Neonazis im Stadion: Fußballclubs ignorieren die Gefahr durch Rechtsextreme

Via „Spiegel Online“:

Gewalttätige Neonazis auf den Rängen? Gibt’s bei uns nicht, behaupten viele Fußballvereine. Das ist eine riskante Strategie. Clubs wie der MSV Duisburg oder 1860 München haben damit schlechte Erfahrungen gemacht und denken jetzt um.

„Eine politische Motivation scheint nicht vorrangig vorzuliegen.“ Mit knappen Worten schaffte es der MSV Duisburg Ende Oktober, eines der größten Probleme des deutschen Profifußballs im Kampf gegen rechts unfreiwillig offenzulegen: die Abrede, dass es bei den eigenen Fans überhaupt ein rechtes Problem gibt.

Es ging um den brutalen Überfall rechtsgesinnter Hooligans auf die antifaschistische Ultra-Gruppierung „Kohorte“ nach dem Drittligaspiel gegen den 1. FC Saarbrücken. Obwohl Augenzeugen damals berichtet hatten, unter den Angreifern polizeibekannte Neonazis erkannt zu haben, darunter Mitglieder des verbotenen „Nationalen Widerstands Dortmund“, wollte der Verein zunächst keine politisch-ideologischen Ursachen für den Überfall gelten lassen.

Nur wenige Wochen später hat der MSV eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht, das Offensichtliche zu leugnen. „Das war ein Fehler“, sagt MSV-Sprecher Martin Haltermann. Er gibt zu, dass der Club von der Situation überrascht wurde. „Wir haben in unserem Stadion ein Problem mit 20, 25 Rechtsradikalen“, sagt der Duisburger Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Marbach SPIEGEL ONLINE. Er räumt ein, dass wohl einige von ihnen beim Angriff auf die „Kohorte“-Ultras dabei waren.

Weiter
Siehe auch: Rechtsextremes Netzwerk: Hooligans und Neonazis bedrohen deutschen Fußball
Rechtsruck in den Stadien: „Fußball ist ein Rückzugsraum für Nazis“

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF