Wunderliches von Weinreich

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Berliner Staatsschützer führten sächsische Neonazis als V-Leute im NSU-Umfeld

Wer, wenn nicht die Polizei hält sich ans Gesetz?! Leider bestätigt sich die Hoffnung zu oft nicht. Gerade im Umgang mit sogenannten V-Personen aus dem Neonazi-Spektrum gibt es »Unregelmäßigkeiten«.

21 Empfehlungen notierte der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages für die Verbesserung der Polizeiarbeit. Ein Kernpunkt: Die Zusammenarbeit der Behörden muss besser werden. Doch bisweilen war es gerade eine zu enge Kooperation, die Erfolge im Kampf gegen Rechtsextremismus verhindert hat. Behörden und Beamte überschritten sogar das Gesetz – wie Vorgänge aus Thüringen, Sachsen und Berlin beweisen.

In dieser Woche soll die Mutter der im NSU-Verfahren Hauptangeklagten Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München aussagen. Nach dem Auftritt von Brigitte Böhnhardt in der vergangenen Woche sind die Erwartungen nicht hoch. Frau Böhnhardt ist die Mutter von Uwe Böhnhardt, der – so wie Zschäpe und Uwe Mundlos – als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) an der Ermordung von mindestens zehn Menschen beteiligt gewesen sein soll. Beide Männer sollen sich selbst gerichtet haben.

Frau Böhnhardt jedenfalls machte keine gute Figur. Sie versuchte ihren Sohn zum Opfer von Behörden zu machen. Schuld an dem Unglück der nun angeklagten »freundlichen jungen Leute« seien die Wende, die Schulreform, die Lehrer, das Jugendamt und – die Polizei. Die habe »ihrem Uwe« Beweismittel untergeschoben und wollte die drei Untergetauchten Jenaer Freunde sogar umbringen. Kein Zweifel, die verzweifelte, grundehrliche, missverstandene Mutter geht da sicher zu weit. Doch zu behaupten, die Polizei habe – jenseits ihrer unfähigen, doch oft rassistisch geprägten Ermittlungen gegenüber den Opferangehörigen – nach Recht und Gesetz gehandelt, ist gleichfalls eine Übertreibung. Beispiel Jörn Wunderlich.

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