Boxen: Die Propaganda-Show des russischen Ritters

Via „Publikative.org“:

Der “Machtkampf in Moskau” ist entschieden: Wladimir Klitschko erteilte Alexander Povetkin eine Lehrstunde. Das macht Klitschko noch sympathischer, denn er besiegte einen Boxer, der eine nationalistische Show abzog – unter dem Jubel des Publikums.

Der Kampf am Samstag ist wie erwartet verlaufen: Alexander Povetkin hatte keine Chance gegen seinen Gegner Wladimir Klitschko. Dieser dominierte ihn in allen zwölf Runden; zwang seinem Gegenüber wie gewohnt seine Art zu kämpfen aus. Man hätte Povetkins Ecke gerne geraten, die Vaseline auch auf dem Hinterkopf aufzutragen, um das Herunterdrücken des Kopfes im Infight durch Wladimir zu erschweren.

So weit war es nichts Neues, nichts Unerwartetes. Es dauerte nur länger. Alexander Povetkin bewies immerhin Standvermögen, selbst nach drei Niederschlägen in einer Runde, schaffte er es über die volle Zeit zu gehen.

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Der nationalistische und paganistische Neofolk Barde Nikolaj Ermilin sang unter dem Jubel vieler ZuschauerInnen in der Moskauer Olympiahalle vom tausendjährigen Reich. Nicht vom Deutschen, sondern vom Russischen. Dazu betrat Alexander Povetkin den Ring, gekleidet in einem T-Shirt mit weiteren Kvadrat Svaroga Mustern und einem Helm, welcher dem Logo der Neonazi Marke „White Rex“ ähnelt.

„White Rex“ ist eine der neuen Marken im Kampfsport. Sie wurde in Moskau gegründet und wirbt um KäuferInnen in der Neonaziszene. Mit dem Slogan „Violent Athletics“ oder ihrer MMA Turnierserie, die sie „Geburt einer Nation“ nennen, sorgten sie bei Rechtsrockkonzerten für Aufmerksamkeit. Deutsche Nazibands wie „Moshpit“ traten auf ihren Veranstaltungen auf. Auch deutsche Neonazis nahmen an ihren Turnieren teil. Eines davon fand in der von italienischen Faschisten besetzten U-Bahn Station Area 19 statt. Die Besetzer gehören zur neofaschistischen Casa Pound Bewegung in Rom.

Dass Neonazis die Nähe zum Kampfsport suchen, ist nicht neu. Wer das Leben als Kampf definiert und die Vernichtung Schwächerer nicht als Unrecht, sondern als natürlich betrachtet, sieht auch in einem Athleten einen Krieger. So finden sich bei den Motiven von „White Rex“ neben Anspielungen auf die White Power Bewegung und Verherrlichung von Gewalt, auch viele Ritter mit Schwertern und Äxten – Doppeläxte, wie sie auch Alexander Povetkin als Kette um seinen Hals trägt.

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