Buch zur NSU-Mordserie: „Das Aktenschreddern war Vorsatz und diente der Vertuschung“

Auf 900 Seiten zeichnen Stefan Aust und Dirk Laabs die Ermittlungen der NSU-Mordserie nach. Das Buch zeigt, wie sehr Verfassungsschutz und rechte Szene verquickt waren – Interview mit Co-Autor Laabs.

Zweieinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie legen die Hamburger Journalisten Dirk Laabs und Stefan Aust jetzt die präzise Analyse dazu vor: das Mammut-Werk „Heimatschutz“ – ein fast 900-seitiges Buch über den „Staat und die Mordserie des NSU“.

Es ist eine detaillierte Aufarbeitung des rechten Terrors seit der Wiedervereinigung und ein packendes Protokoll eines der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Skandal, der ohne Beteiligung des Bundesamts für Verfassungsschutz wohl so nicht möglich gewesen wäre. stern.de sprach mit dem Buchautor Dirk Laabs.

Wir haben verschiedene Untersuchungsausschüsse erlebt und die Bundeskanzlerin hat vollständige Aufklärung versprochen. Warum jetzt dieses Buch?
In der Debatte um die NSU-Morde hört man oft eine zusammenfassende Einschätzung: Die sogenannten Dienste waren auf dem rechten Auge blind und haben die Gefahr nicht erkannt. Das gilt unserer Ansicht nach auf keinen Fall für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Als kurz nach der Wende in Deutschland Asylbewerberheime brannten und Schlägertrupps wahllos Menschen angriffen und umbrachten, hatten die Beamten im Kölner Bundesamt erwiesenermaßen die Gefahr von rechts erkannt. Immer mit dem Augenmerk, dass daraus rechter Terrorismus werden könnte.

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