeintliche Antifaschisten auffiel, verließ nach relativ kurzer Zeit die Band, um nun, in Berlin wohnend, Rechtsrock mit der Nazipunkband „Punkfront“ zu machen.

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