Archiv für Dezember 2013

The Offenders – Berlin Will Resist

„Hitler, steig hernieder“

Thomas Kuban schreibt in der „Kontext Wochenzeitung“:

Wieder einmal soll die NPD verboten werden. Diesmal versuchen es die Landesinnenminister mit „öffentlichen Beweisen“, also ohne Informationen von V-Leuten. Viel erfolgversprechender wäre es, wenn sie nur genau hinhören würden – zum Beispiel auf die hasserfüllte Musik, mit der die staatlich subventionierte Partei auf Stimmenfang geht.

„Bundesrat beschließt zweites Scheitern in Karlsruhe“, höhnte die NPD, nachdem der Bundesrat im Dezember 2012 einen neuen Verbotsantrag gegen die Partei beschlossen hatte. Ein Jahr später, am 3. Dezember 2013, erreichte die Klageschrift der Länder das Bundesverfassungsgericht: „Die NPD steht außerhalb der Verfassung, sie bekämpft sie, und deshalb ist sie zu verbieten“, erklärte der Vorsitzende der Landesinnenminister-Konferenz, der niedersächsische SPD-Politiker Boris Pistorius. „Wir wollen dazu beitragen, dass die NPD nicht länger von Parteienprivilegien wie der staatlichen Parteienfinanzierung und somit von Steuergeldern profitiert.“

Konkret: Den höchsten Betrag kassierte die Partei im Jahr 2008 in einer Höhe von 1,5 Millionen Euro, was 48,2 Prozent ihrer Gesamteinnahmen entsprach. 2009 waren es 1,19 Millionen (37,3 Prozent), 2010 gingen 1,17 Millionen (39 Prozent) ein, 2011 nochmals 1,3 Millionen (41,9 Prozent) und 2012 waren es 1, 44 Millionen. Nachdem die Partei einen fehlerhaften Rechenschaftsbericht abgegeben hat, erhält sie derzeit keine Mittel nach dem Parteiengesetz. Insgesamt hat der Steuerzahler von 2004 bis 2012 mehr als zwölf Millionen Euro in Ausländerhass, Antisemitismus und Co. Investiert.

Weiter

Advent, Advent – ein Neonazi wird benennt (Teil 4)

Via „Indymedia Linksunten“:

Hammerskins in der Ostschweiz

Zum Abschluss unserer Adventsreihe zu den Hammerskins wenden wir unseren Blick dem Osten der Schweiz zu. Die Regionen Zürich und St. Gallen bilden seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt beider bekannter Neonazi-Netzwerke, „Blood & Honour“ und „Hammerskins“. Mehrere Ur-Mitglieder der Letzteren wie Patrick Erni, Marcel Hufschmid und Reto Wäckerlig haben sich in dieser Region häuslich eingerichtet. Während vom 37-jährigen, dreifachen Familienvater Hufschmid, dessen Hochzeitsfoto der Hammerskins bereits viele antifaschistische Publikationen schmückte – nicht mehr viel zu hören ist, ist der in St. Gallen wohnhafte, gelernte Elektromonteur Patrick Erni um so aktiver. Unter dem Pseudonym Abyssus ist er einer der tonangebenden Köpfe im Hammerskin-Forum. Wie Friso (vgl. Teil 1) verfügt auch er über gute internationale Kontakte, unter anderem zum bekannten Thüringer Neonazi Thomas Gerlach. Seine abstrusen Ideen verbreitet Erni übrigens auch auf einem eigenen Blog, dessen Adresse hier jedoch keine Erwähnung wert ist. Sowohl Erni als auch Hufschmid waren am bereits mehrere Male erwähnten Hochdorf-Überfall 1995 beteiligt.

Der mit 36 Jahren nur wenig jüngere, bei der Brauerei Schützengarten als Brauer tätige Reto Wäckerlig, hat sich in der Hierarchie der Hammerskins hoch hinauf gearbeitet. So vertritt er des öfteren das Schweizer Chapter an überregionalen Treffen und nützt mitunter auch seine guten Kontakte zu den Hells Angels, um interne Probleme zu lösen. Die Hammerskins und die Hells Angels spannten beispielsweise auch im Herbst 2012 zusammen, um die ihnen unliebsame Konkurrenzgruppe namens „Nordic Brotherhood“ zur Auflösung zu zwingen. Wäckerlig ist ausserdem nach wie vor bei der Freiwilligen Feuerwehr in St. Gallen aktiv, wo er sich jedoch mit der Funktion eines „Soldaten“ begnügt.

Ebenfalls zur alten Garde kann die hammerskinnahe Band Vargr I Veum gezählt werden, welche am 13. April diesen Jahres auch im Absolut Pub auftrat (vgl. Teil 2). Der Gossauer Maler und Gitarrist der Band, Pascal Zarka, gehört wie Erni und Hufschmid zu den Hochdorf-Tätern. Der Götti seiner Tochter, Band-Kollege Dirk Haase, stammt ursprünglich aus Bayern und übt sich seit mehreren Jahren als Landschaftsgärtner und Holzskulpturenschnitzer in der Schweiz. Das langjährige Hammerskin-Mitglied pflegt beste Kontakte zur rechtsextremen Szene Bayerns sowie zu Stallhaus Germania und Schweiz. Diese feierten teilweise gemeinsam mit Vargr I Veum in deren Übungsraum in der Teigwarenfabrik in Kradolf (TG).

Weiter

Do It Sweet – Ethiopians

Nazi-Kaschemme erhält Schonfrist

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Landgericht will Urteil über Kündigung der Kneipe »Zum Henker« Ende Januar verkünden
Macht die Nazikneipe »Zum Henker« in Schöneweide endlich dicht? Die Antwort darauf liegt beim Berliner Landgericht. Das verschob ein Urteil nach kurzen Verhandlung am Freitag auf den 31. Januar.

Die Kneipe mit den von außen nicht einsehbaren Räumen ist der Treffpunkt des harten Kerns der rechtsextremen Szene aus ganz Berlin und darüber hinaus – und dies seit nunmehr fünf Jahren. Hier schenkt Henker-Wirt Paul B. »Odin«-Bier und »Himla«-Cocktails aus. Am Ort finden sogenannte »88-Cent-Parties«, Rechtsrock-Konzerte und politische Veranstaltungen statt. Die rechtsextreme NPD nutzte die Kneipe für ihren Wahlkampf ebenfalls. Neben den Parteileuten saufen hier aber auch sogenannte Autonome Nationalisten und Skinheads. Der Szene dient die Kaschemme als Rückzugsraum, Vernetzungs- und Partyort. Seit ihrer Öffnung im Jahre 2009 häufen sich in Schöneweide im Umfeld der Kneipe szenetypische Straftaten. Vermehrt kam es auch zu Gewaltvorfällen, die Kneipe diente mehrfach als Ausgangspunkt für gewalttätige Konflikte.

Weiter
Siehe auch: Silvesterparty im Henker ist gesichert
Entscheidung über Neonazi-Kneipe fällt im Januar
„Henker“-Räumung vor Gericht

Bürgerliche Fassade abgeblättert: Das Tonstudio des „Sleipnir“-Frontmanns

Via „NRW rechtsaußen“:

VERL (KREIS GÜTERSLOH) – Ein Tonstudio mit zertifiziertem Audioingenieur, Referenzen von Bands und Bilder eines Karaoke-Tags der Grundschule Süd-Bielefeld: All das zeigt die Website des „Bandhouse-Studios“ im ostwestfälischen Verl (Kreis Gütersloh). Hinter dem Tonstudio steht Marco Bartsch, Sänger und Leader der Band „Sleipnir“ und besser bekannt unter seinem früheren Namen: Marco Laszcz. Er ist einer der wichtigsten Akteure der neonazistischen Rockszene, verbreitete seine Parolen im In- und Ausland und warb für die NPD. Über Jahre gelang es ihm jedoch, seine bürgerliche Fassade als Toningenieur aufrechtzuerhalten, mit Schulkindern zu arbeiten und Tonträger für Bands zu produzieren, die nicht zur extremen Rechten zählen. Damit ist jetzt Schluss, der Hintergrund des Studiobesitzers wurde öffentlich bekannt.

Marco und “Sleipnir” – eine lange Geschichte

„Im Herzen Westfalens wurde die Band “Sleipnir” geboren. Nachdem man Bands wie “Skrewdriver”, “Endstufe”, “Vortex” usw. das erste Mal mit jungen Jahren 1988/89 live begleiten durfte, war es eigentlich klar: Das machen wir auch!“, heißt es auf der Website von “Sleipnir”. Die Vorbilder der Band gehörten damals zu den bekanntesten Bands der Naziskins. „White Power“ – „Weiße Macht“ – forderte “Skrewdriver” schon 1981 und hetzte gegen die „multi-rassische“ Gesellschaft. Marco Laszcz – später: Marco Bartsch – und seine Kameraden machten es ihnen nach. Ab 1991 traten sie unter dem Namen “Sleipnir” auf und machten sich bald einen Namen als Live-Band. 1996 erschien mit „Mein bester Kamerad“, die erste CD. Das Amtsgericht Ulm begründete am 14. April 1998 die Beschlagnahme der “Sleipnir”-CD damit, der Sänger hetze auf dieser „in menschenverachtender Weise gegen Ausländer, […] indem er sie zu Parasiten herabwürdigt, die kein Recht hätten in Deutschland zu leben“.

Weiter

It Comes And Goes – The Melodians

KC-Ruhrgebietskonzert fand in den Niederlanden statt

Via „NRW rechtsaußen“:

WESTLICHES RUHRGEBIET/NIEDERLANDE – Das für den 6. Dezember 2013 von der extrem rechten Hooligan-Band “Kategorie C” für das westliche Ruhrgebiet angekündigte “Weihnachtskonzert” fand zirka 30 km südwestlich von Nijmegen im “Partycentrum de Raaf” in Schaijk statt. Offenbar wurde die Location auch nicht zum ersten Mal genutzt.

Als Bands waren neben KC noch „Pitbullfarm“ aus Schweden und „Ungebetene Gäste“ aus Mecklenburg-Vorpommern angekündigt worden. Laut Presseangaben sollen etwa 700 Personen teilgenommen haben, damit dürfte die Kapazität der Örtlichkeit restlos ausgeschöpft gewesen sein. Dennoch lief der Abend nicht komplett reibungsfrei ab. Einige KonzerbesucherInnen reagierten genervt auf die doch sehr freizügige und konspirative Verlegung des westlichen Ruhrgebiets: “war richtig genervt von der anreise,habe halt echt dran geglaubt das das konzert in ruhrpott west ist…”, schrieb einer von ihnen später im Internet. Und auch die – offenbar in den Niederlanden bisher ungewohnte – Präsenz von Polizeikräften vor Ort scheint nicht mit Begeisterung aufgenommen worden zu sein: “Das am Schluss die Spielverderber da zwischen gefunkt haben und das sogar jetzt schon in Holland hinterlässt leicht einen bescheidenen nachgeschmack. Wobei die Schuld nicht bei euch liegt es ärgert mich nur das es mittlerweile solche Kreise zieht,” ärgerte sich einer der Gäste.

Weiter

Berlin: Doorbreaker verkauft Nazi-Klamotten!

Die „North East Antifascists“ [NEA] berichten:

Weg mir rechtem Lifestyle in Weißensee und Friedrichshain.

»Doorbreaker« ist eine Berliner Ladenkette für Sport- und Freizeitbekleidung mit Läden in Friedrichshain und Weißensee. Im Sortiment des »Doorbreaker« finden sich neben vielen unpolitischen Modemarken seit Jahren auch immer wieder explizite Neonazi-Marken. Dies scheint zur Geschäftsstrategie des Ladens zu gehören, an der sich auch nach dem Umzug des Hohenschönhausener Geschäftes nach Weißensee im Oktober 2013 nichts geändert hat. Nachdem in den letzten Jahren die bei rechten beliebten Marken »Thor Steinar« und »Label23« verkauft wurden, wird seit Anfang 2013 die Marke »Walhall Athletik« angeboten.

Walhall Athletik – Nazikader als Hintermann

Den politischen Hintergrund dieser Marke zu erkennen, sollte dabei nicht sonderlich schwer fallen. Bereits der Name mit seinen Anklängen an die bei Neonazis oft verwendete germanische Sagenwelt hätte »Doorbreaker« aufhorchen lassen müssen. Ohne im Markenregister nachschlagen zu müssen, hätte es genügt, den Inhaber der »Walhall Athletik«-Internetseite zu googeln, um herauszufinden, dass es sich bei diesem um den Nazikader Daniel Weigl handelt.

Weigl gehört zum Führungspersonal der bayerischen Neonaziszene und gilt als einer der Köpfe des »Freien Netz Süd« (Wikipedia, Endstation Rechts). Das Spektrum des »Freie Netzes« zählt zum Unterstützer*innennetzwerk der Terrorgruppe »Nationalsitialistischer Untergrund«. Weigel ist mehrfach vorbestraft und war zuletzt am 13. Mai 2010 mit 20 weiteren Nazis an einem Angriff auf eine Feier eines FC-Bayern-München-Fanclubs in Naabeck beteiligt. Neben seiner Tätigkeit für die regionale NPD tritt er immer wieder als Redner bei Aufmärschen der rechten Szene auf – zuletzt beim so genannten »Trauermarsch« in Magdeburg am 12. Januar 2013. Bundesweit und auch europaweit betreibt Weigel Vernetzungsarbeit im faschistischen Spektrum. So pflegt er Kontakte zum faschistischen »Casa Pound« in Italien oder dem ungarischen Ableger der in Deutschland verbotenen militanten »Blood & Honour«-Bewegung.

Weiter

Lonely Heartaches – Clarendonians

Todesliste für acht

Via „Blick nach Rechts“:

Eine Liste mit acht Opfern, Terror, Anschläge, neue Identitäten und das Trio – das waren die Themen einer vermeintlich lustigen, selbst gemachten Zeitung des NSU-Angeklagten Ralf Wohlleben.

Was wusste Ralf Wohlleben vom Terror-Netz NSU? Der ehemalige Thüringer NPD-Pressesprecher muss sich zwar nicht wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung vor dem Oberlandesgericht in München verantworten, sondern nur wegen Beihilfe zum neunfachen Mord. Die aktuelle Auswertung einer von ihm 1998 erstellten Geburtstagszeitung verstärkt jedoch den Verdacht, der Jenaer Neonazi, zu dessen engsten politischen Zöglingen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zählten, könnte tiefer involviert gewesen sein.

Die von Ralf Wohlleben („Wolle“) und dem rechten Skingirl Jana im August 1998 entworfene „Geburtstags-BILD“ soll jetzt Beweismittel im NSU-Prozess werden. Die handgeschriebene Zeitung zum 23. Geburtstag von André Kapke handelte überwiegend von Terror, Mord und dem sieben Monate zuvor abgetauchten Trio. Für den Betrachter der vom Bundeskriminalamt (BKA) bei Kapke beschlagnahmten Zeitung stellt sich das Pamphlet dar, als wenn Kapke der eigentliche Terrorist, Wohlleben der Wissende und Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt die Ausführenden im Hintergrund seien. Alles wurde als Spaß getarnt – doch vor allem macht das Geschenk den Einfluss der Jenaer Szene auch deutlich.

Weiter

Rechtsrockszene: Neonazimusik “made in Brandenburg”

Aus der „Hinter den Kulissen – Antifaschistische Recherche-Zeitschrift für Brandenburg“:

Neonazistische Musik stellt in Brandenburg neben öffentlichen Aktionen, wie Demonstrationen und
Kundgebungen einen bedeutenden Einflussfaktor dar. In Brandenburg gibt es unzählige Bands, die es zu einem gewissen Berühmtheit in der Szene geschafft haben und den jungen Nachwuchs mit der organisierten Szene verbinden. „Preussenstolz“, „Cynic“ bzw. „Handstreich“, „Natürlich“, „Redrum“, “Proissenheads“, „Burn Down“, „Aryan Brotherhood“, und „Bloodshed“ sind solche mehr oder weniger bekannten Größen in der Neonazimusikszene und allesamt werden sie u.a. durch Potsdamer Musiker_innen mitgetragen. Insbesondere die Rechtsrockszene in der brandenburgischen Landeshaupt- stadt ist bundesweit eine feste Größe, ob es sich nun um klandestin organisierte Konzerte handelt oder um von der NPD organisierte Veranstaltungen.

Handstreich

Die Potsdamer Band wurde unter dem Namen “Cynic” anfangs als Einpersonenprojekt gegründet und später in „Hand-streich“ unbenannt. 2012 erschien ein Album unter dem Titel „Wettlauf gegen die Zeit“. Mit anderen Potsdamer Neonazi-gruppen gemeinsam sind Lieder der Band auf der inzwischen vierteiligen Samplerreihe „Die Söhne Potsdam“ erschienen. Die Band betreibt ein Seitenprojekt namens „Natürlich“, in dem sich die Musiker an „NS Hiphop“ versuchen.

Weiter
Quelle

That Girl – Lloyd And Glen

[Adventskalender SH] Türchen 18: Alexander Dietrich

Wir dokumentieren:

Alexander Dietrich (geb. 17.05.1979) ist seit Jahren im Fokus antifaschistischer Initiativen in Norddeutschland. Diverse politisch motivierte Übergriffe, Aktionen und Veranstaltungen innerhalb der extrem rechten Musikszene tragen mitunter bis heute die Handschrift von ihm und seinem Umfeld. Auf den ersten Blick hat es jedoch den Anschein, dass Dietrich sich in den letzten Jahren aus der Szene zurückgezogen hat. Die Gründe hierfür liegen jedoch eher darin, dass Dietrich in den vergangenen Jahren immer wieder aufgrund seines Handelns innerhalb rechter Strukturen vor Gericht stand. So wurde er am 06.01.2011 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf drei Jahre Bewährung verurteilt; Dietrich hatte sich im August 2008 bei einem geheim organisierten Konzert in Rostock-Gehlsdorf mit Polizeibeamten geschlagen, die das Konzert auflösen wollten. Zu Dietrichs scheinbarem Rückzug kommt neben den Gerichtsprozessen wohl auch der Umstand, dass er seit seit 2009 Vater einer Tochter ist, für die er Verantwortung übernimmt.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt jedoch, dass Dietrich immer noch Teil extrem rechter Strukturen ist. Seine Bewährungsstrafe und die Verantwortung gegenüber seiner Tochter haben ihn vorsichtiger werden lassen, die Kontakte und sein Engagement innerhalb der rechten Musikszene sind jedoch weiterhin beständig.

Zusammen mit Marco Eckert, dem Frontsänger der Rechtsrock-Band „Words of Anger“, machte sich Alexander Dietrich einen Namen als Gitarrist der Band „Rassenhass“. Als Beispiel für die menschenverachtende Ideologie der Band sei aus dem Lied „Volk steh auf“ zitiert: „Jeder Neger ist dann zu Haus in Afrika oder hängt an einem Baum und Europa ist dann wieder weiß, denn für Affen ist hier kein Raum.“ Das Stück richtet sich aber nicht nur gegen nicht-deutsche Menschen, sondern ist ein Rundumschlag gegen das bestehende System in der Bundesrepublik – unter anderem mit der Ankündigung, das Bundeskanzleramt in Brand zu stecken.

Weiter

Nazitürsteher in Bielefelder Disko

Via „Antifa OWL“:

An der Tür der Bielefelder Diskothek ‚Ringlokschuppen‘ arbeiten seit einigen Jahren Türsteher aus dem Nazispektrum. Es bestehen tief verwurzelte Kontakte in die Rechtsrockszene sowie in den Bereich der miltitanten Kameradschaften.

An der Tür der Bielefelder Diskothek ‚Ringlokschuppen‘ arbeiten seit einigen Jahren Türsteher aus dem Nazispektrum. Es bestehen tief verwurzelte Kontakte in die Rechtsrockszene sowie in den Bereich der miltitanten Kameradschaften.
Da gibt es Leute wie Jörg Schiewald, seines Zeichens Türsteher im Ringlokschuppen, Mitglied der ‚Road Crew Ostwestfalen‘, Sänger der Band ‚Knock Out‘ und Mitorganisator des am 16.11.2013 in Herford stattgefundene ‚Kategorie C‘ Konzerts.
Die uns bekannten bzw. in den letzten Jahren dort angetroffenen Türsteher sind entweder Mitglied in der ‚Road Crew Ostwestfalen‘ oder treiben sich in deren Umfeld rum, fahren auf Nazikonzerte oder pflegen vermeintlich „unpolitische Freundschaften“ in die rechte Szene.

Björn Volkmann, seines Zeichens auch Türsteher im Ringlokschuppen, posiert auf Fotos mit Blood&Honour Tattoo am Hals, SS Totenkopf auf der Brust und Royal Riot Schriftzug unter seinen Augenbrauen. Zusammen mit seinem vermeintlich „unpolitischen“ Freund Jörg arbeitet er nicht nur an der Tür, sondern auch im 1%er Rockerclub ‚Freeway Riders“ zusammen.
Auch die Kassiererin des Ringlokschuppens fiel durch das Tragen von Thor Steinar Klamotten auf.

Weiter

I’m A Loving Pauper – Dobby Dobson

Landser-Song auf Facebook: Ex-Schiedsrichter wegen Volksverhetzung verurteilt

„Endstation Rechts“ berichtet:

Auf seinem Facebook-Profil postete ein ehemaliger Schiedsrichter ein Lied der verbotenen Rechtsrock-Band Landser. Nachdem sein Verein und der Fußballverband den Mann bereits ausgeschlossen hatten, wurde er nun von einem Gericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Mittlerweile ist der Ex-Schiri NPD-Funktionär.

Der Schwedter David W. hatte auf seinem Facebook-Account das antisemitische Lied „Wieder mal kein Tor für Türkiyemspor“ der als kriminelle Vereinigung eingestuften und seit zehn Jahren verbotenen Rechtsrock.-Combo Landser veröffentlicht. Zwar habe er sein Profil kurze Zeit später gelöscht, dennoch verurteilte das Amtsgericht Schwedt W. am Dienstag wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe.

Wie der RBB berichtet, sei das Gericht bei einer vergleichsweise niedrigen Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 40 Euro geblieben, da der NPD-Politiker Ersttäter sei. Zudem sei er durch den Ausschluss aus seinem Fußballverein und dem Verband zusätzlich gestraft. Der Brandenburger Fußballverband und sein Verein Rotation Schwedt hatten W. zuvor bereits ausgeschlossen, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Der ehemalige Schiedsrichter soll anschließend noch mehrfach versucht haben, seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. Jedoch wollte er sich gegenüber dem Fußballverband nicht von rechtsextremem Gedankengut distanzieren – die Vereinigung schloss seine Wiederaufnahme somit aus.

Weiter

NSU: Und immer wieder Hannover

Der „NDR“ berichtet:

Drei Nächte lang übernachtete Ralf Wohlleben aus Jena beim Kameraden Holger G. in Hannover. Drei Tage folgten Beamte der Observationsgruppe 33/II des niedersächsischen Verfassungsschutzes im August 1999 den beiden Neonazis auf Schritt und Tritt. Die länderübergreifende „Aktion Rohr“ sollte Aufklärung bringen über den geheimen Aufenthaltsort der drei Sprengstoffsammler aus Jena Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe.

Seit rund 19 Monaten befanden sie sich auf der Flucht, nachdem 1,4 Kilogramm hochexplosives TNT bei ihnen gefunden worden waren. Die engen Freunde Wohlleben und G. wurden von den zuständigen Thüringer Behörden verdächtigt, den dreien im Untergrund ein Quartier zu besorgen – womöglich im Ausland.
Behörden hatten Unterstützer lange im Visier

Heute ist bekannt: Die Behörden waren 1999 in Hannover nah dran an den Unterstützern des später mordend umherziehenden Terrortrios. Doch die verantwortlichen Sicherheitskräfte unterschätzten den extrem rechten Corpsgeist, den politischen Hass und die Professionalität rund um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Vor allem unterschätzten sie die bundesweiten klandestinen Strukturen von „Blood & Honour“.

Das 1987 gegründete internationale Netzwerk sah sich als „führende Waffe in der Jugendsubkultur“. „Volksschädlinge“ nannte es seine Feinde, der „Rassenkrieg“ und die Vorherrschaft der Weißen wurden offen propagiert. Längst zählten die rührigen Jenaer Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt für die Polizei zum harten Kern der „Blut & Ehre“-Rassisten in Thüringen. Die Organisation, die sich als „Bruderschaft“ betrachtete, hatte mit „Combat 18″ einen paramilitärischen internationalen Ableger, der für Anschläge und Morde in Europa verantwortlich gemacht wurde. Die „Arbeit“ im Untergrund war Teil der Szene – auch nach dem Verbot von „Blood & Honour“ im Jahr 2000.

Weiter

[Adventskalender SH] Türchen 17: Tanja Steinhagen-Wolf

Via „Adventskalender Schleswig-Holstein“:

Tanja Steinhagen-Wolf ist schon seit etlichen Jahren in der extrem rechten Szene aktiv. Sie fungiert als Leiterin der „Gemeinschaft deutscher Frauen“ (GDF). Die GDF ist ein Zirkel von rechten Frauen und Müttern, die sich regelmäßig treffen, gemeinsame Ausflüge organisieren und einander Hilfestellungen für das Leben zwischen politischem Kampf und dem Familienleben geben.

Die Gemeinschaft Deutscher Frauen“ bietet einen Rückzugsraum innerhalb der extremen Rechten, da sie von der Öffentlichkeit und auch den Behörden kaum wahrgenommen wird. Dass dies eine fahrlässige Fehleinschätzung darstellt, beweist ein Zitat Tanja Steinhagen-Wolfs zu den Angriffen von Neonazis auf Antifas am 1. Mai 2008 in Hamburg-Barmbek. Im NS-Sprachduktus schwärmt Steinhagen-Wolf von den Angriffen: „ In aktiver Selbsthilfe säuberten die Kameraden den Bahnhof von den Linken“. [1] Somit wird deutlich, dass die GDF keine harmlose Frauen-Selbsthilfe-Gruppe darstellt.

Tanja Steinhagen-Wolf bewegt sich neben ihrer Arbeit in der „Gemeinschaft deutscher Frauen“ auch am Rande von NPD-Strukturen. Regelmäßig besucht sie Informationsveranstaltungen im Grevesmühlener „Thinghaus“, wo die GDF auch ihre Postanschrift verortet. Unter anderem war sie am 03.02.2013 bei einer Informationsveranstaltung, bei der das NPD Mitglied des Sächsischen Landtags, Arne Schimmer, bei seinem Vortrag mit dem Titel „Das NSU-Phantom und die Geheimdienste“ die Existenz des „Nationalsozialististischen Untergrunds“ und die damit verbundenen rassistischen Morde leugnete. So ist es nicht verwunderlich, dass Steinhagen-Wolf durch ihr Engagement innerhalb der extrem rechten Strukturen beste Verbindungen zu Kadern der NPD aus ganz Norddeutschland besitzt.

Neben diesen Tätigkeiten haben Steinhagen-Wolf und ihr Mann Thorsten Wolf ebenfalls gute Kontakte zum verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk und besuchten in den vergangenen Jahren mehrere Veranstaltungen, wie z.B. einige Rechtsrockkonzerte in Deutschland. Sie stellten dafür auch gerne ihr Auto zur Verfügung oder ihr Haus in Mölln als Übernachtungsmöglichkeit bereit. Zu den Gästen vergangener Jahre zählen auch „Blood & Honour“-Aktivisten aus Italien. Auch beim Geburtstagskonzert des Neonazis Stefan Silar in Koberg waren Steinhagen-Wolf und ihr Mann zugegen. Alle Anzeichen deuten daraufhin, dass auch diesmal Neonazis, die von außerhalb wegen des Konzertes angereist waren, bei Steinhagen-Wolf übernachteten.

Weiter

Alton Ellis and the Flames „Soul Train“