Das »Kühnen-Papier« – Ein Neonaziführer argumentiert Homosexualität

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Das Jahr 1986 war eine Zäsur für den bundesdeutschen Neonazismus. Nicht das Aufkommen extrem-rechter Parteien mit der Option auf Parlamentssitze, wie DVU oder Republikaner, son­dern ein hausgemachter Streit sorgten dafür, dass es ans Eingemachte ging. Jahrelang war die an heutigen Maßstäben gemessen kleine NS-Szene der 1980er Jahre in Deutschland gespalten. Ursache war eine Debatte über die Frage, ob ein Nationalsozialist schwul sein dürfe und wie mit Homosexuellen in den eigenen Reihen zu verfahren sei. Der westdeutsche Neonaziführer Michael Aloisius Alfons Kühnen beantwortete die Frage mit dem Papier »Nationalsozialismus und Homosexualität«. Die Schlussfolgerung seines »Grundsatzpapier« lautete: »Nationalsozialismus und Homosexualität sind vereinbar!«1 Dies kann als Versuch gewertet werden, auch homosexuellen Männern ihren Platz in der »Bewegung« zu geben und ein nationalsozialistisches Modell des »neuen« Mannes zu entwerfen.

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