Archiv für September 2013

Rechtsrock in Schleswig-Holstein

Via „Indymedia“:

Rechtsrock in Schleswig-Holstein: “Blood and Honour” bei der Dorffeuerwehr

Einleitung

Schleswig-Holstein verfügt über eine kleine, aber aktive Rechtsrock-Szene, die auch überregionale Szene-Größen hervorgebracht hat. Die beiden bekanntesten Gruppen “Words of Anger” und “Timebomb” traten bei den größten Deutschen Neonazi-Festivals und bei zahlreichen bundesweiten Neonazi-Veranstaltungen auf und repräsentieren dabei den Kern einer Rechtsrockbewegung, deren Wirkungsbereich sich größtenteils auf das nördliche Ostholstein erstreckt. Auch außerhalb Ostholsteins gibt es vereinzelt rechte Musiker_innen wie den neonazistischen Liedermacher Lars Hildebrand aus Itzehoe, doch nur den dortigen Strukturen gelingt es, dauerhaft eine aktive Musikszene zu etablieren und über die starke lokale Verankerung hinaus auch überregional Einfluss zu gewinnen. Die Ursachen dafür, dass sich gerade in Ostholstein eine Keimzelle neonazistischer Musik entwickelt hat, sind vielschichtig und sollen in diesem Artikel beleuchtet werden. Über gute Kontakte zu Teilen des inzwischen verbotenen aber immer noch aktiven “Blood and Honour”-Netzwerks (B&H) hinaus steht auch der gesellschaftliche Nährboden vor Ort und der damit verbundene Rückzugsraum einmal mehr Pate für dauerhaftes neonazistisches Engagement. Aufgrund der Komplexität der rechten Musikszene und der Intransparenz der Ostholsteiner Neonazi-Strukturen soll dies zunächst einmal ein Übersichtsartikel darstellen, der einen Eindruck der Strukturen und Akteure gibt.

Strukturen

Genauer betrachten wollen wir die Bands “Words of Anger” und “Timebomb” sowie das Umfeld, aus dem diese Bands ihre lokale Stärke gewinnen. Nach dem aktuellen Stand antifaschistischer Recherche können “Words of Anger” fünf Mitglieder zugeordnet werden: Die Ostholsteiner Marco Eckert, Daniel Tamm, Tino Engelmann und Martin Böhne aus Hamm sowie eine weitere Person namens “Marcel”. Auffällig ist die gute Vernetzung von “Words of Anger” in der neonazistischen Musikszene und die Überschneidungen zu anderen bekannten Gruppen. So spielt Martin Böhne auch in der Neonazi-Kultband “Sleipnir” (um Sänger Marco Laszcz) und ist, zusammen mit Marco Eckert, Teil der Band “Oidoxie” (Dortmund, Hauptakteur Sänger Marko Gottschalk). In der Szene einen Namen machte sich Eckert als Sänger der Band “Rassenhass”. Einige Mitglieder von “Words auf Anger” (insbesondere Eckert und Tamm) sind außerdem Teil des gruppenübergreifenden Musikprojekts “Sturmwehr” um Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen sowie dessen noch expliziteren neonazistischem Ableger “Sturm 18″. Gute Kontakte bestanden auch zu der Band “Hauptkampflinie” (HKL), die wie Eckert ursprünglich aus Kassel stammt und deren ehemaliger Sänger inzwischen auch in Ostholstein lebt. Bis zu der Auflösung der Band spielte auch ein ehemaliges Mitglied von “Words of Anger” bei HKL.
Auftritte von “Words of Anger” und anderen Bands mit deren Mitgliedern finden sowohl klandestin organisiert als auch ganz offen auf neonazistischen Festivals statt. Aufgrund der Fülle der Auftritte seien hier nur einige aktuelle Bespiele genannt: Im März 2013 spielte “Words of Anger” bei einem nach Szene-Manier organisierten, also intern mobilisierten, Konzert zusammen mit “Act of Violence”, “Untergrundwehr” und “Hausmannskost”. Der Ort des Konzerts wurde zunächst nur mit “Mitteldeutschland” angegeben, letztlich fand der Auftritt in Frankfurt (Oder) statt. Im April spielte die Band bei dem von Thorsten Heise, einer Schlüsselfigur neonazistischer Politik und Subkultur, veranstalteten “Eichsfeldtag” in Thüringen. Den spektakulärsten Auftritt hatte die Band dieses Jahr in Herne (Ruhrgebiet), als dort die Polizei das Solidaritätskonzert für den verbotenen “Nationalen Widerstand Dortmund” nach dem siebten Lied von “Words of Anger” stürmte.

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Rechte investieren vor allem in sächsische Immobilien

Der „MDR“ berichtet:

Die NPD oder rechte Kameradschaften als Nachbar: Das Bundesinnenministerium hat eine Statistik zu zu den Immobilien der rechten Szene vorgelegt.

Immobilien von Rechtsextremen sind ein Reizthema in den betroffenen Gemeinden. Neo-Nazis wollen einen alten Gasthof als Schulungszentrum nutzen: Solche und ähnliche Nachrichten sorgen regelmäßig für Unruhe und Protest. Jüngstes Beispiel: vor Kurzem hat ein Veranstalter von Neo-Nazi-Konzert das Schloss in Germersleben in Sachsen-Anhalt gekauft. Einwohner des Orts haben deswegen eine Bürgerinitiative gegründet.
48 Immobilien in Sachsen

Ähnliche Sorgen könnten sich die Bürger in einigen Orten machen. In Sachsen nutzten Rechtsextreme 48 Immobilien. In Thüringen sind es 27 und in Bayern 26. Die Rangliste hat das Bundesinnenministerium veröffentlicht, als Antwort auf eine Anfrage der SPD im Bundestag. Bundesweit werden 260 Gebäude der Rechtsextremen aufgelistet. Rund hundert davon nutzen die NPD und ihre Unterorganisationen. Etwa vierzig sind freien Kameradschaften zuzuordnen. Dabei gilt allerdings: nur ein Drittel ist wirklich im Besitz von Organisationen wie der NPD. Die übrigen Immobilien, Häuser und Grundstücke werden nur gemietet oder gepachtet.

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Johnny Mauser — Ich kann euch sehen


Johnny Mauser — Ich kann euch sehen – MyVideo

Konzert unerwünscht: Artland wehrt sich gegen die Präsenz der NPD

Die „taz“ schreibt:

Im Rathaus der Samtgemeinde Artland herrscht Hektik. Am Samstag will der NPD-Unterbezirk Osnabrück dort in der eingegliederten Gemeinde Badbergen ein Rechtsrock-Konzert ausrichten: eine vermeintliche Bundestagswahlkampfveranstaltung mit fünf Bands. Eine der angekündigten Gruppen ist „Territorium“ aus Hannover.

Am Mittwochnachmittag war ungewiss, ob das Konzert auf dem 5.000 Quadratmeter großen Gelände einer ehemaligen Pilzzuchtanlage stattfinden wird. Der NPD-Unterbezirk um Dirk Heimsoth hat mit dem Eigentümer des Geländes schon länger eine Nutzungsvereinbarung getroffen. Wahlplakate der Partei „Natürlich Deutsch“ kleben am Gebäude.

„Bis Oktober läuft der Vertrag für die Nutzung des Geländes mit den maroden Gebäuden“, sagt Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz (CDU). Der Landkreis Osnabrück lehnte am Montag einen Antrag der NPD für das Konzert unter Verweis auf die niedersächsische Versammlungsstättenverordnung ab. Die Veranstalter hätten 250 Personen angekündigt, doch für diesen Zulauf gebe es weder Parkplätze noch Rettungswege und Brandschutz sei auch nicht geklärt. Zudem drohe eines der Gebäude einzustürzen. „Wir behalten uns vor, Widerspruch einzulegen“, sagt Heimsoth.

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Siehe auch: Verfassungsschützer: Rechtsextreme Konzerte zurückdrängen

Militante braune Nachbarn

Via „Blick nach Rechts“:

Einschlägig bekannte Neonazis aus Thüringen sollen im Landkreis Gotha wieder ein Gebäude erworben haben – gegen Bewohner einer Neonazi-Immobilie in Crawinkel ermittelt die Justiz.

Bei den Bürgern in Crawinkel ist ein deutliches Aufatmen zu spüren: während am Gemeindezentrum in der Bahnhofstraße der fünfte „Aktionstag für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ stattfindet, bereiten in der Nachbarschaft die Bewohner der „Hausgemeinschaft Jonastal“ ihren Umzug vor. Die Neonazis aus dem Umfeld der Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ hatten die Immobilie im Dezember 2011 gekauft und seitdem zu einem Veranstaltungsort mit Rechtsrock-Konzerten mit überregionaler Bedeutung etabliert. Der Eigentumswechsel befindet sich jedoch nach wie vor im „Schwebezustand“, weil die Gemeinde keine Vorkaufsverzichterklärung erteilt hat.

Doch was die Einwohner von Crawinkel freut, schreckt die Bürger des nur 30 Kilometer entfernten Ortes Ballstädt auf, denn jüngst wurde bekannt, dass Neonazis auch in ihrem Ort ein Gebäude erstanden haben. Weil einer der Käufer vor knapp zwei Jahren auch die Immobilie in Crawinkel erworben hatte, befürchten die Ballstädter, dass sich die rechtsextremen Aktivitäten nun in ihre Gemeinde verlagern. Seit Ende August liegt der Gemeinde der unterzeichnete Kaufvertrag mit einem Kaufpreis von 165 000 Euro vor. Der Gemeinde bleibt nun bis Ende Oktober Zeit, um mit plausiblen Gründen ihr Vorkaufsrecht wahrzunehmen. Für Donnerstagabend hat eine neu gegründete „Allianz gegen Rechts“, in der sich Medienangaben zufolge bereits an die 400 Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden haben, zu einer Protestveranstaltung aufgerufen.

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Keine Geschäfte mit Nazis! Thor Steinar Laden in Hannover schliessen!!!

Via „Indymedia“:

Am 12.09.2013 eröffnete der Thor Steinar Laden „ Tønsberg“ an der Podbielskistraße 159.Die Eröffnung des Ladens ist ein erneuter Versuch einen Anlaufpunkt für Neonazis in Hannover zu schaffen .Das gilt es zu verhindern.

Direkt am Eröffnungstag wurde um 20 Uhr vor dem Laden eine spontane Versammlung durchgeführt.Dem Aufruf folgten 80 Antifaschist_innen um ihren Ummut gegen diesen Laden kundzutun. Die Teilnehmer_innen informierten in Gesprächen und per Flugblatt die Anwohner_innen und Passant_innen über das Treiben in ihrer Nachbarschaft. In den Gesprächen wurde zum Ausdruck gebracht, das ein solcher Laden schnell zum Szenetreffpunkt von Nazis wird. Die Anwohner_innen waren sehr aufgeschlossen und interessiert, nahmen die Infos dankbar an. Sie erzählten, das die Betreiber_innen des Ladens ihnen den Laden als neues “ Sportgeschäft“ und „Geschäft für HipHop- Kleidung“ vorgestellt haben. Die Anwohner_innen waren schockiert über das wirkliche Treiben im Laden. Sie erfragten, ob es in der nächsten Zeit noch weitere Aktionen geben wird.

Rechten Modemarken keinen Raum in der Öffentlichkeit geben!
Thor Steinar-Laden “Tønsberg” dichtmachen!

Quelle

Guerilla – Modern Generals

Nazi-Rapper vor Gericht

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Zeugen berichten von Gewaltpotenzial, Ausländerfeindlichkeit und Drohungen des mutmaßlichen „Maschsee“-Mörders. Der versucht sich munter im Gerichtssaal zu inszenieren.

Der Angeklagte hat ein Faible für Breivik, Haarmann und Hitler. Massen- und Serienmörder interessierten Alexander K. seit Jahren, angeblich begann er ein Buch über sie zu schreiben, plante einen Film zu drehen. Der Kopf von Adolf Hitler aus Seife ziert nach Angaben eines Mithäftlings dessen Zelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover. Zur Zeit muss sich der 25-Jährige wegen Mordes vor dem Landgericht der niedersächsischen Landeshauptstadt verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die drogensüchtige Andrea B. erstochen, zerstückelt und die Leichenteile nach und nach im Maschsee entsorgt zu haben. Laut der Aussage seiner Ex-Freundin Camilla W., die ihm scheinbar nach dem Mord half, soll sich die getötete Gelegenheitsprostituierte über K.s Interesse an Hitlers „Mein Kampf“ und dessen politische Ansichten überhaupt lustig gemacht haben. Im Prozess treten die Eltern, Schwestern und der erwachsene Sohn der 44-Jährigen als Nebenkläger aus. Sie selbst wurde von einer Familienangehörigen vor Gericht als fröhlicher Mensch mit einem schönen Humor beschrieben.

Alexander K. tobt sich im Gerichtssaal des Landgerichtes richtig aus. Im olivfarbenen Shirt mit weitem Ausschnitt löst er mal Kreuzworträtsel, macht sich Notizen oder stört lautstark. Zeugen begrüßt oder verabschiedet er je nach Belastungsgrad. Mal gibt er den düsteren Dämonen, der belastende Aussagen ehemaliger Freundinnen oder Knastgefährten mit starrem Blick und wüsten Beschimpfungen quittiert, mal den eifrigen Fragesteller, dem die ohnehin unzähligen Nachfragen seines Verteidigers nicht ausreichen. Der hat immerhin Erfahrung mit rechtslastiger Klientel, verteidigte mehrfach den niedersächsischen Neonazi Christian Warnecke.

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„Nazis in der Westkurve”

Via „Bremer Schattenbericht“:

Neo­na­zis ver­su­chen offen­bar ver­stärkt im Weser­sta­dion auf­zu­tre­ten. Der BREMER SCHATTENBERICHT führte über die aktu­elle Situa­tion im und ums Weser­sta­dion mit Petra Vol­land*, einer anti­fa­schis­ti­schen Beob­ach­te­rin der Fan­szene Bre­men. (Das Inter­view fand vor der Schlä­ge­rei am ver­gan­ge­nen Wochen­ende im Ost­kur­ven­saal statt.)

Neo­na­zis sol­len wie­der ver­stärkt ver­su­chen im Weser­sta­dion auf­zu­tre­ten. Was ist los?

In ers­ter Linie sind es Mit­glie­der der Gruppe „Nord­sturm Brema”, die an Spiel­ta­gen geschlos­sen als Gruppe auf­tre­ten. Ver­ein­zelt tre­ten auch Mit­glie­der der Althoo­li­gans „Stan­darte Bre­men” gemein­sam im Rah­men eines Spiel­tags auf, dies ist aber eher sel­ten der Fall. Min­des­tens ein­mal im Jahr gibt es eine gemein­same Fahrt von jun­gen und älte­ren Hoo­li­gans zu einem von ihnen gewähl­ten Aus­wärts­spiel, wo diese dann geschlos­sen als große Gruppe auf­tre­ten. Bei Heim­spie­len kann man sie z.B. in Sta­di­onnähe, im Vier­tel, der Innen­stadt oder der Neu­stadt beob­ach­ten. Meist dort, wo sie Geg­ner ver­mu­ten. Dazu zäh­len linke Ultras, Anti­fa­schis­tIn­nen und geg­ne­ri­sche Hoo­li­gans. Vor allem aber sind sie an Spiel­ta­gen in der Bahn­hofs­vor­stadt zu sich­ten, wo sich meh­rere ihrer Treff­punkte befinden.

Im Sta­dion selbst tre­ten sie weni­ger offen als auf der Straße auf. Aus­nah­men bestä­ti­gen hier die Regel. Denn in der letz­ten Sai­son waren min­des­tens zwei Mal grö­ßere Grup­pen im Weser-Stadion zuge­gen. Beide Male han­del­ten Fans und der Ver­ein: Als sich eine Gruppe von Nazi-Hooligans im Bereich der Ost­kurve auf­hielt, wur­den diese kon­se­quent vom Ver­ein und dem Ord­nungs­dienst des Sta­di­ons ver­wie­sen. Als sich wenige Spiel­tage spä­ter meh­rere Mit­glie­der des Nord­sturm, unter ihnen bekannte Per­so­nen der regio­na­len Neonazi-Szene, ein Kar­ten­pa­ket für drei Heim­spiele in der West­kurve gekauft hat­ten, wurde per gro­ßem Spruch­band von den Fans in der Ost­kurve dar­auf rea­giert. Die­ses Auf­tre­ten der rech­ten Hoo­li­gans im Sta­dion zog auch eine Anfrage der Par­tei „Die Linke” in der Bre­mer Bür­ger­schaft nach sich. Das brachte erfreu­li­cher­weise eine noch grö­ßere Öffent­lich­keit mit sich.

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Explosive Pläne

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Dortmund/Emmendingen – Der Neonazi aus Baden-Württemberg, der vor eineinhalb Wochen bei einer Demonstration in Dortmund durch den Wurf eines Böllers fünf Personen verletzt haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, den Bau eines weiteren Sprengsatzes in Auftrag gegeben zu haben, mit dem er – technisch raffiniert – gegen „politische Gegner“ vorgehen wollte.

Wie die Staatsanwaltschaft Freiburg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitteilten, soll der 23-jährige Neonazi, nach Informationen von bnr.de handelt es sich um Oliver R., einen 42-jährigen Mann aus dem Raum Emmendingen zum Bau einer Sprengvorrichtung angestiftet haben. Dabei habe es Überlegungen gegeben, diesen selbst gebastelten Sprengsatz mit einem Modellflugzeug bei einer Veranstaltung „politischer Gegner“ einzusetzen. Nach jetzigem Ermittlungsstand hätten hierzu jedoch noch keine konkreten Planungen existiert.

Anders als der 23-Jährige ohne festen Wohnsitz ist der 42-Jährige wieder auf freiem Fuß. In seinem Fall wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Bei ihm seien eine funktionsfähige Sprengvorrichtung und mehrere Modellflugzeuge sichergestellt worden, berichteten die Ermittler. Entschärfer des LKA hätten den Sprengsatz unschädlich gemacht.

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Burning Lady – Story of my scene

Der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 – Drei plus X

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007, der dem neonazistischen NSU zugeschrieben wird, weist vier Besonderheiten auf.

• Alle vorliegenden Indizien und Hinweise führen zu Tätern, die nicht mit den namentlich bekannten NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos identisch sind.

• Mit den Phantombildern, die mithilfe des schwerverletzten Polizisten und anderer Zeugen erstellt wurden, wurde nie öffentlich gefahndet. Warum?

• Wenn der Geheimdienst polizeiliches Vorgehen hintergeht, dann ist das ärgerlich und gewollt. Wenn Geheimdienste hingegen bei der Aufklärung eines Mordanschlages auf Polizisten ein Problem werden, dann gerät die institutionelle Hierarchie ins Wanken.

• Nach diesem Mordanschlag bricht die Terror- und Mordserie des NSU ab. Gibt es einen Zusammenhang?

Am 25. April 2007 waren die beiden Polizeibeamten, Michèle Kiesewetter und Martin Arnold »im Rahmen des sogenannten Konzeptionseinsatzes ›Sichere City‹ zusammen mit weiteren Kollegen der Bereitschaftspolizei in Heilbronn (eingeteilt). Es gab keinen konkreten Auftrag für die Beamten, die ab 13.00 Uhr auf Streife gewesen sind. Sie sollten in der Heilbronner Innenstadt polizeiliche Präsenz zeigen und Kontrollen von verdächtigen Personen und Fahrzeugen durchführen.« (Polizei Heilbronn)

Über den Tatablauf der tödlichen Ereignisse gab die Polizei weiter bekannt, dass die beiden Beamten auf der Theresienwiese eine Mittagspause gemacht hatten, als sie gegen 13.55 Uhr von unbekannten Tätern angegriffen wurden. Martin Arnold wurde schwer verletzt, die Beamtin Michèle Kiesewetter starb noch am Tatort.

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Rechtsextreme „Ruhrpott-Göre“ (32) aus Castrop-Rauxel wegen Internetradio verurteilt

Die „WAZ“ berichtet:

Castrop-Rauxel. Wegen Volksverhetzung im Internetsender „Irminsul“ ist eine 32-jährige Frau aus Castrop-Rauxel zu 14 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Als „Ruhrpott-Göre“ hatte die Angeklagte in ihren Sendungen Musik mit volksverhetzendem Inhalt gespielt. Sie ist nicht vorbestraft.

Sie sehnen die Nazizeit wieder herbei, die millionenfachen Mord und abermillionenfachen Tod brachte. Im Internet-Radio „Irminsul“ feierten sie Adolf Hitler und spielten das Horst-Wessel-Lied. Am Montagabend verurteilte das Berliner Landgericht acht Betreiber des rechtsradikalen Internet-Radios zu Bewährungsstrafen von bis zu 18 Monaten . Zu 14 Monaten wurde die Castrop-Rauxelerin Nadine M. verdonnert.

Die rechtsradikale Frau aus der Europastadt gehörte laut Gericht zu den Hauptangeklagten. Sie war mit 32 Jahren eine der Ältesten, moderierte neben einer weiteren Angeklagten die meisten Sendungen. Darin immer wieder Musik-Titel mit volksverhetzendem Inhalt wie: „Kanaken aufschlitzen“.

Das Internet-Radio Irminsul bekam seinen Namen von einer altgermanischen Kultsäule, vorher hieß das Radioprojekt „Kaffeebraun.“ Die blonde, korpulente Castrop-Rauxelerin nannte sich in ihren Kreisen „Ruhrpott-Göre“. In ihren Gewalt verherrlichenden Texten, die das Berliner Gericht zum Prozess-Auftakt am 20. August zwei Stunden lang vorgelesen hatte, wird gemordet, gefoltert, vertrieben und das Nazireich verherrlicht.

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Siehe auch: „Heil dem Führer“ – Betreiber von Internetradio zu Haftstrafen verurteilt
Verurteilungen wegen „Radio Irminsul“

Kommando Sonne-Nmilch || Bezahlt || You Pay

Immer Ärger mit der „Bierbar“

„Indymedia“ berichtet:

Bereits mehrmals musste die Recherchegruppe von neonazistischen Vorfällen berichten, die sich im Umfeld der Frankfurter Kneipe „Die Bierbar“ ereigneten. Ein bierseliger Abend mit einem Nazi-Liedermacher vor einigen Wochen in besagtem Lokal ist nun Anlass genug, sich ein wenig intensiver mit der Kneipe zu befassen:
„Die Bierbar“

„Die Bierbar“ ist in der Bergstraße 189, auf der Ecke eines Frankfurter Wohnhauses angesiedelt, in demselben Haus, in dem auch der antirassistische und antifaschistische Verein Utopia seit Jahren seinen Sitz hat. Dieser Verein war den Gästen schon des öfteren ein Dorn im Auge, sodass es zu mehreren Übergriffen und Sachbeschädigungen im und am besagtem Wohnhaus kam.

Im Sommer 2006, als die Kneipe noch „Mocki’s Bierbar“ hieß und der Inhaber ein anderer als der heutige war, griffen dortige Gäste nach einem Fussball-WM-Spiel ein Hoffest des Utopia e.V. an, Im Dezember desselben Jahres versuchten sich einige stadtbekannte Neonazi-Hooligans, nachdem sie den Abend in der Kneipe verbracht hatten, gewaltsam Zutritt zum Wohnhaus zu verschaffen, in dem sich auch der Utopia e.V. befindet.[1]

Im November 2008 griffen mehrere rechte „FCV“-Hooligans eine Gruppe von Antifaschist_innen vor der Kneipe an und verletzten sie. Dies geschah, nachdem die Hooligans bereits vorher eine Sachbeschädigung am Vereinseigentum des Utopia e.V. im dortigen Wohnhaus begangen hatten. Die Täter wurden daraufhin zu Bewährungsstrafen verurteilt. [2]

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Akzeptierende Jugendarbeit mit Neonazis in Berlin-Buch

Via „Recherche & Aktion“:

Seit 2012 hat sich der Ber­liner Bezirk Buch zu einem Schwer­punkt rechter Pro­pa­ganda ent­wi­ckelt. Ver­ant­wort­lich dafür ist die Kame­rad­schaft „Freie Natio­na­listen Buch“ (FN-Buch). Mit­glieder der Gruppe werden im örtli­chen Sport­ju­gend­club (SJC) bewusst geduldet und in Frei­zeit­ak­ti­vi­täten ein­ge­bunden. Ein FN-Buch-Mitglied tritt für die SJC-Ringermannschaft bei Wett­kämpfen an. Auch der Co-Trainer bekundet Sym­pa­thie für rechtes Gedan­kengut.

Freie Nationalisten Buch

Auf­kleber rechter Orga­ni­sa­tionen, Pla­kate, die dem Hitler Stell­ver­treter Rudolf Hess hul­digen oder Sprü­he­reien wie „Heim ins Reich“, „Buch bleibt braun“ oder „NS jetzt!“ — bis in den April diesen Jahres kam es fast wöchent­lich im Pan­kower Stadt­teil Buch zu mas­siven Pro­pa­gan­da­wellen, die oft das gesamte Viertel erfassten. Laut Sta­tis­tiken der Pan­kower Regis­ter­stelle „mos­kito“ stellt Buch im Bezirk mitt­ler­weile den Schwer­punkt im Zusam­men­hang mit rechten Akti­vi­täten dar.

Ver­ant­wort­lich für diese Ent­wick­lung ist die Gruppe „Freie Natio­na­listen Buch“ (FN-Buch). Ihr werden auch die Schän­dung des Bucher Ehren­mals für die gefal­lenen sowje­ti­schen Sol­daten am 8. Mai 2013 und die Schän­dung des Denk­mals für die „Euthanasie“-Opfer auf dem Bucher Kli­ni­kums­ge­lände am 03.06.2012 zuge­rechnet. Das Mahnmal besprühten sie mit „SS“-Symbolen, dem Wort „Lüge“ und dem Kürzel „Anti-Antifa Buch“.

Die „Akti­ons­gruppe Buch (AGB)“ und die sich über­wie­gend aus dem glei­chen Per­so­nen­kreis zusam­men­set­zende „Anti-Antifa-Buch“, die auch unter den Bezeich­nungen „AG Buch“, „AG-Buch88“ oder „AG-B“ in Erschen­i­nung trat, sind iden­tisch mit der Grup­pie­rung, die unter dem Label FN-Buch fir­miert. [1] Der Namens­wechsel vom häufig ver­wen­deten Kürzel „AG Buch“ zur Bezeich­nung „FN Buch“ erfolgte nach einer Haus­durch­su­chung am 5. Sep­tember 2012. Trotz eines geschei­terten Ver­suchs, am 18. Januar 2013 in Buch eine Spont­en­de­mons­tra­tion durch­zu­führen, der Beschlag­nah­mungen und Per­so­nen­kon­trollen nach sich zog, ist die Gruppe wei­terhin aktiv. Vor allem in den letzten Monaten ver­klebte und steckte sie Mate­rial der NPD und von deren Jugend­or­ga­ni­sa­tion „Junge Natio­nal­de­mo­kraten“ (JN).

FN-Buch fer­tigen auch selbst Auf­kleber an. Diese spie­geln deut­lich die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Hal­tung der Gruppe wieder: Auf­kleber mit einem Hitler-Smilie und der Losung „Wir sind noch da! FN Buch“, Hakenkreuz-Sticker oder Motive, die NSDAP-Mitglieder dabei zeigen , wie sie ein „Kauf nicht beim Juden“-Schild auf­hängen, tauchten zu Beginn des Jahres im Ein­zugs­ge­biet auf. „Juden werden hier nicht bedient“ heißt es auf einer wei­teren Sticker-Selbstanfertigung der Kame­rad­schaft.

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„SS-Siggi“ für den Stadtrat

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die Neonazi-Partei „Die Rechte“ (DR) hat ihren „Spitzenkandidaten“ für die im Mai 2014 stattfindende Stadtratswahl in Dortmund gekürt: Siegfried Borchardt.

Als „bekannten, langjährigen Aktivisten der nationalen Bewegung“ präsentiert der Dortmunder Kreisverband der Worch-Partei den 59-jährigen Siegfried Borchardt („SS-Siggi“). Eine DR-Mitgliederversammlung wählte ihn am Sonntag an die Spitze der Reserveliste. Borchardt war in den letzten drei Jahrzehnten regelmäßig mit dabei, wenn Neonazis neue Organisationen aufbauten. „Die Rechte“ selbst nannte unlängst einige seiner Stationen in der tiefbraunen Szene: die „Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten“, die „Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front“, die „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“, die „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige“, die „Kameradschaft Dortmund“ oder der „Nationale Widerstand Dortmund“. Gemeinsam ist diesen Organisationen, dass sie allesamt mittlerweile verboten sind.

Vollständig ist die Aufzählung seiner Aktivitäten damit noch nicht: In den 80er Jahren machte der unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten vorbestrafte Borchardt vor allem als Anführer der neonazistischen Hooligan-Truppe „Borussenfront“ Schlagzeilen. Insbesondere an diesen Teil seiner Biographie will „Die Rechte“, für die „SS-Siggi“ im Oktober vergangenen Jahres den Dortmunder Kreisvorsitz übernahm, offenbar anknüpfen: Mit Schwarz und Gelb – den Vereinsfarben von Borussia Dortmund – hinterlegt, findet sich auf einem Bild, womöglich einem Plakatentwurf, der Slogan „Von der Südtribüne in den Stadtrat!“

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Die Schwarzen Schafe – Revolution

Wahlkampf“ mit Rechtsrock

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Noch Mitte August ist die Wahlkampftour der NPD in Osnabrück in einem gellenden Pfeifkonzert untergegangen. Nun trommelt der dortige NPD-Unterbezirk für eine Veranstaltung mit Rechtsrock-Bands im etwa 40 Kilometer entfernten Badbergen.

Knapp 4500 Einwohner zählt die Gemeinde Badbergen im Norden des Landkreises Osnabrück, der Großteil der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Eine ganz andere Nutzung schwebt dem NPD Unterbezirk Osnabrück unter Leitung von Dirk Heimsoth vor: Er hat für Samstag, den 14. September ein als „Wahlkampfveranstaltung“ getarntes Rechtsrock-Konzert in Badbergen angemeldet. Als „Wahlkämpfer“ sind neben Heimsoth der Neonazi-Kader Dieter Riefling und „ein Redner des LV Niedersachsens“ angekündigt, das Rechtsrock Line-Up zählt fünf Neonazi-Bands, darunter die Formation „Territorium“ aus Hannover.

Bereits Mitte August hatte die NPD Osnabrück behauptet, eine Nutzungsvereinbarung für ein 500 Quadratmeter großes Gründstück mit landwirtschaftlichen Gebäuden in Badbergen geschlossen zu haben. Doch nicht nur im Vorfeld der Bundestagswahl, auch „darüber hinaus“ soll die Örtlichkeit für Veranstaltungen genutzt werden – die NPD spricht außerdem von Verkaufsverhandlungen. Unklar ist jedoch, ob es sich um ernst gemeinte Kaufabsichten handelt oder um die Strategie, die Gemeinde zum Kauf zu bewegen.

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Behörden lassen Sacha Korn-Konzert platzen

„Endstation Rechts“ berichtet:

Sacha Korn eckt an. Der umstrittene Musiker packt in seinen Facebook-Postings oft die grobe Keule aus, verbreitet Verschwörungstheorien und hetzt gegen Politiker. Mit den Konsequenzen kann er indes nur schwer leben. Dass nach eigener Aussage in Berlin ein geplantes Konzert vom „Staat“ verhindert wurde, bringt Korn auf die Palme.

Die rechte Musikszene hat in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Wandlungsprozess durchlaufen. Dominierte in den achtziger und neunziger Jahren noch dumpfer Rechtsrock, finden heute auch Hip Hop-Acts oder NS Black Metal den Weg in den CD-Player der Neonazis. Zur neuen Generation nationalistischer Liedermacher gehört Sacha Korn, der seinen Szeneeinstand 2011 mit einem Paukenschlag feierte. Auf einem von der NPD im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt verteilten Tonträger befanden sich drei seiner Songs – mehr als von jedem anderen Interpreten.

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