114. Tag im NSU-Prozess in München: Streit um Bekleidung des Angeklagten André E.

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Militärisch anmutende Cargohosen, Kapuzenpullis, schwarze Lederweste – das Outfit des Angeklagten im NSU-Prozess signalisiert einen Hang zum rockerhaften Machogehabe. Am Mittwoch setzte André E. im Saal 101 des Oberlandesgerichts München noch eins drauf.

Auf dem diesmal präsentierten, schwarzen Kapuzenpulli prangt die comichafte Abbildung einer vermummten Figur, die in der rechten Hand ein Sturmgewehr hält und in der linken eine Maschinenpistole. Auf den Ärmeln steht „Satanic Warmaster“ und „Black Metal Kommando“. Das ging einem Nebenklage-Anwalt zu weit. Er beantragte, den Pullover zu beschlagnahmen. Die abgebildete Figur sei „ein Statement für den bewaffneten Kampf und eine Sympathieerklärung für die Morde“. Offenkundig waren die zehn Tötungsverbrechen des NSU gemeint. Aufregung im Saal.

Der Verteidiger von André E. versuchte, zu beschwichtigen: er glaube nicht, dass die Art und Weise der Bekleidung einen Rückschluss auf die Einstellung des Mandanten zulasse. Was der Anwalt nicht erwähnte, vielleicht auch nicht wusste, ist die Bedeutung der Worte auf den Ärmeln. Sie lassen durchaus erkennen, wie André E. tickt.

Satanic Warmaster ist der Name einer Band aus der Szene des sogenannten NS-Black-Metal, einer rechtsextremen Subkultur mit der Neigung zu düsterem Krach. Auf einem der Tonträger der Band findet sich der Titel „Black Metal Kommando“. Mit dem Zusatz „Gas Chamber“, Gaskammer. Damit dürften sich Fragen zur Gesinnung von André E. erübrigen. Zumal bekannt ist, dass auf seinem Körper die Worte „Die Jew Die“ (Stirb Jude stirb) tätowiert sind.

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