Archiv für Mai 2014

Nach Anschlag in Brüssel: Ermittler sprechen von „Terrorismus“

Die „Tagesschau“ berichtet:

Zwei Tage nach dem Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel mit mindestens drei Toten haben die belgischen Ermittler den Vorfall als „Terrorrismus“ eingestuft. Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, es werde wegen „terroristischen Mordes“ und des „Verdachts auf terroristischen Mord“ ermittelt. Das Verfahren war von der Staatsanwaltschaft Brüssel an die übergeordnete Behörde abgegeben worden. Die Generalstaatsanwaltschaft ist auch zuständig für Terrorismusermittlungen.

Bislang hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, sie habe noch keine konkreten Hinweise auf einen terroristischen oder antisemitischen Hintergrund. Viele Politiker und die Vertreter der jüdischen Gemeinschaft gehen aber genau davon aus. Innenministerin Joelle Milquet ordnete daher eine permanente Polizeipräsenz vor allen jüdischen Einrichtungen an.

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Die Onkelznacht Schweiz – ein Festival mit zweifelhaftem Ruf

Via „Antifa Bern“:

Am Wochenende des 6. und 7. Juni 2014 soll auf der Wäckerschwend in Oschwand (oberhalb von Wynigen) die fünfte Schweizer Onkelznacht über die Bühne gehen. Das Festival, dessen Name Bezug auf die deutsche Band Böhse Onkelz nimmt, geniesst einen zweifelhaften Ruf. In den vergangenen Jahren lockte es viele Neonazis an und bot immer wieder Bands aus der sogenannten Grauzone eine Plattform. Dieses Jahr treten zudem zwei der bekanntesten Schweizer Neonazi-Musiker mit ihrem neuen Bandprojekt auf.

Wie der Organisator so das Publikum

Als Hauptorganisator der Onkelznacht fungiert Ronald Url, ein Hooligan aus dem Umfeld des Berner Fussballclubs Young Boys (YB). Url tritt als Mitglied der rechten Hooligangruppe Eastside auf und besucht oft YB-Spiele. Dabei dürfte er auch den Mitorganisator Beat Weissen kennen gelernt haben, welcher selbst oft in den Fussballstadien anzutreffen ist. Viele Mitglieder der Eastside machen keinen Hehl aus ihrer rechten Gesinnung und tragen offen rechtsextreme Symbole und Embleme.

Obwohl die Organisatoren auf ihrem Internetauftritt (hxxp://www.onkelznacht.ch) in der Hausordnung schreiben, dass „Personen mit eindeutigen Symbolen und Gesten am Eingang abgewiesen bzw. von der Veranstaltung ausgeschlossen“ werden, waren in den vergangenen Jahren viele bekannte Neonazis am Festival anzutreffen. Auch dieses Jahr wird dies voraussichtlich nicht anders sein. Eine stattliche Anzahl langjähriger Naziskins künden auf Facebook ihre Teilnahme an, unter anderem Sacha Kunz, Martin Fink und Martin Roth.
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Rechte Hooligans des MSV Duisburg

Das „Antifaschistische Infoblatt“ berichtet:

„Sie haben Schwule dabei, tötet sie!“

Ständig kommt es aktuell in deutschen Stadien zu Konflikten zwischen antirassistischen Fans und rechten Hooligans, die Liste der betroffenen Vereine wird immer länger: Aachen, Braunschweig, Essen, Dortmund, Gladbach, Düsseldorf – und Duisburg. Auch beim MSV von 1902 gibt es Probleme mit Rechten. Trotz eindeutiger Verbindungen ins Neonazi-Milieu und einer Reihe von klar politisch-motivierten Angriffen auf Gruppen, die sich gegen Diskriminierung aussprechen, bekennt sich ein Großteil der Duisburger Fanszene nach wie vor zur alt-bekannten „unpolitischen Kurve“. Nun reagiert der Verein, jedoch wie schon andernorts, viel zu spät und zögerlich.

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Thompson frühestens im Oktober in Berlin

„Recherche & Aktion“ schreibt:

Neu­ig­keiten zum geplanten Kon­zert des kroa­ti­schen Ustascha-Rockers Thompson. Aus dem Vor­haben der Ver­an­stalter, das im April ver­hin­derte Kon­zert „schnellst­mög­lich“ nachzu­holen wird nichts. Wie „Cro Best Berlin“ gestern mit­teilte, kann das Ersatz­kon­zert der Band um Sänger Marko Per­ković, das wie­derum für den 31. Mai geplant war, def­intiv nicht statt­finden.

Grund hierfür sei die anhal­tende Flut­kas­ta­trophe auf dem Balkan, wegen der Per­kovićs Mana­ga­ment etwaige Auf­tritte auf Eis gelegt habe, schreibt der Ber­liner Ver­an­stalter auf Face­book. Nachdem Ende April der letzte Anlauf geschei­tert war, hatte sich Orga­ni­sator Jakov Kolak diesmal mit Angaben zu Ort und Zeit­punkt der Ver­an­stal­tung bedeckt gehalten, um Gegen­pro­teste zu erschweren.

Kolak, der kürz­lich noch in meh­reren Zei­tungen damit von sich Reden machte, dass er kri­ti­schen Journalist_innen kör­per­liche Gewalt androhte, öffent­lich die Erin­ne­rung an kroa­ti­sche KZs beklagte und den Usta­sche­gruß als „nor­malen Gruß“ ver­harm­loste, hatte Anfang April mehr­fach fal­sche Angaben zum Stand der Kon­zert­vor­be­rei­tungen in Umlauf gebracht, bevor er schließ­lich deren Schei­tern ein­ge­stand. Ob nun der zweite Ver­such tat­säch­lich an der Flut­ka­ta­strophe schei­terte, oder wie schon im Monat zuvor Man­gels geeig­neter Räum­lich­keiten ins Wasser fällt, bleibt des­halb offen.

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Desert Seductress Pleads in Killing of Vegas Anti-Racist Skinheads

Via „Southern Poverty Law Center“:

On the night of July 3, 1998, two anti-racist skinheads — Lin Newborn, a black, charismatic body piercer, and his best friend, Daniel Shersty, a white, U.S. Air Force airman — were lured into the desert outside of Las Vegas by an attractive woman, promising a night of partying under the stars.

Instead, the young men were ambushed and shot to death in the sand. It was a pivotal event and a deadly escalation in the long civil war pitting racist skinheads against their anti-racist counterparts. Until that night, most of their clashes at music venues, on street corners and in back alleys ended in broken bones and bloodied noses, not bullet-riddled bodies.

John “Polar Bear” Butler, the leader of a Las Vegas neo-Nazi skinhead gang, was the only one arrested, charged and convicted of the killings. Butler was sentenced to death, although the sentence was overturned and he is now serving two life terms. But Newborn and Shersty’s grieving families and their comrades in the anti-racist movement always contended that there were others involved who should also be charged, including the attractive woman who they said set the trap.

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Rechtsrockveranstalter greift Demonstrant*innen an

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Während einer Kundgebungstour durch Sachsen-Anhalt im Rahmen der Kampagne „Greif ein – Nazis und Rassist*innen keine Ruhe lassen“, versuchte Oliver Malina bei der Station in Nienhagen Demonstranten anzugreifen. Spontan hatten sich ca. 50 Antifaschist*innen vor dem Beginn der Kundgebung, die vor der „Hopfendarre“ statt fand, entschieden dem umtriebigen Neonazi einen Besuch abzustatten. Malina ist Organisator der Rechtsrockkonzerte, die mit der „Skinheadparty“ am 28.06.2014 nun schon im vierten Jahr in Folge in Nienhagen statt finden.

Während des kurzen Besuchs vor Malinas Wohnhaus kam es zu unschönen Szenen. Der Neonazi und seine Freundin sowie Verwandte und Freunde versuchten die Demonstranten, von denen keine Gewalt ausging, zu attackieren und beleidigten die Antifaschist*innen beispielsweise als „Kiffer“ oder „linke Assifotze“. Schließlich stürmte Malina, mit seinem Hund in der einen und einer Eisenstange in der anderen Hand, auf die Demonstrant*innen zu. Videomaterial zu diesem Vorfall liegt uns vor. Nur durch das besonnene Handeln einiger Antifaschist*innen konnte hier eine komplette Eskalation mit Verletzten verhindert werden. Mal wieder zeigte sich auf erschreckende Weise, dass Leib und Leben von Menschen, die nicht in das eingeschränkte rechte Weltbild passen, für Neonazis keine Rolle spielen.

Entgegen des Artikels aus der „Volksstimme” vom 26. Mai wurde der anfangs Fußball spielende Sohn des Neonazis kein Ziel verbaler Attacken. Erstaunlich ist außerdem, dass der Autor des Artikels seine Informationen ausschließlich von den anwesenden Freunden des Neonazi-Konzertveranstalters bezieht, war er selbst doch erst am Ende der Szenerie am Ort des Geschehens eingetroffen. Auch der sinnentleerte Bezug auf das verteilte Flugblatt ist so nicht hinnehmbar und eine Veröffentlichung des Originals wünschenswert. Zu keinem Zeitpunkt versuchte der Volksstimme-Autor Kontakt zu den offen und freundlich auftretenden Demonstranten aufzunehmen, sondern beschränkte sich auf das Fotografieren aus der Ferne.

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“ Bremer Nazi-Hool im Auftrag der SS-Traditionspflege“

Kopiert von „antifa-bremen.org“:

In der Lü­ne­bur­ger Heide und im „Thing­haus“ in Gre­ves­müh­len (Meck­len­burg-​Vor­pom­mern) fin­den zwei Ver­an­stal­tun­gen über das deut­sche Afrika­korps samt Zeit­zeu­gen statt. Da­hin­ter steht der Bre­mer Neo­na­zi und Hoo­li­gan Hen­rik Os­ten­dorf, der in den letz­ten Jah­ren be­reits meh­re­re ver­gleich­ba­re Tref­fen or­ga­ni­siert hatte.

„Ossi“ be­treibt zu­sam­men mit An­dre­as Biere (Mag­d­e­burg) auch das ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Zeit­schrift­s­pro­jekt „Ein Fähn­lein“, aus des­sen Dunst­kreis der­ar­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen ent­sprin­gen. Die mehr­mals im Jahr er­schei­nen­de NS-​Pu­bli­ka­ti­on be­rich­tet über „Kriegs­er­leb­nis­se“, deut­sche „Sol­da­ten­schick­sa­le“ des 2. Welt­krie­ges, eu­ro­pa­wei­te Ver­an­stal­tun­gen und Ge­denk­fei­ern. Im da­zu­ge­hö­ri­gen Ver­lag wer­den Bio­gra­phi­en und Er­in­ne­run­gen von deut­schen Kriegs­ver­bre­chern des 3. Rei­ches ver­trie­ben.

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NPD-Bayerntag: „Sieg Heil“, Kategorie C und ein abgesagtes Konzert

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Die NPD Bayern traf sich am vergangenen Samstag zum sogenannten „Bayerntag“ in der 4500-Einwohnerstadt Scheinfeld Scheinfeld (Mittelfranken). An der Gegendemonstration beteiligten sich rund 2000 Menschen aller politischen Spektren. Ein, für den Abend geplantes, Rechtsrockkonzert mit „Kategorie C“ wurde von den Behörden unterbunden. Auf Seiten der NPD-Veranstaltung wurden mehrere verbotene Symbole und Zeichen gezeigt, am Abend kam es zudem zu Übergriffen auf Polizeibeamte.

2000 Menschen bei Demonstration gegen Rechts

Es sollte das „radikalste Konzert des Jahres werden“. Die Nazibands „Nahkampf“, „Sturmwehr“, „Terrorsphära“, „Terroritorium“ und „Words of anger“ waren eingeplant. Als Organisator für das Konzert fungierte Patrick Schröder, NPD-Funktionär und umtriebiger Neonazi. Zuvor jedoch sollte noch der „Bayerntag“ der NPD stattfinden, für junge Rechtsrockfans eine eher langweilige Veranstaltung mit Kinderhüpfburg und Reden. Als Veranstaltungsort wählten die Rechten die ehemalige Discothek „Nachtwelt“ am Ortsrand Scheinfelds. Deren Pächter Phillip S., hatte schon im Vorjahr die heruntergekommene Halle an die NPD vermietet, damals kamen rund tausend Rechtsrockfans zum konspirativ beworbenen Konzert. In diesem Jahr war der Andrang wesentlich geringer, was auch dem begrenzten Kartenkontingent von 400 Tickets geschuldet war. In Scheinfeld wurde schon vor Monaten damit begonnen, den Widerstand zu organisieren. Eine große Demonstration gegen Rechts und mehrere Aktionen wurden vorbereitet. Etliche Gruppierungen von der SPD, über die CSU zu den Gewerkschaften bis hin zu den Autonomen, riefen zur Gegendemonstration auf.

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Siehe auch: „Live H8 II“ – Neonazi-Szeneevent fällt aus

Néonazis du Doubs : quatre mis en examen pour association de malfaiteurs

Ein paar Newsmeldungen aus der französischen Presse über das in der letzten Zeit recht aktive neonazistische & offen terroristische Musiknetzwerk „Blood & Honour C18 France“ – leider nur auf französisch:

Quatre membres présumés du groupuscule néonazi démantelé mardi dans le Doubs ont été mis en examen ce jeudi pour association de malfaiteurs, incitation à la haine raciale et dégradations en réunion.

Trois d‘entre eux, qui avaient été interpellés à Morteau (Doubs), ont été placés en détention provisoire, selon les réquisitions du procureur Jean-François Parietti. Il s‘agit du meneur présumé du groupe, un homme de 33 ans déjà condamné pour des violences à caractère racial et qui porte un tatouage à l‘effigie d‘Adolf Hitler sur le mollet, de son frère de 28 ans et d‘un homme de 43 ans.

Le quatrième suspect, interpellé en Saône-et-Loire, est un jeune homme de 24 ans moins impliqué que ses trois complices. Il a été placé sous contrôle judiciaire.

Ils ont été mis en examen pour «dégradations en réunion» pour une série de tags racistes ou à l‘effigie de leur groupe, «incitation à la haine raciale» et «association de malfaiteurs en vue de la participation à un groupe de combat», passible de 10 ans de prison.

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FAITS DIVERS – Sur son site, le groupe avait annoncé son intention de passer à l’acte pour défendre ses idéaux nationalistes…

Sang Mêlé – Ni oubli, ni pardon!

[Scheinfeld] Es gibt kein ruhiges Hinterland!

„Autonome Gruppen“ rufen auf:

Aufruf zum antifaschistischen Widerstand gegen den „Bayerntag“ in Scheinfeld am 24. Mai 2014. Am 12. Oktober 2013 fand das sogenannte „Live H8“ Konzert im mittelfränkischen Scheinfeld statt und lockte etwa 1000 Neonazis an. Damals spielten die Rechtsrockbands „Division Germania“, „Überzeugungstäter“, „Act of Violence“, „White Resistance“, „Sachsonia“ und „Faust Rache“.

Von Seiten der Sicherheitsbehörden und der Stadt wurde das Konzert bewusst verschwiegen, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf das kleine Dorf möglichst gering zu halten. Dass man damit den menschenverachtenden Rassisten Tür und Tor öffnen und einem der größten Nazikonzerte Deutschlands den Weg bereiten würde, daran scheint sich keine der Verantwortlichen gestört zu haben.

Sieben Monate später, am 24. Mai 2014 soll die zweite Auflage des „Live H8“ Konzertes unter dem Motto „Break the Silence“ stattfinden, wieder in Scheinfeld und wieder in der Diskothek „Nachtwelt“, die vom Scheinfelder Philipp S. gepachtet wird. Doch dieses mal ist das Konzert nur Teil vom sog. „Bayerntag“, eine vom NPD Landesverband Bayern organisierte und bereits angemeldete Veranstaltung. Angemeldet wurden eine Mahnwache mit 8 Personen am Torturm an der Hauptstraße (derzeit abgesagt weil die Freihaltung von Rettungswegen nicht gewährleistet werden kann), eine Mahnwache und „Friedensgebet“ mit ca. 100 Personen auf dem Freibadparkplatz und eine Kundgebung mit anschließendem Konzert in der Diskothek. Die Kapazität der Diskothek wurde auf 407 Personen festgelegt, wobei eine Außenübertragung auf den Freibadparkplatz im Rahmen öffentlicher Auflagen untersagt wurde. Offizieller Beginn des „Bayerntags“ ist 12 Uhr, das Konzert wurde von 20 bis 4 Uhr angemeldet. Verantwortlich für das Konzert ist der mehr als bekannte NPD Funktionär Patrick Schröder, der mittlerweile nicht nur Bezirksvorstand der NPD Oberpfalz ist, sondern auch sowohl das neonazistische Radioportal „fsn.tv“, als auch das rechtsextreme Kleiderlabel „Ansgar Aryan“ betreibt.

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23.5.2014: Kundgebung gegen das Nazizentrum in Leipzig Lindenau

Via „Indymedia Linksunten“:

Am Vorabend der antirassistischen Demonstration durch Leipzig am kommenden Samstag wird in Lindenau eine angemeldete Kundgebung gegen das Nazizentrum in der Odermannstraße 8 stattfinden. Dieser Ort wird mehrmals im Monat von den Nazis als Veranstaltungsraum genutzt und fungiert damit als Dreh- und Angelpunkt der lokalen Naziszene. So fanden dort bereits Rechtsrock-Konzerte, den Nationalsozialismus verherrlichende Vorträge und Buchvorstellungen aber auch der ein oder andere Grillabend mit lokalen Neonazigrößen statt.

„Keine Stimme den Nazis! Weg mit dem Nazizentrum in Leipzig Lindenau!“ Freitag 23. Mai / 18:00 Uhr* / Lindenauer Markt

Orte wie die Odermannstraße 8 sind für Nazis ein willkommener Rückzugs- und Rekrutierungsraum. Dies kann für uns als Anwohner_innen und Antifaschist_innen nur bedeuten, dass wir einen solchen Ort nicht weiter dulden können und den Nazis als Stadteil entschlossen entgegentreten müssen!

Insbesondere nach der JN-Demonstration am Sonntag durch den Stadtteil ist es wichtig die antifaschistische Präsenz hoch zu halten und der NPD wenige Tage vor der Wahl nochmals klar zu machen, dass sie weder in Leipzig/Lindenau noch anderswo willkommen sind. In der O8 soll an diesem Abend ein Vortrag sowie ein Konzert mit dem Liedermacher Fylgien stattfinden zu dem Neonazis aus dem Großraum Leipzig erwartet werden.

Kommt daher zahlreich um 18.00 Uhr* auf den Lindenauer Markt und zeigt den Nazis was ihr von ihnen und ihrem Zentrum haltet!

Antifaschistische Kundgebung in Lindenau „Keine Stimme den Nazis! Weg mit dem Nazizentrum in Leipzig Lindenau!“ Freitag 23. Mai / 18:00 Uhr* / Lindenauer Markt

Ein Herz für Baulücken! Nazizentren abreißen!

*Der Beginn der Kundgebung verschiebt sich von ursprünglich 17.00 Uhr auf 18.00 Uhr!

Quelle

Broilers – »Ich will hier nicht sein«

Buch zur NSU-Mordserie: „Das Aktenschreddern war Vorsatz und diente der Vertuschung“

Auf 900 Seiten zeichnen Stefan Aust und Dirk Laabs die Ermittlungen der NSU-Mordserie nach. Das Buch zeigt, wie sehr Verfassungsschutz und rechte Szene verquickt waren – Interview mit Co-Autor Laabs.

Zweieinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie legen die Hamburger Journalisten Dirk Laabs und Stefan Aust jetzt die präzise Analyse dazu vor: das Mammut-Werk „Heimatschutz“ – ein fast 900-seitiges Buch über den „Staat und die Mordserie des NSU“.

Es ist eine detaillierte Aufarbeitung des rechten Terrors seit der Wiedervereinigung und ein packendes Protokoll eines der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Skandal, der ohne Beteiligung des Bundesamts für Verfassungsschutz wohl so nicht möglich gewesen wäre. stern.de sprach mit dem Buchautor Dirk Laabs.

Wir haben verschiedene Untersuchungsausschüsse erlebt und die Bundeskanzlerin hat vollständige Aufklärung versprochen. Warum jetzt dieses Buch?
In der Debatte um die NSU-Morde hört man oft eine zusammenfassende Einschätzung: Die sogenannten Dienste waren auf dem rechten Auge blind und haben die Gefahr nicht erkannt. Das gilt unserer Ansicht nach auf keinen Fall für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Als kurz nach der Wende in Deutschland Asylbewerberheime brannten und Schlägertrupps wahllos Menschen angriffen und umbrachten, hatten die Beamten im Kölner Bundesamt erwiesenermaßen die Gefahr von rechts erkannt. Immer mit dem Augenmerk, dass daraus rechter Terrorismus werden könnte.

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Antisemitismus-Vorwürfe gegen Rapper Macklemore

Via „Ampya“:

Schon wieder Ärger für Macklemore: Der Rapper sieht sich mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert, nachdem er in seiner Heimatstadt Seattle in einem fragwürdigen Kostüm auftrat. Der trat bei eineme Konzert in einem antisemitschen Kostüm auf: Die schwarze Topfschnitt-Perücke, der schwarze Vollbart und die riesige aufgeklebte Hakennase, die Macklemore für den Auftritt trug, erinnerte viele an eine stereotype Darstellung eines Juden aus der Nazi-Propaganda des Dritten Reichs. Besonders pikant: In „Thrift Shop“ geht es ums Geldsparen – ein bekanntes antisemitisches Klischee. „Thrift shops“ sind in den USA Gebrauchtwarenläden, die zumeist von wohltätigen Organisationen geführt werden. Der Künstler äußerte sich bisher nicht dazu (Ampya).

114. Tag im NSU-Prozess in München: Streit um Bekleidung des Angeklagten André E.

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Militärisch anmutende Cargohosen, Kapuzenpullis, schwarze Lederweste – das Outfit des Angeklagten im NSU-Prozess signalisiert einen Hang zum rockerhaften Machogehabe. Am Mittwoch setzte André E. im Saal 101 des Oberlandesgerichts München noch eins drauf.

Auf dem diesmal präsentierten, schwarzen Kapuzenpulli prangt die comichafte Abbildung einer vermummten Figur, die in der rechten Hand ein Sturmgewehr hält und in der linken eine Maschinenpistole. Auf den Ärmeln steht „Satanic Warmaster“ und „Black Metal Kommando“. Das ging einem Nebenklage-Anwalt zu weit. Er beantragte, den Pullover zu beschlagnahmen. Die abgebildete Figur sei „ein Statement für den bewaffneten Kampf und eine Sympathieerklärung für die Morde“. Offenkundig waren die zehn Tötungsverbrechen des NSU gemeint. Aufregung im Saal.

Der Verteidiger von André E. versuchte, zu beschwichtigen: er glaube nicht, dass die Art und Weise der Bekleidung einen Rückschluss auf die Einstellung des Mandanten zulasse. Was der Anwalt nicht erwähnte, vielleicht auch nicht wusste, ist die Bedeutung der Worte auf den Ärmeln. Sie lassen durchaus erkennen, wie André E. tickt.

Satanic Warmaster ist der Name einer Band aus der Szene des sogenannten NS-Black-Metal, einer rechtsextremen Subkultur mit der Neigung zu düsterem Krach. Auf einem der Tonträger der Band findet sich der Titel „Black Metal Kommando“. Mit dem Zusatz „Gas Chamber“, Gaskammer. Damit dürften sich Fragen zur Gesinnung von André E. erübrigen. Zumal bekannt ist, dass auf seinem Körper die Worte „Die Jew Die“ (Stirb Jude stirb) tätowiert sind.

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Neonazi-Überfall in Thüringen

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Bei einem brutalen Überfall von etwa 20 Neonazis im thüringischen Ballstädt am 8. Februar 2014 sind zehn Menschen verletzt worden, zwei davon schwer.

Die Täter waren in eine geschlossene Feier im Gemeindezentrum eingedrungen und hatten auf die Besucher_innen eingeschlagen. Der Überfall sei generalstabsmäßig geplant worden, berichten Anwohner_innen. Eine nicht vermummte Frau soll die Zeit gestoppt haben und nach zwei Minuten das Signal zum Aufbruch gegeben haben. Übrig blieben die Verletzten und das teils komplett zerstörte Mobiliar. Erst sechs Tage später durchsuchte die Polizei das von Neonazis bewohnte Haus in dem Dorf mit 700 Einwohner_innen und führte landesweit zehn Razzien bei Mitgliedern der extrem rechten Szene durch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 13 Verdächtige wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und Raubes. Drei Männer und eine Frau wurden kurzzeitig festgenommen.

Gegen den 38-jährigen Thomas Wagner wurde Haftbefehl erlassen. Der vorbestrafte Neonazi ist Frontmann der RechtsRockband SKD (Sonderkommando Dirlewanger) und einer der drei Eigentümer des Neonazi-Hauses in Ballstädt. Wagner saß mittlerweile schon mehrfach in Haft und ist seit den 1990er Jahren in der extrem rechten Szene aktiv. Unter anderem war er 1997 für ein Wehrsportlager mit Waffen, Kampfausrüstung und NS-Devotionalien mitverantwortlich. Schon mit seiner Vorgängerband Bataillon hatte der heute 38-jährige das Neonazi-Netzwerk Blood & Honour nach dessen Verbot in Deutschland unterstützt. Noch heute fühlen sich Wagner und SKD dem internationalen Netzwerk zugehörig. Bei dem Überfall soll der 31-jährige Neonazi Tony St. aus Bad Langensalza erkannt worden sein. Auch er zählt zu den Bewohnern des Neonazi-Hauses und gehört zur Neonazi-Gruppierung aus dem Raum Gotha rund um SKD. Neonazis aus dem Umfeld von Tony St., Thomas Wagner und Steffen R. hatten 2012 die ehemalige Bäckerei in Ballstädt gekauft, nachdem sie in ihrem vorherigen Domizil im etwa 30 Kilometer entfernten Crawinkel auf massiven Protest gestoßen waren.

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Zufälle über Zufälle

Via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Am 9. Dezember 2013 wurde im Münchener NSU-Prozess die, inzwischen im Hamburger Umland wohnende, Zeugin Janine S. befragt, die im Juli 2003 einen Vertrag für eine Handykarte abgeschlossen hatte, die nach den bisherigen Ermittlungen durch das „NSU-Trio“ und insbesondere von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zur Kommunikation bei „Aktionen“ genutzt und mitgeführt wurde.

Die Einlassung der Zeugin gleicht der Aussage, die von der NSU-Unterstützerin Mandy Struck am 27. Februar 2014 dem Oberlandesgericht München als erdachte Ausrede im Falle einer Nachfrage beim Abholen eines falschen Passes im Rathaus Chemnitz genannt wurde: sie sei auf der Straße angesprochen worden, ob sie jemandem für ein wenig Geld einen Gefallen tun würde. Nun ist eine solche Angabe mehr als zehn Jahre später wohl weder zu beweisen noch zu widerlegen und wäre auch keine Meldung wert, hätte Janine S., die inzwischen verheiratet ist, nicht heute direkt oder über ihren Mann, Kontakte zu Personen, die in den Jahren bis 2004 zur „Blood & Honour“- Gruppe „Combat 18 Pinneberg“ (C 18) gehörten. Zwei der Beschuldigten in dem damals gegen Mitglieder der Gruppe geführten Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, führen jedenfalls den Ehemann der Zeugin als „Freund“ auf, der sein Facebook-Profil mit einem Bild von sich und seiner Frau ausgestattet hat.

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Rechtsrockveranstaltung „Skinheadparty“ wieder in Nienhagen

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am 28.06.2014 soll nun schon im vierten Jahr in Folge eine der deutschlandweit größten Rechtsrockveranstaltungen in Nienhagen stattfinden. Im Jahr 2011 wurde zum ersten Mal ein Rechtsrockkonzert dieser Größe, öffentlich beworben, in Nienhagen von den Organisatoren Oliver Malina und Marcus Winter veranstaltet. Unter dem Motto „Transatlantiklinie“ traten Neonazibands aus Deutschland, Großbritannien und den USA vor ca. 1000 Rechtsrockfans auf. In den darauffolgenden Jahren fanden Konzerte vor bis zu 1200 Besucher*innen unter dem Motto „Skinheadparty“ statt.

Dieses Jahr soll das Konzert, dass sich dem Namen nach an ein kahlköpfiges Publikum richtet, schon in die dritte Runde gehen. Das Dorf Nienhagen wird an diesem Tag für alle Andersdenkenden zur No-Go-Area. Ganz offen wird gezeigt, dass die Veranstaltung von der Nachfolgeorganisation des verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks „Honour and Pride“ durchgeführt wird.

Klaus Slominski, der das Gelände der sogenannten Hopfendarre an Malina für diesen Zweck vermietet, ist es jedoch, der letztendlich die rechten Hass-Konzerte ermöglicht. Er hatte mit seinem Wortbruch nach einer Bürgerumfrage mit eindeutigem Ergebnis das Dorf und die Einwohner Nienhagens vorgeführt.
Wer Neonazis unterstützt und mit ihnen zusammenarbeitet, macht es möglich, dass sie ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten, und sich damit auch mitschuldig an den regelmäßig stattfindenden Übergriffen gegen Menschen, die nicht in das eingeschränkte rechte Weltbild passen

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Neonazi-Event vor der Wahl

Via der „Blick nach Rechts“:

19.05.2014 – Mit dem „Eichsfeldtag“ in Leinefelde hat in Thüringen die diesjährige Rechtsrock-Open Air Saison begonnen. Trotz vollmundiger Ankündigungen war die Zahl der Teilnehmer zwar weiter rückläufig, beim vierten Mal hat sich die Veranstaltung im ländlichen Raum aber etabliert.

Rechtsrock-Open air in Leinefelde eine Woche vor der thüringischen Kommunalwahl; Photo: Kai Budler
Noch am Vortag des „Eichsfeldtages“ im thüringischen Leinefelde hieß es seitens der Organisatoren „Wenn das Wetter morgen, genauso gut wird wie heute, dann wird das ein toller Tag für uns alle!“. Doch trotz der trockenen Witterung verirrten sich nur etwa 300 Besucher auf das Gelände des Sportplatzes im südlichen Leinefelde, darunter auch Kinder. Noch eine Stunde nach dem angekündigten Beginn liefen noch die letzten Arbeiten an der Bühne an der Stirnseite des Sportplatzes, etwa 150 Personen hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt auf dem weitläufigen Terrain versammelt, das die Polizei mit Hamburger Gittern weiträumig abgesperrt hatte.

Am Vorabend war von der Rechtsrock-Veranstaltung noch nichts zu spüren gewesen: mit Hilfe des Kreissportbundes hatte das Eichsfelder Bündnis gegen Rechts den Platz symbolisch besetzt, um ein Zeichen gegen das Neonazi-Event zu setzen. Wo am Freitagabend noch Fußball und Tennis gespielt wurde, eröffnete der Neonazi und NPD-Landesvize Thorsten Heise am Samstagmittag mit 90-minütiger Verspätung den „Eichsfeldtag“. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit den „Freien Kräften“ im Eichsfeld und dem angrenzenden Südniedersachsen und halluzinierte eine von der Politik verschuldete „Vernichtung unserer Heimat“ herbei.

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Siehe auch: RechtsRock im Eichsfeld: „…diese Homos aus der deutschen Politik jagen…“