München: Zerstrittene Neonazis ziehen aus

Via „Süddeutsche Zeitung“:

Sie machten das Haus zu einem Treff für Neonazis. Nun steht die rechtsextreme Wohngemeinschaft in Obermenzing vor der Auflösung. Grund dafür soll die Spaltung der rechten Szene in München sein.

Von Bernd Kastner
Die Neonazi-Wohngemeinschaft in Obermenzing löst sich voraussichtlich auf. Das hat die Vermieterin des Hauses in der Carl-Hanser-Straße nach Angaben von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Stadtspitze mitgeteilt. Der OB zeigt sich erfreut über das wahrscheinliche Ende des rechtsextremistischen Szenetreffpunkts, der eineinhalb Jahre lang für Feiern und Fortbildungen genutzt worden war. Reiter bedankt sich bei den Bürgern, die mit ihren Protesten dafür gesorgt hätten, „dass ein solcher Treffpunkt nicht einfach als normal akzeptiert wurde“.

Ein Sprecher des bayerischen Verfassungsschutzes bestätigte, dass der Auszug der drei Rechtsextremisten noch im Mai bevorstehe. Grund sei, dass ein „Riss“ durch die rechte Szene gehe, der sich offenbar auch in der Wohngemeinschaft bemerkbar mache. Ende 2012 waren in das Haus am Stadtrand drei Rechtsextremisten gezogen, die trotz einer Kündigung der Vermieterin nicht weichen wollten. Vielmehr etablierten sie das Anwesen mit Garten als Treff für Neonazis.

Sie veranstalteten Gartenfeste mit Kinderschminken, luden Nachbarn ein, und zumindest zu Beginn des Prozesses um die Mordserie des rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrunds übernachteten dort auch Personen aus dem Umfeld der NSU-Terroristen. Einmal fand im Keller des Hauses ein Konzert mit einem rechtsextremen Liedermacher statt.

Weiter

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF