Archiv für November 2013

Hotel Energieball – Alles was bleibt

29.11.2013 Screina/Berlin: Soliparty für Ivans Familie

Ein Ausgehtipp der Oire Szene Redaktion:

29.11. Göttingen // Raus aus der Schockstarre | Rassismus bekämpfen – Verfassungsschutz auflösen!

Ein Demotipp:

Am 04. November 2011 wurde öffentlich was wir – also die bundesdeutsche Antifa-Bewegung – eigentlich hätten schon früher ahnen müssen: über zehn Jahre lang leistete Deutschland durch seine Behörden einer neonazistischen Mördergruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ („NSU“) Beistand bei der Ermordung von hauptsächlich türkischen und einem griechischen Menschen: Habil Kılıç und Theodorus Boulgarides in München, Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru und İsmail Yaşar in Nürnberg, Yunus Turgut in Rostock, Halit Yozgat in Kassel, Mehmet Kubaşık in Dortmund, Süleyman Taşköprü in Hamburg und Michele Kiesewetter in Heilbronn. Dies ist nur ein Ausschnitt, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass diese neun Opfer lediglich die Opfer einer einzelnen Mordserie sind – und auch aus dieser Serie nur diejenigen, von denen wir sicher wissen.

Anlässlich des des zweiten Jahrestags der Aufdeckung des sog. „NSU“ gibt es in Göttingen Veranstaltungen, eine Demonstration und Konzert unter dem Titel: „Rassismus bekämpfen – Verfassunsschutz auflösen! – Für einen konsequenten Antifaschismus!“

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Neonazi-Terror in Russland

Via der „Blick nach Rechts“:

Russland (St. Petersburg/Moskau) – Festnahmen im Zusammenhang mit rassistischen Mord in St. Petersburg – langjährige Haftstrafen für vier Neonazis wegen verhindertem Bombenanschlag in Moskau.

Sieben junge Männer, darunter fünf im Teenageralter, wurden in St. Petersburg im Zusammenhang mit dem Mord an einem 51-jährigen Mann aus Usbekistan verhaftet. Die Täter sollen den Mann am 4. November am Rande einer Anti-Ausländer-Demonstration in St. Petersburg, der zweitgrößten Stadt Russlands, erstochen haben. Der Mord wurde aus rassistischer Motivation begangen. Ebenfalls am 4. November waren in St. Petersburg drei Männer aus Kirgisistan von Unbekannten überfallen worden. Ein Kirgise wurde bei der Attacke erstochen.

Umfragen zufolge lehnt rund die Hälfte der russischen Bevölkerung Migranten ab. Feindobjekt der russischen Mehrheitsgesellschaft sind besonders Menschen aus Zentralasien und dem Nordkaukasus. Recherchen der in Moskau beheimateten Menschenrechtsorganisation SOVA zufolge wurden im Zeitraum von 2009 bis 2013 mindestens 192 Menschen aus rassistischen Gründen getötet. 2013 zählt SOVA bislang mindestens 12 Opfer des tödlichen Rassismus.

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2nd District – The Bourgeois Attitude

MMA – Neonazis im Kampfsport

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

In den letzten Jahren tauchte die Sportart Mixed Martial Arts (MMA) immer wieder in den Medien auf, nicht selten im Kontext mit Neonazis. Auch im AIB berichten wir regelmäßig über Kampfsportler aus dem neonazistischen Milieu. Grundlage einer präzisen Bewertung ist auch hier eine differenzierte Betrachtung der Gegebenheiten: Was genau ist eigentlich MMA? Welche Rolle spielen Neonazis tatsächlich im MMA-Sport? Und natürlich: Gibt es Widerstand gegen Neonazis in diesem Sport?

MMA vereint, vereinfacht ausgedrückt, hauptsächlich Techniken aus dem Ringen, dem Thai- und Kickboxen und dem brasilianischen Jiu-Jitsu. Meist finden die Kämpfe in einem Käfig aus Maschendraht statt, der weniger dem mar­ti­alischen Image als vielmehr dem Schutz der Sportler dient und einen anderen Kampfstil erlaubt, als dies zum Beispiel ein Boxring täte. Entgegen häufiger Annahmen gibt es ein umfassendes, knapp 35 Verbote umfassendes Regelwerk. Entschieden werden die in 3×5 Minuten gegliederten Kämpfe durch eine dem Boxen ähnelnde Punktrichterbewertung, KO oder technischem KO oder die durch Abklopfen (»tappen«) signalisierte Aufgabe eines Kämpfers. Der MMA-Sport gewinnt seit nunmehr über zehn Jahren weltweit rasant an Anhän­ge­r_innen, was mit nie geahnten kommerziellen Erfolgen einhergeht. Die US-Amerikanischen Ultimate Fighting Championship (UFC) als größte MMA-Liga der Welt knackte bereits Mitte der 2000er Jahre deutlich die Hundert-Millionen-Dollar-Gewinngrenze, zählt zu den erfolgreichsten globalen Pay-Per-View-Anbietern und hat dem Boxsport in den USA an Popularität und kommerziellem Erfolg schon lange den Rang abgelaufen. Von solchen Bedingungen ist der Sport in Deutschland unzweifelhaft meilenweit entfernt und wird es mittelfristig wohl auch bleiben. Doch auch die deutsche MMA-Szene orientiert sich an der UFC, welche ihre ausverkauften Live-Events inzwischen regelmäßig auch in Europa ausrichtet.

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Gewachsene braune Strukturen

Via der „Blick nach Rechts“:

Endlich kommt nach über 50 Prozesstagen im Münchner NSU-Prozess die Rede auf das Neonazi-Helfer-Netzwerk „Blood&Honour“ – doch das Gericht stellt die Relevanz in Frage und unterbricht.

Der ehemalige Skinhead Stefan A aus Jena., Cousin der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, hat sich wie bisher alle rechten Zeugen im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München eine einfache Strategie zurechtgelegt: Die eigene politische Rolle herunterspielen und möglichst wenige noch lebende ehemalige Kameraden und Kameradinnen belasten. Die weitestgehend sehr unpolitischen Fragen des Vorsitzenden Richters Götzl hat A. an diesem Tag bereits hinter sich. Der seit acht Jahren auf Mallorca lebende Handwerker will unbedingt vor Gericht den Eindruck vermitteln, er gehörte damals, als sich führende Jenaer Neonazis verradikalisierten, nur zur Skinhead-Spähfraktion. Stundenlang kommt er damit durch, von Kameradschaftsaktivitäten, Flucht der Kameraden und Cousine sowie Helferstrukturen nichts gewusst zu haben.

Richter Götzl stellt seine inzwischen typischen Fragen: Welche Bedeutung hatte der verstorbene Großvater für Beate Zschäpe? Wie reagierte die Großmutter nach der Flucht 1998 oder war Zschäpes Berufswunsch Kindergärtnerin? Als am Mittwochnachmittag endlich die Vertreter der Nebenklage zum Zuge kommen und gezielte Nachfragen nach politischer Einstellung, Teilnahme an rassistischen Aktionen oder gar nach Neonazi-Musikstrukturen stellen, wird es spannend.

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Siehe auch: Der Zeuge, der Nazi-Beiträge auf Facebook mag

Touché Amoré „Harbor“

Die rocken nicht

Die „taz“ schreibt:

RECHTE MUSIK? In Hannover protestieren Bürger und Bezirkspolitiker gegen das Konzert der Band Frei.Wild. Für heute Abend ist eine Demo vor dem Capitol angekündigt. Dessen Betreiber sieht kein Problem

HAMBURG/HANNOVER taz | Rechtsrock – oder nicht? Seit Wochen formiert sich in Hannover Protest gegen den Auftritt der Band Frei.Wild. Eine Demonstration gegen das ausverkaufte Konzert am Freitag im Capitol ist angemeldet.

Bereits am 6. November hatte der Bezirksrat des alternativen Stadtteils Linden einstimmig gefordert, die Veranstaltung der „in der rechten Grauzone verorteten Band“ abzusagen. In dem Beschluss heißt es, die Band betone in ihren Texten den Wert von Nation und Volk und warne vor der „Vermischung“ von Letzterem.

Die Vorwürfe sind nicht neu. Bereits im März hatte deswegen die Deutsche Phono-Akademie die Nominierung der Band für die Verleihung des Musikpreises Echo zurückgezogen. Bands wie Mia und Kraftklub hatten lautstark gegen die Nominierung protestiert. Immer wieder demonstrieren Bürger bei Auftritten der Band, unter anderem mit der Losung: „Das ist die Band der Vollidioten“ – eine Anspielung auf ein Lied von Frei.Wild, in dem es heißt: „Das ist das Land der Vollidioten, die denken, Heimatliebe ist gleich Staatsverrat.“

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Siehe auch: Frei.Wild: Deutschrock oder Rechtsrock?
Werbung für Band Frei.Wild hängt über türkischem Restaurant

„Ungebetene Gäste“ bei „Kategorie C“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Moers – Vom Bremer Verfassungsschutz wird sie als rechtsgerichtete Hooliganband eingestuft: „Kategorie C – Hungrige Wölfe“. Die fünfköpfige Combo um Sänger Hannes Ostendorf kündigt für den 7. Dezember einen Auftritt im „Ruhrpott West“ an.

Das Konzert soll mitgeschnitten und dann als DVD veröffentlicht werden – genauso wie es bereits 2008 in Moers passierte. Unter anderem die als Gewaltaufruf zu interpretierenden Texte einzelner Songs bieten Behörden immer wieder einen Grund, Konzerte zu untersagen. Bei Auftritten im Ausland wie zuletzt in Frankreich, in den Niederlanden, Ungarn und Schweden stellen sich diese ordnungsrechtlichen Hürden für die Band dagegen nicht.

Als weitere Band für das so genannte Weihnachtskonzert am 7. Dezember wird „Pitbullfarm“ aus Schweden angekündigt. Ferner sollen „Ungebetene Gäste“ mitwirken.

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Das Freie Netz Süd zwischen Reorganisation und Krise

Via „art-nb“:

Es hatte sich abgezeichnet und nach den Razzien im Juli diesen Jahres wurde klar, dass das bayerische Innenministerium ein Verbot des Kameradschaftsdachverbandes “Freies Netz Süd” (FNS) anstrengt. Nach einer kurzen Orientierungsphase wendet sich das militante Neonazinetzwerk nun einer neuen Kleinstpartei, der Partei “Der Dritte Weg”, zu.

Hinter dieser Kleinstpartei steht der langjährige NPD-Kader Klaus Armstroff aus Weidenthal (Rheinland-Pfalz), Ehemann der gestürzten Ex-NPD-Landesvorsitzenden von Rheinland-Pfalz Dörthe Armstroff. Zusammen mit seiner Frau betreibt er dort ein Gästehaus, die Wettermannshütte, für das bis Anfang 2009 auf der Homepage der Stadt Weidenthal geworben wurde. Die Armstroffs waren parteiintern seit langem umstritten. Klaus Armstroff wurde Inkompetenz vorgeworfen, seiner Frau Dörthe Armstroff eine Nähe zum Verfassungsschutz unterstellt. Die ideale Mischung für die Neugründung einer Nazipartei!

Diese erfolgte dann am 28.09.2013 in Heidelberg. Insgesamt 13 Personen gründeten die Neonazipartei, in der eine Mitgliedschaft offensichtlich mit Hürden verbunden ist. Bis heute ist auf der Homepage nur der Antrag auf Fördermitgliedschaft abrufbar, also eine rein finanzielle Unterstützung. Eine tatsächliche Mitgliedschaft wird ausschließlich szeneintern beworben. “Die Mitglieder haben das Recht auf Information und Teilnahme am politischen Willensbildungsprozess. Das verursacht Kosten, deshalb ist ihr Mitgliedsbeitrag ein unverzichtbarer Baustein.“, heißt es unter anderem in dem offiziellen Aufnahmeantrag.

Zulauf erfährt “Der Dritte Weg” vor allem aus Franken. Kaum verwunderlich bedenkt man, dass mit Norman Kempken (Nürnberg) und Uwe Meenen (Berlin/Würzburg), zwei hochrangige bayerische Neonazis an der Gründung der neuen Nazisekte beteiligt waren.

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The Undertones – My Perfect Cousin

Neue Party-Location für Neonazis in Hessen

„hessencam.de“ berichtet:

Hollywood goes Teutonicus
Neue Party-Location für Neonazis in Hessen – Gaststätte in Leun-Stockhausen übernommen?

Der bekannte NPD-Kader Thomas G. hat anscheinend in Stockhausen im Lahn-Dill-Kreis an der Hauptstraße 5 eine Gaststätte übernommen. Dies wird in sozialen Netzwerken unter dem Namen „Teutonicus“ öffentlich beworben. Auffällig viele Mitglieder und Kader rechtsextremer Gruppen aus Hessen meldeten sich zum „Deutschrock“ feiern an. Hier werden nun regelmäßig „private Partys“ angekündigt.

Diesen Samstag fand eine Party mit zwei bei Neonazis sehr beliebten, jedoch nicht rechtsextremen Bands statt. Dies ist mehreren Anwohnern neben einer riesigen, beleuchteten Deutschlandfahne auch durch das starke Polizeiaufgebot aufgefallen. Musik ist der Einstieg in die Neonazi-Szene. Wenn Neonazis nun versuchen sollten, mit Musik und „Happy-Hour“-Angeboten Jugendliche zu ködern, muss die Zivilgesellschaft schnellstmöglich reagieren.

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Konspiratives Rennicke-Konzert

Via der „Blick nach Rechts“:

Saarbrücken – Der NPD-Landesverband Saarland führt am Sonntag seinen diesjährigen Landesparteitag durch.

An einem geheim gehaltenen Ort hält der seit April 2012 von Peter Marx (Jg. 1956) geführte NPD-Landesverband Saarland am kommenden Sonntag seinen Landesparteitag ab. NPD-Multifunktionär Marx ist zugleich Generalsekretär und Bundesvorstandsmitglied seiner Partei, die er auch als Stadtrat in Saarbrücken vertritt. Als Gastredner des Parteitags wird Andreas Storr (Jg. 1968), NPD-Landtagsabgeordneter in Sachsen, angekündigt.

Im Rahmen des Parteitags am 1. Dezember soll auch ein Konzert mit dem NPD-Liedermacher Frank Rennicke stattfinden. Rennicke, zweimaliger Bundespräsidentschaftskandidat der NPD, war einst Aktivist der wegen Wesensverwandtschaft mit der NSDAP verbotenen „Wiking-Jugend“ (WJ), „Gau Schwaben“. Der NPD-Landesverband Saarland verfügt über die vier Kreisverbände Saarbrücken-Stadt (Vorsitzender: Peter Marx), Saarbrücken-Land (Vorsitzender: Frank Franz), Saar-West (Vorsitzender: Michael Bausch) und Saar-Ost (Vorsitzender: Bernd Ehrreich). (am)

Quelle

The Outcasts – Just Another Teenage Rebel

Scharfe Kritik vor Freiwild-Konzert in Oberhausen

Die „WAZ“ schreibt:

Oberhausen. Das Konzert der Rockgruppe „Freiwild“ ist auch in der Turbinenhalle umstritten. Die Antifa Oberhausen bezeichnet die Gruppe vor ihrem Auftritt am Mittwochabend als „Einstiegsdroge“ für rechte Musik. Die Südtiroler Band wehrt sich auf ihrer Facebookseite gegen die scharfe Kritik.

Die Südtiroler Band „Freiwild“ kommt am Mittwoch nach Oberhausen – und mit ihr eine scharfe Diskussion, die mit den vier Musikern auf Tournee geht. Der Vorwurf: Die Band verbreite in ihren Songs völkisches Gedankengut. Die Antifa in Oberhausen fordert für das Gastspiel in der Turbinenhalle eine Absage und spricht von einem „zweifelhaften Konzert“.

Noch eine Handvoll Konzerte stehen bis Jahresende bei der Deutschrock-Band aus Brixen auf dem Kalender. In Köln, Mannheim und München gibt es keine Eintrittskarten mehr. Das Szenario wird sich ähneln. Die Band ist stark umstritten.

Der in der rechten Szene recherchierende Journalist Thomas Kuban warf der Band kürzlich vor, sie würde Hass verbreiten. Daraufhin ging die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien dem Verdacht nach. In Bochum kritisierten Linken-Politiker und Jusos ein großflächiges Werbeplakat für das neue Freiwild-Album „Still“ am Hauptbahnhof. Und in Jena wurde eine Autogrammstunde eines Elektronikhändlers kurzfristig abgesagt, da es Proteste und letztlich Sicherheitsbedenken gab.

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Wunderliches von Weinreich

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Berliner Staatsschützer führten sächsische Neonazis als V-Leute im NSU-Umfeld

Wer, wenn nicht die Polizei hält sich ans Gesetz?! Leider bestätigt sich die Hoffnung zu oft nicht. Gerade im Umgang mit sogenannten V-Personen aus dem Neonazi-Spektrum gibt es »Unregelmäßigkeiten«.

21 Empfehlungen notierte der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages für die Verbesserung der Polizeiarbeit. Ein Kernpunkt: Die Zusammenarbeit der Behörden muss besser werden. Doch bisweilen war es gerade eine zu enge Kooperation, die Erfolge im Kampf gegen Rechtsextremismus verhindert hat. Behörden und Beamte überschritten sogar das Gesetz – wie Vorgänge aus Thüringen, Sachsen und Berlin beweisen.

In dieser Woche soll die Mutter der im NSU-Verfahren Hauptangeklagten Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München aussagen. Nach dem Auftritt von Brigitte Böhnhardt in der vergangenen Woche sind die Erwartungen nicht hoch. Frau Böhnhardt ist die Mutter von Uwe Böhnhardt, der – so wie Zschäpe und Uwe Mundlos – als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) an der Ermordung von mindestens zehn Menschen beteiligt gewesen sein soll. Beide Männer sollen sich selbst gerichtet haben.

Frau Böhnhardt jedenfalls machte keine gute Figur. Sie versuchte ihren Sohn zum Opfer von Behörden zu machen. Schuld an dem Unglück der nun angeklagten »freundlichen jungen Leute« seien die Wende, die Schulreform, die Lehrer, das Jugendamt und – die Polizei. Die habe »ihrem Uwe« Beweismittel untergeschoben und wollte die drei Untergetauchten Jenaer Freunde sogar umbringen. Kein Zweifel, die verzweifelte, grundehrliche, missverstandene Mutter geht da sicher zu weit. Doch zu behaupten, die Polizei habe – jenseits ihrer unfähigen, doch oft rassistisch geprägten Ermittlungen gegenüber den Opferangehörigen – nach Recht und Gesetz gehandelt, ist gleichfalls eine Übertreibung. Beispiel Jörn Wunderlich.

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Sex Crime – She’s Got(NoReasonToDance)

Angebliches Nazi-Konzert sorgt für Wirbel

Via „Freie Presse“:

Bis zu 70 Rechtsextreme sollen im Oktober in Lunzenau gefeiert haben. Entsprechenden Hinweisen geht zumindest der Verfassungsschutz nach. Beweise gibt es bislang aber keine.

Lunzenau. Ein Konzert schlägt in Lunzenau hohe Wellen: Michael Regener, der bundesweit bekannte Sänger einer Neonazi-Band namens „Die Lunikoff Verschwörung“, soll in der Stadt aufgetreten sein. Zwischen 60 und 70 Rechtsextreme sind dem Vernehmen nach zu der Party gekommen. Das Landesamt für Verfassungsschutz räumt gegenüber der „Freien Presse“ Anhaltspunkte ein, spricht aber von „noch unbestätigten“ Informationen.

Nachforschungen in Cossen

Das birgt Sprengstoff: Michael Regener ist kein unbeschriebenes Blatt. Wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung wurde der 47-jährige Berliner 2005 verurteilt – er hatte vor Jahren die 2003 verbotene Rechtsrock-Band „Landser“ gegründet. Drei Jahre saß er dafür im Gefängnis ein. Wohl ein Grund, warum das Landesamt für Verfassungsschutz die Sache ernst nimmt. Entsprechende Ermittlungen seien aufgenommen, erklärt eine Sprecherin.

Und genau diese haben in Lunzenau für Gesprächsstoff gesorgt. Wurden doch erst dadurch die Leute auf das mögliche illegale Rechtsrock-Konzert aufmerksam. Einer, der ins Visier der Ermittler geraten war, ist Jens Korte, der Eigentümer des einstigen Gasthofs im Ortsteil Cossen. Es wurde vermutet, dass sich die Neonazis dort verabredet hatten. Nachforschungen wurden angestellt, Nachbarn befragt. „Das ist rufschädigend“, empört sich Jens Korte. „Ich hatte im Oktober nicht an einem einzigen Tag den Saal vermietet“, fügt er hinzu. Eine Frau, die im Gebäude lebt, äußert sich gegenüber der „Freien Presse“ ähnlich. „Ich kann mich an kein Konzert erinnern. Da war nichts“, sagt sie.

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„Auch Rechte lieben Rock“

Via „Morgenweb“:

An der Mannheimer Popakademie wird heute über „Extremismus-Pop“ diskutiert – beim 5. Kongress Zukunft Pop heißt eines der Themen „Demokratiefeindliche Subkulturen in der Popmusik“, mit Berücksichtigung der wegen nationalistischer Texte umstrittenen Südtiroler Band Frei.Wild. Deren ausverkauftes Konzert am 5. Dezember in der Alten Seilerei sorgt seit Wochen für eine erregte Debatte. Zu den Diskutanten zählt Jugendkulturexperte Klaus Farin. Er sieht das Thema Rechtsrock zurzeit zwar nicht so präsent wie zu Beginn der 80er, als nach Skrewdriver die Böhsen Onkelz, Störkraft, Landser und Co. Schlagzeilen machten: „Die Aufgeregtheit um das Thema hat sich gelegt“, konstatiert er.

Kontraproduktive Instrumente

Als Subkultur am Rande der Gesellschaft existiere diese Szene aber nach wie vor. Dass heute eine Band wie Frei.Wild beim Echo ausgeladen wird und ihre Auftritte Protest auslösen, findet er aber nicht gerechtfertigt: „Frei.Wild sind keine Nazis. Sie führen uns nur schmerzhaft vor Augen, dass Rockmusik nicht automatisch links sein muss, sondern auch Rechte/Konservative Rockmusik machen und lieben. Aber eigentlich wissen wir das schon seit Rod Stewart, Kiss und vielen anderen.“

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