Archiv für Juni 2014

Neonazikonzert am 5./6. Juli für den Raum Potsdam angekündigt

Das „Antifaschistische Pressearchiv Potsdam“ schreibt:

Für den 5. und 6. Juli 2014 bewirbt die neonazistische Band „Fire & Ice“ momentan zwei Konzerte für die Region Berlin und Potsdam. Zusammen mit der Band „Knotwork“ ist die englische Neofolk-Band „Fire & Ice“ gerade auf ihrer gemeinsamen „Fractured Europe Tour“.

Über ihre Facebook-Seite und ihren Blog wird mitgeteilt, dass die Locations, vermutlich um es möglichen Gegenprotesten schwerer zu machen, erst wenige Tage vor den Konzerten per Mail den Teilnehmenden mitgeteilt werden.

Ian Read, Frontmann der 1991 gegründeten Band „Fire & Ice“, kann zu den Gründungsfiguren des Neofolk gezählt werden und ist begeisterter Anhänger einer neonazistischen Bewegung, die sich für Odinismus, nordische Mythologie, Runen, Heidentum, Magie sowie Esoterik und Okkultismus interessieren. Er wirkte unter anderem bei der neonazistischen Band „Death in June“ mit und sang auf ihrer Veröffentlichung das Horst-Wessel-Lied ein. In Interviews kommt sein kruder Meinungsmix aus Überlegenheitsprojektionen, Verschwörungsideologie und sekundärem Antisemitismus besonders klar zum Tragen.

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NPD-Event in Gera: Rock für die Wahlkampfkasse

Via „Publikative.org“:

Bereits zum 12. Mal findet am kommenden Samstag in Gera das neonazistische „Rock für Deutschland“ statt. Doch so langsam scheint auch die Neonazi-Szene gelangweilt von den Rechtsrock-Großevents. Auch dieses Jahr wird es wieder zahlreichen Protest gegen die extrem rechte Veranstaltung geben.

In Thüringen kann man mittlerweile von einer wahren Rechtsrock-Tradition sprechen. Egal ob Konzerte, Versände oder Open-Airs, seit weit mehr als einem Jahrzehnt fühlt sich die Rechtsrock-Szene hier wohl. Und bereits zum 12. Mal ist am 5. Juli 2014 das sogenannte Rock für Deutschland in Gera angemeldet. Schon die im Jahr 2000 verbotene Organisation „Blood & Honour“ hatte einen Teil ihrer Strukturen in der ostthüringischen Stadt, womit die Szene dort seit Jahren feste Wurzeln aufweist. Seit 2003 reisen manchmal tausende, meist aber zumindest hunderte Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet nach Gera, um dort bei menschenverachtender Musik und alkoholfreiem Bier zu feiern. Die letzten Jahre stabilisierte sich die Zahl der angereisten Neonazis nach einem starken Rückgang bei rund 700. Für die als Veranstalter agierende NPD sind die Rechtsrock-Großevents sowohl eine wichtige Einnahmequelle, als auch ein bedeutender Teil des „Kampfes um den organisierten Willen“. Hier werden nicht nur tausende Euro in die Wahlkampfkasse gespült, sondern auch die freie neonazistische Szene und das subkulturelle Umfeld mit einer extrem rechten Erlebniswelt bedient. Gerade vor dem anstehenden Landtagswahlkampf in Thüringen dürfte die Veranstaltung also von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein. Die NPD kündigte bereits mehrfach eine „Materialschlacht“ an und wirbt gleichzeitig offensiv für Spenden und sucht Darlehensgeber, um den Wahlkampf zu finanzieren. Gänzlich scheint der geplante Wahlkampf also noch nicht finanziell abgesichert zu sein.

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Vånna Inget – Inga frågor Inga svar

Die faschistische Kulturfabrik

„Publikative.org“ schreibt:

Vor ein paar Tagen ist Ciro Esposito gestorben, ein junger Fan von Napoli, ermordet durch die Schüsse des hochrangigen Römer Faschisten Daniele De Santis. Das Buch “Casa Pound Italia: Mussolinis Erben” von Heiko Koch widmet sich dem Paradeprojekt der intellektuellen Rechten, der in Rom geborenen Bewegung Casa Pound Italia.

„Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete.“

Ich bin ein großer Fan davon, sich mit Dingen auseinanderzusetzen und sich eine fundierte Meinung zu bilden, Mechanismen und Hintergründe zu erkennen, zu verstehen und nicht beim Slogan stehenzubleiben. Das gilt besonders für Dinge, die mir nicht gefallen. Eines der erfolgreichsten Projekte Italiens ist die von Gianluca Iannone, eloquenter Sänger der Rechtsrockband ZetaZeroAlfa, gegründete Casa Pound-Bewegung. Ausgehend von einem besetzten Haus in Rom haben sich diese Zentren unter dem Siegel der Schildkröte mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Medienwirksame Aktionen, ein lebendiger Auftritt im Internet, erfolgreiche europäische Vernetzungen, Verwurzelung in der Musikszene, ein eigener Kleidungsstil und die Adaption und Umwidmung popkultureller Phänomene und Symboliken sorgen für regen Zulauf in Italien. Grundlage für diesen Erfolg ist vor allem auch ein unpolitischer Anstrich und das Andocken an bereits bestehende jugendliche Subkulturen – wie z.B. Ultràs –, der sich als niedrigschwelliges Angebot übersetzen lässt.

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Volksverhetzer und Devotionalienhändler

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

27.06.2014 – Osnabrück – Tobias R. (Jg. 1981), seit 2013 Vorsitzender des niedersächsischen NPD-Unterbezirks Emsland/Grafschaft Bentheim, wurde vom Landgericht Osnabrück in einer Berufungsverhandlung am Donnerstag wegen Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der letztjährige NPD-Bundestagskandidat R. aus der Stadt Haselünne im Sommer 2013 seine Facebook-Seite auf das Youtube-Video einer Neonazi-Band verlinkt hatte. In dem Film wurde die Ermordung eines Juden als „gute Tat“ beschrieben. Mit der Verurteilung R.s bestätigte das Landgericht Osnabrück in vollem Umfang das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichtes Meppen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. R. kann innerhalb von einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

Im Oktober vergangenen Jahres war R. Organisator eines Auftritts des Berliner Neonazi-Sängers Michael Regener alias „Lunikoff“, ehemals Sänger der verbotenen kriminellen Band „Landser“, in einer Kneipe im Emsland. R. zeichnet verantwortlich für den Neonazi-Online-Shop „Das Zeughaus“, der schwerpunktmäßig Devotionalien des wegen Volksverhetzung verurteilten Neonazi-Musikers Daniel Giese („Stahlgewitter“) vertreibt. Als „Zeughaus“-Anschrift ist auf der Homepage eine Postfachadresse in Santa Ponsa, einem Ort im Südwesten der Baleareninsel Mallorca, angegeben. (am)

Quelle

Die kommunale Strategie der NPD

Via „Publikative.org“:

Die NPD ist mit Hunderten Abgeordneten in kommunalen Parlamenten vertreten. Die Partei versucht sich dabei von der Kommune aus immer weiter zu verankern. Teilweise erfolgreich. Doch wie sieht die Strategie der NPD eigentlich genau aus? Und gibt es wirksame Gegenstrategien?

Im Mai haben bundesweit zahlreiche Kommunalwahlen stattgefunden. In einigen Bundesländern verlor die NPD Stimmen, in anderen konnte die extrem rechte Partei erhebliche Zugewinne verzeichnen. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es insgesamt mehr als 200 Mandate, die die NPD erringen konnte. Somit bleibt – auch in anderen Bundesländern – weiterhin die Herausforderung, mit den Kommunalabgeordneten der NPD umzugehen. Die Auseinandersetzung mit der Ideologie und Strategie der Partei ist dabei wichtig, um der weiteren Verankerung der NPD etwas entgegenzusetzen. Das bloße Ignorieren der bereits seit 2009 gewählten NPD-Vertreter hat sich dabei vielerorts als wenig erfolgreich erwiesen.

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Hatte der NSU Helfer beim Anschlag in der Kölner Probsteigasse?

„NRW rechtsaußen“ schreibt:

KÖLN – Bei der Explosion eines in einem Geschenkkorb deponierten Sprengsatzes wurde im Januar 2001 die damals 19-jährige Tochter des Inhabers eines deutsch-iranischen Lebensmittelladens in der Kölner Probsteigasse schwer verletzt. Der NSU bekannte sich im November 2011 zu dieser Tat. Bis heute ist ungeklärt, wie der NSU auf das völlig unscheinbare Geschäft und dessen Inhaber aufmerksam wurde, ob es lokale Helfer gab und wer den Geschenkkorb in dem Laden abgestellt hatte. Daran, dass es sich um Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt gehandelt hat, bestehen Zweifel, Beschreibungen des Täters von Mitgliedern der Familie M. passen nicht zu den beiden .

“Ähnlichkeit” erkannt

Nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie Ende 2011 erkannten MitarbeiterInnen des Verfassungsschutzes eine Ähnlichkeit zwischen dem damaligen Phantombild des Täters und einem Kölner Neonazi. “Das NSU-Prozess-Blog” von “zeit online” berichtet aktuell: “Sie erkannten eine Ähnlichkeit mit dem Neonazi Johann H. aus Köln. […] H. war 1985 wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt worden. Zudem besaß er Waffen und war Mitglied einer Reservistengemeinschaft für Scharfschützen bei der Bundeswehr.” Allerdings konnte die betroffene Familie auf ihnen vom BKA vorgelegten Bildern von H. den Täter nicht erkennen, weswegen die Spur nicht weiter verfolgt wurde.

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Alle Jahre wieder Rechtsrock – nicht nur in Nienhagen

Der „MDR“ berichtet:

Am Wochenende war es also wieder soweit – das mittlerweile alljährliche „Musik-Spektakel“ in der Provinz. Knapp 1.200 Neonazis, etwas weniger als erwartet, feierten ihre Party in Nienhagen bei Halberstadt. Die Bürgerinitiative „ Nienhagen rechtsrockfrei “ hielt mit knapp 300 Unterstützern tapfer dagegen. Sie konnte ihre Veranstaltung nicht so wie geplant durchführen. Die vorangegangene Woche war für sie ein Wechselbad der Gefühle.

Proteste der Einwohner von Nienhagen

Am Montag noch wurde das Konzert in ihrem Dorf verboten. Dagegen ging der rechtsextreme Veranstalter Oliver Malina gerichtlich vor und bekam Recht. Nach einem gerichtlichen Tauziehen über mehrere Instanzen stand am Freitag fest: das Rechtsrockkonzert kann stattfinden. Die Bürgerinitiative und der DGB wichen mit ihren Veranstaltungen zurück, bestanden nicht auf dem ursprünglich angemeldeten Versammlungsort unmittelbar vor dem Konzertgelände. Hans-Christian Anders, der Sprecher der Bürgerinitiative, wollte keinen Krawall im Dorf. Ihm war es auch ganz wichtig, seinen Nachbarn, die nicht in der Bürgerinitiative engagiert sind, zu zeigen, dass es ihnen um friedlichen Protest geht. Denn die Diskussion um die Aktivitäten der Engagierten in Nienhagen wird heftig geführt. Der Vorwurf an Anders und seine Mitstreiter lautet u.a.: jetzt holt ihr uns auch noch die Linksfaschisten ins Dorf. Die tauchen hier auf, randalieren und werfen Steine.

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CDU-lerin in Neonazinetzwerk aktiv

Via „Inforiot“:

Treuenbrietzen: CDU-Funktionärin war langjährige Moderatorin im „Thiazi“-Forum – einem Tummelplatz für militante Neonazis

INFORIOT Eine Brandenburger CDU-Funktionärin ist offenkundig tief in neonazistische Kreise verstrickt. Nicola Brandstetter ist Beisitzerin im CDU-Stadtverband in Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) und trat bei den Kommunalwahlen im Mai für ihre Partei auf Kreisebene und für die Stadtverordnetenversammlung an.

Bis 2012 Moderatorin im „Thiazi“-Forum

Nun ist bekannt geworden, dass Brandstetter jahrelang eine führende Rolle im Forum „Thiazi.net“ inne hatte. Das Portal war seit seiner Gründung 2007, bis zu einer Razzienwelle und anschließender Abschaltung 2012 eine der bundesweit wichtigsten Vernetzungsinstanzen für die Neonaziszene. Brandstetter war seit der Anfangszeit als Moderatorin aktiv und schrieb insgesamt über 1500 Beiträge. Dies berichtet die „Autonome Antifa Freiburg“ in einem gerade erschienenen Artikel. Nichts deutet darauf hin, dass sich Brandstetter seit den Durchsuchungen und der Forenabschaltung 2012 von der neonazistischen Szene gelöst hätte.

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„Thiazi.net“: Bundesweites Neonazi-Forum

Das „Thiazi.net“ war bis zu seiner Abschaltung die bedeutendste Online-Vernetzungsinstanz im deutschen Neonazismus. Es hatte mindestens 20.000 Mitglieder. Auch war Brandstetter beim Vorläuferprojekt „Skadi.net“ aktiv. Zu Brandstetters „Thiazi“-Moderationskollegen gehörten Neonazis wie Tobias Storbeck (Pseudonym „Blutzeuge“, aus Prenzlau, Musiker bei der Neonaziband „Jungvolk“) und Peter Brammann (Pseudonym „Beobachter“, aus Berlin, Musiker der Neonaziband „DST“). Im Juni 2012 wurden Wohnungen von 26 Beschuldigten in elf Bundesländern und in Großbritannien durchsucht. 2013 wurde in Rostock Anklage gegen mehrere Personen erhoben. Anfang Juni 2014 folgten weitere Razzien, diesmal gegen 35 Beschuldigte in zwölf Bundesländern. Alle stehen im Verdacht der Bildung, beziehungsweise der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Auch in Brandenburg gab es Durchsuchungen, und zwar in Potsdam, Velten, Brandenburg/Havel und Prenzlau.

Waving the Guns – Gewalt

Konspirativ agierende rechte Kräfte

Der Bremer Verfassungsschutz sieht bei der Neonaziband „Kategorie C“ welche internationale Kontakte zum neonazistischen Musik- und Terrornetzwerk „Blood & Honour“ hält und auch auf deren Veranstaltungen auftritt für nur in Ansätzen rechtsextrem. Absurder geht es kaum:

Weiterhin 30 Angehörige werden dem Neonazispektrum zugerechnet, Anhänger der subkulturellen Szene haben auf 40 (plus 10) zugelegt. Dazu zählt eine Musikszene mit den Bands „Endstufe“, „Endlöser“, „Hetzjagd“ und „Strafmass“. Bei der Combo „Kategorie C – Hungrige Wölfe“, auch unter dem Namen H.E.R.M. unterwegs, spricht der Verfassungsschutz von „Anhaltspunkten für den Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung“. Entsprechende Kontakte einzelner Bandmitglieder lassen sich beobachten, insbesondere auch hinein in eine rechtsgerichtete Hooliganszene. Diese umfasst in Bremen die Gruppen „Standarte Bremen“, „Nordsturm Brema“, „City Warriors“ und „Farge Ultras“. Zu den konspirativ agierenden Kräften der rechten Szene gehört auch ein Chapter der „Hammerskins“.

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„Kategorie C“ tritt mehrfach auf die Bühne

Der „Rechte Rand“ schreibt:

25.06.2014 – Rastatt/Bremen – Die vom Bremer Verfassungsschutz beobachtete rechtsgerichtete Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ kündigt einen eigenen Auftritt am Samstag im baden-württembergischen Rastatt an.

Als Vorband soll dabei am 28. Juni „Evil Society“ die Bühne besteigen. Die Bremer Combo von „Kategorie C“ hat für ihre jüngste Mini-CD auch einen Track zur Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Titel „CopACABana WM Song“ aufgenommen. Die Schreibweise des Titels unterstreicht die Einstellung der Band gegenüber der Polizei, ist die Formel ACAB doch als Abkürzung für die Losung „All Cops Are Bastards „bekannt.

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Rassistische braune Mördergang

Via der „Rechte Rand“:

25.06.2014 – Mitglieder der gewalttätigen russischen Neonazi-Gruppierung „NS/WP Nevograd“ in St. Petersburg wurden wegen zehnfachen Mordes und fünffachen Mordversuchs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Im russischen St. Petersburg ging der mehrmonatige Prozess gegen die militant NS-treue Neonazi-Truppe „NS/WP Nevograd“ (National Socialist and White Power Group) zu Ende. Das Gericht verhängte gegen neun Neonazis größtenteils langjährige Strafen wegen zehnfachen Mordes und fünffachen Mordversuchs aufgrund von Rassenhass sowie Hooliganismus und illegalem Besitz von Waffen und Sprengstoff. Die brutalen Gewalttaten wurden 2009/10 verübt. Die fanatischen Neonazis müssen ihre Haftstrafen in Hochsicherheitsgefängnissen absitzen.

Die Neonazi-Terrorgang, die im im Großraum St. Petersburg aktiv war, wurde 2009 von Georgy Timofeev gegründet. Die Gruppierung, die landesweit als eine der gewalttätigsten ihrer Art galt, griff auf offener Straße Menschen, um sie zu ermorden. Zum Hauptfeind hatten die Rassisten Migrantinnen und Migranten aus Zentralasien, dem Kaukasus und Afrika erkoren.

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Rizze Razze Raunijar – Hausbegehung bei Lars Hildebrandt

Das „Dokumentationsarchiv“ berichtet:

Nachdem bereits Anfang Juni eine Anzeige wegen Aufforderung zu Straftaten gegen ihn vorlag, fand am 18. Juni beim vorbestraften Itzehoer Neonazi Lars Hildebrandt eine weitere Hausdurchsuchung statt – die 14. nach seiner eigenen Zählung. Anlass dafür war nach seiner Darstellung das Verbreiten strafbarer Nazisymbole im Internet – das entsprechende Profil beim russischen Facebook-Klon vk hat Hildebrandt mittlerweile gelöscht.

Nicht gelöscht sind zahlreiche Downloadmöglichkeiten seiner Lieder -. Hildebrandt tritt in der Szene vor allem unter “Liedermacher Raunijar” auf, und über die bekannten neonazistischen Downloadsites kann zum Beispiel seine Demo-CD von 2011 mit Liedern wie “Bullenschwein ist burning” heruntergeladen werden – als Label wird “6 Millionen More Records” genannt.

Hildebrandt hat, nach Eigenangaben aufgrund der Polizeiaktion, vorerst sämtliche Auftritte bis August abgesagt. In der Vergangenheit trat er bei verschiedenen Veranstaltungen der Neonazi-Szene auf – wie im Oktober 2005 bei der mittlerweile verbotenen “Kameradschaft Aachener Land” (KAL), im Januar 2007 bei der “nationalen Aktionsfront Dithmarschen”, auf Sommerfesten der NPD oder als Mobi-Heulboje für den braunen “Tag der deutschen Zukunft” in Hamburg 2012. Auch bei Blood&Honour-nahen Strukturen wie der der “Bruderschaft Midgards Wächter”, die im aktuellen VS-Bericht als eine der Neonazi-Rockgergruppen aus SLH angeführt werden, trat der Neonazi mit eintätowierter 28 auf dem Hinterkopf und 86a-Symbolik auf dem Rücken auf.

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Nazis auf Rädern

Die „taz“ schreibt:

„Eine neue Bruderschaft ist bereits in aller Munde, das Gerücht einer neuen weißen Macht dreht bereits die Runde“, so wird die Gruppierung besungen. Und: „Heil! Heil! Heil! Der Brigade 8″. Der Liedtext der Band „Legion Germania“ offenbart: Diese Rocker sind Rechtsextreme.
Den Aufbau der „Bruderschaft“ betreibt der Schleswiger Unternehmer Christian M., der sich sich im Internet als „President Brigade-Crew“ bezeichnet. Über das Portal „VK“ vertreibt er auch gleich das dazugehörige Merchandising. Und das Kürzel des Rockerclubs „B 8″ hat er auf den Hals tätowiert.
Die Anspielung auf das Netzwerk „Blood & Honour“ (B&H), das Rechtsrockbands unterstützte und CDs vertrieb, dürfte kein Zufall sein: Seit dem Verbot im Jahr 2000 steht „28″ für B&H. Die „Brigade“ wiederum hat gute Kontakte nicht nur zur Rechtsrockband „Legion Germania“, sondern genauso zu „Endstufe“, „Strafmaß“ und „Bunker 16″.

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Hassgesang in Gera am 05. Juli

Am 05. Juli soll zum 12. Mal ein überregionales Rechtsrockfestival in Gera stattfinden. Im Bericht des Thüringer Verfassungsschutzes 2013 findet die Veranstaltung „Rock für Deutschland“ ausdrücklich Erwähnung. Am 5. Juli wollen Rechtsradikale die Stadt Gera wieder als Ort nutzen, um ihren Hassgesang zu verbreiten. Was uns da erwartet, können wir wissen, wenn wir wirklich einmal die Liedtexte wahrnehmen, die dort gesungen werden. Im vergangenen Jahr konnten die Besucher unter anderem folgende Zeilen hören: „Hass und Vergeltung haben wir uns geschworen, unsere Herzen die wurden zu Stein“ oder „Jesus konnte angeblich über Wasser gehen. Scheiß drauf, ich geh über Leichen.“ In diesem Jahr soll u.a. eine Band mit Namen „Straffmaß“ auftreten. Auf deren ersten Album „Wir kriegen euch alle” aus dem Jahr 2010 findet sich der Song „Combat 18″ (dtoday).

Verwaltungsgericht hebt Verbot von Neonazi-Konzert auf

Via „Mitteldeutsche Zeitung“:

Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat das Verbot eines Neonazi-Konzerts an diesem Samstag in Nienhagen im Harz aufgehoben. Bei dem Verbot sei nach Ansicht der Kammer nicht ausreichend berücksichtigt worden, dass das Konzert auch eine politische Meinungsäußerung sei und damit unter das Versammlungsrecht falle, erläuterte Gerichtssprecher Uwe Haak. Das Innenministerium kündigte an zu prüfen, ob die Entscheidung angefochten werden kann. Im vergangenen Jahr waren rund 1200 Anhänger der rechten Szene nach Nienhagen gekommen, nachdem ein Verbot vom Oberverwaltungsgericht gekippt worden war.

Quelle
Siehe auch: Kommune will auch zweites Neonazi-Konzert verbieten
Es bleibt spannend in Nienhagen

Die Enkelz überholen rechts

Thomas Kuban berichtet für die „Kontext Wochenzeitung“:

Die Böhsen Onkelz sind wieder da. Vor 200 000 Fans feierten die einstigen Rechts-Rocker auf dem Hockenheimring ihr Comeback. Doch das Skandalquartett hat inzwischen Konkurrenz. Frei.Wild heißen die nationalistischen Musikanten aus Südtirol.
Das Millionengeschäft mit den Böhse Onkelz-Anhängern machen jetzt wieder die Originale: Mit ihren Reunion-Konzerten hat die ehemalige Skinhead-Truppe am 20. und 21. Juni 2014 den Hockenheimring gerockt und insgesamt rund 200 000 Fans zum Toben gebracht. Seit der Auflösung des Quartetts vor neun Jahren hatten unzählige, teils rechtsextreme Cover-Bands die lukrative Lücke gefüllt – sowie die Ersatz-Onkels der Rechtsrock-Gruppe „Frei.Wild“. Ab sofort ist der Markt umkämpft. Denn die umjubelte Botschaft von Bass-Onkel Stephan Weidner lautete: „Wir bleiben!“

Diese Nachricht schlug bei Liebhabern vulgären Deutschrocks wie ein Blitz ein: Mit einem gewitterig gestalteten Videoclip meldeten sich die Böhsen Onkelz am 20. Januar 2014 überraschend zurück. Ihre Ansage: „Nichts ist für die Ewigkeit.“

Das Unwetter nahm seinen Lauf – zunächst mit einem Sturm auf den Ticket-Verkauf im Internet. Das erste 100 000-Mann-Konzert war binnen einer Stunde ausverkauft, das zweite sogar „in weniger als 40 Minuten“, wie die Onkelz mitteilten. Ein Stehplatz-Ticket im Innenraum kostete regulär 66,50 Euro – ein Millionengeschäft. Im Internet-Auktionshaus Ebay wurden die Karten hinterher sogar für das Doppelte und noch mehr gehandelt.

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Neonazizentrum geschlossen

Die „Junge Welt“ schreibt:

Barcelona. In der katalanischen Metropole Barcelona ist das von Neonazis betriebene Zentrum »Casal Tramuntana« am Sonnabend geschlossen worden. Das meldete das Nachrichtenportal Vilaweb. Die Rechten hätten Probleme mit dem Begleichen der Miete gehabt. Das Lokal im Stadtteil Clot war im Januar 2012 eröffnet worden. Es wurde von einem Verein betrieben, der den gleichen Namen trug. Die Neonazis wollten ein »soziales und nationales« Zentrum nach dem Vorbild des »Casa Pound« in Rom errichten. An der Entstehung des »Casal Tramuntana« wirkte unter anderem Alberto Sánchez mit, der für die rechtsextreme Partei »Plataforma per Catalunya« im Stadtparlament von L’Hospitalet nahe Barcelona sitzt. Gegen die Aktivitäten der Faschisten gab es Proteste der Anwohnerschaft und von antifaschistischen Initiativen.

Am Montag berichtete das Magazin Directa, die Neonazis hätten bereits ein Ersatzobjekt gefunden. Die etwa 240 Quadratmeter große Immobilie befinde sich nur knapp zwei Kilometer entfernt im Stadtteil Sant Martí.

Quelle

Heil Hipster: The Young Neo-Nazis Trying to Put a Stylish Face on Hate

Via „Rolling Stone“:

Inside the tote-bag friendly, „Harlem Shake“-happy world of Germany’s „nipsters“

It’s a rainy Sunday evening in May, in the town of Weiden, in northeastern Bavaria, and Patrick Schroeder, whom the German press has dubbed the „Nazi-hipster,“ is preparing for his big webcam entrance. As the opening sequence for his weekly Internet TV show, FSN.tv, plays silently in the background, he ties a bandana stitched with the slogan „H8″ around his mouth and fiddles with his mouse. A map of Germany in 1937 hangs on the wall above him.

It’s hard to get the timing for the intro „just right,“ he explains, and once the graphics stop playing, he strides into frame and raises his arm, curling his hand into a fist and wishing his viewers, a few hundred members of Germany’s extreme right, a lovely evening. He calls this gesture his „professional wrestling entrance move,“ which he claims was inspired by WWE-style theatrics, though it also, not inconveniently, looks a bit like a heil Hitler Nazi salute.

Schroeder is 30 years old, about six feet tall, with the boxy musculature of an MMA fighter, his blond hair shaved except for a jaunty strip along the top of his head. He’s dressed all in black, wearing armbands slightly reminiscent of those favored by vintage Avril Lavigne and speaks quickly and loudly, with a strong Bavarian lilt. When he laughs, his upper right lip rises up, making him look both threatening and insecure. „If the Third Reich was so bad, it would have been toppled,“ he argues, before the filming begins. „Every half-intelligent person knows there is no system where everything was bad.“

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Siehe auch: Käsekuchen aus Neuschwabenland
In einer Online-Sendung kochen deutsche Nazis mit veganen Zutaten aus dem Abfallcontainer..