Archiv für März 2014

Verlobungsfeier entpuppt sich als Treffen von Rechtsextremen

Via „Augburger Allgemeine“:

Verlobungsfeier entpuppt sich als Treffen von Rechtsextremen

Mit einem Großeinsatz hat die Polizei am Samstagabend auf ein kurzfristig bekannt gewordenes Treffen der rechten Szene in Apfeltrach bei Mindelheim im Unterallgäu reagiert

Wie die Polizei mitteilt, wurden bei den Personen- und Fahrzeugkontrollen zwei Macheten, ein Messer sowie ein T-Shirt sichergestellt. Letzteres war mit einer Rune bedruckt, die als Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu werten ist.
Polizeipräsenz trübt die Feierlaune der Rechtsradikalen

Auch während des Treffens zeigte die Polizei weiter offen ihre Präsenz. Wohl nicht zuletzt deshalb hätten bereits ab 23.30 Uhr die ersten Gäste das Treffen wieder verlassen, das erst gegen 21 Uhr begonnen hatte, so die Polizei. Gegen 1 Uhr seien die letzten Gäste der Feier gegangen.

Die Neonazis kommen aus der Region, sind aber auch aus anderen süddeutschen Landkreisen angereist. Die Frage, ob der Vermieter des ehemaligen Lokals wusste, wem er seine Räume überlies, konnte am Wochenende nicht geklärt werden. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass er selbst nichts mit der Rechten Szene zu tun hat. Es sei gut möglich, dass die Skinheads das Lokal bei ihm tatsächlich für eine Verlobungsfeier buchten und er keinen Verdacht schöpfte. „Das ist genau die Strategie, mit der die vorgehen“, sagte Gerhard Zielbauer, der Leiter der Polizeiinspektion Mindelheim, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zuletzt waren „Voice of Anger“ damit im Mai vor zwei Jahren in Stetten erfolgreich.

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7.-22.3.2014: Grau- und Braunzonenkonzerte weltweit

Eine grobe Übersicht über Konzertveranstaltungen der Grau- bis Braunzone zwischen dem 7.- und 22.3.2014:

Grauzone:

- 7.3.2014: „Backstage“/München: Grauzonenkonzert mit „9mm“

- 8.3.2014: „Airport-Obertraubling“/Regensburg: Grauzonenkonzert mit „9mm“

- 8.3.2014: „Wild at Heart“/Berlin: Grauzonenkonzert mit „Emscherkurve 77“ und „Hounds & Harlots“.

- 8.3.2014: „Kulturwerkstatt“/Paderborn: Grauzonenkonzert mit „Pöbel & Gesocks“ u.a.

- 8.3.2014: „From Hell“/Erfurt: Grauzonenkonzert „Feuer unterm Arsch 1“ mit den Bands „Unantastbar“, „Sündikat“ und „Schwarzlicht“.

- 14.-29.3.2014: „Pogorausch“ und „Contra Records“ organisieren eine Tour der kanadischen Grauzonencombo „Bishops Green“.

- 14.3.2014: „Rockfabrik“/Nürnberg: Grauzonenkonzert mit „9mm“

- 14./15.3.2014: „Backstage“/München: Das „Pogorauschfestival“ fand erneut mit diversen Grauzonenbands statt: „Perkele“, „Evil Conduct“, „Berliner Weisse“, „Bishops Green“, „Argy Bargy“, „Hounds & Harlots“, „Last Seen Laughing“, „Punkroiber“, „Lazy Bastards“, „Grumpy Old Men“, u.a. Mitveranstalter waren u.a. „Proll“, „Contra Records“ und „Bandworm Records“).

- 15.3.2014: „Club Diskothek Havanna“/Lautertal: Grauzonenkonzert mit „Böhse Bengelz“ und „Viva Latia“.

- 15.3.2014: „Bonnies Ranch“/Dresden: Grauzonenkonzert mit „Riot Company“ und „The Cunninghams“.

- 15.3.2014: „Garbers“/Hamburg-Bergedorf: Grauzonenkonzert mit den „Kneipenterroristen“.

- 15.3.2014: „Alte Brauerei“/Annaberg-Buchholz: Grauzonenkonzert mit „9mm“

- 16.3.2014: „Chemiefabrik“/Dresden: „Subculture Crew 44“ organisierte ein Grauzonenkonzert zusammen mit „Bishops Green“ und „Saints & Sinners“.

- 21.3.2014: “SO36”/Berlin: Konzert mit der Grauzonenband “Gumbles”.

- 21.3.2014: „Mad Music Club“/Hameln: Dunkelgraues Konzert mit „Vortex“ und „Last Seen Laughing“.

- 22.3.2014: Amsterdam (Holland): „Rebellion Festival“ – mal wieder mit diversen Grauzonenacts – u.a. „Cock Sparrer“, „Krawallbrüder“, „Discipline“, „Goldblade“, „Gimp Fist“, „Funeral Dress“…

- 22.3.2014: „De Haandert“/Tegelen (Holland): Grau- bis RAC-Konzert mit „Evil Conduct“, „Bishops Green“, „Last Seen Laughing“, „Razorblade“…

- 22.3.2014: „East Club“/Bischofswerda: Grauzonenkonzert mit „9mm“

- 22.3.2014: „Wajut“/Halle: Grauzonenkonzert mit „Halbstark“, „The Busty Idiots“, „Lazy Bastards“ u.a.

Braunzone:

- 8.3.2014: „Endstation“/Friedland: Rechtsrockkonzert mit den „Limited Booze Boys“.

- 8.3.2014: „ZZClub“/Trnov (Tschechin): RAC-Konzert mit „Condemned 84“, „Operace Artaban“ und „The Riot“.

- 8.3.2014: “Bikers Stop Bar”/Italien: NSHC-Konzert mit “Green Arrows” und “No Prisoner”.

- 15.3.2014: Wales: Die “Blood & Honour Wales Division” organisierte ein “Violent Storm Memorial Concert” mit den NS-Bands “March or Die”, “Blackout” und “Brutal Attack”.

- 15.3.2014: Boulate (Italien): Nazikonzert mit den “Bullets” und “special guest”.

- 15.3.2014: Szczelinek (Tschechien): „Resistance Rock“ mit den Rechtsrockbands „October Fifteen“, „OWK“, „Kontroler“ und „Lumpex 75“.

- 15.3.2014: Umgebung von Lyon (Frankreich): Konzert mit der französischen „Blood & Honour“-Band „Match Retour“.

- 15.3.2014: Polen: „Patriot Rock III“ mit den RAC-Bands „Obled“, „Squad 96“, „All Bandits“ und „Bootboys Social Club“.

- 15.3.2014: „Namarjánce“/Stibrna Skalice (Tschechien): Grauzonen- bis RAC-Konzert mit den Bands „Martens Army“, „Prolligans“, „Saints & Sinners“, „Cross Czech“, Muerti“ und den „Styrian Bootboys“.

- Bathgate/Schottland: Es wurde unter dem Motto „100% British Oi!“ ein Rechtsrockfestival mit den Bands „Antonellas Klasse Kriminale“, „Last Orders“, „Pressure 28“, „Loud & Proud“ und den „Streetpunk Drunks“ angekündigt.

- 22.3.2014: „Stahlpakt MC“: Rechtsrockkonzert mit den „Limited Booze Boys“.

- 22.3.2014: „Garage Deluxe“/München: „Weekend Warrior Productions“ organisierte ein Rechtsrockkonzert zusammen mit „Criminal Class“, „Skinfull“ und „Mummy´s Darlings“.

- 22.3.2014: „The Place“/New York (USA): „Knuckleheadz“ präsentierte die RAC-Bands „The Warriors“, „Victory“, „Iron City Hooligans“ u.a.

Terror Defence – Break The Barricades

Volksverhetzung: Nazi-Musiker aus Meppen muss zahlen

Die „Osnabrücker Zeitung“ berichtet:

Osnabrück. Der rechtsradikale Musiker Daniel G. aus Meppen ist rechtskräftig verurteilt: Das Oberlandesgericht in Oldenburg hat seine Revision gegen ein Urteil des Landgerichtes Osnabrück wegen Volksverhetzung verworfen. Jetzt muss er eine Geldstrafe von 1000 Euro zahlen.

Wie das OLG am Donnerstag mitteilte, leugne G. in seinem Lied „Geschwür am After“ den Holocaust. Erschienen war das Werk des Emsländers auf seiner CD „Adolf Hitler lebt“. Vor dem Landgericht hatte G. argumentiert, er habe die Texte auf der Platte vor Erscheinen von einer Rechtsanwältin aus Hamburg auf mögliche Rechtsverstöße prüfen lassen. Erst als diese grünes Licht gegeben habe, habe er die CD veröffentlicht.

Ebenso wie bereits das Landgericht fegte jetzt aber auch der 1. Strafsenat am OLG diese Begründung vom Tisch: Der Emsländer „habe bei nur mäßiger Anspannung von Verstand und Gewissen leicht selbst erkennen können, dass der Text […] vom durchschnittlichen Publikum als Leugnung des Völkermordes verstanden werde“, wird der Senat in der Mitteilung zitiert.

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RechtsRock-Bilanz Thüringen 2013 – Interview mit Mikis Rieb von MOBIT

„Radio F.R.E.I.“ berichtet:

Mobit, die Mobile Beratung in Thüringen für Demokratie & gegen Rechtsextremismus, hat Anfang März die sogenannte RechtsRock-Bilanz für das Jahr 2013 veröffentlicht. Darin wird unter anderem aufgelistet, welche Neonazi-Bands wann wo gespielt haben, wieviele Besucher anwesend waren und ob die Polizei die Veranstaltungen aufgelöst hat. Um mal ein bisschen tiefer in die Materie einzudringen, hat sich Radio F.R.E.I. Mikis Rieb von Mobit ins Studio eingeladen.

Den Radiobeitrag zum anhören gibt es .

Neue Broschüre klärt über Rechtsrock auf

Via „ORF“:

Mit einer neuen Infobroschüre zum Thema Rockmusik und Rechtsextremismus wollen der Verein Logo und das Landesjugendreferat auf den zunehmenden Einfluss rechtsextremer Bands auf Jugendliche aufmerksam machen.

Laut dem Experten Roman Schweidlenka gibt es mittlerweile rund 300 dieser Rechtsrock-Gruppen im deutschen Sprachraum – auch insgesamt seien rechtsextreme Inhalte und Symbole in den letzten Jahren wieder im Aufwind und längst keine Randerscheinung mehr.

Leitfaden für Jugendliche, Eltern und Lehrer

„Rechts rockt? Rechtsrock und rechtsextreme Szene in Österreich“ wurde am Dienstag vorgestellt. Die Broschüre richtet sich direkt an Jugendliche, soll jedoch auch als Leitfaden für Eltern und Lehrer dienen und nicht zuletzt Sympathisanten und Mitläufer zum Umdenken bewegen. Schweidlenka: „Bei uns ist die Dichte der Rechtsrockbands viel geringer als in den neuen Bundesländern Deutschlands.“ Trotzdem solle man achtsam sein, denn „rechtsextreme Strömungen sind vor allem für Jugendliche auch in Österreich gefährlich“.

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Download der Broschüre hier.

Waving the Guns – Triumphzug

Comeback von „No Remorse“?

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Italien (Rom) – Das europäische „Blood& Honour“-Netzwerk bleibt aktiv wie eh und je. Die italienische „Combat 18“-Sektion der grenzübergreifend zusammenarbeitenden Organisation kündigt für den 25. Mai an einem noch nicht benannten Ort ein Doppelkonzert mit zwei Rechtsrock-Bands an.

Beworben werden „Oidoxie“, die aus Dortmund kommen, ferner „No Remorse“ aus London. Die Band zählte zu den radikalsten Rassisten-Combos aus Großbritannien, die eine führende Rolle in den „Blood&Honour“-Strukturen einnahm. Interne Streitigkeiten führten dazu, dass „No Remorse“ sich offiziell auflöste, trotzdem gab es weiterhin neu veröffentlichte Tonträger, die allerdings meist nur altes Material beinhalteten.

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Samy Deluxe: “Fußball-Fans viel schlimmer als Rap-Fans”

„Publikative.org“ schreibt:

Gestern libertär, heute reaktionär: Der Hamburger Vorzeigerapper Samy Deluxe ist bei weitem nicht das erste Popkultur-Sternchen, dass den wertkonservativen Spießbürger in sich entdeckt. Aber getreu dem Motto “Scheiße erkennen – Scheiße beim Namen nennen”, lassen wir es uns nicht nehmen, zu dissen, wer gedisst werden muss.

In einem Interview mit Sport1, das sich eigentlich um die sportliche Situation des HSV drehte, fühlte sich Samy Deluxe bemüßigt, folgendes Geplapper von sich zu geben:

Hooligans? Ultras? Alles, was im Leben extrem ist, ist sehr gefährlich. Vielen Leuten fehlt heutzutage der Glaube an innere Werte. […] Was mich schockiert ist, dass Rap immer noch das Unheil der Menschheit sein soll. Dabei sind Fußball-Fans viel schlimmer drauf als Rap-Fans bei einem Konzert. Jeder Fußballer wird mit Millionen-Deals zugeschüttet und das, was da an negativem Kram passiert, schockiert auch, aber die Leute reflektieren das nie auf den Fußball. Sobald ein Rapper Gangster ist, sind wir alle Gangster. Das nervt mich.

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Extrem aktiv – die RechtsRock-Band “Sturmwehr” aus Gelsenkirchen

Via „NRW rechtsaußen“

GELSENKIRCHEN – Während die Zahl der RechtsRock-Konzerte insgesamt zurückgeht, ist bei der Gelsenkirchener Band “Sturmwehr” ein gegenläufiger Trend festzustellen, die Band ist aktiver denn je – und das trotz einiger Anfeindungen in der Szene, die ihr 2010/2011 zu schaffen machten (nrwrex berichtete). Beim zweiten neonazistischen “H8″-Festival, das im Mai vermutlich in Bayern stattfinden wird, ist “Sturmwehr” ebenso angekündigt wie beim “Support the movement”-Konzert am 5. April, laut Ankündigungsflyer irgendwo in „Western Europe“. “Sturmwehr” ist nach wie vor eine der aktivsten deutschen RechtsRock-Bands. Und die Bandmitglieder sind nicht nur auf der Bühne aktiv, sondern auch im Studio – nicht nur unter dem Namen “Sturmwehr”.

Massenproduktion

“Sturmwehr” existiert bereits seit 1994. Sänger, Kopf und Konstante der Band ist Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen. 1995 erschien ihre erste CD, seitdem folgten zirka 40 weitere CD-Veröffentlichungen: Szene-Rekord. Allein in 2013 wurde eine Voll- und zwei Split-CDs veröffentlicht. Brucherseifer ist auch Sänger der “Koma-Kolonne”. Mit diesem, vor allem auf Sauf-, Prügel-, Fußball- und “Party”-Lieder ausgerichteten Projekt, veröffentlichte er seit 2000 acht weitere CDs, zuletzt 2013 die “Ode an den Suff”. Neuestes Projekt von Brucherseifer zusammen mit anderen Musikern ist die Band “Leitkultur”. Im März 2014 erschien mit “Heimat ist nicht nur ein Wort” die zweite CD dieser Band.

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Hass – Zurück in die Psychiatrie

Rassistische Ausschreitungen am Rande einer Salafisten-Kundgebung in Mannheim

Der „AK Antifa Mannheim“ berichtet:

Zur größten Nazidemo seit zwei Jahren und zu massiven rassistischen Ausschreitungen kam es heute Nachmittag, am 23.03.2014 auf dem Mannheimer Marktplatz. Die NPD und rechtspopulistische Gruppen hatten zum Protest gegen eine Kundgebung mit dem salafistischen Prediger Pierre Vogel aufgerufen. Dem Aufruf folgten weit über 200 RassistInnen, darunter bekannte Funktionäre von NPD und Kameradschaften und viele Hooligans. Es kam stundenlang zu rassistischen Pobeleien, Rangeleien mit der Polizei und immer wieder wurden Migrant_innen angegangen.

“Deutschland”-Gegröle von Nazis und RassistInnen

Gegen 14 Uhr begann auf dem Marktplatz die Kundgebung mit dem bekannten Konvertiten und Salafisten Pierre Vogel. Etwa 500 religiöse AnhängerInnen kamen auf einem abgesperrten Bereich zusammmen. Anlass war die Festnahme eines Konvertiten, der jetzt in der Mannheimer JVA einsitzt. Außen herum versammelten sich hunderte Menschen, darunter Vertreter_innen anderer Glaubensrichtungen, Schaulustige und über 200 Nazis, RassistInnen und teils angetrunkene Hooligans.

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Neonazi-Partei expandiert

Via der „Blick nach Rechts“:

München – Die neonazistische Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ verfügt jetzt über einen „Stützpunkt“ in München.

Ein Grundsatzreferat bei der so genannten „Stützpunktgründung“ am vergangenen Sonntag hielt der bundesweit bekannte Fürther Neonazi Matthias Fischer (Jg. 1977). Fischer war vormals Anführer der verbotenen neonazistischen „Fränkischen Aktionsfront“ (F.A.F.) und bayerischer Landesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten. Redner neben Fischer war auch der verurteilte Rechtsterrorist Martin Wiese (Jg. 1976). Der in Mecklenburg-Vorpommern geborene Wiese ist seit 1990 in neonazistischen Zusammenhängen aktiv.

Die Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ wurde am 28. September 2013 in Heidelberg gegründet. Ziel der Partei ist die gebietsrevisionistische Forderung einer „friedliche(n) Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“. An der Spitze der Neonazi-Partei steht der in der ehemaligen DDR aufgewachsene Elektriker Klaus Armstroff (Jg. 1957). Armstroff zog 2009 für die NPD in den Kreistag im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim ein.

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Terrible Feelings – I Don‘t Even Know You

Die Visionen des Majors

Die „Junge Welt“ schreibt:

NSU-Prozeß. »Knüpfe Verbindungen zu anderen Zellen«: der Strategieartikel eines V-Mannes, das »Zwickauer Terrortrio« und ein unliebsamer Beweisantrag

Die braunen Untergrundkämpfer sollten sich »so neutral wie möglich« kleiden und »Äußerungen zur Ausländerfrage« vermeiden. »Bildet Zellen durch Zusammenschluß einiger Personen, die sich gegenseitig gut kennen«, heißt es in der Anleitung »Strategien für die Zukunft« aus der Neonazipostille Sonnenbanner, die 1998 bei der Garagendurchsuchung in Jena gefunden wurde, nach der die »Bombenbastler« Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe untertauchten. Aus drei bis zehn Personen sollte nach dem Strategiepapier eine Zelle bestehen. »Knüpfe Verbindungen zu anderen Zellen«, heißt es darin weiter. »Fasse mehrere Zellen unter einem Leiter zusammen.«

Das 2011 durch den Tod von Mundlos und Böhnhardt aufgeflogene »Zwickauer Terrortrio« war gemäß dieser Blaupause nur die kleinste militärische Einheit. Zu den ihr angelasteten Mordanschlägen bekannte sich laut Selbstbezeichnung »ein Netzwerk von Kameraden«, der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU). Die Anklageschrift geht jedoch von drei Mitgliedern aus.

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Sprengstoff bei Neonazi der Kameradschaft Berchtesgadner Land

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Benjamin Hager, ein Aktivist der Neonazi-Kameradschaft Berchtesgadner Land wurde am 6. März 2014, wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Das rabatz-Bundnis fordert von der Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden.

Bei einer Hausdurchsuchung am 21. Dezember 2012 fanden Polizeibeamte bei dem 26-jährigen Waginger „Munition, Waffen, Sprengstoff und allerhand unerlaubte Pyrotechnik“1. Das Amtsgericht Traunstein hat nun am 6. März diesen Jahres den Neonazi wegen Erwerbs, Beförderung, Verkehrs und Umgang von und mit explosionsgefährlichen Stoffen zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt2. Allerdings wurde die Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Vor Gericht wurde Benjamin Hager von dem neonazistischen Szenanwalt Frank Miksch (Fürth)3 vertreten.

Benjamin Hager ist laut dem a.i.d.a.-Archiv einer „der langjährigen Aktivisten des neonazistischen ‘Freien Netz Süd’ (FNS). Er tritt in der Öffentlichkeit für die ‘Kameradschaft Berchtesgadener Land’ sowie die ‘Bürgerinitiative Ausländerstopp’ München auf“4. In der Vergangenheit nahm er auch auf der ultra rechten SS-Gedenkfeier in Bad Reichenhall (http://badreichenhall.tk) teil. Dazu Anna Jade vom antifaschistischen rabatz-Bündnis (http://rabatz.tk/):

„Der Vorfall zeigt erneut welche Gefahr von der Naziszene in der Region Chiemgau/ Berchtesgadner Land ausgeht. Das Reichenhaller SS-Gedenken ist ja schon lange als Treff von Alt- und Neonazis, Rechtsterroristen5, Waffennarren6 und Geschichtsrevisionisten bekannt. Jetzt zeigt sich auch, dass sich auch lokale Neonazis bewaffnen.“

Ihre Gewaltbereitschaft hat die Kameradschaft Berchtesgadner Land bereits mehrfach unter Beweis gestellt. So waren beispielsweise im November letzten Jahres Aktivisten der KS BGL wie Mathias Häuslmann und Alexander Donninger an den Neonazisübergriffen auf eine antirassistische Demonstration in Aachen beteiligt. Das rabatz-Bundnis fordert die Zivilgesellschaft in der Region auf endlich gegen Neonazis aktiv zu werden.

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26.3.2014 Haus der Jugend (Köpenick)/Berlin: Infos + Gespräch „Es gibt Wichtigeres als dein Land“.

Ein Veranstaltungshinweis:

Deutsch-Rock, Frei.Wild, Patriotismus und Grauzone. All das sind Begriffe, die seit geraumer Zeit die Jugend beschäftigen und hitzige Diskussionen hervorbringen. Wir wollen uns mit dieser Thematik auseinandersetzen und Licht ins Dunkel bringen. Besondere Gäste an diesem Abend sind Schorch Klinikoff und Smirnoff von der Band „Nordwand“ aus Berlin. Nordwand ist eine Satire-Punkrock-Band und wurde kürzlich von der Band Frei.Wild verklagt. Dazu gibt’s lecker Vokü.

Beginn: 19.00 Uhr

Haus der Jugend (Köpenick)
Seelenbinderstr. 54, 12555 Berlin
(S-Bhf. Köpenick)
http://www.hdjk.de/

Oi, Hamburg, Oi

Via „Affenmesserkampf“:

Liebe Leute,

wir haben un­se­re Teil­nah­me am Ha­fen­ge­burts­tag in Ham­burg am 10. Mai ab­ge­sagt.
Wir haben, im Ge­gen­satz zu an­de­ren, schlaue­ren Bands wie Inner Con­flict, erst An­fang März mit­ge­schnit­ten, dass auch 4 Pro­mil­le am sel­ben Tag auf der­sel­ben Bühne ge­bucht wur­den.

Dazu ist zu sagen, dass ich der­je­ni­ge war, der mit den Ver­an­stal­tern kom­mu­ni­ziert und letzt­lich auch die band­in­ter­ne Dis­kus­si­on im Hin­blick auf das Spie­len des Kon­zerts be­feu­ert hat. Ich habe im Vor­lauf nicht be­merkt, dass diese Band auch spie­len soll, ich habe nicht be­merkt, dass das eine pro­ble­ma­ti­sche Band sein kann und ich hätte das Kon­zert aus rein per­sön­li­chen, ego­is­ti­schen Grün­den (ich hätte end­lich mal wie­der mei­nen Sohn zu einem Kon­zert mit­neh­men kön­nen, damit er Hauke be­wun­dern kann) gerne ge­spielt.

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Leipziger NPD zur Kommunalwahl: jünger, gewalttätiger und hafterfahrener

„leipzig.antifa.de“ berichtet auf „Indymedia Linksunten“:

Am 17. Januar 2014 trafen sich die Mitglieder des Leipziger NPD-Kreisverbandes im “Nationalen Zentrum” in der Odermannstraße 8, um 19 Kandidat_innen für die Stadtratswahl am 25. Mai 2014 zu wählen. Nach einem kaum wahrnehmbaren Bundestagswahlkampf schwor man sich in der Leipziger NPD, die nach Selbsterkenntnis bisher nur ein “Schattendasein” führe, darauf ein, im Wahljahr 2014 endlich wieder “in der Öffentlichkeit deutlich wahrnehmbar zu sein”. Thematisch wolle man sich im Wahlkampf primär auf die Punkte “Asylanten-Flut”, “Kriminalitätsexplosion” und einen geplanten “Moscheebau in Gohlis” einschießen. In der Tat führt die NPD dahingehend schon längst Wahlkampf.

Wahlkampfauftakt mit Wutbürgerinitiativen in Gohlis…

So verstand es die NPD frühzeitig, den Protest gegen eine geplante Moschee in der Georg-Schumann-Straße für ihre Zwecke zu besetzen. Mit Infoständen im Norden Leipzigs am 30. Oktober und 1. November 2013, einer Kundgebung vor den Gohlis-Arkaden am 2. November 2013 – bei der ein Großteil der 120 Teilnehmer aus der Partei rekrutiert und teilweise extra mit einem Bus aus ganz Sachsen zusammengekarrt wurde – sowie der öffentlichkeitswirksamen Teilnahme an einer Infoveranstaltung in der Michaeliskirche am 7. November 2013 versuchten sie, aus einer in Teilen der Leipziger Bevölkerung vorherrschenden xenophoben Grundstimmung Kapital zu schlagen.

…und Schönefeld

Noch erfolgversprechender als in Gohlis zeigte sich der Protest gegen eine vorläufige Unterkunft für Asylsuchende in Leipzig-Schönefeld, den die NPD ebenfalls für ihren frühzeitigen Wahlkampf zu nutzen suchte. Eine von der NPD beworbene Kundgebung am 18. November 2013 besuchten 200 Rassist_innen – und dazu mussten nicht einmal mehr Parteikader aus dem ganzen Freistaat zusammengetrommelt werden.

Mit einer weiteren Mahnwache und der anschließenden Teilnahme an einer Infoveranstaltung in der Schönefelder Gedächtniskirche am 25. November 2013, bei der die anwesenden Nazis vor allem durch Drohgebärden gegenüber antirassistisch gesinnten Personen auffielen, einer von der NPD angemeldeten Demonstration am 7. Dezember sowie einer “Spontandemonstration” am 18. Dezember 2013 versuchte sich die NPD abermals mit der üblichen Masche, sie kümmere sich als einzige Partei um die Sorgen der “einfachen Menschen”.

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T-34 – Gegen alles und für nichts